Google X

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Google X (eigene Schreibweise Google [x]) bezeichnet eine Forschungsabteilung des US-amerikanischen Unternehmens Google Inc.[1][2][3] Das Forschungslabor liegt in der Nähe des zentralen Google-Campus im kalifornischen Mountain View.[4]

Ziele und Ambitionen[Bearbeiten]

Der Name Google X ist ein Wortspiel, wobei X für das Unbekannte steht, der Unternehmensname bedeutet also Suche nach dem Unbekannten. Chefforscher ist der Google-Mitgründer Sergey Brin. Aufgebaut wurde das Unternehmen von dem deutschen Robotikexperten Sebastian Thrun.[5]

Das Unternehmen wurde geschaffen, um die überaus ambitionierten Ziele der Google-Gründer umzusetzen. Larry Page möchte wie sein Vorbild Nikola Tesla als ein bedeutender Erfinder zum Fortschritt beitragen. Seine Philosophie hat er unter dem Begriff 10X Thinking zusammengefasst. Das soll bedeuten, es sei einfacher alles zehnmal besser zu machen, als nur 10 Prozent besser.[6] Von Larry Page stammt das Statement: „Es gibt kaum Konkurrenz beim Erforschen technologischer Grenzen, weil niemand so verrückt ist, es zu versuchen“.[7]

Moonshot[Bearbeiten]

Für die Projekte auf der Suche nach einem großen Wurf gibt es bei Google einen eigenen Namen: Moonshot. Der Begriff verweist auf die berühmte Ankündigung des US-Präsidenten John F. Kennedy zum Beginn der Sechziger Jahre bis Ende des Jahrzehnts einen Menschen auf den Mond zu schießen.[5] Sebastian Thrun berichtet das Mantra von Google sei: „Wenn du das Leben von 100 Millionen Menschen veränderst, dann bist du nicht erfolgreich. Das bist du erst, wenn du das Leben von einer Milliarde Menschen veränderst.“ und zu den Forschungskosten und Produktentwicklungskosten: Der Preis hinter dem wir her sind, ist so groß, dass Geld auf dem Weg dorthin keine Rolle spielt.[8]

Projekte[Bearbeiten]

Zu den Projekten von Google X zählen unter anderem Google Glass (ein am Kopf getragener Miniaturcomputer im Rahmen der erweiterten Realität), eine digitale Kontaktlinse zur Messung des Blutzuckerwertes[2], die Entwicklung autonomer Fahrzeuge[9], Project Loon (Internetdienste über Ballone in der Stratosphäre)[2] und das Internet der Dinge auch als Web 3.0 bezeichnet.

Google Brain und Deep Mind[Bearbeiten]

Mit dem Projekt Google Brain (Google-Gehirn) versucht Google die Neuronenverbindungen des menschlichen Gehirns nachzuahmen. Für dieses Projekt hat die Firma den Computerwissenschaftler Geoffrey Hinton angeworben, der mit seiner Deep Learning-Theorie versucht Computer- und Neurowissenschaft zu verschmelzen. Im Januar 2014 erwarb Google zur Verstärkung dieser Aktivitäten für 450 Millionen Dollar das britische Labor für künstliche Intelligenz Deep Mind. Erste Anwendung der Forschungen von Geoffrey Hinton ist die Verbesserung der Spracherkennung des Smartphone-Betriebssystems von Google.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Google Glass. Abgerufen am 17. Januar 2014.
  2. a b c Google entwickelt smarte Kontaktlinse für Diabetiker. Focus Online. Abgerufen am 17. Januar 2014.
  3. Inside Google's Secret Lab. Businessweek. Abgerufen am 17. Januar 2014.
  4. Google X: Wo Google an der Zukunft forscht. Der Standard. Abgerufen am 17. Januar 2014.
  5. a b Thomas Schulz: Larry und die Mondfahrer. Titelgeschichte in Der Spiegel 2014 Nr. 10 vom 1. März 2014, S. 63
  6. Thomas Schulz: Larry und die Mondfahrer. Titelgeschichte in Der Spiegel 2014 Nr. 10 vom 1. März 2014, S. 62
  7. Thomas Schulz: Larry und die Mondfahrer. Titelgeschichte in Der Spiegel 2014 Nr. 10 vom 1. März 2014, S. 59
  8. Thomas Schulz: Larry und die Mondfahrer. Titelgeschichte in Der Spiegel 2014 Nr. 10 vom 1. März 2014, S. 64
  9. Driverless car: Google awarded US patent for technology. BBC. Abgerufen am 17. Januar 2014.
  10. Thomas Schulz: Larry und die Mondfahrer. Titelgeschichte in Der Spiegel 2014 Nr. 10 vom 1. März 2014, S. 65