Sankt Gallenkirch

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Dieser Artikel beschreibt die österreichische Gemeinde Sankt Gallenkirch im Montafon. Für die Schweizer Gemeinde Gallenkirch im Aargau siehe Gallenkirch.
Wappen Karte
Wappen von St. Gallenkirch
St. Gallenkirch (Österreich)
DEC
St. Gallenkirch
Basisdaten
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Bundesland Vorarlberg
Politischer Bezirk Bludenz (BZ)
Fläche 127,83 km²
Koordinaten 47° 1′ N, 9° 58′ O47.0166666666679.9666666666667878Koordinaten: 47° 1′ 0″ N, 9° 58′ 0″ O
Höhe 878 m ü. A.
Einwohner 2241 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte 18 Einwohner je km²
Postleitzahl 6791
Vorwahl 05557
Gemeindekennziffer 8 01 20
AT341
Adresse der
Gemeindeverwaltung
HNr. 4
6791 St. Gallenkirch
Offizielle Website
Politik
Bürgermeister Arno Salzmann (SPÖ)
Gemeindevertretung (2005)
(21 Mitglieder)
9 ÖVP, 11 SPÖ, 1 FPÖ
Lage der Gemeinde St. Gallenkirch
Karte
Kirchdorf mit der Pfarrkirche St. Gallus
Kirchdorf mit der Pfarrkirche St. Gallus

Sankt Gallenkirch ist eine Gemeinde im österreichischen Bundesland Vorarlberg mit 2.268 Einwohnern. Die vom Fremdenverkehr geprägte Gemeinde liegt im Bezirk Bludenz und gliedert sich in die Ortsteile St. Gallenkirch, Gargellen und Gortipohl.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Sankt Gallenkirch liegt im Süden Vorarlbergs auf 878 Metern Höhe. Mit einem Gemeindegebiet von beinahe 128 km² ist Sankt Gallenkirch die flächenmäßig zweitgrößte Gemeinde des Bundeslandes. 28,1 % dieser Fläche sind bewaldet, weitere 47,1 % zählen zum hochalpinen Gebiet. Das kleine Bergdorf Gargellen, das ebenfalls zu dieser Gemeinde gehört, liegt oberhalb des Montafons. Taleinwärts liegt außerdem das Dorf Gortipohl mit eigener Pfarrkirche, sowie rechts der Ill der Ortsteil Galgenul.

[Bearbeiten] Geschichte

Die Habsburger regierten die Orte in Vorarlberg wechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus. Von 1805 bis 1814 gehörte der Ort, wie ganz Vorarlberg und Tirol, zu Bayern, dann wieder zu Österreich. Zu Vorarlberg gehört Sankt Gallenkirch seit der Gründung im Jahre 1861.

1801 starben über 30 Menschen, meist Kinder, an den Pocken und 1920 trat die Ruhr in St. Gallenkirch auf.

Während des zweiten Weltkrieges waren viele Männer der Gemeinde vor allem als Gebirgsjäger in Divisionen in Norwegen und Jugoslawien. Eine menschliche Tragödie ereignete sich 1941, als zwei junge jüdische Frauen auf der Flucht in die Schweiz den Freitod wählten. Der Ort war 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich.

Bevölkerungsentwicklung

Volkszählung Einwohner
2006  
2001 2.268
1991 2.121
1981 1.989
1971 1.975

Quelle: Bevölkerungsentwicklung 1869 - 2007 der Statistik Austria Am 31. Dezember 2002 hatte die Gemeinde 2.525 Einwohnern (inkl. Zweitwohnsitze).
Der Ausländeranteil lag 2002 bei 9,9 %.

[Bearbeiten] Gemeindewappen

Das Gemeindewappen entstand im Jahre 1966 nach einem Entwurf des Schrunser Künstlers und Heraldikers Konrad Honold. Es stellt den Hl. Gallus (mit seinem Attribut, dem Bären), die Kirche und die beiden gekreuzten päpstlichen Schlüssel dar.

[Bearbeiten] Politik

Der Gemeinderat hat 21 Mitglieder. Nach der Gemeinderatswahl 2005 verfügte die ÖVP über 9, die SPÖ über 11, und die FPÖ über einen Vertreter im Gemeinderat. Bürgermeister ist Arno Salzmann (SPÖ).

Die Gemeindeeinnahmen aus Steuern und sonstigen Abgaben lagen 2001 bei 3.321.145 €, die gemeindlichen Ausgaben bei 8.167.500 €. Der Schuldenstand betrug 2001 9.259.993 €.

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Kuratie-Kirche St. Nikolaus in Gortipohl
Ab 1307 stand an dieser Stelle eine Kapelle und die Kirche wurde 1474 erbaut. Eine Kirchenerweiterung und der Turmneubau fanden 1669 statt und in den Jahren 1780 bis 1790 wurde die Kirche erneut baulich verändert. In den Jahren 1968/69 wurde eine umfangreiche Restaurierung dieses gotischen Baus durchgeführt.
  • Aufbewahrungshalle am Friedhof in Sankt Gallenkirch
In der Halle finden sich Betonglasfenster sowie das Mosaik „Auferstandener“ (1972) vom Schrunser Künstler Konrad Honold.
  • Kuratie-Kirche St. Nikolaus in Gortipohl
Bei der Renovierung der Kirche im Jahr 1959 wurde bei der Neueindeckung des Kirchturms eine Chronik aus dem Jahr 1854 entdeckt, die Aufschluss über die damalige Zeit gibt.[1]
  • Kuratie-Kirche St. Magdalena in Gargellen
Vermutlich ab 1411 stand an dieser Stelle eine Kapelle und die Kirche wurde durch eine Stiftung von Peter Lentsch 1615 erbaut. Der Aufbau des Seitenaltars wurde 1674 von David Bertle erstellt.
  • Maisäß Montiel
Montiel ist noch eine der wenigen Montafoner Maisäßsiedlungen im ursprünglichen Zustand.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Am Ort gab es im Jahr 2003 68 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 949 Beschäftigten und 23 Lehrlingen. Lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gab es 1.176. Tourismus und Fremdenverkehr sind wichtig. Im Tourismusjahr 2001/2002 gab es insgesamt 528.905 Übernachtungen.

Panorama der Silvretta Nova, dem Skigebiet über Sankt Gallenkirch und Gaschurn
Panorama der Silvretta Nova, dem Skigebiet über Sankt Gallenkirch und Gaschurn

[Bearbeiten] Bildung

Am Ort gibt es (Stand Januar 2003) 300 Schüler. Die Hauptschule Innermontafon der Gemeinden St. Gallenkirch und Gaschurn befindet sich in Gortipohl. In Sankt Gallenkirch und Gortipohl gibt es je einen Kindergarten, sowie je eine Volksschule, wobei auch der kleine Ortsteil Galgenul noch eine eigene (einklassige) Volksschule besitzt.

[Bearbeiten] Ortsteile

Gargellen hat etwa 110 Einwohner und liegt auf einer Höhe von 1423 m ü. A..
Damit ist es der höchstgelegene Ort im Montafon. Der Ort ist stark vom Tourismus geprägt, es gibt eine Vielzahl von Hotels, Pensionen, Privatzimmern und Ferienwohnungen.

[Bearbeiten] Quellen

  1. Die Gortipohler Curatiechronik aus dem Jahre 1854

[Bearbeiten] Weblinks

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