Gouvernante

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The Governess, dt. Die Gouvernante' (Gemälde von Rebecca Solomon, 1851): Die Gouvernante sitzt rechts mit ihrem anvertrauten Kind im England des Viktorianischen Zeitalters

Gouvernante (von lat. gubernare = lenken/leiten) ist ein altmodischer Begriff für Hauslehrerin oder Erzieherin. Dieser Beruf stellte über lange Zeit für Frauen eine der wenigen Möglichkeiten dar, einen standesgemäßen Beruf auszuüben. Er wurde vor allem von Frauen aus der gebildeten Mittelschicht ergriffen, die nicht verheiratet waren.

Die Schriftstellerin Anne Brontë sowie die spätere Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner übten beispielsweise beide zeitweilig den Beruf der Gouvernante aus. Der Künstlerin Paula Modersohn-Becker wurde von ihrem Vater nahegelegt, sich mit dem Beruf der Gouvernante ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Zu den aus der Literatur bekannten Gouvernanten zählt z. B. Jane Eyre.

Der Begriff wird heutzutage nur noch selten benutzt und hat einen etwas negativen Beiklang bekommen. Gouvernantenhaft wird beispielsweise ein strenger, nicht unbedingt vorteilhaft wirkender Kleidungsstil genannt.

Als Etagen-Gouvernante wird in der Schweiz auch eine Angestellte eines Hotels bezeichnet, welche die Zimmermädchen in ihrer Arbeit anleitet.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

  • Irene Hardach-Pinke, Die Gouvernante : Geschichte eines Frauenberufs, Frankfurt am Main [u.a.] : Campus-Verl., 1993
  • Dorith Herfeld: Die Governess zwischen Alterität und Konformität im britischen Roman (1798-1898). Dissertation, Universität Regensburg 2006 (Volltext) – zur Gouvernante als Motiv der Literatur
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