Gonaïves

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19.449722222222-72.683055555556Koordinaten: 19° 27′ N, 72° 41′ W

Karte: Haiti
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Gonaïves
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Haiti
Gonaïves

Gonaïves (Gonayiv in Kreyòl) ist eine Stadt und der Hauptort im Département Artibonite im Norden von Haiti. In Gonaïves leben 104.825 Einwohner (Volkszählung 2003). Der Sitz des Bistum Les Gonaïves befindet sich in der Stadt.

Die Stadt ist als Haitis „Unabhängigkeitsstadt“ bekannt, da Jean-Jacques Dessalines hier am 1. Januar 1804 die Unabhängigkeit Haitis ausrief. Im 19. Jahrhunderts war sie mehrmals Sitz republikanischer Gegenregierungen.

Während der Zeit der Militärdiktatur von 1991–1994 war Gonaïves Schauplatz von Plünderungen, Gewalt und Morden durch Militärs und Paramilitärs, da die Stadt ein Zentrum des Widerstandes war. Am 5. Februar 2004 wurde die Stadt von der Organisation RARF (Revolutionary Artibonite Resistance Front) übernommen, was den Start für den Aufstand im Jahr 2004 bedeutete. Im September 2004 verursachte die atlantische Hurrikansaison 2004 große Überschwemmungen und Schlammlawinen in der Stadt, welche für den Tod von wahrscheinlich ca. 3000 Menschen (1650 Tote wurden bestätigt) verantwortlich waren. Praktisch jedes Gebäude wurde durch den Sturm beschädigt, eine große Anzahl von Menschen wurden obdachlos. Am 1. September schnitt der Hurrikan Hanna Gonaives fast vollständig von der Außenwelt ab. In der Stadt gab es über 80 Tote.[1]

2010 wurden Soeur Vincenzina Dallai und Père Gérard Dorméville mit dem Prix Caritas für ihr Engagement an der Schule «La Sainte Famille» in Gonaïves ausgezeichnet, wo 1300 Kinder aus dem Elendsviertel «Trou Sable» unterrichtet werden (Prix Caritas 2010 Haiti). Ihr Wunsch nach Musikinstrumenten löste einer Welle der Hilfsbereitschaft aus, die zur Gründung der Musikschule «Ecole de Musique Nick Contorno des Gonaïves» führte (Gemeinnütziger Verein «Musical Haiti»).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gonaïves – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Süddeutsche.de abgerufen am 19. Januar 2010