Gorsachius

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Gorsachius
Wellenreiher

Wellenreiher

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Schreitvögel (Ciconiiformes)
Familie: Reiher (Ardeidae)
Tribus: Nachtreiher (Nycticoracini)
Gattung: Gorsachius
Wissenschaftlicher Name
Gorsachius
(Bonaparte 1855)

Gorsachius ist eine Gattung der Reiher. Sie werden zur Tribe der Nachtreiher gezählt. Die Zuordnung der einzelnen Arten dieser Tribus ist nicht vollständig geklärt. So wird teilweise auch der afrikanische Weißrückenreiher zur Gattung Gorsachius und nicht zur zweiten Gattung Nycticocarax in dieser Tribus gezählt.[1] Gorsachius-Arten kommen ausschließlich in der Alten Welt vor. Es handelt sich um mittelgroße Reiherarten. Die Arten der Gattung gehören zu den am wenigsten erforschten Reiherarten. Der Hainanreiher gilt zudem als die seltenste Reiherart weltweit.[2] Auch der Rotscheitelreiher wird von der IUCN als stark gefährdet (endangered) eingeordnet.

Merkmale[Bearbeiten]

Mit Hainanreiher, Wellenreiher und Rotscheitelreiher besteht die Gattung nur aus ostasiatischen Arten. Alle besitzen verhältnismäßig kleine Verbreitungsgebiete. Das kleinste Verbreitungsgebiet hat der Hainanreiher, von dem es nur noch zwei gesicherte Brutgebiete im Südosten Chinas gibt. Zwei weitere – eines ebenfalls in China und ein zweites in Vietnam – sind noch nicht hinreichend belegt. Der Rotscheitelreiher und der Wellenreiher sind zumindest teilweise Zugvögel. Für den Hainanreiher ist dies nicht ganz geklärt. Es gibt aber Indizien, die auch darauf hinweisen. So kamen bis 1962 diese Reiher in Hainan vor. Dabei handelte es sich möglicherweise um Vögel, die weiter im Norden brüteten. Die drei Gorsachius-Arten gleichen sich sehr in ihrem Erscheinungsbild. Der Wellenreiher und der Rotscheitelreiher sind im Feld sogar sehr leicht zu verwechseln. Alle drei Arten sind mittelgroße Reiherarten mit einem kurzen, kräftigen Schnabel.

Die Lebensweise der drei Reiherarten gilt als noch nicht hinreichend untersucht. Vor allem über den seltenen Hainanreiher weiß man nur sehr wenig. Der Wellenreiher ist tag- und nachtaktiv, der Rotscheitelreiher dagegen eher nachtaktiv. Dies wird auch für den Hainanreiher vermutet. Alle drei Arten nisten alleine oder in kleinen Kolonien. Das Gelege umfasst in der Regel drei bis vier Eier. Der Wellenreiher ist eine verhältnismäßig wenig an das Wasser gebundene Art. Sein primärer Lebensraum sind subtropische Regenwälder, wo er auf dem Boden nach Fröschen und Erdwürmern jagt. Die anderen beiden Arten sind stärker ans Wasser gebunden. Der Hainanreiher und der Rotscheitelreiher benötigen ebenfalls dichte Primärwälder, die sich allerdings in Nähe von Strömen oder Gewässern befinden müssen. Diese sehr spezifischen Lebensraumanforderungen sind ein Grund, warum diese beiden letzten Arten mittlerweile so selten geworden sind. Der Rotscheitelreiher findet in Japan, wo er fast ausschließlich brütet, kaum noch Regionen, die diesen Anforderungen entsprechen.

Arten[Bearbeiten]

Die folgenden drei Arten gehören sicher zu Gorsachius:

Belege[Bearbeiten]

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1. in der Zuordnung der Arten zu Gattungen wird hier dem Standardwerk The Herons von Kuhlan et al. gefolgt. Die IUCN ordnet den Weißrückenreiher dagegen der Gattung Gorsachius zu.
  2. Kushlan et al., S. 278

Literatur[Bearbeiten]

  • James A. Kushlan & James A. Hancock: Herons. Oxford University Press, 2005, ISBN 0-19-854981-4

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gorsachius – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien