Gotthard (Band)

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Gotthard
Gitarrist Leo Leoni (links) und Sänger Steve Lee
Gitarrist Leo Leoni (links) und Sänger Steve Lee
Allgemeine Informationen
Genre(s) Hard Rock
Gründung 1990
Website www.gotthard.com
Gründungsmitglieder
Steve Lee (bis 2010, †)
Leo Leoni
Marc Lynn
Hena Habegger
Aktuelle Besetzung
Leo Leoni
Gitarre
Freddy Scherer (seit 2004)
Marc Lynn
Hena Habegger (seit 1991)
Ernesto Ghezzi (Special Guest Musician seit 2012)
Nic Maeder (seit 2011)
Ehemalige Mitglieder
Gitarre
Igor Gianola (Tourgitarrist 1993–1995)
Gitarre
Mandy Meyer (1996–2004)
Gesang
Steve Lee (bis 2010, †)
Keyboard
Nicolò Fragile (Special Guest Musician 2004–2011)

Gotthard ist eine Schweizer Hard-Rock-Band aus Lugano im Kanton Tessin. In den 1990er Jahren avancierten sie zum Aushängeschild des Schweizer Hard Rock. Jedes Studioalbum erreichte nach dem Debüt Platz 1 der Schweizer Charts.

Bandgeschichte[Bearbeiten]

Der Beginn: 1990–1996[Bearbeiten]

Bassist Marc Lynn

Gotthard wurden zu Beginn des Jahres 1991 im Tessin unter dem Namen Krak ins Leben gerufen. Nachdem sich der ehemalige Krokus-Bassist und Mentor Chris von Rohr der Band als Produzent und Co-Songwriter annahm, benannten sie sich in Gotthard um und unterschrieben einen Plattenvertrag bei BMG.

Das selbstbetitelte Debütalbum erschien 1992 und wurde in der Schweiz aus dem Stand zu einem riesigen Erfolg. Es landete auf Platz 5 in den nationalen Charts und die Band tourte als Support für Satrox durch die Schweiz, mit Magnum durch Grossbritannien und als Vorband von Victory (im Frühjahr) und Magnum (im Herbst) durch Deutschland. Des Weiteren spielten sie beim Foundations Forum in Los Angeles und eröffneten für Bryan Adams in Zürich.

In der Besetzung Steve Lee (Gesang), Leo Leoni (Gitarre), Marc Lynn (Bass) und Hena Habegger (Schlagzeug) spielte die Band 1993 in den USA das Nachfolgealbum ein. Dial Hard erschien Anfang 1994 und wurde zum ersten Nummer-1-Album für Gotthard in der Schweiz. Ein Zustand, den jedes weitere Gotthard-Album in der Schweiz erreichte (Stand 2014). Ab 1993 stand Igor Gianola als Tourgitarrist mit der Band auf der Bühne. Er begleitete Gotthard bis 1995 auf Tourneen in Europa und Japan, bevor er erst zu Ain't Dead Yet und später zu U.D.O. wechselte.

Auf der Tour zum nächsten Album G. (1996) stieß ex-Krokus-, Asia- und Cobra-Gitarrist Mandy Meyer zur Band. G. markierte vorerst den Abschied und gleichzeitig den Höhepunkt der rockenden Jahre.

Gotthard Unplugged und die Folgen: 1997–2002[Bearbeiten]

Schlagzeuger Hena Habegger
Habegger, Leoni und Gitarrist Freddy Scherer

Das 1997 veröffentlichte Unplugged-Livealbum D-Frosted läutete ein neues Zeitalter für Gotthard ein. Bereits zwei Monate nach Veröffentlichung erreichte das Album Doppel-Platin in der Schweiz. Die Band spielte eine ausverkaufte Tournee durch die Schweiz und Deutschland und absolvierte Konzerte in Frankreich und Italien. Im November 1998 spielten Gotthard im Vorprogramm von Deep Purple in Frankreich.

Das 1999 erschienene Album Open baute auf den Erfolg des Livealbums auf und präsentierte eine weniger rockige und gemässigtere Band. Den bisher grössten Singleerfolg bescherte ihnen die Ballade Heaven vom nächsten Album Homerun (2001). Der Song erreichte die Spitzenposition in den nationalen Singlecharts. Das dazugehörende Album wurde mit Dreifach-Platin ausgezeichnet. Im Juni 2001 eröffneten Gotthard für Bon Jovi in Zürich, Wien und München, einen Monat später waren sie im Vorprogramm von AC/DC in Turin zu sehen.

Neugewonnene Härte: 2003 bis 2009[Bearbeiten]

Die Jahre 2003 und 2004 waren geprägt von einschneidenden Veränderungen in der Band. Zum einen trennte sich die Band von Mentor und Co-Produzent Chris von Rohr, um die vom Produzenten gewünschte Kommerzschiene wieder in Richtung Rock zu verlassen und zum anderen verließ Mandy Meyer die Band. Er spielt heute bei Unisonic . Sein Nachfolger wurde Marc Lynns ehemaliger Bandkollege Freddy Scherer von China. Gotthard wechselten das Management und unterschrieben einen Plattenvertrag mit Nuclear Blast. Im Mai 2003 spielten Gotthard als Co-Headliner bei der 300-Jahr-Feier von St. Petersburg und hatten einen Auftritt im Moskauer Kreml.

Das Album Human Zoo wurde von Marc Tanner (Nelson, American Hi-Fi, ...) produziert und markiert eine Rückkehr zur rockigeren Seite der Band. In dieselbe Kerbe haute auch das 2005 erschienene Album Lipservice, das von Ronald Prent (u. a. Rammstein) und Leo Leoni produziert wurde.

Am 8. Dezember 2005 wurde im fast ausverkauften Hallenstadion Zürich eine Live-CD und eine Live-DVD aufgenommen. Die CD Made in Switzerland erschien im Frühjahr 2006. Die DVD ist im Doppelpack enthalten. Im April 2007 veröffentlichten Gotthard ihr achtes Studioalbum Domino Effect, das ebenfalls wieder vorrangig rockige Songs beinhaltet und auch wieder von Ronald Prent und Leo Leoni produziert wurde.

Im Mai wurde Lift U Up von Blick zum offiziellen Fansong zur Europameisterschaft 2008 gekürt[1]. Der Remix erschien im Juni 2008 und wurde von Mousse T. arrangiert. Ebenso wurde im Juni 2008 die musikalische Zukunft mit einem weiteren Plattenvertrag gesichert, der bis zum Jahr 2012 drei weitere Studioalben vorsieht. Das aktuelle Album ist am 4. September 2009 unter dem Titel "Need to Believe" erschienen; enthalten ist auch die neue Single Shangri La. Dieses Album war der bisher größte Erfolg der Band. Es fand sich auch in Deutschland zeitweise auf Platz 8 der offiziellen Charts. Eine weitere Singleauskopplung namens "Unconditional Faith" wird außerdem auf dem Soundtrack des autobiografischen Spielfilms über den deutschen Box-Superstar Max Schmeling enthalten sein.

Steve Lee

Nach dem großen Erfolg der Band im Vorprogramm von Deep Purple auf deren Deutschlandtournee im Jahr 2008 starteten Gotthard 2009 zu einer großen Europatour. In Deutschland spielten Gotthard zusammen mit der schwedischen Rocklegende Europe eine Headlinertour, für die sogar Stadien der Dimension der Münchener Olympiahalle gebucht wurden.

Tod von Steve Lee: 2010[Bearbeiten]

Am 5. Oktober 2010 verunglückte Sänger Steve Lee bei einem unverschuldeten Verkehrsunfall in der Nähe der Stadt Mesquite im US-Bundesstaat Nevada und starb noch an der Unfallstelle.[2] Der letzte Auftritt von Steve Lee mit Gotthard fand anlässlich der Miss-Schweiz-Wahlen Ende September 2010 statt, das letzte Konzert vor Publikum am Open Air Gampel im Wallis im August.

Auf der offiziellen Webseite liess die Band im Februar 2011 verlauten, dass sie nach einer längeren Trauerphase wieder Projekte mit der Band plant und einen neuen Frontmann sucht. In einem arbeitsrechtlichen Leitentscheid[3] wies das Bundesgericht 2012 letztinstanzlich die Anträge der Band auf Kurzarbeitsentschädigung ab, da der Ausfall eines Sängers zum normalen Betriebsrisiko von Musikgruppen gehöre.[4]

Seit dem Neubeginn 2011[Bearbeiten]

Am 20. November 2011 gab die Band bekannt, dass der Schweiz-Australier Nic Maeder neuer Sänger von Gotthard sein wird. Zum 1. Juni 2012 wurde Firebirth, das erste Album mit Nic, veröffentlicht .[5] Die erste Single Remember it's me konnte man vor dem Erscheinen des Albums auf der Homepage der Band kostenlos herunterladen. Das Album ist - trotz der eingestreuten Balladen - deutlich härter und gradliniger als die unmittelbaren Vorgänger, der Einfluss von Neu-Mitglied Nic Maeder deutlich heraus zu hören. Am 7. April 2014 erschien das Nachfolger-Album BANG!.[6]

Der Bandname[Bearbeiten]

Gotthard ist nicht nur der Name eines Gebirgsmassivs in der Schweiz, sondern steht auch für den durch dieses Massiv führenden Tunnel sowie den gleichnamigen Gebirgspass. Ein zweiter Sinn ergibt sich, wenn man beachtet, dass die Band bei der Schreibweise ihres Namens gewöhnlich das zweite T von GOTTHARD um 180° gedreht schreibt. Dieses T trennt GOT von HARD und stellt einen Phallus dar, ausserdem heisst „Got Hard“ auf Englisch soviel wie einen Ständer gekriegt (vgl. english: to get/got hard). Eine sexuell bezogene Anspielung, die vor allem für Hair-Metal-Bands der 1980er Jahre und ihre anzüglichen Texte typisch ist. Das Logo der Band wurde von Ron Habegger entworfen, dem Bruder des Schlagzeugers Hena Habegger.

Erfolge und Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Gotthard sind die bisher national erfolgreichste Schweizer Rockband (international liegen Krokus weiterhin vorne)
  • Weltweit über 2.000.000 verkaufte Alben, davon alleine 1.000.000 in der Schweiz
  • 11 Nummer-Eins-Alben
  • 1 Dreifach-Platin-Album (Homerun)
  • 5 Doppel-Platin-Alben (Human Zoo, One Life One Soul, Open, D-Frosted, Lipservice)
  • 6 Platin-Alben (Gotthard, Dial Hard, G., One Team One Spirit, Made In Switzerland, Domino Effect)
  • 26 Single-CDs
  • 2008 - Swiss Music Award in der Kategorie «Best Album Pop/Rock National» für «Domino Effect»[7][8]
  • 2011 - Gotthard mit 13 Alben gleichzeitig in den Schweizer Charts[9]

Diskografie[Bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen[10] Anmerkungen
DE AT CH
1992 Gotthard 5
(35 Wo.)
Erstveröffentlichung: Februar 1992
1994 Dial Hard 60
(9 Wo.)
1
(23 Wo.)
Erstveröffentlichung: Januar 1994
1996 G. 49
(8 Wo.)
1
(24 Wo.)
Erstveröffentlichung: Januar 1996
1999 Open 21
(6 Wo.)
40
(4 Wo.)
1
(29 Wo.)
Erstveröffentlichung: Januar 1999
2001 Homerun 14
(8 Wo.)
51
(5 Wo.)
1
(48 Wo.)
Erstveröffentlichung: Januar 2001
2003 Human Zoo 29
(4 Wo.)
1
(35 Wo.)
Erstveröffentlichung: Februar 2003
2005 Lipservice 31
(3 Wo.)
58
(2 Wo.)
1
(39 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juni 2005
2007 Domino Effect 22
(7 Wo.)
33
(2 Wo.)
1
(34 Wo.)
Erstveröffentlichung: April 2007
2009 Need to Believe 8
(6 Wo.)
28
(2 Wo.)
1
(32 Wo.)
Erstveröffentlichung: September 2009
2012 Firebirth 9
(5 Wo.)
33
(3 Wo.)
1
(24 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juni 2012
2014 Bang! 10
(... Wo.)
23
(... Wo.)
1
(... Wo.)
Erstveröffentlichung: April 2014

Livealben & Kompilationen[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen[10] Anmerkungen
DE AT CH
1997 D-Frosted 71
(2 Wo.)
1
(37 Wo.)
Erstveröffentlichung: September 1997
2002 One Life, One Soul - Best of Ballads 60
(1 Wo.)
1
(41 Wo.)
Erstveröffentlichung: Januar 2002
2004 One Team, One Spirit (The Very Best) 77
(1 Wo.)
1
(25 Wo.)
Erstveröffentlichung: August 2004
2006 Made In Switzerland 77
(1 Wo.)
1
(33 Wo.)
Erstveröffentlichung: April 2006
2010 Heaven – Best of Ballads Part 2 82
(1 Wo.)
1
(36 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 2010
2011 Homegrown - Alive in Lugano 28
(2 Wo.)
61
(1 Wo.)
2
(15 Wo.)
Erstveröffentlichung: September 2011

Singles[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen[10] Anmerkungen
DE AT CH
1992 All I Care For
Gotthard
13
(16 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juni 1992
Hush
Gotthard
26
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 1992
1993 Mountain Mama
Dial Hard
11
(17 Wo.)
Erstveröffentlichung: Dezember 1993
1995 Father Is That Enough?
G.
21
(16 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 1995
1996 One Life, One Soul
G.
4
(25 Wo.)
Erstveröffentlichung: März 1996
(feat. Montserrat Caballé)
He Ain’t Heavy, He’s My Brother
One Life, One Soul - Best of Ballads
10
(15 Wo.)
Erstveröffentlichung: September 1996
1998 Let It Rain
Open
10
(20 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 1998
1999 Blackberry Way
Open
43
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: September 1999
Merry X-Mas 4
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 1999
2000 Heaven
Homerun
1
(49 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 2000
2001 Homerun
Homerun
61
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: März 2001
2003 What I Like
Human Zoo
18
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: Januar 2003
Have a Little Faith
Human Zoo
49
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: September 2003
2004 One Team, One Spirit
One Team, One Spirit (The Very Best)
17
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juli 2004
2005 Lift U Up
Lipservice
95
(1 Wo.)
3
(37 Wo.)
Erstveröffentlichung: April 2005
(feat. DJ Energy)
Anytime, Anywhere
Lipservice
27
(13 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 2005
2007 The Call
Domino Effect
17
(12 Wo.)
Erstveröffentlichung: März 2007
2010 Need to Believe
Need to Believe
28
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 2010
Don't Let Me Down
Need to Believe
41
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 2010
Tears To Cry
Need to Believe
61
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 2010
2011 Remember It's Me
Firebirth
58
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 2011
2012 Starlight
Firebirth
25
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: April 2012
2014 Feel What I Feel...!
Bang!
19
(... Wo.)
Erstveröffentlichung: Januar 2014

Literatur[Bearbeiten]

  • Chris Von Rohr: Bananenflanke. Steinblatt Verlag, Solothurn. ISBN 3-9520081-1-7 ("Neue Geschichten aus dem Rock-Dschungel")

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gotthard – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. http://www.blick.ch/euro08/gotthard-ueberragend-88364
  2. http://www.glanzundgloria.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2010/10/06/Schweiz/Gotthard-Saenger-Steve-Lee-bei-Toeff-Unfall-verstorben?WT.zugang=front_top
  3. Urteil 8C_741/2011 vom 1. Mai 2012, zur Publikation vorgesehen.
  4. René Felber: Keine Kurzarbeitsentschädigung für Rockband Gotthard, NZZ vom 16. Mai 2012 S. 12.
  5. http://www.gotthard.com/index100.html
  6. http://www.blabbermouth.net/news/gotthard-to-release-bang-in-april/
  7. http://www.swissmusicawards.ch/
  8. DRS 3 Swiss Music Awards: Die Gewinner und Verlierer
  9. Aargauer Zeitung [1]
  10. a b c Chartquellen: DE AT CH