Gräfenberg

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Gräfenberg (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Gräfenberg
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Gräfenberg hervorgehoben
Koordinaten: 49° 38′ N, 11° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Forchheim
Verwaltungsge-
meinschaft:
Gräfenberg
Höhe: 433 m ü. NN
Fläche: 37,88 km²
Einwohner: 4073 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 108 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91322
Vorwahl: 09192
Kfz-Kennzeichen: FO
Gemeindeschlüssel: 09 4 74 132
Adresse der Stadtverwaltung: Kirchplatz 8
91322 Gräfenberg
Webpräsenz:
Bürgermeister: Werner Wolf
Wappenbild Gräfenbergs am Hiltpoltsteiner Tor
Wappenbild Gräfenbergs am Hiltpoltsteiner Tor
Blick vom Bahnhof zur Kirche (3. April 2005)
Blick vom Bahnhof zur Kirche (3. April 2005)

Gräfenberg ist eine Stadt im Landkreis Forchheim (Regierungsbezirk Oberfranken) und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Gräfenberg.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Gräfenberg weist erhebliche Höhenunterschiede auf und ist das südliche Eingangstor zur Fränkischen Schweiz. Die Stadt liegt nördlich von Nürnberg an der B 2, die früher eine wichtige Salzhandelsstraße war. Der Ort wird im Osten und Nordwesten von zwei großen Steinbrüchen begrenzt.

Die Kalkach fällt an der Westseite der historischen Altstadt schnell in die Tiefe. An ihrem weiteren Verlauf haben sich einige Schrebergärten angesiedelt.

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn):

Egloffstein, Obertrubach, Hiltpoltstein, Simmelsdorf, Weißenohe, Igensdorf, Neunkirchen am Brand, Kunreuth, Leutenbach,

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Ortsteile:

  • Gräfenberg
  • Gräfenbergerhüll
  • Guttenburg
  • Dörnhof
  • Haidhof
  • Höfles
  • Hohenschwärz
  • Kasberg
  • Lilling
  • Lillinger Höhe
  • Neusles
  • Rangen
  • Schlichenreuth
  • Sollenberg
  • Thuisbrunn
  • Walkersbrunn

[Bearbeiten] Geschichte

Gräfenberg wurde erstmals 1172 urkundlich erwähnt. Die Nürnberger Patrizierfamilie Haller hatte seit 1333 die Herrschaft im Ort inne. Das Stadtrecht wurde im Jahre 1371 verliehen. Am 4. Juni 1567 vernichtete der große Stadtbrand alle Häuser innerhalb der Stadtmauern. Im 16. Jahrhundert erwarb die Reichsstadt Nürnberg Gräfenberg. Am 8. Juni 1778 wurde Gräfenberg nach einem gewaltigen Gewitter von einer Flutwelle heimgesucht, die mehrere Bürger in den Tod riss. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss kam der Ort 1803 zu Bayern.

[Bearbeiten] Religionen

Gräfenberg ist mehrheitlich evangelisch und Dekanatssitz. Die Dreieinigkeitskirche stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde mit der Reformation 1511 evangelisch- lutherisch. Die älteste christliche Kirche stand auf dem Michelsberg als Michaelskappelle aus frühmittelalterlicher Zeit. Die katholischen Christen feiern Gottesdienst in einer modernen Filialkirche (1967) und gehören zur Kirchengemeinde Weißenohe.

[Bearbeiten] Politik

Gräfenberg bildet zusammen mit den Gemeinden Hiltpoltstein und Weißenohe eine Verwaltungsgemeinschaft. Der Vorsitzende ist der Weißenoher Bürgermeister Rudolf Braun.

[Bearbeiten] Stadtrat

Der Stadtrat weist nach der Kommunalwahl vom 2.März 2008 folgende Sitzverteilung auf:

[Bearbeiten] Bürgermeister

Erster Bürgermeister ist Werner Wolf von den Freien Wählern.

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Gräfenberg pflegt seit 1987 eine Städtepartnerschaft mit dem französischen Ort Pringy. Am 1. Mai 2003 wurde eine weitere Städtepartnerschaft mit der Stadt Tiszaföldvár in Ungarn begründet.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Bauwerke

Gemälde an einem Stadttor in Gräfenberg (1925)
Gemälde an einem Stadttor in Gräfenberg (1925)

Die Anlage des Ortes am bzw. auf dem Berg ist städtebaulich von großem Reiz.

Das alte Gräfenberger Rathaus wurde im Jahr 1689 durch Conrad Kramer erbaut und war seit dem Jahr 1871 Sitz des Gräfenberger Stadtrats. Im Jahr 1989 wurde das Gebäude vollständig saniert und restauriert.

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

  • Am Weißen Sonntag ist Konfirmation in Gräfenberg.
  • Am ersten Sonntag im August ist Kirchweih in Gräfenberg.
  • Am dritten Sonntag im September ist Kirchweih (Kerwa) in Walkersbrunn und Michaelis-Kirchweih in Gräfenberg
  • Am dritten Advents-Sonntag ist traditioneller Weihnachtsmarkt auf dem Kirchplatz, bei dem das Nürnberger Christkind seinen Prolog hält.

Im renovierten Jugendzentrum am Schelmberg finden regelmäßige Veranstaltungen für die Jugend statt.

[Bearbeiten] Gräfenberg ist bunt

Anti-Nazi-Demonstration "Gräfenberg ist bunt" am 18. August 2007 auf dem Marktplatz
Anti-Nazi-Demonstration "Gräfenberg ist bunt" am 18. August 2007 auf dem Marktplatz

Seit 1999 marschiert die NPD alljährlich am Volkstrauertag, seit Dezember 2006 monatlich, zum Gräfenberger Kriegerdenkmal. Dagegen richtet sich breiter und engagierter Bürger-Protest. Die Aktion Gräfenberg ist bunt [1] ist eine parteiübergreifende Bewegung gegen Nationalsozialismus und Rassismus. Mit kreativen Aktionen setzen sich die Gräfenberger Bürger für Frieden, Vielfalt und Völkerverständigung ein. Das Bürgerforum Gräfenberg ist bunt hat überregionale Bedeutung und genießt bundesweit Anerkennung. [2] [3]

Am Tag der Deutschen Einheit 2007 feierten 2000 Gräfenberger und Nazi-Gegner aus der Umgebung ein zweitägiges Fest Für Demokratie und Menschenrechte im geeinten Deutschland und protestierten mit einem ökumenischen Gottesdienst, vielen Grußworten und einem bunten kulturellen Programm gegen eine Versammlung von Neo-Nazis. Prominente Besucher waren Arno Hamburger, Susanne Kastner, Ulrich Maly und Eva Bulling-Schröter.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Verkehr

Gräfenbergbahn
Gräfenbergbahn

Gräfenberg ist Endhaltestelle der Gräfenbergbahn R21, mit der insbesondere zur wärmeren Jahreszeit auch Ausflügler und Wanderer nach Gräfenberg gelangen. Die Stadt liegt an der Bundesstraße 2 zwischen Nürnberg und Pegnitz.

[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen

[Bearbeiten] Brauereien

In Gräfenberg und seinen Ortsteilen gibt es vier Brauereien:

  • Brauerei Friedmann, seit 1875 in Familienbesitz, aus dem Heldschen Brauhaus hervorgegangen. Diese Brauerei stellt u. a. den sogenannten Ritter-Wirnt-Trunk her, der nach dem Dichter Wirnt von Grafenberg benannt ist (siehe unten Persönlichkeiten).
  • Lindenbräu (Brehmer), Brauerei seit 1932
  • Brauerei Hofmann, Hohenschwärz
  • Elch-Bräu, Thuisbrunn, (Wiedereröffnung 2007)[4]

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

Der mittelhochdeutsche Dichter Wirnt von Grafenberg stammte vermutlich aus Gräfenberg.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Quellen

  1. Gräfenberg ist bunt - Ziele und Aktionen des Bürgerforums
  2. Anerkennungsschreiben des Bundespräsidenten (Pressemitteilung)
  3. Kriegerdenkmal geschützt (Bericht in der Junge Welt)
  4. Elch-Bräu

[Bearbeiten] Weblinks

Commons
 Commons: Gräfenberg – Bilder, Videos und Audiodateien
Persönliche Werkzeuge