Gordon-Keeble

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Gordon-Keeble GT

Gordon-Keeble war ein britischer Automobilhersteller, der erst in Slough, dann in Eastleigh und schließlich in Southampton (alle in England) zwischen 1963 und 1967 PKWs herstellte. Markenzeichen war eine Schildkröte.

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Gordon-Keeble entstand, als John Gordon – früher beim Automobilhersteller Peerless beschäftigt – und Jim Keeble 1959 zusammenfanden, um den Gordon GT herzustellen, indem sie eine Buick-3,5-Liter-V8-Maschine in ein Peerless-Chassis montierten. Das Auto – immer noch im Entwicklungsstadium – wurde dann mit einem Chevrolet-V8-Motor in einem elektrisch verschweißten Fahrgestell aus Rechteckrohren mit Einzelradaufhängung vorne an Trapez-Dreieck-Querlenkern und Schraubenfedern[1] und Scheibenbremsen rundum getestet. Hinten erhielt der Gordon-Keeble eine De-Dion-Achse mit Längsschubstreben und Seitenführung durch ein Wattgestänge.[2] Das fahrbereite Fahrgestell wurde dann nach Turin geschickt, wo Bertone eine von Giugiaro gezeichnete Karosserie aus Aluminium aufbaute. Die vier 5"-Scheinwerfer des Autos wurden so angeordnet, dass der Wagen einen „Mongolenblick“ hatte, ein Arrangement, das nur noch von wenigen anderen Herstellern, wie Rolls-Royce und Triumph verwendet wurde.

Das fertiggestellte Auto wurde auf dem Bertone-Stand auf dem Genfer Autosalon 1960 ausgestellt. Die Präsentation des Fahrzeugs fand unter dem Markennamen Gordon und dem Modellnamen GT statt.[3] Nach umfangreicher Straßenerprobung schickte man den Wagen nach Detroit und zeigte ihn der Chevrolet-Geschäftsleitung, die sich dann damit einverstanden erklärte, 4,6 Liter-V8-Motoren und Getriebe der Chevrolet Corvette für die Produktion zu liefern.

Die Konstruktion wurde dann für die Produktion vorbereitet, wobei einige Änderungen angebracht wurden, insbesondere eine größere 5,4-Liter-Maschine aus der Chevrolet Corvette und eine Karosserie aus GFK. Es gab Probleme mit Zulieferern; noch vor dem offiziellen Produktionsbeginn ging das Geld aus und die Firma musste die Zahlungsunfähigkeit erklären. Eine Nullserie von etwa 90 Autos wurde zum Preis von GBP 2798 (heute ca. 52200 Euro) verkauft.

1965 kauften Harold Smith und Geoffrey West die Firma auf und ließen sie als Keeble Cars Ltd. eintragen. Die Produktion wurde aufgenommen, aber nur für kurze Zeit. Das letzte Fahrzeug dieser Periode wurde 1966 hergestellt. Ein weiterer Wagen wurde 1967 aus Ersatzteilen aufgebaut, wodurch die Gesamtzahl aller produzierten Gordon-Keeble auf genau 100 stieg.

Ein weiterer Versuch durch De Bruyne Motor, die Produktion 1968 wieder anlaufen zu lassen, scheiterte.

Sonstiges[Bearbeiten]

In der englischen Kriminalfilmserie "Waking the Dead - Im Auftrag der Toten" stellt in einer Folge ein Gordon-Keeble eine wichtige Spur dar.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gordon-Keeble – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Roger Gloor: Nachkriegswagen, Personenautos 1945-1960, Köln, 1994, ISBN 3-8228-8994-X (formal falsche ISBN), S. 175.
  2. Michael Sedwick: Die schönsten Autos der 50er und 60er Jahre, Düsseldorf, 1983, ISBN 3-430-18264-6, S. 176.
  3. George Nick Georgano (Chefredakteur): The Beaulieu Encyclopedia of the Automobile. Volume 2: G–O. Fitzroy Dearborn Publishers, Chicago 2001, ISBN 1-57958-293-1, S. 638. (englisch)