Gonzalo de Sandoval

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Gonzalo de Sandoval

Gonzalo de Sandoval (* 1497 in Medellín; † 1527 in Palos de la Frontera) war ein spanischer Konquistador und ein Freund des Chronisten Bernal Díaz del Castillo.

Vom 2. März 1527 bis zum 22. August 1527 erfüllte er Aufgaben in der Regierung der Kolonie Neuspanien.

Der Kriegszug in das Reich der Azteken[Bearbeiten]

Im Jahre 1519 ging Gonzalo de Sandoval mit Hernán Cortés und seiner Armee in Neuspanien an Land. Er war der jüngste Stellvertreter von Cortés und einer seiner fähigsten Offiziere. Mit nur wenigen Männern unterwarfen die Spanier mehrere indianische Völker. Bei den schweren Kämpfen mit den Tlaxcalteken bewährte sich Sandoval. Nachdem es den Tlaxcalteken nicht gelang, die Spanier zu schlagen, verbündeten sie sich mit ihnen gegen die Azteken. Sandoval zog mit Cortés und seiner Armee in die Hauptstadt der Azteken ein.

Schon bald nach der Gefangennahme von Moctezuma II. gab Cortés Sandoval das Kommando über die Kompanie in Vera Cruz. Gleichzeitig übernahm er dort das Amt des Bürgermeisters.

Im Frühjahr 1520 landete Pánfilo de Narváez südlich von Vera Cruz mit einer Armee von über 1200 Mann. Er schickte Boten zu Gonzalo de Sandoval und forderte die Übergabe der Stadt. Obwohl Sandoval nur etwa 60 Männer zur Verfügung standen, nahm er die Boten von Pánfilo de Narváez gefangen. Er ließ sie fesseln und von befreundeten Indianern zu Cortés nach Tenochtitlan tragen. Cortés ließ die Boten frei und bestach sie. Dann machte er sich mit 250 Männern auf den Weg und griff Narváez und seine riesige Übermacht an. In der folgenden Schlacht war es Sandoval, der Pánfilo de Narváez gefangen nahm und ihn dabei verletzte.

Er hatte auch das Kommando über die Vorhut in der Noche Triste auf dem spanischen Rückzug aus Tenochtitlán. Nach dieser Niederlage ließ Cortés in Tlaxcala Schiffe bauen, um die Hauptstadt der Azteken erneut anzugreifen und zu belagern. Unter der Führung von Gonzalo de Sandoval wurden die Einzelteile der Brigantinen von Tlaxcala an den Texcoco-See geschafft.

In dieser Zeit eroberte er mit seinen Männern Calpulalpan. Als er auf die Stadt vorrückte, floh die Bevölkerung und versuchte in großer Eile alle Spuren des Trosses des Pánfilo de Narváez zu verwischen, dessen Mitglieder zu Hunderten als Gefangene getötet und den Göttern geopfert worden waren. Trotzdem fand Sandoval in einem Tempel zwei zu Leder verarbeitete Skalpe von Spaniern mit ihren Bärten und die aufgespannten Häute von vier Pferden. In einem anderen Tempel fand er die Inschrift eines Gefangenen: „Hier lag der unglückliche Juan Yuste mit vielen Kameraden in qualvoller Gefangenschaft.“[1] Der Soldat Juan Yuste war ein Adliger, der mit Pánfilo de Narváez nach Neuspanien gekommen war und von den Kriegern aus Texcoco gefangen wurde.[2] Trotz allem ließ Sandoval die Stadt nicht zerstören. Er wandte sich wieder seiner Aufgabe zu, die Einzelteile der Schiffe für den Angriff auf Tenochtitlán zu transportieren. In Texcoco wurden die Schiffe trotz ständiger Angriffe der Azteken zusammengebaut und zu Wasser gelassen.

Während der monatelangen Belagerung Tenochtitláns kämpfte Sandoval mit seinen Männern an dem ihm zugewiesenen Frontabschnitt. Beim Angriff auf den Markt von Tlatelolco unterstützte er Pedro de Alvarado. Nach einem letzten Angriff auf Tenochtitlán nahm García Holguín, einer seiner Männer, den Tlatoani (König) Cuauhtémoc gefangen. Holguín und Sandoval übergaben den König der Azteken gemeinsam an Cortés.

Später schickte Cortés ihn in das Gebiet Coatzacoalcos. Von dort aus befriedete er Huatusco, Tuxtepec und Oaxaca. Er gründete die Stadt Medellín in Tatatetelco und den Hafen Pacífico de Espíritu Santo.

In Pánuco unterdrückte er einen Aufstand der einheimischen Indianer.

Im Juli 1523 gründete Gonzalo de Sandoval die Stadt Colima. Von 1524 bis 1526 nahm er mit Cortés an dem Hondurasfeldzug teil.

Rückkehr nach Spanien[Bearbeiten]

Im Jahre 1527 reiste er zusammen mit Cortés nach Spanien und kam im Dezember nach nur einundvierzig Tagen im Hafen von Palos in Spanien an. Doch schon auf der Reise wurde er schwer krank. Kurz nach seiner Ankunft starb er. Zuvor wurden ihm jedoch noch 13 Goldbarren gestohlen. Er wurde im Kloster La Rábida begraben. Da er keine rechtmäßigen Kinder hatte, setzte er seine Nichte als Erbin seines beträchtlichen Vermögens ein.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://gutenberg.spiegel.de/index.php?id=12&xid=1268&kapitel=12&cHash=ee5bee367fchap012
  2. Bernal Díaz del Castillo Die Wahrhafte Geschichte der Eroberung von Mexiko S. 407

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]