Grüner Strom Label
Grüner Strom Label e.V. ist ein Verein mit Sitz in Bonn. Er wurde im Dezember 1998 auf Initiative von EUROSOLAR gegründet und zertifiziert seit 1999 Ökostrom-Angebote mit dem 'Grüner Strom Label'. Das Grüner Strom Label (GSL) ist das älteste Gütesiegel für Ökostrom in Deutschland und das einzige, das von Umweltverbänden getragen wird.
Ziel der Zertifizierung ist, durch die Kennzeichnung empfehlenswerter Produkte für mehr Transparenz im Ökostrommarkt zu sorgen und eine ökologische Energieversorgung zu fördern.
Der Grüner Strom Label e.V. wird von folgenden Organisationen getragen:
- EUROSOLAR
- Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
- Naturschutzbund Deutschland (NABU)
- Deutscher Naturschutzring (DNR)
- International Physicians for the Prevention of Nuclear War (Deutsche Sektion IPPNW)
- Die Verbraucher Initiative
- NaturwissenschaftlerInnen-Initiative
Inhaltsverzeichnis |
Das 'Grüner Strom Label Gold' (GSL Gold)[Bearbeiten]
Folgende zentrale Kriterien sind laut Kriterienkatalog Grundvoraussetzung für eine Zertifizierung:[1]
- Der Strom muss zu 100 % aus erneuerbaren Quellen stammen (aus bereits existierenden oder neuen Kraftwerken)
- Der Stromanbieter muss den zusätzlichen Ausbau erneuerbarer Energien mit einem festen Betrag je verkaufter Kilowattstunde fördern
-
- Im Privatkundengeschäft liegt der Mindestförderbetrag bei 1 Cent je kWh.
- Bei Kunden mit einem Verbrauch zwischen 20.000 und 100.000 kWh/a pauschal mindestens 200 Euro/Jahr.
- Bei Gewerbekunden ab 100.000 kWh/a beträgt der Mindestförderbetrag 0,2 Cent je kWh.
- Unternehmen, die selbst Atomkraftwerke betreiben, beziehungsweise an einem solchen direkt beteiligt sind, erhalten das Label nicht
- RECS-Zertifikate sind als Nachweis der Lieferverpflichtung nicht zugelassen
Mit dem überwiegenden Teil der Förderbeträge werden neue Ökokraftwerke bezuschusst oder co-finanziert, die auch im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert werden, aber auch solche, deren Strom in die Direktvermarktung geht. Teilweise können die Fördergelder auch in Anlagen im Ausland oder in Energieeffizienzmaßnahmen fließen, sowie in Projekte, die die Energiewende und die dafür notwendige Infrastruktur voranbringen. Die Stromanbieter müssen über die Projekte, die sie im Rahmen der Zertifizierung fördern, im Internet berichten. Zusätzlich erfasst der Grüner Strom Label e.V. die realisierten Projekte auf seiner Internetseite.
Ca. 60 Energieversorger bieten nach den Kriterien des Grüner Strom Label e.V. zertifizierten Ökostrom an. Momentan tragen alle am Markt erhältlichen GSL-zertifizierten Ökostromprodukte das GSL-Gold.
Das 'Grüner Strom Label' ist ein Produktlabel und kann daher auch für Produkte von Energieversorgern genutzt werden, die auch andere Produkte im Angebot haben. Sie können auch Beteiligungen durch Unternehmen haben, die selbst Betreiber von Atomkraftwerken sind. Das anbietende Unternehmen muss in seiner Geschäftspolitik allerdings den Ausbau der erneuerbaren Energien aktiv unterstützen.
Daten und Fakten[Bearbeiten]
Im Rahmen der Zertifizierung wurden im Jahr 2011 über 900 Gigawattstunden Ökostrom an Endverbraucher geliefert (siehe Tab. 1). Die Menge an Ökostrom, die mit dem GSL vermarktet wird, hat somit gegenüber 2010 stark zugenommen.
Tab. 1: Verkaufte Menge Ökostrom mit 'Grüner Strom Label' 1999 - 2011[2]
| Jahr | MWh/a |
|---|---|
| 1999 | 1.805 |
| 2000 | 18.359 |
| 2001 | 40.233 |
| 2002 | 68.595 |
| 2003 | 69.081 |
| 2004 | 70.011 |
| 2005 | 70.825 |
| 2006 | 68.844 |
| 2007 | 81.009 |
| 2008 | 165.183 |
| 2009 | 226.570 |
| 2010 | 368.191 |
| 2011(*) | 916.217 |
| 2012(*) | 1.013.003 |
(*) Prognose Grüner Strom Label e.V.
Die wachsende zertifizierte Strommenge führt zu steigenden Investitionsbeträgen. Seit Beginn der Zertifizierung investierten die Stromanbieter im Rahmen ihrer GSL-Produkte bereits über 20 Millionen Euro (siehe Tab. 2). 2012 werden voraussichtlich mehr als 5 Millionen Euro an Fördergeldern bereitgestellt.[3]
Über 900 neue Stromerzeugungsanlagen aus dem gesamten Spektrum der erneuerbaren Energien wurden durch das Grüner Strom Label-Modell bisher initiiert.
Tab. 2: Entwicklung der Investitionen 1999 - 2011[4]
(Schwankungen bei den Investitionsbeträgen beruhen darauf, dass die Fördergelder in einem Zeitraum von zwei Jahren investiert werden dürfen)
| Jahr | €/a |
|---|---|
| 1999 | 36.791 |
| 2000 | 188.327 |
| 2001 | 999.383 |
| 2002 | 747.637 |
| 2003 | 1.224.451 |
| 2004 | 1.690.491 |
| 2005 | 1.320.346 |
| 2006 | 2.037.132 |
| 2007 | 1.701.903 |
| 2008 | 1.883.543 |
| 2009 | 2.374.770 |
| 2010 | 2.564.311 |
| 2011(*) | 10.000.000 |
(*) Prognose Grüner Strom Label e.V.
Weitere Label des Grüner Strom Label e.V.[Bearbeiten]
Neben dem GSL-Gold gibt es das 'Grüner Strom Label Silber (GSL-Silber)'. Wichtigster Unterschied zum Gold-Siegel ist, dass bis zu 50 % des Stroms aus KWK-Anlagen stammen können, die mit fossilen Brennstoffen angetrieben werden und dass die Förderbeträge bis zu 50 % in KWK-Anlagen fließen dürfen. Im Sinne einer Übergangsstrategie sollen damit KWK-Anlagen gefördert werden, bei denen aktuell noch begründete Probleme bei der Realisierung mit erneuerbaren Energien bestehen. Weitere Informationen zu den Kriterien, siehe aktuellen Kriterienkatalog.[5] Derzeit gibt es kein Stromprodukt am Markt, dass mit dem 'Grüner Strom Label Silber' zertifiziert ist.
2012 verabschiedeten die GSL-Trägerverbände außerdem einen Kriterienkatalog für die Zertifizierung von Ökogas mit dem 'Grünes Gas Label'. Ziel dieses neuen Labels, das vermutlich 2013 auf den Markt kommen wird, ist die Zertifizierung von ökologisch hochwertigem Ökogas.
Siehe auch[Bearbeiten]
Weblinks[Bearbeiten]
Referenzen[Bearbeiten]
- ↑ Grüner Strom Label e.V.: Kriterienkatalog 2012
- ↑ Statistiken des Grüner Strom Label e.V.
- ↑ Pressemitteilung des Grüner Strom Label e.V.: 'GSL-Ökostromkunden lösen Millioneninvestitionen in erneuerbare Energien aus'
- ↑ Statistiken des Grüner Strom Label e.V.
- ↑ Kriterien der Zertifizierung des Grüner Strom Label e.V.

