Grünhain-Beierfeld

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Grünhain-Beierfeld
Grünhain-Beierfeld
Deutschlandkarte, Position der Stadt Grünhain-Beierfeld hervorgehoben
50.56666666666712.8505Koordinaten: 50° 34′ N, 12° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Erzgebirgskreis
Höhe: 505 m ü. NHN
Fläche: 22,26 km²
Einwohner: 6064 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 272 Einwohner je km²
Postleitzahl: 08344
Vorwahl: 03774
Kfz-Kennzeichen: ERZ, ANA, ASZ, AU, MAB, MEK, STL, SZB, ZP
Gemeindeschlüssel: 14 5 21 260
Stadtgliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
August-Bebel-Straße 79
08344 Grünhain-Beierfeld
Webpräsenz: www.gruenhain-beierfeld.de
Bürgermeister: Joachim Rudler (CDU)
Lage der Stadt Grünhain-Beierfeld im Erzgebirgskreis
Sachsen Amtsberg Annaberg-Buchholz Aue Auerbach (Erzgebirge) Bad Schlema Bärenstein (Erzgebirge) Lauter-Bernsbach Bockau Börnichen/Erzgeb. Borstendorf Breitenbrunn/Erzgeb. Burkhardtsdorf Crottendorf Deutschneudorf Drebach Ehrenfriedersdorf Eibenstock Elterlein Lugau/Erzgeb. Gelenau/Erzgeb. Geyer Gornau/Erzgeb. Gornsdorf Großolbersdorf Großrückerswalde Grünhain-Beierfeld Grünhainichen Heidersdorf Hohndorf Zwönitz Jahnsdorf/Erzgeb. Johanngeorgenstadt Jöhstadt Königswalde Lauter-Bernsbach Pockau-Lengefeld Lößnitz (Erzgebirge) Lugau/Erzgeb. Marienberg Mildenau Neukirchen/Erzgeb. Niederdorf (Sachsen) Niederwürschnitz Oberwiesenthal Oelsnitz/Erzgeb. Olbernhau Pfaffroda Pockau-Lengefeld Raschau-Markersbach Scheibenberg Schlettau Schneeberg (Erzgebirge) Schönheide Schwarzenberg/Erzgeb. Sehmatal Seiffen/Erzgeb. Stollberg/Erzgeb. Stützengrün Tannenberg Thalheim/Erzgeb. Thermalbad Wiesenbad Thum Wolkenstein (Erzgebirge) Marienberg Zschopau Zschorlau ZwönitzKarte
Über dieses Bild

Grünhain-Beierfeld ist eine Stadt im sächsischen Erzgebirgskreis. Sie entstand am 1. Januar 2005 durch die Eingemeindung der Stadt Grünhain in die Gemeinde Beierfeld.

Geografie[Bearbeiten]

Höchster Punkt des Stadtgebietes ist der Spiegelwald mit 728 m ü. NN.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Im Norden grenzen Zwönitz, im Osten Elterlein, im Süden Raschau-Markersbach, im Südwesten Schwarzenberg/Erzgeb. und im Westen Lauter-Bernsbach und Lößnitz an die Stadt.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Grünhain-Beierfeld gliedert sich in drei Stadtteile:

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt Grünhain-Beierfeld entstand am 1. Januar 2005 durch die Eingemeindung der bisher selbständigen Stadt Grünhain in die Gemeinde Beierfeld.[2]

Beierfeld[Bearbeiten]

Die Besiedlung des Gebietes um Beierfeld erfolgte im 12. Jahrhundert. Wie auch viele andere Orte des Erzgebirges ist Beierfeld ein zweireihiges Waldhufendorf. Der Ortsname lässt bayerische Kolonialisten vermuten. 1233 kam Beierfeld mit der Stiftung des Klosters Grünhain durch Meinhard II. von Wirbene zum Klosterbesitz. Damit besaß bis zur Reformation der Grünhainer Abt die Gerichtsbarkeit über den Ort und erhielt Zins- und Fronleistungen.

Mit dem einsetzenden Bergbau begann jedoch der Wandel vom reinen Bauerndorf zur industriell geprägten Gemeinde. Die aufkommende Löffelmacherei im 17. und 18. Jahrhundert sowie der Blechwarenindustrie im 19. Jahrhundert wurden zu den bestimmenden Industriezweigen im Ort. Aus der anfänglich handwerklichen Produktion von Haus- und Küchengeräten entwickelte sich ab Beginn des 20. Jahrhunderts die fabrikmäßige Herstellung in Großbetrieben.

Grünhain[Bearbeiten]

Mönchsbrunnen und Alte Klosterschmiede

Über die Umstände der Erstbesiedlung von Grünhain liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor. Sicher ist, dass Gruninhain erstmals 1231/33 urkundlich erwähnt wird. Der Standort an der Salzstraße Halle–Preßnitzer Pass–Böhmen bewog um 1230 Zisterziensermönche dazu, hier ein Kloster (Kloster Grünhain) zu gründen. Bereits 1267 ist Grünhain als oppidum bezeugt. Die Bedeutung Grünhains für das Erzgebirge und darüber hinaus, vor allem in den drei Jahrhunderten vor der Reformation, ist einzig der Existenz des Klosters zu verdanken. 1285 gab Abt Dietrich dem Ort ein Stadtsiegel, das drei grüne Bäume und einen Auerhahn in sich führte. Nach der Auflösung des Klosters wurde Grünhain Sitz des gleichnamigen kursächsischen Amtes, das wiederum mehr als 300 Jahre Bestand hatte.

Nachdem sich die Stadt im Verlaufe der 1990er Jahre immer größeren Schuldenlasten ausgesetzt gesehen hatte, gab sie zum 1. Januar 2005 ihre Eigenständigkeit auf und wurde in die benachbarte Gemeinde Beierfeld eingemeindet. Diese übernahm zugleich das Stadtrecht von Grünhain und änderte ihren Namen in „Stadt Grünhain-Beierfeld“.

Waschleithe[Bearbeiten]

Waschleithe wird 1528 erstmals urkundlich erwähnt. Bereits im 13. Jahrhundert begann im Oswaldtal, in dem Waschleithe liegt, der Bergbau. Neben Silber, Zinn, Eisen wurde später auch Marmor gewonnen. Der Bergbau wurde so bis 1920 weitergeführt. Aus dem Bergbau leitet sich auch der Ortsname ab, der von einer „Erzwäsche am Hang“ herrührt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Wahlbeteiligung: 43,1 %
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5,8 %
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1,8 %

Am 1. Januar 1999 erfolgte die Eingemeindung von Waschleithe nach Beierfeld.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

St.-Nicolai-Kirche in Grünhain
Peter-Pauls-Kirche in Beierfeld
Ruine der Dudelskirche in Waschleithe

Museen[Bearbeiten]

  • Schauanlage „Zur Heimatecke“ in Waschleithe
  • Schaubergwerk „Herkules-Frisch-Glück“ Waschleithe
  • Rot-Kreuz-Museum Beierfeld

Musik[Bearbeiten]

  • Original Grünhainer Jagdhornbläser

Bauwerke[Bearbeiten]

Parks[Bearbeiten]

  • Natur- und Wildpark Waschleithe

Sport[Bearbeiten]

  • Naturbad Grünhain
  • Spiegelwaldhalle, eine Mehrzwecksporthalle mit 400 Sitz- und 100 Stehplätze für Schul- und Vereinssport sowie Veranstaltungen.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Löffelmacherfest in Beierfeld
  • Klosterfestspiele in Grünhain
  • Harzerfest in Waschleithe

(die drei Veranstaltungen finden im jährlichen Wechsel statt)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Grünhain-Beierfeld ist nicht durch eine Bundesstraße an den überörtlichen Verkehr angebunden. Die wichtigste Verbindung ist die Staatsstraße 270, die die Stadt mit der nahen Bundesstraße 101 in Schwarzenberg und der Staatsstraße 258, einem Autobahnzubringer der A 72, in Zwönitz verbindet.

Bildung[Bearbeiten]

  • 2 Grundschulen
  • 1 Oberschule
  • 1 Berufsfachschule

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Werner Turck (* 1932), Unternehmer (verliehen im September 2012)[5]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Johann Hermann Schein

Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten]


Blick vom Spiegelwald auf den Ortsteil Grünhain (im Hintergrund der Schatzenstein)


Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Grünhain-Beierfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2012 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2005
  3. http://www.statistik.sachsen.de/wpr_neu/pkg_w04_erg.prc_erg_gr?p_bz_bzid=GR09&p_ebene=GE&p_ort=14521260
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999.
  5. Grünhain-Beierfeld: Werner Turck erhält Ehrenbürgerwürde, abgerufen am 5. September 2012.