Gotthart A. Eichhorn

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Gotthart A. Eichhorn (* 1941 in Görlitz) ist ein deutscher Fotograf, Fotodesigner und Autor.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Gotthart A. Eichhorn wurde als jüngstes von 5 Kindern in Görlitz geboren und floh im Februar 1945 während des Zweiten Weltkriegs mit seiner Mutter und den 4 Schwestern nach Idstein. Nachdem sein Vater, ein als Baltendeutscher aus seiner Heimat Estland vertriebener Architekt und Hochschullehrer, aus der Kriegsgefangenschaft entlassen worden war, zog die Familie nach Hagen (Westfalen), wo Eichhorn von 1951 bis 1960 seine Schulzeit am Fichte-Gymnasium verbrachte.[1]

Nach dem Gymnasium hat er zunächst ein Volontariatsstelle als Journalist angetreten, dann aber eine Ausbildung als Fotograf absolviert.[2] Im Anschluss an seine Ausbildung in Hagen und Frankfurt war er 5 Jahre verantwortlicher Fotograf im Großstudio der Firma Braun AG in Kronberg. Dabei kam es zu einer ihn prägenden Zusammenarbeit mit der Hochschule für Gestaltung Ulm, und er gewann mehrere Preise und Auszeichnungen im In- und Ausland. Seit 1971 ist er selbständig und arbeitet als Fotodesigner für internationale Agenturen und Konzerne. Er inszeniert zudem vielbeachtete audiovisuelle Diashows.

Stil, Phantasie und Perfektion sind die Grundlagen seiner fotografischen Arbeit. Er fotografiert das Leben, die Schönheit, die Illusion und die Flüchtigkeit und hält Ausschau nach Unerwartetem. Sein fotografisches Feingefühl, sein kooperativer Umgang mit Menschen − seien es Auftraggeber, Dargestellte oder Konsumenten – und seine professionelle Sicherheit ermöglichen es ihm, seine Ideen konzeptionell in Bilder umzusetzen.[3] Die Begabung, auch den Dingen des Alltags ihre eigenständige Form zu geben und sie in Szene zu setzen, führten zu seinem Erfolg. Die Phantasien des Unbegreiflichen herauszufordern, ist Thema seiner Arbeit im Bereich der surrealistischen Fotografie, insbesondere bei Projekten für die Dresdner Bank, die seinen besonderen Ruf als künstlerisch arbeitender Werbefotograf verankerten.

Nach seinem Rückzug aus der Großstadt Frankfurt in ein historisches Fachwerkhaus auf dem Lande arbeitet er auch wieder als Schriftsteller, zuletzt mit seiner autobiografischen Erzählung „Reise in mein frühes Ich“. Er beschreibt darin die traumatisch erlebten Nachkriegsjahre seiner Jugend und offenbart dramatische Standbilder eines Lebensfilms.[4] Eine sehr früh begonnene Liebe ist dabei ein zentrales Thema seiner Erzählung.[5] Durch seinen leidenschaftlichen Aufbruch in die Medienwelt der 1960er Jahre entdeckt er die Fotografie als seine Ausdrucksmöglichkeit. Die Suche nach Klarheit und Schönheit bleibt dabei sein vorrangiges Ziel.[6]

Wesentlich für seine Arbeit war und ist die Ausbildung seiner Mitarbeiter in seinen drei Studios Kronberg, Eschborn und Frankfurt. Mit seinen Kamerarassistenten verband ihn immer ein engagiertes Verhältnis bei der gemeinsamen Arbeit, und einige sind heute international renommierte Fotodesigner, wie Michael Ehrhart, Hans-Jürgen Herrmann, Jürgen Lecher und Ernst Wrba. Er leitet unter anderem auch Volkshochschulseminare zum Thema Werbung in Wort und Bild, bei denen es gezielt um die Bausteine Text und Fotografie geht. Dabei lernen die Kursteilnehmer, ein fotografisches Auge für ihr Produkt entwickeln, um es überzeugend mit Worten und Bildern präsentieren können.[7]

Familie[Bearbeiten]

Er heiratete 1968 in Frankfurt die Kunsthändlerin, Malerin und Zeichnerin Johanna K. Eichhorn, geb. Philipp (* 1945).[8] 1972 wurde die gemeinsame Tochter Anna Carina Eichhorn geboren, die ist seit 2012 Vorstand (CEO) der humatrix AG ist, die sie 2001 gegründet hatte.[9] Er lebt mit seiner Ehefrau seit 2006 in Geiselbach-Omersbach.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gotthart A. Eichhorn: Reise in mein frühes Ich – Eine autobiografische Erzählung. AAVAA Verlag, 2012. ISBN 978-3-8459-0412-2.
  2. Jürgen Brehm: Heftig aufbrechende Erinnerungen – In Omersbach lebender Fotograf Gotthart A. Eichhorn hat seine Kindheit und Jugend beschrieben. (PDF; 1,0 MB) Main Echo, 14. Februar 2013.
  3. Gotthart A. Eichhorn: Philosophie. Mit einem Ausschnitt aus einem Film von Henning Burk, WDR, 1988.
  4. Amazon Produktbeschreibungen.
  5. Ein Gespräch von Beate Heins mit dem Fotografen Gotthart A. Eichhorn über sein jetzt vorgelegtes Buch „Reise in mein frühes Ich,“ (PDF; 176 kB) 26. Oktober 2012.
  6. Klappentext auf Weltbild.de.
  7. Volkshochschule Kahlgrund-Spessart e.V.: Werbung in Wort und Bild mit Carolin Reuter und Gotthart A. Eichhorn am 23. Juli 2012 im Landhotel Windlicht, Krombach.
  8. Johanna K. Eichhorn.
  9. Deutsche Biotechnologietage 2013: Dr. Anna C. Eichhorn.