Google Chrome OS

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Google Chrome OS
Google Chrome icon and wordmark (2011).svg
Basisdaten
Entwickler Google Inc.
Aktuelle Version ständige Rolling Releases
Abstammung GNU/Linux
↳ Gentoo
↳ Chromium OS
↳ Google Chrome OS
Architekturen x86, ARM
Lizenz Google Chrome OS Terms of Service [1]
Website sites.google.com/site/chromeoswikisite

Google Chrome OS, auch Google Chrome Operating System oder Chrome OS genannt, ist eine von Google entwickelte Linux-Distribution, welche auf einem Linux-Kern und dem hauseigenen Webbrowser Google Chrome basiert. Ein Teil davon steht unter einer Open-Source-Lizenz[2] und zielt auf die Benutzung von Webapplikationen ab. Chrome OS wird auf der Basis von Chromium OS entwickelt.[3] Hiervon zu unterscheiden sind andere Betriebssysteme ähnlichen Namens, die allerdings nicht von Google entwickelt wurden, sondern lediglich Produkte von Google bevorzugt integrieren, wie beispielsweise Cr OS Linux[4] auf der Basis der Linux-Distribution openSUSE und das seit 2008 nicht weiterentwickelte gOS auf der Basis der Linux-Distribution Ubuntu.

Zielsetzung[Bearbeiten]

Chrome OS soll schnell, einfach und sicher zu bedienen sein. Es ist vor allem für den Einsatz auf Netbooks geeignet, die mit Flashspeicher ausgestattet sind und ohne Festplatten betrieben werden können;[5][6] auf diesen Geräten soll Chrome OS innerhalb weniger Sekunden starten. Die grafische Oberfläche ist auf ein Minimum reduziert und stellt nicht viel mehr als den Browser Chrome bereit. Der Fokus liegt deutlich auf der Benutzung von Webanwendungen, wie sie auch durch Google bspw. mit Google Mail und Google Drive zur Verfügung gestellt werden. Eine ständige Verbindung mit dem Internet ist daher Voraussetzung. Eine Offline-Nutzung ist allerdings – eingeschränkt – über die Nutzung des HTML5-Standards möglich.

Nach dem Start von Chrome OS soll der Benutzer seine Daten standardmäßig im Internet speichern und bearbeiten. Dazu gehören auch Daten, welche bei der Benutzung der sogenannten Webapplikationen anfallen. Zu diesen Applikationen zählen neben dem Browser auch E-Mail, soziale Netzwerke, Telefonie, Textverarbeitung, Landkarten und weitere.[7]

Google will mit Chrome OS insbesondere den Betriebssystem-Marktführer Microsoft herausfordern.[8]

Geschichte[Bearbeiten]

Am 7. Juli 2009 wurde Google Chrome OS offiziell angekündigt,[5] und einen Tag später präsentierte das Unternehmen die ersten OEM-Partner, welche Hard- und Software zusammen mit Chrome OS anbieten sollten (Acer, Adobe, Asus, Freescale, Hewlett-Packard, Lenovo, Qualcomm, Texas Instruments und Toshiba).[9] Zudem hatte sich kurz darauf auch Intel dazu bekannt, sich an der Entwicklung zu beteiligen.[10] Weiter arbeitet auch das Unternehmen Canonical mit einigen Ubuntu-Entwicklern an Chrome OS mit.[11]

Am 19. November 2009 wurde der Quelltext der Beta-Version veröffentlicht.[12] Im Dezember 2010 ließ Google verlauten, dass die ersten Geräte mit dem neuen Betriebssystem erst in der ersten Jahreshälfte 2011 im Handel erhältlich sein sollen.[13]

Referenz-Hardware Cr-48[Bearbeiten]

Cr-48, der experimentelle Vorläufer des Chromebooks

Am 7. Dezember 2010 kündigte Google auf einer Pressekonferenz das Netbook Cr-48 an. Dieses war als Referenzgerät gedacht und wurde im Rahmen eines Pilotprogramms, welches jedoch nicht in Deutschland zur Verfügung stand, an Tester und Entwickler vergeben. Es sollte nicht in den Handel gehen. Das Gerät verfügt über eine Bildschirmdiagonale von 30,7 cm (12 Zoll), ein 3G-Modem, WLAN, eine Webcam, einen USB-Anschluss und ein Speicherkartenlesegerät. Es wiegt etwa 1,7 kg. Die Akkulaufzeit soll im Betrieb etwa acht Stunden und im Stand-By-Betrieb etwa acht Tage betragen.

Eine Besonderheit stellt die Tastatur dar: Zwar verfügt das Gerät – entgegen einigen anderen Netbook-Modellen – über eine Tastatur in voller Größe, allerdings fehlen die Feststell- sowie die Funktionstasten. Erstere wurde durch eine „Suchtaste“, letztere durch Tasten für übliche Operationen innerhalb eines Browsers ersetzt.[14]

Der Name des Geräts ist eine Anspielung auf das instabile Chrom-Isotop mit der Massenzahl 48.[15]

Chromebooks[Bearbeiten]

Hauptartikel: Chromebook

Google hat im Juni 2011 die ersten zwei Notebooks mit Chrome OS ausgeliefert. Es handelt sich um Notebooks von Acer und Samsung.[16] Die Geräte werden bereits als US-Versionen (mit QWERTY-Tastatur) nach Europa importiert. Im Mai 2012 wurden zwei weitere Modelle vorgestellt, das Chromebook Series 5 550 sowie der Desktop-Computer Chromebox Series 3, die ebenfalls in Zusammenarbeit mit Samsung entstanden. Letzteres soll vor allem für Business-Anwender attraktiv sein.[17] Auf beiden Geräten, die bislang nur in den USA und Großbritannien erhältlich sind, ist die neue Chrome OS-Version mit dem Window-Manager Aura[18] installiert.

Chromium OS[Bearbeiten]

Hauptartikel: Chromium OS
Logo von Chromium OS
Chromium OS Version 23.0.1262.0

Chrome OS wird auf der Basis von Chromium OS entwickelt,[3] bei welchem im Gegensatz zu Chrome OS der Quelltext frei verfügbar und nutzbar ist. Chromium OS enthält anstelle von Google Chrome den unter BSD-Lizenz stehenden Chromium-Browser. Neue Chrome OS-Versionen werden jeweils aus dem aktuellen Stand der Chromium OS-Entwicklung abgeleitet und um einige kommerzielle Programme wie Google Chrome, Adobe Flashplayer, ein PDF-Plugin, Netflix-Instant und Google Talk ergänzt.[19] Chrome OS ist somit eine kommerzielle, auf Geräten von Google und seinen Partnern installierte, Variante von Chromium OS.[20]

Verhältnis zu Android[Bearbeiten]

Das System soll getrennt von dem ebenfalls von Google initiierten Betriebssystem Android entwickelt werden.[5] Laut Eric Schmidt zielt Chrome OS dabei eher auf Geräte mit einer Tastatur ab, wohingegen Android eher für Geräte mit Touchscreen gedacht ist.[21]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Google Chrome OS Terms of Service
  2. Google gibt Quellcode von Google Chrome OS frei – Artikel bei GoogleWatchBlog, vom 19. November 2009.
  3. a b Caesar Sengupta: Releasing the Chromium OS open source project. In: Official Google Blog. Google, Inc.. 19. November 2009. Abgerufen am 6. Dezember 2013.
  4. Chrome OS Linux RC v. 1.3.767 – Hinweis und Download 19. Mai 2011.
  5. a b c Official Google Blog: Introducing the Google Chrome OS. Offizielle Ankündigung im Google Blog. Abgerufen am 17. Dezember 2010. (englisch).
  6. ChromeOS - Google kündigt eigenes Netbook-Betriebssystem an. golem.de. Abgerufen am 17. Dezember 2010.
  7. Google macht Chrome zum Betriebssystem Faz.net am 9. Dez. 2010.
  8. Google will mit eigenem Betriebssystem Microsoft herausfordern – Artikel bei IT-Times.de, vom 8. Juli 2009.
  9. Google Chrome OS - FAQ (englisch) – Artikel bei Google Chrome Blog, vom 8. Juli 2009.
  10. Intel collaborated with Google on Chrome OS (englisch) – Artikel bei TG Daily, vom 9. Juli 2009.
  11. Google Chrome OS and Canonical. blog.canonical.com. Abgerufen am 17. Dezember 2010. (englisch).
  12. Google veröffentlicht den Quelltext von Chrome OS – Artikel bei heise online, vom 19. November 2009.
  13. An update on Chrome, the Web Store and Chrome OS – Ankündigung auf dem offiziellen Google-Blog, vom 7. Dezember 2010.
  14. Google kündigt Netbook CR-48 an. golem.de. Abgerufen am 17. Dezember 2010.
  15. Google Cr-48: Inside the Chrome OS 'unstable isotope'. theregister.co.uk. Abgerufen am 17. Dezember 2010. (englisch).
  16. Chromebook: Googles Frontalangriff auf Microsoft'. golem.de. Abgerufen am 12. Mai 2011.
  17. Google stellt neues Chromebook und Desktop-Rechner Chromebox vor, abgerufen am 30. Mai 2012
  18. Chrome OS: Neue Version sieht aus wie Windows, enttäuscht Fans, abgerufen am 30. Mai 2012
  19. Chromium OS FAQ. Chromium Projects, Google, abgerufen am 6. Dezember 2013.
  20. Dylan F. Tweney: Gadget Lab Hardware News and Reviews Google Chrome OS: Ditch Your Hard Drives, the Future Is the Web. Wired. 19. November 2009. Abgerufen am 6. Dezember 2013.
  21. Google: Android für Touch, Chrome OS für Tastatur. winfuture.de. Abgerufen am 17. Dezember 2010.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chrome OS – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien