Gottfried Huyn von Geleen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gottfried Huyn von Geleen
Wappen Gottfried Huyns von Geleen

Gottfried Graf Huyn, Freiherr von Geleen, auch Godefridus Comes ab Huyn Baro de Geleen, (* in Flandern um 1598; † 1657 in Maastricht) war ein kaiserlicher Feldmarschall.

Leben[Bearbeiten]

Gottfried Graf Huyn von Geleen, Baron von Geleen und Amstenraedt begann seine militärische Karriere 1615 in Italien. Mit Beginn des Dreißigjährigen Krieges kam er nach Deutschland zurück und wurde Offizier im Regiment Anholt, welches später dem bayerischen Kommando unterstellt wurde. Er kämpfte während des Dänisch-niedersächsischer Krieges in verschiedenen Schlachten unter Graf Tilly und Graf Anholt. In Elze bei Hildesheim geriet er in Gefangenschaft und wurde nach Holstein verschleppt. Erst ein Jahr später wurde er wieder freigelassen. Mit Beginn des Schwedischen Krieges wurde er Kommandeur der Stadt Hameln. 1631 wurde er zum Oberst befördert und übernahm zugleich das Regiment Anholt. Im Mai 1631 waren er und sein Regiment an der Magdeburger Hochzeit beteiligt. Im September des Jahres konnte er nach der vernichtenden Niederlage der kaiserlich-ligistischen Armee bei Breitenfeld fliehen und verteidigte 1632 zusammen mit seinem Oberstleutnant Johannes Ernst von Reuschenberg die Festungsstadt Wolfenbüttel gegen den Herzog Georg von Braunschweig-Calenberg. 1633 erhielt er das Kommando im westfälischen Kreis.[1]

Am 20. April 1632 wurde er in den Deutschen Orden aufgenommen. Nur zwei Jahre später - im Jahre 1634 - wurde er Landkomtur der Deutschordensballei Alden Biesen.[2]

1636 trat er als Generalwachtmeister in kaiserliche Dienste ein, verließ kurz nach der Vertreibung General Johan Banérs aus der Oberpfalz 1641 die Armee und zog sich als Landkomtur des Deutschen Ordens auf die Ballei Alden Biesen bei Maastricht zurück. 1644 wurde er jedoch von Kaiser Ferdinand III. mit einem Generalat im westfälischen Kreis betraut; 1646 erhielt er den Oberbefehl über einige Truppen von Erzherzog Leopold Wilhelm von Österreich.

Von 1634 bis 1657 war Gottfried Graf Huyn als Nachfolger von Edmond Graf Huyn der 35. Landeskomtur von Alden Biessen. In diesem Amt genoss er hohes Ansehen, er setzte vor allem im Rahmen der sich langsam einsetzenden Gegenreformation durch seinen großen Einfluss innerhalb des Deutschen Reiches Akzente setzen, indem er gegenreformatorische Ordensgründungen finanziell unterstützte. Unter seiner Amtszeit wurde das Schloss Alden Biesen umgebaut, mit neuem Mobiliar ausgestattet und um eine Kapelle erweitert.

1647 nahm Huyn seinen Abschied und starb 1657 im Alter von ungefähr 50 Jahren in Maastricht.

Literatur[Bearbeiten]

  • Heilmann, Johann von: Kriegsgeschichte von Bayern, Franken, Pfalz und Schwaben: von 1506 - 1651, Bd. 2, 2. Abteilung: Kriegsgeschichte von 1634 - 1651 und Kriegswesen von 1598 -1651, München 1868.
  • Carl von Landmann: Geleen und Amsterad, Gottfried Huyn Graf von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 8, Duncker & Humblot, Leipzig 1878, S. 534.
  • Reuschenberg, Bernd: „Jesus Maria und kein Quartier!“ Johannes Ernst Freiherr von Reuschenberg zu Setterich in den Reichsfreiherrenstand erhoben in: Jahrbuch Nr. 2 / 2011-12 des Geschichtsverein Baesweiler, 2012, S. 29 - 45.
  • Eicken, Michel van der u.a.: Leden van de Duitse Orde balije (Bijdragen tot de geschiedenis van de Duitse Orde in de balije Biesen, Bd. 1), Alten Biesen 1994.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heilmann, Johann von: Kriegsgeschichte von Bayern, Franken, Pfalz und Schwaben: von 1506 - 1651, Bd. 2, 2. Abteilung: Kriegsgeschichte von 1634 - 1651 und Kriegswesen von 1598 -1651, München 1868, S. 1112 - 1115.
  2. Eicken, Michel van der u.a.: Leden van de Duitse Orde balije (Bijdragen tot de geschiedenis van de Duitse Orde in de balije Biesen, Bd. 1), Alten Biesen 1994, S. 59.

Weblinks[Bearbeiten]


 Commons: Godfried Huyn van Geleen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien