Gräfenthal

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Gräfenthal (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Gräfenthal
Gräfenthal
Deutschlandkarte, Position der Stadt Gräfenthal hervorgehoben
50.53333333333311.3400Koordinaten: 50° 32′ N, 11° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Saalfeld-Rudolstadt
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Schiefergebirge
Höhe: 400 m ü. NHN
Fläche: 36,45 km²
Einwohner: 2150 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 59 Einwohner je km²
Postleitzahl: 98743
Vorwahlen: 036703, 036701 LippelsdorfVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: SLF, RU
Gemeindeschlüssel: 16 0 73 028
Stadtgliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1
98743 Gräfenthal
Webpräsenz: www.graefenthal.de
Bürgermeister: Peter Paschold
Lage der Stadt Gräfenthal im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt
Allendorf Altenbeuthen Bad Blankenburg Bechstedt Cursdorf Deesbach Döschnitz Dröbischau Drognitz Gräfenthal Hohenwarte Kamsdorf Katzhütte Kaulsdorf (Saale) Königsee-Rottenbach Lehesten Leutenberg Lichte Mellenbach-Glasbach Meura Meuselbach-Schwarzmühle Oberhain Oberweißbach/Thüringer Wald Piesau Probstzella Reichmannsdorf Remda-Teichel Rohrbach Königsee-Rottenbach Rudolstadt Saalfeld/Saale Saalfelder Höhe Schmiedefeld (Lichtetal) Schwarzburg Sitzendorf Uhlstädt-Kirchhasel Unterweißbach Unterwellenborn Wittgendorf ThüringenKarte
Über dieses Bild

Gräfenthal ist eine Landstadt im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt in Thüringen. Die Stadt gehört der Verwaltungsgemeinschaft Schiefergebirge an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Probstzella hat.

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt Gräfenthal liegt in einem Seitental der Loquitz, einem Nebenfluss der Saale. Gräfenthal ist vom Thüringer Schiefergebirge umgeben. Die Berge in der Region erheben sich bis zu 800 Meter über NN und sind mit Fichten bewaldet. Westlich von Gräfenthal liegt Neuhaus am Rennweg, östlich befindet sich Probstzella. Der Rennsteig verläuft etwa vier Kilometer südlich der Stadt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden: Reichmannsdorf, Probstzella, Ludwigsstadt, Tettau, Sonneberg, Piesau, Lichte, Schmiedefeld.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Gräfenthal setzt sich aus acht Ortsteilen zusammen:

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt wurde erstmals 1288 urkundlich erwähnt. Sie ist eine Gründung des lokalen Adelsgeschlechts der Herren von Gräfenthal, das in den umliegenden Dörfern begütert war und vermutlich auch einen ersten Herrensitz an der Stelle des heutigen Schlosses Wespenstein errichtete.[2] Über dieses Geschlecht gibt es keine gesicherten Erkenntnisse, doch sollten sie das Lehen direkt von den Landgrafen von Thüringen empfangen haben, da der umliegende Saalfelder Forst eines der wenigen größeren zusammenhängenden Territorien im unmittelbaren landgräflichen Besitz war.[3]

Nach dem Aussterben der Gräfenthaler übernahmen die meranischen Grafen von Orlamünde den Besitz. Diese belehnten damit zuerst die Herren von Gräfendorf, nutzten ihn aber schließlich selbst als Residenz, als sie ihre Stammlande im Orlagau nach und nach an die Wettiner verloren. Zunehmender wirtschaftlicher Niedergang zwang die Orlamünder 1394 Schloss Gräfenthal mit allen zugehörigen Orten und Rechten den Wettinern zu Lehen aufzutragen und schließlich 1426 an Herzog Friedrich I. von Sachsen zu veräußern. 1438 verkauften die Wettiner diese Neuerwerbung an die Reichserbmarschälle von Pappenheim, ohne die Lehenshoheit aufzugeben. Deren Gräfenthaler Linie endete mit dem Tod von Christoph Ulrich von Pappenheim am 19. Dezember 1599.[4] 1621 verkauften sie die Herrschaft wieder an das Haus Wettin. Das Amt Gräfenthal fiel erst an das Herzogtum Sachsen-Altenburg, nach der Erbteilung 1680 an Sachsen-Saalfeld.

Politik[Bearbeiten]

Rathaus

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Rat der Stadt Gräfenthal besteht aus 14 Ratsfrauen und Ratsherren.

  • Freiwillige Feuerwehr der Einheitsgemeinde Stadt Gräfenthal/Bürgerinitiative für gerechtfertigte Kommunalabgaben (FFW/BI): 7 Sitze
  • Dörfliche Vereine (DV): 4 Sitze
  • CDU: 3 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 7. Juni 2009)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist seit dem 1. Juli 2012 Peter Paschold.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Geteilt von Rot über Gold; oben wachsend der Rumpf einer hersehenden Mohrin in goldenem Kleid und mit goldenem Turban, unten ein springender schwarzer Löwe mit roter Zunge.“ Die Mohrin entstammt der Helmzier des Wappens der Marschalle von Pappenheim, die aus einer wachsenden Mohrin besteht.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Ev. Stadtkirche St. Marien und die alte Schule (heute Gasthof/Pension)
Schloss Wespenstein
Innenstadt
  • Schloss Wespenstein
  • Grenz- und Heimatmuseum Gräfenthal
  • Stadtkirche, restaurierte Jugendstilausmalung in Thüringen
  • Rathaus
  • Eisenbahnviadukt
  • Stadtpark
  • Kriegerdenkmal
  • Freiwillige Feuerwehr Gräfenthal

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Gräfenthal lebte früher vom Bergbau und der Handelsstraße Nürnberg – Leipzig. Abgebaut wurden Eisen und Schiefer, Alaun. Heute gibt es in der Stadt vor allem zwei Kunststofffabriken, eine Möbelfabrik, sowie verschiedenes Kleingewerbe.

Verkehr[Bearbeiten]

Gräfenthal liegt an der Straße von Neuhaus am Rennweg nach Probstzella. Weitere Straßen führen in die Ortsteile Creunitz, Buchbach, Lichtenhain Sommersdorf, Gebersdorf und Lippelsdorf nach Reichmannsdorf und nach Tettau. Früher besaß die Stadt auch einen Eisenbahnanschluss an der inzwischen stillgelegten Bahnstrecke Sonneberg–Probstzella.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon, 1861, Band 4, Seite 451
  3. Werner Mägdefrau: Thüringen im hohen Mittelalter, Eisenach 1989, Seite 88 - 89
  4. Johann Adolph von Schultes: Sachsen-Coburg-Saalfeldische Landesgeschichte, 1820, Seite 129
  5.  Wikisource: Julie Ludwig – Quellen und Volltexte

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gräfenthal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien