Gosener Kanal

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Einfahrt in den Gosener Kanal vom Seddinsee

Der Gosener Kanal (GoK) ist eine Teilstrecke der Bundeswasserstraße, die als Wasserstraße Seddinsee und Gosener Kanal (WSG) bezeichnet wird und rechtlich zur Spree-Oder-Wasserstraße gehört[1], in Berlin. Er verbindet den Seddinsee mit dem Dämeritzsee. Der Kanal stellt demnach eine Verbindung zwischen der Spree-Oder-Wasserstraße und den Rüdersdorfer Gewässern und seinen Industriestandorten her. Der GoK ist als Wasserstraßenklasse III ausgewiesen. Zuständig für die Verwaltung ist das Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin.

Parallel zum Gosener Kanal verläuft östlich der Gosener Graben, der aber nur von kleinen Sportbooten ohne Maschinenantrieb befahren werden darf.[2]

Der Kanal[Bearbeiten]

Die Gesamtlänge des Kanals zwischen den Seerändern beträgt 2,8 Kilometer (WSG-km 2,90 bis 5,73)[3]. Eine Schleuse war im Kanal nicht notwendig, da es zwischen den Seen nur einen geringen Wasserspiegelunterschied gibt. Er wurde für Plauer-Maß-Schiffe gebaut, war 2,25 Meter tief, hatte eine Sohlenbreite von 16 Meter und eine Wasserspiegelbreite von 30 Meter. 1993 wurde eine einseitige Verbreiterung des Kanals mit Uferspundwänden und eine Vertiefung auf 3,00 m abgeschlossen.

Über den Kanal führt die Neue Fahlbergbrücke. Sie führt die Gosener Landstraße (L 39) zwischen Gosen-Neu Zittau und Müggelheim über das Gewässer.

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits 1872 gab es den Plan, einen Schifffahrtskanal zwischen beiden Seen im Zuge des Gosener Grabens herzustellen. Ein Ausbau des Wasserweges 1891 gemeinsam mit dem Oder-Spree-Kanal konnte nicht realisiert werden. Bei einer späteren Planung verlegte man die Kanaltrasse westlich des Gosener Grabens in den städtischen Berliner Dauerwald, um einer Entschädigung von über 100 Grundstücksbesitzern bei einem Ausbau des Gosener Grabens zu entgehen. Mit ersten Rodungsarbeiten zur Vorbereitung des Kanalbaues wurde Anfang der 1920er Jahre begonnen. Infolge der Inflation 1924 wurden die Arbeiten aber eingestellt. Erst im August 1933 wurde dann offiziell der erste Spatenstich durchgeführt. Ende Januar 1936 erfolgte die Verkehrsfreigabe und die amtliche Benennung Gosener Kanal durch das Reichsverkehrsministerium[4][5].

Gründe für den Kanalbau[Bearbeiten]

  • Verkürzung der Entfernung zwischen dem Industriegebiet an den Rüdersdorfer Gewässern und der Industrie um Niederlehme und Königs Wusterhausen um etwa 18 km
  • Erhöhung der Verkehrssicherheit auf den umliegenden Wasserstraßen durch deren Entlastung
  • Kultivierungs- und Entwässerungsmaßnahmen
  • Der wichtigste und bauentscheidende Grund war jedoch die Umgehung der Regattastrecke in Berlin-Grünau für die Zeit der Olympischen Sommerspiele 1936. Möglicherweise wäre es zu Entschädigungsforderungen von Binnenschiffern bei einer Sperrung der Wasserstraße während der Zeit der Olympischen Spiele gekommen.

Karten und Bilder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Joachim Uhlemann: Berlin und die Märkischen Wasserstraßen. transpress Verlag für Verkehrswesen, Berlin div. Jahrgänge.
  • Westeuropäischer Schifffahrts- und Hafenkalender. Binnenschifffahrts-Verlag GmbH. Duisburg- Ruhrort div. Jahrgänge.
  • Sportschifffahrtskarten Binnen 1 Nautische Veröffentlichung Verlagsgesellschaft, ISBN 3-926376-10-4.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gosener Kanal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Verzeichnis E, Lfd.Nr. 55 der Chronik, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  2. Geschichte Wasserstraße Seddinsee und Gosener Kanal (WSG)
  3. Längen (in km) der Hauptschifffahrtswege (Hauptstrecken und bestimmte Nebenstrecken) der Binnenwasserstraßen des Bundes, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  4. H.-J. Uhlemann, Berlin und die Märkischen Wasserstraßen, DSV-Verlag Hamburg 1994
  5. Reichsverkehrsblatt A 1936 S. 31

52.40972222222213.710277777778Koordinaten: 52° 24′ 35″ N, 13° 42′ 37″ O