Gondelsheim

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Gondelsheim (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Gondelsheim
Gondelsheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gondelsheim hervorgehoben
49.0605555555568.6572222222222180Koordinaten: 49° 4′ N, 8° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Karlsruhe
Höhe: 180 m ü. NHN
Fläche: 14,86 km²
Einwohner: 3581 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 241 Einwohner je km²
Postleitzahl: 75053
Vorwahl: 07252
Kfz-Kennzeichen: KA
Gemeindeschlüssel: 08 2 15 025
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bruchsaler Straße 32
75053 Gondelsheim
Webpräsenz: www.gondelsheim.de
Bürgermeister: Markus Rupp
Lage der Gemeinde Gondelsheim im Landkreis Karlsruhe
Karlsdorf-Neuthard Malsch (Landkreis Karlsruhe) Malsch (Landkreis Karlsruhe) Bretten Bruchsal Bruchsal Ettlingen Forst (Baden) Gondelsheim Hambrücken Kronau Kürnbach Marxzell Oberderdingen Östringen Philippsburg Sulzfeld (Baden) Ubstadt-Weiher Walzbachtal Weingarten (Baden) Zaisenhausen Karlsbad (Baden) Kraichtal Graben-Neudorf Bad Schönborn Pfinztal Eggenstein-Leopoldshafen Linkenheim-Hochstetten Waghäusel Oberhausen-Rheinhausen Rheinstetten Stutensee Waldbronn DettenheimKarte
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Gondelsheim ist eine Gemeinde im Landkreis Karlsruhe in Baden-Württemberg. Vor der baden-württembergischen Kreisreform gehörte sie zum Landkreis Bruchsal.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Gondelsheim liegt im westlichen Kraichgauer Hügelland zwischen Bruchsal und Bretten.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Gondelsheim gehören auch die Höfe Bonartshäuser Hof (Althof) und Erdbeerhof (Neuhof) sowie die landwirtschaftliche Aussiedlung Dossental. Im Gemeindegebiet liegt die Wüstung Gillingen.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Gondelsheim wurde erstmals 1257 als Gundolfesheim urkundlich erwähnt. Es gehörte bis dahin dem Zisterzienserkloster Herrenalb, das es nun im Tausch gegen andere Besitztümer an Konrad von Wiesloch abgab. Über die Grafen von Hohenberg kam es an die Grafen von Württemberg. Graf Eberhard verkaufte den Ort 1483 dann an Plicker Landschad von Steinach, den pfälzischen Hofmeister, und wurde so ein freiadliger Flecken. Ende des 16. Jahrhunderts kam Gondelsheim an die Herren von Katzenelnbogen, die es 1650 an Johann Bernhard von Mentzingen verkauften. Nachdem die Herren von Mentzingen immer höher verschuldet waren, mussten sie den – bereits verpfändeten – Besitz 1787 an das badische Herrscherhaus verkaufen.

Zunächst gehörte Gondelsheim zur badischen Grafschaft Petershausen. Es wurde 1806, als Baden zum Großherzogtum erhoben wurde, zum Sitz des neugebildeten standesherrlichen Amtes Gondelsheim im Pfinz- und Enzkreis, das jedoch bereits 1826 wieder aufgelöst wurde und im Amt Bretten aufging. Seit 1936 gehörte die Gemeinde zum Bezirksamt Bruchsal, ab 1939 Landkreis Bruchsal, der 1973 im Landkreis Karlsruhe aufging.

Religionen[Bearbeiten]

Gondelsheim ist geschichtlich gesehen evangelisch geprägt. Neben der evangelischen Gemeinde gibt es aber auch eine katholische und eine neuapostolische Kirchengemeinde.

Siehe auch: Jüdische Gemeinde Gondelsheim

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Schloss Gondelsheim mit Nymphenbrunnen
  • Schloss Gondelsheim wurde 1857 in seiner heutigen Gestalt erbaut und im 20. Jahrhundert um einen Jugendstilanbau erweitert. Im Schlosspark spannen der Alte Turm und die Kirche von Heinrich Hübsch im Stil des Romantizismus einen ungewöhnlichen, eklektizistisch anmutenden Ort auf. Hinzu kommen die wiedereingerichtete Englische Anlage sowie der Gondelsheimer Nymphenbrunnen mit einer von drei Kopien der Drei tanzenden Mädchen von Schott. Die Entstehungsgeschichte des Alten Turms ist noch nicht abschließend geklärt: Historiker gehen davon aus, dass der Turm ein Überrest einer alten im 13. Jahrhundert erbauten und im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Wehrkirche sei. Der Leiter der Restaurierungsarbeiten, Bernd F. Säubert, vertritt die Auffassung, dass der Alte Turm der Bergfried einer Burganlage gewesen sei könne. Für die Restaurierung der in den 1960er-Jahren entdeckten Fresken aus dem 15. Jahrhundert mit der Darstellung eines Apostelzyklus und der Legende von den drei Lebenden und den drei Toten wurden von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg 50.000 Euro bereitgestellt. Der Alte Turm wurde von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg zum Denkmal des Monats Februar 2009“ ernannt. Die Restaurierung des Turmes umfasste u. a. auch Arbeiten am Dach und am Putz zur Verbesserung des Raumklimas und Vermeidung weiterer Wasserschäden.
  • Das Gasthaus LoewenThor besteht seit 1701 als Herberge an der alten Heerstraße von Speyer nach Augsburg.
  • Die im Jahre 1849 erbaute Gondelsheimer Synagoge befindet sich seit 1930 in Privatbesitz.
  • Der Friedrichsbrunnen von 1903 erinnert an den Bau der örtlichen Wasserversorgung im Vorjahr und wurde von Ludwig Christof Meffle aus Bretten gefertigt. Die Medaillonbüste mit Großherzog Friedrich stammt von Sieferle.[3]
  • Auf dem Gondelsheimer Friedhof befindet sich die Grabstätte von Josefine Benz, der Mutter des Autopioniers Carl Benz, die in Gondelsheim ihren Lebensabend verbrachte und 1870 dort auch verstarb.

Ferienstraßen[Bearbeiten]

Anfang August 1888 fuhr Bertha Benz mit ihren beiden Söhnen von Mannheim nach Pforzheim und über Gondelsheim wieder zurück nach Mannheim. An diese erste automobile Fernfahrt der Geschichte erinnert seit 2008 die Bertha Benz Memorial Route, die durch Gondelsheim führt.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister Markus Rupp ist bereits seit drei Wahlen (ab 1998) im Amt. Er ist zudem seit 1999 Mitglied des Kreistags Karlsruhe, wo er seit 2009 die SPD-Fraktion führt.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Dem Gemeinderat gehören nach der Kommunalwahlen in Baden-Württemberg 2014 neben dem Bürgermeister als Vorsitzenden 14 Mitglieder an.

  • CDU 4 Sitze
  • FWG 4 Sitze
  • SPD 3 Sitze
  • Bürgerverein 3 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Rot aus grünem Schildfuß wachsend eine gebundene goldene Ährengarbe.“

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Gondelsheim unterhält seit 1979 partnerschaftliche Beziehungen zu Droue, einer Gemeinde mit etwa 1300 Einwohnern im Department Loir-et-Cher in Frankreich gelegen, rund 150 km vor den Toren von Paris, in unmittelbarer Nähe der Schlösser der Loire und der berühmten Kathedrale von Chartres.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch Gondelsheim führt die Westbahn (Bietigheim-Bissingen - Bruchsal), auf deren Streckenabschnitt Bruchsal - Mühlacker die Stadtbahnlinie S9 der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft verkehrt, die zwei Haltepunkte an der Gemeinde besitzt.

Gondelsheim liegt an der Bundesstraße 35, welche früher mitten durch den Ort führte, seit 1959 aber durch die Westtangente um die Wohngebiete herum geführt wird.

Bildung[Bearbeiten]

Mit der Kraichgauschule verfügt die Gemeinde über eine Grund- und Werkrealschule Außerdem gibt es zwei Kindergärten bzw. Krippen im Ort.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Karl Füger (1752–1830), badischer Hofrat
  • Jacob Hecht (1879–1963), Gründer der Rhenania Schifffahrtsgesellschaft
  • Bernd Kneißler *1962, deutscher Meister Kugelstoßen 1985, 15 Länderkämpfe für den DLV

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm Spengel: Gondelsheim in Geschichte und Bild. Gemeinde Gondelsheim, Gondelsheim 1966.
  • Thomas Adam: Die Gondelsheimer Rebellion von 1730. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2005, ISBN 978-3-89735-409-8.
  • Thomas Adam (Hrsg.): Gondelsheim. 750 Jahre Geschichte im Saalbachtal Ubstadt-Weiher. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2006, ISBN 978-3-89735-440-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 73–74
  3. Herbert Lohrer: Ludwig Christof Meffle, Stein- und Bildhauer in Bretten, in: Kraichgau 17, 2002, S. 191–196.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gondelsheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien