Graben (Lechfeld)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Graben
Graben (Lechfeld)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Graben hervorgehoben
48.18916666666710.821944444444556Koordinaten: 48° 11′ N, 10° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Augsburg
Höhe: 556 m ü. NHN
Fläche: 14,56 km²
Einwohner: 3658 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 251 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86836
Vorwahl: 08232
Kfz-Kennzeichen: A
Gemeindeschlüssel: 09 7 72 149
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
86836 Graben
Webpräsenz: www.graben.de
Bürgermeister: Andreas Scharf (Bündnis Lechfeld/CSU)
Lage der Gemeinde Graben im Landkreis Augsburg
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Graben ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Augsburg. Es ist der Heimatort der Familie Fugger.

Geographie[Bearbeiten]

Graben liegt etwa 20 Kilometer südlich von Augsburg zwischen Lech und Wertach auf dem Lechfeld. Etwa drei Kilometer westlich von Graben befindet sich die Stadt Schwabmünchen.

Ortsteile[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

955 fand die Schlacht auf dem Lechfeld statt. 1063 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Graben als „ecclesia Grabon“. Der Ortsname wird als Bezug zu der römischen Fernwasserleitung gedeutet, welche, sofern die archäologischen Spuren richtig gedeutet sind, als Kanalleitung mit 2,5 m Tiefe und 7-8 m Breite und mit einem Gefälle von rund 3 Promille möglicherweise aus dem Hurlacher Quellreservoir kommend zur Wasserversorgung des 35 km entfernten Augusta Vindelicum angelegt worden und nach dem Abzug der Römer verfallen war.[2]

Bischof Heinrich II. von Augsburg vermachte die Kirche mit 2 Hufen Acker dem Domkapitel zu Augsburg. Das Rittergeschlecht „derer von Graben“ herrschte um 1100 in Graben im Namen des Domkapitels. 1170 erwarben die Grafen von Marstetten Besitz in Graben. 1350 wurde in Graben ein Domherrenamt errichtet. Die Pfarrkirche wurde 1354 neu gebaut.

Im Jahre 1367 zog der Gräbinger Weber Hans Fugger nach Augsburg und wurde 1386 zum ersten Zunftmeister der Weber in Augsburg, wodurch der Grundstein für das spätere Wirtschaftsimperium der Fugger gelegt wurde. Die Symbole der beiden Fuggerlinien Fugger vom Reh und Fugger von der Lilie sind noch heute im Gemeindewappen von Graben vereinigt.[3] Das jeweilige Haupt der fürstlichen Linie Fugger-Babenhausen ist seit 1899 automatisch Ehrenbürger von Graben. Lukas Fugger zog 1504 nach Graben zurück. Im selben Jahr erfolgte der Umbau der Kirche von Graben.

Der Friedhof um die Kirche wurde 1513 zu einer Kirchenburg ausgebaut. Gräbinger Bauern nahmen 1525 am Bauernkrieg teil. 1625 herrschte die Pest im Dorf. 1635 trat sie wiederum auf. Graben hatte nur noch 80 Einwohner. Das schwedisch-französische Heer lagerte 1648 bei Graben. Ein erster Schulbetrieb in Graben ist 1769 nachzuweisen. 1772 gab es eine Fleckfieberepidemie (Faulfieber) mit 30 Toten. Napoleons Soldaten besetzten Graben im Jahr 1800.

Das Domstift Augsburg übte die Grund- und Ortsherrschaft in Graben bis 1803 aus. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss kam der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Ab 1864 kam das Militär auf das zu Graben gehörende Lechfeld. Ab 1912 begann dort der militärische Flugbetrieb. Seit 7. Juli 1956 ist die Bundeswehr offiziell vor Ort. Seitdem ist Lagerlechfeld wieder Militärflugplatz und Heimat der Lehrgruppe A der Führungsunterstützungsschule der Bundeswehr und des Jagdbombergeschwaders 32.

1978 kam Graben durch die Gemeindegebietsreform zur Verwaltungsgemeinschaft Lechfeld. 1994 wurde der Ort wieder eine selbstständige Gemeinde.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Gemeinde wuchs zwischen 1988 und 2008 um 1601 Einwohner bzw. rd. 88%.

Politik[Bearbeiten]

Seit 2008 ist Andreas Scharf Bürgermeister von Graben. Sein Vorgänger war Hans Winkler (CSU).

Die Sitzverteilung im 16-köpfigen Gemeinderat (Stand Kommunalwahl 2014) ist wie folgt:

  • CSU: 6 Sitze
  • Freie Wähler: 5 Sitze
  • Bündnis Lechfeld: 5 Sitze

Baudenkmäler[Bearbeiten]

  • Pfarrkirche St. Ulrich und Afra

Siehe auch → Liste der Baudenkmäler in Graben (Lechfeld)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten]

  • Grundschule Graben

Kindergärten[Bearbeiten]

  • Pfiffikus
  • Villa Kunterbunt

Wirtschaft[Bearbeiten]

2011 eröffnete der Internet-Versandhandel amazon.de ein Logistikzentrum im Gewerbegebiet Lechfeld, unmittelbar an der B 17.[4]Welt-Icon48.200110.8497 Im April 2012 waren dort 1200 Arbeitskräfte angestellt, in der Weihnachtszeit 2011 zusätzlich rund 1300 Kurzzeit-Beschäftigte.[5] Für die verkehrstechnische Erschließung, auch der ebenfalls dort angesiedelten Logistikzentren der Unternehmen Lidl, Aldi Süd (Kleinaitingen) und DHL, wurde im Oktober 2012 der Haltepunkt Graben (Lechfeld)-Gewerbepark an der Bahnstrecke Bobingen–Landsberg am Lech eröffnet.[6][7]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Graben (Lechfeld) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Christoph Bauer: Die Römerherrschaft in Vindelikien, in: Geschichte Schwabens bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts (Handbuch der Bayerischen Geschichte, Band 3/2). München 2001, S. 60.
  3. HdBG: Wappengeschichte Graben
  4. Amazon gräbt das Lechfeld um. Abgerufen am 4. April 2012.
  5. "Wirtschaftswunder" im Augsburger Land. Landkreis extra vom 4. April 2012, S. 1.
  6. Neuer Haltepunkt Graben (Lechfeld)-Gewerbepark geht am 21. Oktober 2012 in Betrieb Presseinformation der DB Mobility Network Logistics
  7. Jetzt bekommt Amazon einen Bahnhof Artikel Businessforbusiness (B4B) Schwaben