Gräfenberg
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Oberfranken | |
| Landkreis: | Forchheim | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Gräfenberg | |
| Höhe: | 433 m ü. NN | |
| Fläche: | 37,88 km² | |
| Einwohner: |
4055 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 107 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 91322 | |
| Vorwahl: | 09192 | |
| Kfz-Kennzeichen: | FO | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 4 74 132 | |
| Stadtgliederung: | 15 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Kirchplatz 8 91322 Gräfenberg |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Werner Wolf (Freie Wähler) | |
| Lage der Stadt Gräfenberg im Landkreis Forchheim | ||
Gräfenberg ist eine Stadt im Landkreis Forchheim (Regierungsbezirk Oberfranken) und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Gräfenberg.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Geographische Lage [Bearbeiten]
Gräfenberg weist erhebliche Höhenunterschiede (400 m bis 550 m) auf und ist das südliche Eingangstor zur Fränkischen Schweiz. Die Stadt liegt nördlich von Nürnberg an der B 2, die früher eine wichtige Salzhandelsstraße war. Der Ort wird im Osten und Nordwesten von zwei großen Steinbrüchen begrenzt.
Die Kalkach (ein Zufluss der Schwabach (Regnitz)) durchströmt die Westseite der historischen Altstadt mit großem Gefälle. An ihrem weiteren Verlauf gibt es einige Schrebergärten.
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
Die Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn):
Egloffstein, Obertrubach, Hiltpoltstein, Simmelsdorf, Weißenohe, Igensdorf, Neunkirchen am Brand, Kunreuth, Leutenbach
Stadtgliederung [Bearbeiten]
Die politische Gemeinde Gräfenberg hat 15 amtlich benannte Ortsteile[2]:
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Geschichte [Bearbeiten]
Gräfenberg wurde erstmals 1172 urkundlich erwähnt. Die Nürnberger Patrizierfamilie Haller hatte seit 1333 die Herrschaft im Ort inne. König Karl IV. verlieh dem Ort im Jahr 1371 das Stadtrecht. Am 4. Juni 1567 vernichtete der große Stadtbrand alle Häuser innerhalb der Stadtmauern. Im 16. Jahrhundert erwarb die Reichsstadt Nürnberg Gräfenberg. Am 8. Juni 1778 wurde Gräfenberg nach einem gewaltigen Gewitter von einer Flutwelle heimgesucht, die mehrere Bürger in den Tod riss. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss kam der Ort 1803 zu Bayern. Am 30. und 31. Juli 1866 wurde während des Deutschen Bruderkriegs in dem Ort, der Hauptquartier der vorrückenden Preußen war, ein Waffenstillstand ausgehandelt.
Eingemeindungen [Bearbeiten]
Die Gemeinde Guttenburg mit dem Stadtteil Gräfenbergerhüll schloss sich am 1. April 1959 der Stadt Gräfenberg an.[3] Am 1. Juli 1976 wurde die Gemeinde Walkersbrunn (1021 als Waltgeresbrunnun erstmals urkundlich erwähnt) mit ihren Ortsteilen Kasberg, Rangen und Schlichenreuth in die Stadt Gräfenberg eingegliedert. Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Thuisbrunn (1007 unter dem Namen Tuosibrunno erstmals erwähnt) mit ihren Ortsteilen Hohenschwärz, Höfles, Dörnhof, Neusles und Haidhof eingemeindet. Auch schlossen sich aus der Gemeinde Lilling (1205 mit dem Namen Lugelinge erstmals urkundlich erwähnt, Umbenennung der Gemeinde Wölfersdorf in Lilling am 1. Januar 1870[3]) die Ortsteile Lilling und Sollenberg der Stadt Gräfenberg an.[4]
Religion [Bearbeiten]
Gräfenberg ist mehrheitlich evangelisch und Dekanatssitz, lediglich Lilling und Sollenberg sind katholisch geprägt. Die Dreieinigkeitskirche stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde mit der Reformation evangelisch-lutherisch. Die älteste christliche Kirche stand in frühmittelalterlicher Zeit auf dem Michelsberg als Michaelskapelle. Weitere evangelische Kirchen befinden sich in Thuisbrunn und Walkersbrunn. Die katholischen Christen feiern ihren Gottesdienst in einer modernen Filialkirche (1967) und gehören zur Kirchengemeinde Weißenohe im Dekanat Erlangen im Erzbistum Bamberg. Daneben befindet sich in Lillinger Höhe eine Kapelle in der im Mai regelmäßig Andachten stattfinden.
Politik [Bearbeiten]
Gräfenberg bildet zusammen mit den Gemeinden Hiltpoltstein und Weißenohe eine Verwaltungsgemeinschaft. Der Vorsitzende ist der Gräfenberger Bürgermeister Werner Wolf.
Stadtrat [Bearbeiten]
Der Stadtrat hat nach der Kommunalwahl vom 2. März 2008 folgende Sitzverteilung :
- Freie Wähler 5 Sitze
- SPD 5 Sitze
- CSU 5 Sitze
- Gräfenberger Bürger Liste (GBL) 1 Sitz
Bürgermeister [Bearbeiten]
Erster Bürgermeister ist seit dem Jahr 1996 Werner Wolf von den Freien Wählern. Zweiter Bürgermeister ist seit 2008 Hans-Jürgen Nekolla (SPD), zur dritten Bürgermeisterin wurde Sylvia Hofmann (Freie Wähler) gewählt.
Wappen [Bearbeiten]
Die Wappenbeschreibung lautet: In Rot über grünem Dreiberg eine silberne Zinnenmauer, die mit einem gespaltenen Schild belegt ist; darin vorne in Gold ein halber, rot gezungter schwarzer Adler am Spalt, hinten fünfmal schräg geteilt von Rot und Silber; darüber ein wachsender, doppelschwänziger, golden gekrönter und blau bewehrter silberner Löwe.
Das Wappen ist durch Siegelführung seit 1437 belegt.
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Gräfenberg pflegt seit 1987 eine Städtepartnerschaft mit dem französischen Ort Pringy[5]. Am 1. Mai 2003 wurde eine weitere Städtepartnerschaft mit der Stadt Tiszaföldvár in Ungarn begründet.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Museen [Bearbeiten]
In Gräfenberg ist ein Turmuhren-Museum [6] beheimatet, welches sich in Privatbesitz befindet. Jeweils sonntags von April bis Oktober können dort verschiedenste Uhren und der Fortschritt der Mechanik über mehrere Jahrhunderte besichtigt werden.
Bauwerke [Bearbeiten]
Die Anlage des Ortes am bzw. auf dem Berg ist städtebaulich von großem Reiz.
Das historische Gräfenberger Rathaus wurde im Jahr 1689 durch Conrad Kramer erbaut und war seit dem Jahr 1871 Sitz des Gräfenberger Stadtrats. Im Jahr 1989 wurde das Gebäude saniert und restauriert. In ihm finden noch regelmäßig Sitzungen des Stadtrates und standesamtliche Trauungen statt.
Das moderne Rathaus, Sitz der Verwaltungsgemeinschaft, war früher das Schloss der Patrizierfamilie Haller; der weitläufige Schlossgarten wurde jedoch Anfang des 20. Jahrhunderts zugunsten des Gesteinsabbaus aufgelöst.
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
- Ein Historisches Bürgerfest mit Mittelaltermarkt findet zu Ehren des Wirnt von Grafenberg alle fünf Jahre statt (in den mit 4 und 9 endenden Jahren).
- Am dritten Adventssonntag veranstaltet der Fränkische-Schweiz-Verein Gräfenberg auf dem Kirchplatz die traditionelle Gräfenberger Vorweihnacht, einen der ältesten Weihnachtsmärkte der Fränkischen Schweiz (seit 1976). Als Höhepunkt beschließt jedes Jahr das Nürnberger Christkind den Markt und spricht neben dem Nürnberger einen vor vielen Jahren verfassten Gräfenberger Prolog.
- Am ersten Sonntag im August wird in der Gräfenberger Altstadt die Kirchweih gefeiert. Die Michaeliskirchweih folgt am letzten Sonntag im September.
- Am dritten Sonntag im September ist Kirchweih (Kerwa) in Walkersbrunn.
- Alljährlich findet eine Woche vor Ostern der Palmsonntagsmarkt und am Ewigkeitssonntag (Totensonntag) im November der Andreasmarkt statt. Dabei wird das historische Rathaus vom Gartenbauverein bzw. von den Altstadtfreunden Gräfenberg in ein „Rathauscafé“ verwandelt.
- Am Weißen Sonntag ist Konfirmation in Gräfenberg.
- Im renovierten Jugendzentrum am Schelmberg finden regelmäßige Veranstaltungen für die Jugend statt.
- Gräfenberg ist bunt organisiert das alljährliche Open-Mind-Festival.
Gräfenberg ist bunt [Bearbeiten]
Seit 1999 marschierte die NPD alljährlich am Volkstrauertag, von Dezember 2006 bis zum Herbst 2009 monatlich zum Gräfenberger Kriegerdenkmal. Dagegen richtete sich breiter und engagierter Bürger-Protest der Aktion Gräfenberg ist bunt [7], einer parteiübergreifenden Bewegung gegen Nationalsozialismus und Rassismus. Mit kreativen Aktionen setzen sich die Gräfenberger Bürger für Frieden, Vielfalt und Völkerverständigung ein. Das Bürgerforum Gräfenberg ist bunt hat überregionale Bedeutung, ist Träger des Würzburger Friedenspreises[8] und genießt bundesweit Anerkennung.[9][10]
Am Tag der Deutschen Einheit 2007 feierten 2000 Gräfenberger und Nazi-Gegner aus der Umgebung ein zweitägiges Fest Für Demokratie und Menschenrechte im geeinten Deutschland und protestierten mit einem ökumenischen Gottesdienst, vielen Grußworten und einem bunten kulturellen Programm gegen eine Versammlung von Neo-Nazis. Prominente Besucher waren Arno Hamburger, Susanne Kastner, Ulrich Maly, Eva Bulling-Schröter, Ulrike Gote, Elisabeth Scharfenberg und Christine Stahl.
Im Oktober 2009 hat die NPD erklärt, ihre Aktivitäten künftig mehr in die Oberpfalz, nach Niederbayern und ins nahegelegene Weißenohe (dem Wohnort der Gründer des Bürgerforums) zu verlegen.[11] Seit einigen Jahren organisieren Neonazis zudem Veranstaltungen in dem nur einige Kilometer entfernt liegenden Geschwand bei Obertrubach.[12]
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Verkehr [Bearbeiten]
Gräfenberg ist Endhaltestelle der Gräfenbergbahn R21, mit der insbesondere zur wärmeren Jahreszeit auch Ausflügler und Wanderer nach Gräfenberg gelangen. Es gibt weiterhin fünf Buslinien, die die umliegenden Ortschaften vom Bahnhof aus erschließen, sowie eine Buslinie als Querverbindung nach Forchheim.[13]
Die Stadt liegt an der Bundesstraße 2 zwischen Nürnberg und Pegnitz.
Ansässige Unternehmen [Bearbeiten]
Brauereien [Bearbeiten]
In Gräfenberg und seinen Ortsteilen gibt es vier Brauereien:
- Brauerei Friedmann, seit 1875 in Familienbesitz, aus dem Heldschen Brauhaus hervorgegangen.
- Lindenbräu (Brehmer), Brauerei seit 1932
- Brauerei Hofmann, Hohenschwärz, Brauerei seit 1897
- Elch-Bräu, Thuisbrunn, Wiedereröffnung 2007
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- Der mittelhochdeutsche Dichter Wirnt von Grafenberg stammte vermutlich aus Gräfenberg.
- Der Tübinger Altphilologe Martin Crusius wurde am 19. September 1526 im heutigen Gräfenberger Stadtteil Walkersbrunn, damals Pfarrei „Zu den Drei Heiligen Gräbern“ (heute Evangelisch-Lutherische Pfarrei Ermreuth), geboren und starb am 7. März 1607 (neuen Stils) in Tübingen.
Schulen [Bearbeiten]
Gräfenberg verfügt über eine Hauptschule - seit 2010: Mittelschule -, eine Grundschule und die Ritter-von-Wirnt-Realschule; das nächste Gymnasium befindet sich im neun Kilometer entfernten Eckental.
Tourismus [Bearbeiten]
Aufgrund seiner mittelalterlichen Altstadt, seiner Lage am Rande der Fränkischen Schweiz und seiner vielen gastronomischen Betriebe ist Gräfenberg ein beliebtes Naherholungsziel für Gäste aus Nürnberg, Fürth und Erlangen.
Fünf-Seidla-Steig [Bearbeiten]
Der Fünf-Seidla-Steig ist ein etwa 19 Kilometer langer, 2008 eröffneter Wanderweg zwischen den vier Brauereien der Gemeinde Gräfenberg und der Klosterbrauerei Weißenohe. Benannt ist er nach dem fränkischen Bierkrug, dem Seidla. Die Brauereien erzeugen insgesamt 21 verschiedene Biere.[14]
Sport [Bearbeiten]
Der TSV 09 Gräfenberg ist der größte Verein Gräfenbergs mit den Abteilungen Fußball, Ski (Langlauf), Volleyball und Tennis. Der Verein besitzt ein Sportheim etwas außerhalb von Gräfenberg.
Freizeitangebote [Bearbeiten]
Im Sommer ist das stadteigene Freibad bei gutem Wetter geöffnet.
Siehe auch [Bearbeiten]
Weblinks [Bearbeiten]
- Offizielle Internetpräsenz der Stadt Gräfenberg
- Gräfenberg: Wappengeschichte vom HdBG
- Gräfenberg: Amtliche Statistik des LStDV
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
- ↑ http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111102/175015&attr=OBJ&val=1198
- ↑ a b Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 462.
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 683 und 684.
- ↑ http://www.graefenberg.de/cms/stadtinfos_partnerstaedte/
- ↑ http://www.turmuhren-graefenberg.de/ Turmuhren-Museum
- ↑ Gräfenberg ist bunt - Ziele und Aktionen des Bürgerforums
- ↑ Preisträger seit 1995 auf der Seite des Komitee Würzburger Friedenspreis
- ↑ Anerkennungsschreiben des Bundespräsidenten (Pressemitteilung)
- ↑ Kriegerdenkmal hinter Bauzaun verbannt, Junge Welt vom 1. August 2008, S. 15
- ↑ Nordbayerischer Kurier: Bürgerforum: NPD verzichtet auf Aufzüge in Gräfenberg vom 1. Oktober 2009
- ↑ Feiern Neonazis unbehelligt bei Obertrubach?, Nürnberger Nachrichten vom 2. Juli 2009; Abgerufen am 21. Juni 2011
- ↑ Netzplan des VGN für den Landkreis Forchheim (Stand: 13. Dezember 2009); nichtberücksichtigt ist Buslinie 212 als Bahnersatz mit etwa gleichem Streckenverlauf nach Nürnberg
- ↑ Franken-Wiki.de, Fünf-Seidla-Steig
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