Grävenwiesbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Grävenwiesbach
Grävenwiesbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Grävenwiesbach hervorgehoben
50.3856944444448.4570138888889297Koordinaten: 50° 23′ N, 8° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Hochtaunuskreis
Höhe: 297 m ü. NHN
Fläche: 43,16 km²
Einwohner: 5230 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 121 Einwohner je km²
Postleitzahl: 61279
Vorwahl: 06086
Kfz-Kennzeichen: HG, USI
Gemeindeschlüssel: 06 4 34 004
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofsweg 2a
61279 Grävenwiesbach
Webpräsenz: www.graevenwiesbach.de
Bürgermeister: Roland Seel (CDU)
Lage der Gemeinde Grävenwiesbach im Hochtaunuskreis
Frankfurt am Main Lahn-Dill-Kreis Landkreis Limburg-Weilburg Main-Taunus-Kreis Rheingau-Taunus-Kreis Wetteraukreis Wiesbaden Bad Homburg vor der Höhe Friedrichsdorf Glashütten (Taunus) Grävenwiesbach Königstein im Taunus Kronberg im Taunus Neu-Anspach Oberursel (Taunus) Schmitten (Hochtaunus) Steinbach (Taunus) Usingen Weilrod WehrheimKarte
Über dieses Bild

Grävenwiesbach ist eine Gemeinde im Hochtaunuskreis im Land Hessen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Das Grävenwiesbacher Gemeindegebiet liegt in 240 bis 500 Meter über NN im östlichen Hintertaunus, nördlich des Taunushauptkamms. Nächste größere Städte sind Wetzlar (20 km) im Norden, Limburg an der Lahn (32 km) im Westen und Frankfurt am Main (40 km) im Süden.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Grävenwiesbach grenzt im Norden an die Gemeinden Weilmünster (Landkreis Limburg-Weilburg) und Waldsolms (Lahn-Dill-Kreis), im Osten an die Städte Butzbach (Wetteraukreis), und Usingen, im Süden und Westen an die Gemeinde Weilrod (beide im Hochtaunuskreis).

Gliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Grävenwiesbach, Heinzenberg, Hundstadt, Laubach, Mönstadt und Naunstadt.

Geschichte[Bearbeiten]

Ortsteil Hundstadt

Grävenwiesbach wurde im Jahre 1280 als Wiesinbach erstmals urkundlich erwähnt, eine weitere historische Namensform ist Grebenwiesbach (1493).[2]. Seit 1326 gehörte der Ort zur Grafschaft, später Fürstentum Nassau-Weilburg mit dem es 1806 zum neu geschaffenen Herzogtum Nassau kam. 1866 wurde Grävenwiesbach preußisch.

Bis 1925 und für mindestens 200 Jahre wurde der Jüdische Friedhof Grävenwiesbach als Grablege für jüdische Gemeindeglieder genutzt.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen schlossen sich am 31. Dezember 1971 die Gemeinden Grävenwiesbach, Heinzenberg, Hundstadt, Laubach, Mönstadt und Naunstadt freiwillig zur Gemeinde Grävenwiesbach zusammen.[3]

Für das Gebiet der sechs früheren Gemeinden wurden per Hauptsatzung Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher errichtet. Die Grenzen der Ortsbezirke sind nicht besonders definiert und folgen daher den seitherigen Gemarkungsgrenzen.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
Kommunalwahl 2011
 %
30
20
10
0
22,6 %
19,4 %
18,2 %
18,2 %
16,8 %
4,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 20
 18
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-16
-14,4 %p
-5,6 %p
+18,2 %p
-7,8 %p
+8,0 %p
+1,6 %p
FWG Freie Wählergemeinschaft Grävenwiesbach 22,6 6 37,0 8
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 19,4 5 25,0 6
UB Unabhängige Bürger 18,2 3
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 18,2 5 26,0 6
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 16,8 3 8,8 2
FDP Freie Demokratische Partei 4,8 1 3,2 1
Gesamt 100,0 23 100,0 23
Wahlbeteiligung in % 51,0 49,6

Partnerschaften[Bearbeiten]

Grävenwiesbach unterhält seit dem 6. September 1980 partnerschaftliche Beziehungen zu Wuenheim im Elsass.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Bundesstraße 456 führt direkt durch Grävenwiesbach, die Autobahn A5 Frankfurt – Kassel ist in ungefähr 25 km Entfernung über die Anschlussstelle Ober-Mörlen zu erreichen.

Bahnhof Grävenwiesbach[Bearbeiten]

Bahnhof Grävenwiesbach

Am 1. Juni 1909 wurde die Eisenbahnstrecke Usingen–Grävenwiesbach–Weilmünster eröffnet. Damit war eine durchgehende Verbindung von Frankfurt über Bad Homburg nach Weilburg geschaffen worden.

Nachdem in Grävenwiesbach ab 1. November 1912 die Strecke nach Wetzlar (Solmsbachtalbahn) abzweigte, war der Bahnhof Grävenwiesbach ein kleiner Knotenpunkt geworden. Das war der Anfang einer bescheidenen Industrialisierung sowie der Beginn der Umorientierung hin zum Wirtschaftsraum Rhein-Main.

Auf der Strecke nach Weilburg wurde der Personenverkehr 1969 eingestellt, nach Wetzlar 1985. Auf einem Stück der Strecke nach Wetzlar wurde 1999 wegen der zu erwartenden guten Nachfrage der Betrieb bis Brandoberndorf wieder aufgenommen.

Heute ist Grävenwiesbach ein Betriebsmittelpunkt der von der Hessischen Landesbahn GmbH betriebenen Taunusbahn Bad Homburg–Usingen–Brandoberndorf, in den Zügen gelten die Fahrkarten des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV).

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Seit 1915 besteht die Raiffeisenbank Grävenwiesbach.

Bildung[Bearbeiten]

In Grävenwiesbach gibt es eine Grundschule. Haupt- und Realschule sowie Gymnasium stehen in Usingen und Neu-Anspach zur Verfügung.

Jugendherberge[Bearbeiten]

Am Rande von Grävenwiesbach liegt die Richard-Schirrmann-Jugendherberge, eine von drei Jugendherbergen im Hochtaunuskreis. Bereits im Jahre 1937 wurde diese Jugendherberge geplant. Aber erst nachdem die Stadt Rüsselsheim ein Fünftel der Baukosten bereitstellte, um einen Teil der Herberge als Schullandheim zu nutzen, konnte der Bau am 5. August 1964 eröffnet werden. Heute stehen 162 Betten in Zwei- bis Acht-Bettzimmern zur Verfügung.[4] Grävenwiesbach beheimatet zudem das Richard Schirrmann Privatmuseum, welches dem Gründer des deutschen Jugendherbergswerks, der in Grävenwiesbach seinen Lebensabend verbrachte, gewidmet ist. Nach Richard Schirrmann wurde auch eine Straße benannt, die Richard-Schirrmann-Straße.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

  • Albert Helff (1861–1945), Landesvorsitzender der FVP in Hessen-Nassau, Abgeordneter im Provinziallandtag und Frankfurter Stadtverordneter, Anwaltskammerpräsident

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Auf dem Plateau eines Hügels liegt die nach allen Himmelsrichtungen gut sichtbare Evangelische Kirche Grävenwiesbach. Sie wurde 1737/38 im klassizistischen Stil erbaut und überrascht mit ihrer für eine Dorfkirche ungewöhnlichen Größe, mit ihrer Schlichtheit und Innenraumaufteilung.

Literatur[Bearbeiten]

  • So war es einst. Grävenwiesbach im Wandel der Zeiten. Herausgeber: Heimat- und Geschichtsverein Grävenwiesbach e. V. ISBN 3-00-010271-X
  • Unsere Bahn. Herausgeber: Heimat- und Geschichtsverein Grävenwiesbach e. V.
  • „ Grävenwiesbach Gestern und Heute “ Eine Zeitreise durch die letzten Jahrhunderte. Herausgeber : Heimat- und Geschichtsverein Grävenwiesbach e. V.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Grävenwiesbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Format„Grävenwiesbach, Hochtaunuskreis“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 22. April 2014, abgerufen am 11. Juli 2014.
  3. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 266
  4. Gudrun Schirrmann: Unsere Jugendherbergen; in: Ingrid Berg: Heimat Hochtaunus; Frankfurt 1988; ISBN 3-7829-0375-7, Seite 486