Grace Elliott

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Porträt von Thomas Gainsborough: Lady Grace Elliott, 1778

Lady Grace Dalrymple Elliott (* um 1754 in Edinburgh; † 1823 in Ville-d’Avray) war eine schottische Kurtisane, die in Frankreich zur Zeit der Französischen Revolution Augenzeuge der Ereignisse wurde. Sie war die Mätresse des Prince of Wales und späteren britischen König Georg IV. und von Louis-Philippe II. Joseph de Bourbon, duc d’Orléans.

Leben[Bearbeiten]

Grace war die Tochter eines Edinburgher Rechtsanwalts. Ihre Eltern trennten sich, als sie noch ein Kind war, und sie wurde in einem französischen Kloster erzogen. Sie wurde später in die Gesellschaft eingeführt; durch ihre Schönheit und Intelligenz nahm sie das Leben einer Kurtisane an.

Nach ihrem Studium in Frankreich heiratete sie 1771 in London Sir John Elliott, einen renommierten Arzt. 1774 floh sie mit Arthur Annesley, 1. Earl of Mountnorris nach Edinburgh und verursachte somit einen Skandal. Die Ehe wurde geschieden und sie bekam eine einmalige Abfindung in Höhe von 12.000 £. Kurze Zeit später entführte ihr Bruder sie nach Frankreich und versteckte sie in einem Kloster. George James Cholmondley, 1. Marquess of Cholmondeley, einer ihrer vielen Wohltäter, rettete sie und brachte sie zurück nach London. Dort wurde sie die Geliebte und Kurtisane einiger der vornehmsten und reichsten Männer des Landes. Im Jahre 1782 gebar sie eine Tochter, deren Vaterschaft mehrere Männer für sich beanspruchten, darunter der Prince of Wales und spätere König Georg IV., Charles Windham, George Selwyn und Lord Cholmondeley.

Porträt von Thomas Gainsborough: Lady Grace Elliott, 1778

Im Jahre 1784 wurde Lady Elliott dem Herzog von Orléans, ein Cousin des französischen König Ludwig XVI., vorgestellt. Er war ein intimer Freund des Princen of Wales. Das Paar begann eine Affäre und er nahm sie 1786 mit nach Frankreich. Ihre Liaison ging zu Ende als die Revolution begann, aber trotz ihrer politischen Differenzen blieben sie Freunde. 1792 wurden der Palais des Tuileries von der Pariser Bevölkerung und den Delegierten der Provinzen gestürmt. Ludwig XVI. wurde gefangen genommen und ins Gefängnis gebracht. Grace Elliott gelang die Flucht aus Paris in ihr Landhaus in Meudon. Lady Elliott kehrte auf Bitten einer Freundin nach Paris zurück, um einem Geflohenen zu helfen. Als Grace mit der Kutsche am Gefängnis vorbeifuhr, wurde sie Zeugin einer Prozession der „sans culottes“ (Septembermassaker). An ihr zog der aufgespießte Kopf der Prinzessin Marie Thérèse de Lamballe, einer Freundin der Königin und Schwägerin des Herzogs, vorbei. Grace entdeckte, dass der Geflohene kein anderer als der Gouverneur des Tuileries-Palastes war (Marquis de Champcenetz), ein persönlicher Feind des Herzogs von Orléans und ein Mann, den sie selbst verachtete. Trotz der großen Abneigung gegen den Mann sorgte der Herzog dafür, dass er nach England eskortiert wurde. Kurz darauf wurde Lady Elliott auf dem Anwesen von Charles James Fox ins Gefängnis gebracht. Sie wurde vor dem Revolutionstribunal wegen Unterstützung der Konterrevolution und Kontakten zu Emigrierten angeklagt und zum Tode verurteilt. Im Gefängnis teilte sie mit der ehemaligen Mätresse Ludwigs XV., Marie-Jeanne Bécu, comtesse du Barry, eine Zelle. Die Anklagepunkte wurden alle fallen gelassen und sie wurde von Maximilien de Robespierre begnadigt. Nach der Terrorherrschaft zog sie sich auf ihr Anwesen in der Nähe von Ville-d'Avray zurück, wo sie 1823 als wohlhabende Frau starb.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Anfang 1800 kam ein Gerücht auf, dass Lady Elliott eine Geliebte von Napoleon Bonaparte gewesen sei, aber dies bestritt sie bis zu ihrem Tode.
  • Zur Zeit ihres Todes war sie die Geliebte des Bürgermeisters von Ville-d'Avray.
  • Ihre Tagebucheintragungen wurden 1854 unter den Titel Journal de ma vie durant la Révolution française in Frankreich veröffentlicht.
  • Der Film Die Lady und der Herzog (französisch L'angaise et le duc) basiert auf den Tagebucheintragungen von Lady Grace Elliott.[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Grace D. Elliott: Journal de ma vie durant la Révolution française. Editions de Paris, Paris 2001, ISBN 2-84621-012-8
  • Armand Baschet: Histoire de Philippe Égalité, Grandet. Paris 1851
  • Jo Manning: My Lady Scandalous: The Amazing Life and Outrageous Times of Grace Dalrymple Elliot, Royal Courtesan. Simon & Schuster Adult Publishing Group, 2005, ISBN 0-7432-6262-X

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Die Lady und der Herzog (Version vom 29. Oktober 2008 im Internet Archive)