Google Art Project
| Google Art Project | |
|---|---|
| http://www.googleartproject.com/ | |
| Beschreibung | Virtueller Rundgang durch Kunstmuseen, hochaufgelöste Darstellung von Kunstwerken |
| Registrierung | nein |
| Sprachen | Englisch |
| Eigentümer | Google Inc. |
| Erschienen | 1. Februar 2011 |
Das Google Art Project ist eine seit dem 1. Februar 2011 verfügbare Webanwendung des Unternehmens Google Incorporated. Sie ermöglicht einen virtuellen Rundgang durch bedeutende internationale Kunstmuseen. Nach dem Start 2011 konnten zunächst über 1000 ausgewählte Werke in sehr hoher Auflösung und mit Zoomfunktion betrachtet werden. Zusätzliche Informationen dazu und zu den Künstlern werden am Bildrand eingeblendet. Jedes Museum stellt ein Werk zur Verfügung, das mit einer Auflösung von sieben Gigapixel bis ins kleinste Detail betrachtet werden kann.
Für die Darstellung der Räumlichkeiten wurde dieselbe Technologie wie bei Street View verwendet. Zum Einsatz kam der von Google mitentwickelte Fotoroboter Gigapan. Der Anwender kann online eine eigene Sammlung von bevorzugten Kunstwerken anlegen. Er benötigt zur Darstellung den Adobe Flash Player.[1][2][3] Der Unterschied zu einem virtuellen Museum besteht in der Abbildung real existierender Sammlungen und Gebäude.
Inhaltsverzeichnis |
Entstehungsgeschichte [Bearbeiten]
Das Projekt entstand aus der Möglichkeit der Angestellten von Google, 20 Prozent ihrer Arbeitszeit für eigene Projekte zu verwenden, und wurde vom Unternehmen übernommen. Es wurde in nur achtzehn Monaten unter dem Google-Manager Nelson Mattos realisiert und erforderte pro Museum nur zwei Nächte für die Aufnahmen der Gemälde und der Räumlichkeiten. Von der Seite der Museen her betrachtet, entstehen ein Werbeeffekt und neue Möglichkeiten der Bildung, Wissensvermittlung und Forschung.[4][5] Bereits ein Jahr vorher hatte Google in Google Earth vierzehn im Madrider Prado ausgestellte Kunstwerke als hochaufgelöste Fotografien zur Verfügung gestellt.[6]
Teilnehmende Museen und ausgewählte Kunstwerke [Bearbeiten]
Zum Start des Projektes arbeitete Google mit siebzehn Museen in elf Städten und neun Ländern in Europa, Russland und den Vereinigten Staaten zusammen. 1086 Bilder von 486 Künstlern waren Anfang Februar 2011 verfügbar.[7] Jedes Museum stellte ein Kunstwerk für besonders hochauflösende Wiedergabe zur Verfügung. Anfang April 2012 waren es bereits über 30.000 hochauflösende Kunstwerke in 151 Museen aus 41 Ländern.[8] Auch die Partnerschaften mit deutschen Museen wurden ausgebaut. Mit dem Alten Museum, dem Pergamonmuseum, der Alten Nationalgalerie, der Gemäldegalerie und dem Kupferstichkabinett sind gleich fünf Standorte der Staatlichen Museen zu Berlin mit Kunstwerken vertreten. Auch die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden sowie das Museum Kunstpalast Düsseldorf nehmen daran teil.[9]
Rezeption [Bearbeiten]
Der Start des Google Art Project fand schnell Beachtung in der internationalen Presse. Die Freiheit der Applikation von Werbung und die einfache Bedienung wurden gelobt, das optische Erlebnis der virtuellen Rundgänge aber, im Gegensatz zu dem der hochaufgelösten Gemälde, auch kritisiert, da Unkenntlichmachungen und Reflexe störend seien. Die Qualität der extrem hochauflösenden Reproduktionen wurde zwar allgemein bewundert, aber auch darauf hingewiesen, dass das direkte, dreidimensionale Erleben der Kunstwerke damit nicht vergleichbar sei. Fachleute wie der Direktor der Tate Britain, Nicholas Serota und Nicholas Penny, Direktor der britischen National Gallery, wiesen darauf hin, dass bisher unbekannte Details entdeckt werden könnten.[5][12]
Der Spiegel merkte an, dass große Museen ihre Bestände selbst digital verfügbar machen und bezeichnete das Projekt auch als „Spielerei“. Es gäbe beispielsweise bereits die Internetplattform Europeana, so dass Google keine neuartige Idee aufgegriffen habe. Andererseits wurde betont, dass der Internetkonzern bereits häufiger eine Vorreiterrolle eingenommen habe und das Projekt sich noch in der Startphase befinde.[4][13][14][15]
Besucherrückgänge in den Museen werden nicht befürchtet; die Gefahr, dass potentielle Kunstdiebe die Software zum Ausspähen von Museen verwenden könnten, wurde bei der Entwicklung berücksichtigt.[5] Bereits bei Street View hatte es ähnliche, hier auf Privathäuser bezogene Bedenken gegeben.
In der ersten Woche nach Einführung des Dienstes hatte er zehn Millionen Besucher, die 70.000 private Kollektionen online anlegten.[16]
Weblinks [Bearbeiten]
- Google Art Project
- Google Art Project bei Youtube
- Beispiel eines hochaufgelösten Bildes (19.578 * 14.260 Pixel): Die Kornernte von Pieter Bruegel dem Älteren, Öl auf Holz, 1565
- Übersicht englischsprachiger Pressestimmen zum Google Art Project bei Artinfo.com
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Pressemitteilung von Google am 1. Februar 2011. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original, abgerufen am 6. Februar 2011 (englisch). (Seite nicht mehr abrufbar; Suche im Webarchiv)
- ↑ The Epoch Times online am 5. Februar 2011: „Rembrandt: Gefällt mir“. Abgerufen am 6. Februar 2011.
- ↑ Handelsblatt am 2. Februar 2011: Mit Google ins Museum. Abgerufen am 9. Februar 2011.
- ↑ a b Art am 3. Februar 2011: Das Kunstspielzeug. Abgerufen am 6. Februar 2011.
- ↑ a b c Wiener Zeitung vom 9. Februar 2011: Virtuelle Tiefenschärfe. Abgerufen am 9. Februar 2011.
- ↑ FAZ am 15. Januar 2009. Abgerufen am 9. Februar 2011.
- ↑ BZ Berlin am 4. Februar 2011: Google View für Museen und Meisterwerke. Abgerufen am 6. Februar 2011.
- ↑ Focus online am 4. April 2012: Google digitalisiert die Museen der Welt. Abgerufen am 24. April 2012.
- ↑ Google Art Project: Ausbau der Partnerschaft auch mit deutschen Museen, netzwelt, 4. April 2012. Abgerufen am 4. April 2012.
- ↑ Link zum Bild; urheberrechtlich geschützt
- ↑ Link zum Bild; urheberrechtlich geschützt
- ↑ Heise online am 1. Februar 2011: Mit Google durch Museen schlendern. Abgerufen am 9. Februar 2011.
- ↑ Spiegel online am 1. Februar 2011: Google startet Online-Galerie. Abgerufen am 6. Februar 2011.
- ↑ Süddeutsche Zeitung am 1. Februar 2011: Unter die Bindehaut. Abgerufen am 6. Februar 2011.
- ↑ The Washington Post am 1. Februar 2011: National Treasures: Google Art Project unlocks riches of world's galleries. Abgerufen am 6. Februar 2011 (englisch).
- ↑ Der Tagesspiegel am 16. Februar 2011: Ich bleib dann mal hier. Abgerufen am 16. Februar 2011.