Google Drive

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Google Drive
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Google Drive Logo/Icon

drive.google.com
Beschreibung Dateisynchronisation,

Online-Office

Registrierung Google-Konto erforderlich
Sprachen Deutsch, 47 weitere
Eigentümer Google Inc. (mehr)
Erschienen 11. Oktober 2006

Google Drive (ursprünglich in Deutschland „Google Text & Tabellen“, später „Google Docs“) ist eine von Google angebotene Webanwendung, die ein Netzwerk-Dateisystem für die Synchronisation von Dateien zwischen verschiedenen Rechnern und Google-Benutzern bereitstellt und damit gleichzeitig eine Online-Datenspeicherung ermöglicht. Zusätzlich stellt es Funktionalitäten für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Erstellung von Bildschirmpräsentationen, Formularen und Zeichnungen zur Verfügung. Drive ermöglicht Anwendern, diese Dokumente gemeinsam mit anderen Nutzern zu bearbeiten, wobei Änderungen in Echtzeit bei allen Beteiligten angezeigt werden. Zum Zugriff gibt es Programme für die Betriebssysteme Android, iOS, Mac OS X und Microsoft Windows. Ein Client für Linux wurde von Google noch nicht offiziell bestätigt, ist aber in Planung.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Zu Beginn wurden die Dienste Google Docs und Spreadsheets getrennt entwickelt, bis im Oktober 2006 eine kombinierte Anwendung Text & Tabellen veröffentlicht wurde.[2] Bis Februar 2007 war die Seite nur auf Englisch verfügbar. Im selben Monat wurde der Dienst auch für Google Apps verfügbar. Im Februar 2012 wurde Google Text & Tabellen in Google Docs umbenannt. Als Grund wurde das Hinzufügen weiterer Funktionen im Jahre 2011 genannt, wodurch der Name Google Text & Tabellen nicht mehr zuträfe, da es unter anderem auch Präsentationsfunktionen gibt.[3] Am 24. April 2012 wurde Docs um generische Cloud-Storage-Fähigkeiten erweitert und aus diesem Grund in Drive umbenannt. Nachdem bereits früh eine Android-App veröffentlicht wurde, ist Google Drive seit Juni 2012 auch auf mobilen Endgeräten mit iOS nutzbar.[4]

Funktionen[Bearbeiten]

Google Drives Office-Funktionalität ist nicht so umfangreich wie Office-Pakete zur lokalen Installation, beispielsweise LibreOffice oder Microsoft Office. Es werden aber die wichtigsten Grundfunktionen unterstützt.

Im Juni 2007 wurde das Design der Startseite zu einem zweispaltigen Layout verändert. Seitdem war es möglich, Ordner zu erstellen. 2011 hat Google das Interface nochmals aktualisiert.[5] Seitdem gibt es eine Informationsleiste rechts neben der Dokumentenliste sowie eine Diashow-Ansicht, falls der Filter für Bilder aktiviert ist.

Alle Dokumente können mit oder ohne Bearbeitungsrecht in drei Stufen freigegeben werden: Entweder nur bestimmten Google-Nutzern oder allen Personen, die einen geheimen Link besitzen oder frei im Web, so dass auch Suchmaschinen die Inhalte erfassen können. Zusätzlich kann man das Dokument als Webseite veröffentlichen, so dass der Inhalt auch von mehr als der sonst beschränkten Anzahl von Nutzern gleichzeitig angezeigt werden kann. Für alle Dokumententypen wird eine vollständige Versionsgeschichte aufgezeichnet. Auch eine Chatleiste kann zur einfacheren Kommunikation zwischen den Bearbeitern eingeblendet werden. Änderungen werden während der Arbeit automatisch gespeichert.

Dem Nutzer standen zu Beginn fünf Gigabyte Onlinespeicher kostenlos zur Verfügung. 2013 wurde dieser auf bis zu 15 Gigabyte [6]erweitert, indem der gemeinsame Speicher der Dienste Gmail, Google Drive und Google+ zusammengelegt worden ist. Weitere Speichermengen, bis maximal 30 Terabyte, müssen käuflich erworben werden.[7] Auf Drive lässt sich mit einem Mac-OS- oder Windows-Client zugreifen. Zudem wurden Google Drive-Apps für die Betriebssysteme Android und iOS veröffentlicht,[8][9] ein Linux-Desktop-Client soll folgen.

Textverarbeitung[Bearbeiten]

Bildschirmfoto des Texteditors

Erwähnenswerte Funktionen der Textverarbeitung sind ein Formeleditor sowie Diskussionen mit E-Mail-Benachrichtigung. Es ist durch eine OCR-Funktion möglich, anhand der Analyse von Bildern und PDF-Dateien Texte zu erstellen.[10]

Bildschirmpräsentation[Bearbeiten]

Präsentationen können aus Text, Tabellen, Zeichnungen, Bildern und Videos bestehen. Die Wiedergabe erfolgt direkt im Browser, am besten im Vollbildmodus.

Tabellenkalkulation[Bearbeiten]

Dieser Dokumententyp beherrscht Formelverarbeitung, Formatierung und Sortierung. Er erlaubt außerdem das horizontale und vertikale Verbinden von Zellen. Darüber hinaus können Excel-, CSV- und OpenDocument-Dateien importiert und Excel-, CSV-, OpenDocument-, PDF- und HTML-Dateien exportiert werden.

Im April 2007 wurde die Diagramm-Funktion eingeführt.[11] Wie bei anderen Office-Paketen ist es seitdem auch möglich, Zellen bei Tabellen automatisch ausfüllen zu lassen.[12]

Formulare[Bearbeiten]

Seit Februar 2008 war es mit „Google Docs – Forms“[13] als Teil des damaligen „Google Text und Tabellen“ möglich, Formulare online zu erstellen und Links zu Online-Umfragen oder Umfragen direkt per E-Mail zu verschicken. Der Empfänger kann das Formular direkt in der E-Mail-Nachricht oder online auf einer Google-Seite ausfüllen und wieder abschicken. Mit den gesammelten Antworten erstellt Google Drive automatisch Statistiken, die im Tabellen-Editor geöffnet und bearbeitet werden können. Für die Antworten können verschiedene Typen vorgegeben werden: Freitext, eine Auswahlfrage, Ankreuzvorschläge, eine Skala oder eine Position in einem Gitter. Bei Auswahlfragen wird das Ergebnis von Umfragen in Tortendiagrammen und mit Anzahl der Stimmen und mit Prozentwerten der Antworten dargestellt.

Zeichnungen[Bearbeiten]

In einer Zeichnung können verschiedene grafische und geometrische Elemente sowie Schrift und Bilder angeordnet werden. Exportformate sind PNG, JPEG, SVG und PDF.

Schnittstellen[Bearbeiten]

Google Drive bietet Schnittstellen für Entwickler an, wodurch andere Anwendungen mit dem Dienst verbunden werden können.[14] Zum Beispiel existiert ein sogenannter Save-to-Drive-Knopf, mit dessen Hilfe Inhalte einer Website direkt auf Google Drive gesichert werden können.[15]

Kontroverse[Bearbeiten]

In der ersten Fassung der deutschsprachigen Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Dienstes hatte Google das Recht, die vom Benutzer erstellten Dokumente weiterzuverwenden,[16] dabei handelte es sich nach Angaben von Google um einen Übersetzungsfehler.[17] Nach einiger Zeit wurde der entsprechende Abschnitt der Nutzungsbedingungen vollständig ersetzt. Er betont jetzt das Urheberrecht am eigenen Inhalt und klärt die Lizenzbedingungen zur Bereitstellung des Dienstes.[18]

Nutzung[Bearbeiten]

Die Verwendung der verschlüsselten Seitenübertragung mittels SSL und HTTPS ist standardmäßig aktiviert. Zur Nutzung dieser Dienste verlangt Google eine Anmeldung mit einem Google-Konto, wofür eine E-Mail-Adresse und ein Passwort anzugeben sind.[19]

Google Drive unterstützt bestimmte Webbrowser wegen technischer Einschränkungen nicht, zum Beispiel wegen mangelhafter JavaScript-Unterstützung. Offiziell unterstützt werden jeweils die letzten zwei aktuellen Versionen von Google Chrome, Firefox, Safari und Internet Explorer;[20] andere Browser können aber je nach konkretem Einsatz dennoch problemlos funktionieren.

Bereits kurz nach dem Start von Google Drive am 24. April 2012 blockierte die chinesische Regierung die Nutzung der Site für ihre Bürger.[21]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Scott Johnston: Google Plus Post - What's new with Google Drive for Mac or PC. Google Plus, 23. März 2013, abgerufen am 17. Mai 2011 (englisch).
  2. Jen Mazzon: Better together: Docs & Spreadsheets. In: Official Google Blog. Google Inc., 11. Oktober 2006, abgerufen am 25. März 2011 (englisch).
  3. http://google-produkte.blogspot.com/2012/02/aus-google-text-tabellen-wird-google.html
  4. Annika Demgen: Google Drive: iOS-App veröffentlicht. In: netzwelt. 29. Juni 2012, abgerufen am 11. September 2012.
  5. Vijay Bangaru: A refresh to the Documents List. In: Docs Blog. Google Inc., 14. Februar 2011, abgerufen am 25. März 2011 (englisch).
  6. Google: 15 GB Speicher für Gmail, Drive und Google+ Photos zusammengelegt. Abgerufen am 25. August 2013 (deutsch).
  7. Google öffnet seinen Cloud-Speicher. Abgerufen am 29. April 2012.
  8. Google Drive: 5 GB kostenloser Online-Speicher, Android App ist da, t3n, 24. April 2012. Abgerufen am 2. Juli 2012.
  9. Google Drive für iOS – der Cloud-Service wächst, t3n, 29. Juni 2012. Abgerufen am 2. Juli 2012.
  10. Google Drive – Betriebssystem in der Cloud 8. Abgerufen am 27. März 2011 (deutsch).
  11. Yoah Bar-David: How to make a pie. In: Docs Blog. Google Inc., 18. April 2007, abgerufen am 25. März 2011 (englisch).
  12. Andy Bonventre: Lazy Wednesday... In: Docs Blog. Google Inc., 5. September 2007, abgerufen am 25. März 2011 (englisch).
  13. „Google Docs – Forms“ (engl.)
  14. Google eröffnet Online-Speicher Drive, Der Standard. 24. April 2012, abgerufen am 11. Mai 2013.
  15. Google präsentiert den Save-to-Drive-Button, Social Secrets. 9. Mai 2013, abgerufen am 11. Mai 2013.
  16. Text & Tabellen – Alle Inhalte gehören Google. AGB zum Online-Office gewähren Google weitreichende Rechte. In: Golem.de. Klaß & Ihlenfeld Verlag GmbH, 5. September 2007, abgerufen am 26. März 2011.
  17. Google distanziert sich von eigenen AGB. Versprechen: Google will keine Inhalte kontrollieren. In: Golem.de. Klaß & Ihlenfeld Verlag GmbH, 7. September 2007, abgerufen am 26. März 2011.
  18. Zusätzliche Nutzungsbedingungen. Inhaltslizenz von Ihnen. Google Inc., abgerufen am 9. April 2011.
  19. Google Drive: 5 GB kostenloser Online-Speicher, Android App ist da. In: t3n Magazin. 24. April 2012, abgerufen am 11. September 2012.
  20. Einführung in Google Text & Tabellen: Systemanforderungen. In: Text & Tabellen-Hilfe. Google Inc., abgerufen am 20. März 2012.
  21. China: Firewall blockiert Google Drive, netzwelt, 26. April 2012. Abgerufen am 27. April 2012.