Gosheim

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Gosheim (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Gosheim
Gosheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gosheim hervorgehoben
48.1344444444448.7577777777778850Koordinaten: 48° 8′ N, 8° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Tuttlingen
Höhe: 850 m ü. NHN
Fläche: 9,32 km²
Einwohner: 3792 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 407 Einwohner je km²
Postleitzahl: 78559
Vorwahl: 07426
Kfz-Kennzeichen: TUT
Gemeindeschlüssel: 08 3 27 019
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 47
78559 Gosheim
Webpräsenz: www.gosheim.de
Bürgermeister: Bernd Haller (CDU)
Lage der Gemeinde Gosheim im Landkreis Tuttlingen
Landkreis Konstanz Landkreis Rottweil Landkreis Sigmaringen Schwarzwald-Baar-Kreis Zollernalbkreis Aldingen Balgheim Bärenthal Böttingen Bubsheim Buchheim Deilingen Denkingen Dürbheim Durchhausen Egesheim Emmingen-Liptingen Fridingen an der Donau Frittlingen Geisingen Gosheim Gunningen Hausen ob Verena Immendingen Irndorf Königsheim Kolbingen Mahlstetten Mühlheim an der Donau Neuhausen ob Eck Reichenbach am Heuberg Renquishausen Rietheim-Weilheim Seitingen-Oberflacht Spaichingen Talheim (Landkreis Tuttlingen) Trossingen Tuttlingen Wehingen Wurmlingen (Landkreis Tuttlingen)Karte
Über dieses Bild

Gosheim ist eine Gemeinde im Landkreis Tuttlingen in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Gosheim liegt am Fuße des Lembergs, mit 1015 m ü. NHN der höchste Berg der Schwäbischen Alb und gehört zum Heuberg. Die Gemarkungsgrenze der Gemeinde liegt am Albtrauf.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Deilingen, im Osten an Wehingen, im Südosten an Bubsheim und Böttingen, im Süden an Denkingen, im Westen an Frittlingen sowie Wellendingen im Landkreis Rottweil.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Gosheim gehören das Dorf Gosheim und das Gehöft Aumühle.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Gosheim, vom „Weißen Kreuz“ aus gesehen
Gosheim vom Lemberg aus gesehen

Gosheim wurde erstmals 1295 als Gossheim in einer Urkunde des Grafen Albrecht von Hohenberg erwähnt, aus der Hallstattzeit sind Siedlungsreste nachgewiesen. Die Vogtei des Dorfes gehörte zur Burg Wehingen und mit dieser ab 1351 Österreich. 1805 ging das Dorf an Württemberg über. Von 1806 bis 1938 gehörte Gosheim zum Oberamt Spaichingen, seit 1938 zum Landkreis Tuttlingen.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden am 22. Februar 1945 gegen 14 Uhr von englischen Flugzeugen schwere Bomben auf Gosheims Markung abgeworfen. Sie fielen ins Wiesental, Jamit, Täli und auf den Sturmbühl. Die Bomben sollten die Heubergbahn, die damalige Bahnlinie, zerstören. Getroffen hat jedoch keine, die Ernte war aber für mehrere Jahre zerstört. Die Bombenkrater hatten fünf bis sechs Meter Tiefe und einen Durchmesser von zehn bis zwölf Meter. Pro Bombe wurden 150–200 m³ Gestein ausgeworfen und zerstreut. Selbst heute sind noch Spuren davon zu finden. Es wird vermutet, dass im Wiesental noch drei Blindgänger liegen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelten zahlreiche deutschstämmige Flüchtlinge aus Jugoslawien an, was der damals noch kleinen Industrie zugutekam, die bald rapide expandierte. Ab circa 1970 wurde der zunehmende Bedarf an Arbeitskräften durch zugezogene ausländische Einwohner gedeckt, zu Beginn vor allem aus Italien.

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurden die meisten industriellen Betriebe aus dem Gosheimer Ortskern an dem Ortsrand ausgelagert. Die benötigten Flächen wurden zwischen dem Verlauf der ehemaligen Bahnlinie und der Egartensiedlung und auf dem Sturmbühl erschlossen.

Politik[Bearbeiten]

Politisch ist Gosheim wie auch der umliegende Heuberg sehr konservativ. Bei Wahlen dominiert seit Beginn ihrer Existenz die CDU, die SPD war bisher noch nie im Gemeinderat vertreten.

Gosheim gehört dem Gemeindeverwaltungsverband Heuberg an, der seinen Sitz im benachbarten Wehingen hat.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Dem Gemeinderat gehören nach der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 neben dem Bürgermeister als Vorsitzenden 14 Mitglieder an.

CDU  : 69,7 %, 10 Sitze
Freie Wähler  : 30,3 %, 4 Sitze
Wahlbeteiligung  : 43,8 %

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen zeigt in Rot einen silbernen Pfahl, belegt mit einer roten Hand, die einen roten Schwurstab hält.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Kommune ist dem Tourismusverband „Donaubergland“ angeschlossen.

Bauwerke[Bearbeiten]

Der Radarturm auf dem Hochwald

In 1000 m ü. NHN liegt im Walddistrikt Nack eine 50 Meter hohe Radaranlage der deutschen Flugsicherung (DFS). Die Anlage wurde 1973/74 erbaut und 1975 von der Bundesanstalt für Flugsicherung in Betrieb genommen. Der ursprünglich weiß-rote Kranz aus 19×6 Metern großen Parabolspiegeln war sogar etwas höher als die Aussichtsplattform des Lembergs. Seit dem 1. Januar 1994 ist die Radaranlage im Besitz der Deutschen Flugsicherung GmbH. Im September 1998 wurde sie durch eine neuere und kleinere ersetzt. Von dieser Anlage wird der Luftraum in einem Radius von 270 Kilometern überwacht. Die Radardaten werden automatisch an die Fluglotsen in Stuttgart, Karlsruhe, Zürich, Frankfurt am Main, München, Friedrichshafen sowie bis Ende 2013 an den, inzwischen verkleinerten, Luftwaffenstützpunkt in Meßstetten übertragen.

Freizeit und Sport[Bearbeiten]

Gosheim besitzt ein gut ausgebautes Spazier- und Wanderwegnetz sowie gespurte Loipen und einen Skihang im Winter. Die größte Freizeiteinrichtung ist das Jurabad, ein Hallenbad mit angeschlossener Sauna und Turnhalle. Tennisspielen lässt sich in der 1988 erbauten Dreifeld-Tennishalle des Tennisclubs Heuberg. Der Sportverein Gosheim spielt derzeit in der Bezirksliga (2013/2014). Auch gibt es, unter Anderem, einen Musikverein sowie einen Gesangverein.

Außerdem gibt es in Gosheim ein Biathlonzentrum. Die rund zwei Kilometer lange Biathlonstrecke umkreist den Radarturm auf einer durchschnittlichen Meereshöhe von etwa 1000 m. Der Gosheimer Skiclub (SC Gosheim) hat schon viele Talente hervorgebracht, zum Beispiel Simone Hauswald und Kathrin Lang.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Hauptgebäude der Hermle AG

Gosheim ist geprägt von zahlreichen kleinen und mittelständischen Industriebetrieben (vor allem metallverarbeitende Industrie, Drehteile, Uhren) mit rund 2500 Arbeitsplätzen. Bei einer Einwohnerzahl von ca. 3800 bedeutet dies, dass zahlreiche Pendler täglich nach Gosheim einpendeln. Das börsennotierte Unternehmen Hermle AG hat seinen Sitz in Gosheim.

Bildung[Bearbeiten]

  • Realschule Gosheim-Wehingen mit über 520 Schülern in 18 Klassen
  • Gymnasium Gosheim-Wehingen mit 306 Schülern in 12 Klassen
  • Juraschule (Grund- und Hauptschule)
  • Lembergschule (Förderschule)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 630–631

Weblinks[Bearbeiten]