Grüne Borstenhirse

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Grüne Borstenhirse
Grüne Borstenhirse (Setaria viridis)

Grüne Borstenhirse (Setaria viridis)

Systematik
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Süßgräser (Poaceae)
Unterfamilie: Panicoideae
Gattung: Borstenhirsen (Setaria)
Art: Grüne Borstenhirse
Wissenschaftlicher Name
Setaria viridis
(L.) P.Beauv.

Die Grüne Borstenhirse (Setaria viridis) ist eine Pflanze, die zu den Süßgräsern (Poaceae) gehört.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Grüne Borstenhirse wächst als krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 5 bis 50 cm. Ihr Halme ist knickig aufsteigend. Die Laubblätter sind grün mit hellem oder violettem Mittelnerv und kahl. Die Ligula bildet einen Haarkranz.

Die Blütenähre wirkt beim Aufwärtsstreichen glatt, sie ist kompakt und nicht unterbrochen. Die Borsten sind 5 bis 10 mm lang, weich, dünn, grün, später violett überlaufen. Die Deckspelzen des oberen Blütchens sind glatt oder schwach strukturiert, die obere Hüllspelze ist so lang wie die Deckspelze.

Typische Merkmale[Bearbeiten]

Pflanze erscheint im Jugendstadium kräftig grün, im Erwachsenenstadium mehr rötlich überlaufen. Ohne Blatthäutchen, dafür mit einem Kranz feiner, langer Wimpernhaare.

Jungpflanze[Bearbeiten]

Kräftig, sich schnell bestockend; Blattscheide meist platt gedrückt, mit Haarleiste.

Halme[Bearbeiten]

Der Halm ist sehr dünn und ist nicht behaart. Am Ende des Halmes steigt er sehr knickig auf.

Blätter[Bearbeiten]

Ziemlich breit, kahl; jüngstes Blatt gerollt; kein Blatthäutchen, jedoch ein Kranz feiner, langer Wimpernhaare; ohne Blattöhrchen. Blattspreite kahl und zugespitzt, Blattscheide meist flach gedrückt und mit Haarleiste.

Blüten[Bearbeiten]

Ährchen einblütig, an der Basis mit einer aus langen, rauen, grünen oder grünlich-gelben Borsten bestehenden Hülle. In der vollen Entwicklung überragen lange Scheinähren das oberste Blatt.

Blütezeit[Bearbeiten]

Sommer-Frühherbst

Standort[Bearbeiten]

Man findet die Grüne Borstenhirse ziemlich häufig in Unkrautgesellschaften tiefer Lagen, vor allem in Hackäckern, Weinbergen und Gärten, auch auf Schutt und an Wegen. Sie bevorzugt lockere, basen- und ziemlich stickstoffreiche, gut durchlüftete Böden. Sie gedeiht auf Kalkböden und sandigen Lehmböden, die gedüngt sind, besonders gut. Nach Ellenberg ist sie eine Halblichtpflanze, bevorzugt stickstoffreiche Standorte und ist eine Klassencharakterart der Ruderalgesellschaften und verwandter Acker- und Garten-Beikrautgesellschaften (Chenopodietea).

Hauptkeimzeit[Bearbeiten]

Keimt ab Frühjahr und Vorsommer. Die Borstenhirse ist ein Wärmekeimer und braucht mindestens 15 °C als Keimtemperaturminimum.

Ökologie[Bearbeiten]

Die Grüne Borstenhirse ist einjährig, sommerannuell, eine C4-Pflanze, ein Wärmekeimer und ein Archäophyt. Sie wird teilweise durch Mais-Herbizide gefördert, da sie eine ähnliche Resistenz gegenüber Triazinen besitzt wie der Mais. Die Blüten sind windblütig, vom „Langstaubfädigen Typ“. Es ist ein Ährenrispengras, aber die einzelnen Rispenäste tragen keine Blüten, sondern sind zu zackig-rauen Borsten umgewandelt. Die Früchte sind Karyopsen. Sie fallen zur Reife mit dem Ährchen ab. Sie werden als Tierstreuer und als Windstreuer verbreitet. Auch eine Ausbreitung durch den Menschen findet statt (Kulturbegleiter). Schließlich wurde auch eine Ausbreitung über den Kropf von Tauben beobachtet. Fruchtreife ab August.

Bedeutung[Bearbeiten]

Weit verbreitet. Die Borstenhirse bildet schnell einen dichten Teppich, der sich auf den Feldern hinsichtlich Nährstoff- und Wasserkonkurrenz bemerkbar macht und den Ertrag eines Feldes schmälern kann.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas, Band 5. 2. Auflage, Franckh-Kosmos, Stuttgart 2000, ISBN 3-440-08048-X
  •  Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe, Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5.
  •  Heinz Ellenberg: Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen in ökologischer, dynamischer und historischer Sicht (= UTB für Wissenschaft. Grosse Reihe. Band 8104). 5. stark veränderte und verbesserte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart 1996, ISBN 3-8252-8104-3.
  •  Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. 2. Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8001-4990-2.
  •  Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands. Ein botanisch-ökologischer Exkursionsbegleiter zu den wichtigsten Arten. 6. völlig neu bearbeitete Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2005, ISBN 3-494-01397-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Grüne Borstenhirse – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien