Gothika

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Filmdaten
Deutscher Titel Gothika
Originaltitel Gothika
Gothika-logo.svg
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2003
Länge 94 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Mathieu Kassovitz
Drehbuch Sebastian Gutierrez
Produktion Robert Zemeckis
Susan Downey
L. Levin
Joel Silver
Musik John Ottman
Kamera Matthew Libatique
Schnitt Yannick Kergoat
Besetzung

Gothika ist ein Horror-Thriller von Mathieu Kassovitz aus dem Jahre 2003. Der Titel ist eine Anspielung auf die im 18. Jahrhundert entstandenen Schauerromane (englisch gothic novel).

Handlung[Bearbeiten]

Die Psychiaterin Dr. Miranda Grey arbeitet in einer psychiatrischen Klinik, wo sie derzeit mit einem besonders schwierigen Fall beschäftigt ist. Ihre Patientin Chloe behauptet, dass sie vom Teufel vergewaltigt wird. Miranda glaubt jedoch nicht an übernatürliche Phänomene und sucht stattdessen nach rationalen Erklärungen.

In einer regnerischen Nacht ist sie auf dem Weg nach Hause, als sie wegen einer Vollsperrung einen Umweg fahren muss. Hinter einer Brücke sieht sie plötzlich eine Frau mitten auf der Straße stehen und lenkt ihr Auto in den Graben. Sie geht auf die Frau zu und bietet ihre Hilfe an. Doch dann geht die Frau plötzlich in Flammen auf und Miranda erleidet einen Schock.

Als sie drei Tage später das Bewusstsein wiedererlangt, befindet sie sich in einer Zelle der Nervenklinik, aber nicht als Ärztin, sondern als Patientin. In der ungewohnten Situation, mit der sie überraschend konfrontiert wird, verliert sie zunehmend die Kontrolle über sich selbst. Aber der größte Schock steht ihr noch bevor. Ihr Kollege Pete Graham erzählt ihr, dass sie ihren Mann Doug, den Leiter der Klinik, ermordet habe. Miranda leidet jedoch seit der Szene an der Brücke an Gedächtnisverlust und kann sich an nichts erinnern. Sie versucht, alle davon zu überzeugen, dass sie weder schuldig noch verrückt ist.

Aber die sonst so rational agierende Medizinerin verzweifelt immer mehr, als sich die unerklärlichen Ereignisse häufen. Auf der Glaswand ihrer Zelle erscheint plötzlich die Botschaft „Not alone“ (Nicht allein). In der Gemeinschaftsdusche der Anstalt sieht sie das rätselhafte Mädchen wieder. Dort werden ihr auch Schnittwunden am Arm zugefügt, die als selbstverletzendes Verhalten fehlinterpretiert und beim Verhör zu einem Indiz für ihre Täterschaft werden. Die Beweise scheinen erdrückend, als diese Schnittwunden ebenfalls die Worte „Not alone“ bilden und die gleichen Worte mit Blut an eine Tür am Tatort geschrieben waren.

Der Fall wird noch mysteriöser, als Miranda bei einem Gespräch mit Dr. Parsons ein Foto findet, das das Mädchen von der Straße zeigt. Parsons erklärt ihr, dass es sich um seine Tochter Rachel handelt. Aber die junge Frau sei bereits vor vier Jahren verstorben. Miranda sieht also einen Geist, auch wenn das jeglicher Logik widerspricht. In einem Zeitungsbericht, der auf einem Computermonitor erscheint, liest sie, dass Rachel durch Suizid ums Leben kam. Miranda beginnt in ihrer leeren Zelle mit dem Geist zu sprechen. Sie sagt, sollte er existieren, dann würde er sie aus der Zelle holen. Daraufhin öffnet sich die Zellentür wie von Geisterhand. Auf ihrer Flucht kommt sie an Chloes Zelle vorbei. Dort sieht sie, wie ihre ehemalige Patientin von einem Mann vergewaltigt wird. Der Täter trägt eine auffällige Tätowierung auf der Brust. Das Bild zeigt eine Frau, die mit Ketten gefesselt und von Flammen umgeben ist. Miranda wird eingefangen und in eine andere Zelle verlegt. Sie erzählt Pete von der Vergewaltigungsszene in Chloes Zelle und dem Tattoo. Er erklärt ihr, dass es sich um die sogenannte Anima sola handelt, die das Leiden im Fegefeuer darstellt.

Auch in der neuen Zelle kommt Miranda nicht zur Ruhe. Während des Freigangs spricht sie mit Chloe und erfährt, dass auch sie bald vergewaltigt werden soll. Kurze Zeit später wird Miranda in ihrer Zelle von einem Geist heimgesucht, der sie gegen die Wände schleudert. Die Angestellten, die auf einem Überwachungsmonitor nur die sich gegen die Wände hin und her werfende Miranda sehen, glauben an einen Suizidversuch und eilen zu ihr. Als sie versuchen, Miranda ruhigzustellen, kann sich die Psychiaterin losreißen und mit den Schlüsseln einer Angestellten fliehen. Vom Portier der Klinik erhält sie heimlich einen Autoschlüssel und rast davon.

Nach einem Beinahe-Zusammenstoß mit einem Lastwagen und einer erneuten Konfrontation mit Rachels Geist kommt sie erstmals seit dem Mord an Doug in ihr Haus zurück. Dort erlebt sie grausame Visionen. Im Flur sieht sie, wie sie selbst ihren Mann mit einer Axt erschlägt. Wenige Augenblicke später sieht sie sich in einer Badewanne voller Blut. Dann fährt sie (von Rachels Geist geleitet) zu einem Schuppen in Willow Creek, der ihrem Mann Doug gehörte. Dort findet sie im Keller eine Szenerie, die an ein Filmset erinnert. Neben einem großen Bett stehen zwei Scheinwerfer, ein Camcorder und ein Koffer voller Spritzen. Die Aufzeichnung der Kamera zeigt Doug, wie er auf dem Bett ein Mädchen vergewaltigt und tötet. Als Miranda vor einem hereinkommenden Polizisten flüchten will, erscheint aus einer dunklen Ecke ein eingesperrtes Mädchen.

Sie kehrt zurück in die Klinik und gerät zwischen die Fronten. Einerseits hat sie ein potenzielles Opfer gerettet, andererseits gilt sie immer noch als Verdächtige in einem Mordfall. Dr. Parsons verrät ihr, dass er im Traum auch seine verstorbene Tochter in Flammen gesehen hat. Rachels Vater und Miranda haben also die gleiche Vision. Es wird immer klarer, dass es neben Doug noch einen zweiten Täter geben muss. Darüber spricht sie auch mit Sheriff Bob, der mit Doug befreundet war. Als Miranda ein psychologisches Profil dieses Komplizen erstellt, wird deutlich, dass die Beschreibung auf Bob passt. Dieser offenbart sich dann auch plötzlich und im anschließenden Handgemenge wird das Anima-sola-Tattoo auf seiner Brust sichtbar. Die Psychiaterin flieht in ein Büro. Dort sieht auch Bob Rachels Geist. Nachdem er zuvor versucht hat, Miranda zu erschießen und dabei eine Gasleitung getroffen hat, schießt Bob auf Rachels Geist und trifft dabei einen Monitor. Dieser fängt Feuer, das ausströmende Gas entzündet sich und in der Verpuffung fängt auch Bob Feuer. Um ihn endgültig zu töten, erschießt Miranda ihn mit einer Handfeuerwaffe.

Ein Jahr später sind Miranda und Chloe wieder auf freiem Fuß. Nachdem sich die Psychiaterin von ihrer ehemaligen Patientin verabschiedet hat, sieht sie mitten auf der Straße einen Jungen, der sich als Geist entpuppt, als ein Feuerwehrwagen durch ihn hindurch fährt. Ein Plakat erklärt ihn als vermisst.

Kritiken[Bearbeiten]

„[...]Jedoch gelingt es Regisseur Mathieu Kassovitz („Die purpurnen Flüsse“) dank seiner überragenden visuellen Kreativität diese Elemente zu etwas Neuem zu verbinden, und dieses Neue übertrifft die erwähnten Filme zumindest an Schockerqualitäten bei weitem. Den gesamten Film umgibt eine äußerst dunkle Atmosphäre, das Frauengefängnis wirkt eher wie eine Art „Arkham Asylum“ für psychopathische Schwerverbrecher in Gotham City, und fantastische Kamerafahrten scheinen aus der Sicht eines Geistes gedreht zu sein, der mit Leichtigkeit Türen und Wände durchdringt.“

S. Sass: filmszene.de

„Guter, undurchschaubarer Grusel, mit einfachen Mitteln und guten Schauspielern umgesetzt.“

S. Feistel: sf-radio.net

„Mit einer glaubhaft verzweifelten Performance dominiert Halle Berry diesen visuell einfallsreichen Gruselthriller, der unter der Regie von Mathieu Kassovitz („Die purpurnen Flüsse“) mit Urängsten spielt und keinen aus seiner Umklammerung entkommen lässt.“

Peter Koberger: kino.de

„Irgendwie hätte das ein besserer Film werden können, zwischen all den Gängen und Winkeln des Gefängnis-Schlosses, wobei Berry eine hundertprozentige Vorstellung liefert, welche in Übereinstimmung steht mit dem überfrachteten Stil des Films. Aufmerksame Zuschauer werden schon früh herausfinden, wer der Mörder ist, und das Ende stellt auch keine Steigerung dar, aber Gothika liefert dennoch ein paar gute Schocker für Freunde von Gruselfilmen.“

Jeff Shannon: filmkritiker.info

Hintergrund[Bearbeiten]

  • Die Dreharbeiten mussten für acht Wochen unterbrochen werden, nachdem Robert Downey Jr. versehentlich Halle Berrys Arm brach, als er ihn in einer Szene drehen sollte. Für den Rest der Dreharbeiten musste Halle einen Verband tragen, der in einigen Szenen zu sehen ist.
  • Gothika ist der erste Film von Dark Castle Entertainment, der kein Remake ist. Er ist mit einem Einspielergebnis von 141 Millionen US-Dollar gleichzeitig der erfolgreichste – bei einem Budget von 65 Millionen US-Dollar (inklusive Vermarktung).
  • Der Titelsong des Filmes, das The-Who-Cover Behind Blue Eyes, stammt von der US-amerikanischen Band Limp Bizkit. Im Musikvideo tritt neben Sänger Fred Durst auch Halle Berry auf.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Nominierung für Golden Trailer Awards 2004
  • Nominierung für Teen Choice Award 2004

Weblinks[Bearbeiten]