Grace Kelly

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Gracia Patricia im Juli 1981
Unterschrift von Gracia Patricia

Grace Patricia Kelly, später Fürstin Gracia Patricia (* 12. November 1929 in Philadelphia, Pennsylvania; † 14. September 1982 in Monte Carlo, Monaco) war eine US-amerikanische Filmschauspielerin. 1956 heiratete sie Fürst Rainier III. und wurde dadurch zur Fürstin von Monaco.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

[Bearbeiten] Herkunft

Grace Patricia Kelly wurde 1929 als drittes von vier Kindern des amerikanischen Bauunternehmers John Brendan Kelly sr. (1889–1960), genannt Jack, und seiner Ehefrau Margaret Katherine Majer geboren. Jack Kellys Vorfahren waren irischer Abstammung; sein Vater John Henry Kelly emigrierte Mitte des 19. Jahrhunderts aus der irischen Grafschaft Mayo nach Rutland im US-amerikanischen Bundesstaat Vermont.[1] Jack Kelly arbeitete sich als zweitjüngstes von zehn Kindern vom Maurer zum Unternehmer hoch und erwirtschaftete mit seiner Firma Kelly for Brickwork in den 1920er-Jahren einen Millionenumsatz. Zudem war er seit seinen Jugendjahren als Ruderer erfolgreich. Nach mehreren nationalen Titeln errang er bei den Olympischen Sommerspielen 1920 und 1924 insgesamt drei Goldmedaillen. Seine politische Karriere erreichte 1935 als Kandidat der Demokraten bei der Wahl zum Bürgermeister von Philadelphia ihren Höhepunkt. Trotz republikanischer Dominanz in den Jahren zuvor scheiterte er nur knapp.[2]

Mutter Margaret Majer entstammt einem alten württembergischen Adelsgeschlecht. Ihr Vater Carl Majer wohnte in Schloss Helmsdorf in Immenstaad am Bodensee, bevor er nach Philadelphia auswanderte und 1896 die in Heppenheim geborene Margaretha Berg heiratete. Margaret Majer erwarb an der Temple University ein Diplom als Sportlehrerin und unterrichtete als erste weibliche Dozentin für Leibesübungen an der University of Pennsylvania. Darüber hinaus stand sie zeitweise als Model vor der Kamera.[3] Nach der Konvertierung zum Katholizismus wurde sie am 30. Januar 1924 Ehefrau von Jack Kelly. Die Familie zog später in eine von Kellys Bauunternehmen errichtete Villa in der Henry Avenue im Stadtteil East Falls40.018238888889-75.189161111111.[4]

Graces älterer Bruder John Brendan Kelly jr. (1927–1985), genannt Kell, trat als Ruderer die Nachfolge seines Vaters an. Er nahm an vier Olympischen Sommerspielen in den Jahren 1948, 1952, 1956 sowie 1960 teil und gewann 1956 eine Bronzemedaille. Die Schwestern Margaret Katherine Kelly (1925–1991), genannt Peggy, und Elizabeth Anne Kelly (1933–2009), genannt Lizanne, zählten in ihrer Schulzeit ebenso wie ihre Mutter[5] zu den besten Schwimmerinnen.

Zwei Onkel von Grace waren bekannte Künstler. Bühnen- und Filmschauspieler Walter C. Kelly (1873–1939) machte sich besonders im als Vaudeville bezeichneten Unterhaltungstheater einen Namen. George Kelly (1887–1974) veröffentlichte als Schriftsteller unter anderem satirische Komödien wie The Torch Bearers sowie The Show-off und wurde 1926 mit dem Pulitzer-Preis für das Drama Craig’s Wife ausgezeichnet.[6]

[Bearbeiten] Kindheit und Jugend

Grace Kelly wurde von ihren Eltern streng erzogen.[7] Disziplin, Ehrgeiz und Zielstrebigkeit galten in der sportbegeisterten Familie als Tugenden, denen sich auch die sensible und introvertierte Grace unterwerfen musste. Ihre Mutter bezeichneten die Kinder aufgrund ihrer deutschstämmigen Eltern zuweilen als „preußischen General“.[8] In früher Kindheit war Grace anfällig für Krankheiten und zeigte wenig Interesse für die Ambitionen ihres Vaters, obwohl sie mit zunehmendem Alter in diversen Sportarten wie Tennis, Schwimmen und Hockey gute Leistungen zeigte. Wegen Kurzsichtigkeit musste sie etwa ab dem zwölften Lebensjahr eine Brille tragen.[9]

Mit ihren Geschwistern um die Rangordnung in der Familie kämpfend, zog sich Grace in eine Phantasiewelt zurück und begann, ihre künstlerischen Neigungen zunächst im Ballettunterricht auszuleben. Die Vorliebe für die Schauspielerei äußerte sich ebenfalls bereits in der Kindheit. Im Alter von zwölf Jahren spielte sie gemeinsam mit ihrer älteren Schwester Peggy am Theater der Old Academy Players in der Nähe von East Falls.[10] Später übernahm sie eine Rolle in einer Aufführung des 1922 von ihrem Onkel George geschriebenen Bühnenstückes The Torch Bearers. In Anspielung auf den Namen des Werkes schrieb der Rezensent einer lokalen Zeitung: „[…] Es macht ganz den Eindruck, als würde Grace Kelly auf dem Theater zum Fackelträger ihrer Familie.“[11]

Von 1934 bis 1943 besuchte Grace die von Nonnen geführte Schule Ravenhill und stellte dort ihr schauspielerisches Talent beim alljährlichen Krippenspiel unter Beweis. Sie wechselte anschließend auf die staatliche Stevens High School im Stadtteil Germantown. Als Teenager entwickelte sie während dieser Zeit eine innige Freundschaft zum zwei Jahre älteren Harper Davis, der gemeinsam mit ihrem Bruder auf eine benachbarte Schule ging und 1946 schwer erkrankte. Im Mai 1947 schloss Grace die High School ab; ihr Foto im Jahrbuch trägt die prophetische Unterschrift: „Sie wird höchstwahrscheinlich Bühnen- oder Filmstar werden.“[11]

[Bearbeiten] Schauspielausbildung und Theater

Nach dem Schulabschluss bewarb sich Grace Kelly am Bennington College in Vermont, um eine Ausbildung als Balletttänzerin zu beginnen, wurde jedoch aufgrund verschärfter Aufnahmebedingungen nicht zugelassen.[12] Gegen den Willen ihrer Eltern[13] bemühte sie sich daraufhin um die Aufnahme an der renommierten Schauspielschule American Academy of Dramatic Arts in New York. Die Verwandtschaft zu George Kelly verhalf ihr trotz abgelaufener Einschreibungsfrist zu einem Vorsprechtermin. Mit einem Auszug aus dem Werk ihres Onkels The Torch Bearers überzeugte sie den Sekretär des Verwaltungsrates Emile Diestel, der insbesondere ihre Bühnenpräsenz und ihr Gespür für Dramatik hervorhob.[14] Kritisiert wurde die nasale Sprechweise, an deren Verbesserung sie fortan im Rahmen ihrer Ausbildung arbeitete. Kelly zog in das ausschließlich von Frauen bewohnte und von konservativen Verhaltensregeln geprägte New Yorker Barbizon Hotel for Women40.765347222222-73.966291666667.

1948 vermittelte ihr ein Studienkollege einen Termin bei einem Fotografen, der Titelbilder für das Magazin Redbook gestaltete. Für ihre erste Arbeit als Fotomodell erhielt Kelly 7,50 Dollar pro Stunde.[15] Später war sie auch auf den Titelseiten anderer Illustrierten wie Cosmopolitan und Ladies’ Home Journal abgebildet. Das Image als „adrettes Mädchen von nebenan“[15] verschaffte ihr Werbeauftritte für Haushalts- und Konsumartikel wie Schreibmaschinen, Waschmittel, Zigaretten und Bier, entsprach auf der anderen Seite aber nicht den damaligen Maßstäben für eine Karriere als Mannequin in der Haute Couture. Nach einem Jahr verdiente Kelly etwa 400 Dollar die Woche[16] und war nicht länger auf finanzielle Unterstützung ihrer Eltern angewiesen.

Im zweiten Semester lernte Kelly den Schauspiellehrer und Theaterregisseur Don Richardson kennen. Er inszenierte später die Komödie The Philadelphia Story, mit der sie 1949 ihre Abschlussprüfung machte und die 1956 mit ihr in der Hauptrolle als Musical neu verfilmt wurde. Die Beziehung zum neun Jahre älteren Richardson, der kurz vor der Scheidung stand, musste sie auf Druck ihrer Eltern beenden.[17] Nach der Ausbildung verließ sie vorübergehend New York und stand als Darstellerin im Laientheater Bucks County Playhouse in New Hope auf der Bühne. Am 16. November 1949 debütierte sie an der Seite von Raymond Massey und Mady Christians am Broadway in Der Vater von August Strindberg. Nach 69 Vorstellungen und mäßigem Erfolg bei Publikum sowie Kritikern wurde das Stück abgesetzt.[18] In dieser Zeit hatte Kelly mehrere Affären, unter anderem mit dem pakistanischen Prinzen Aly Khan.[19] Nach zwei Jahren ohne Engagement am Theater[20] wirkte Kelly Anfang der 1950er-Jahre in zahlreichen Fernsehproduktionen von NBC und CBS mit, darunter Kraft Television Theatre, The Philco Television Playhouse, Westinghouse Studio One, Lights Out, Robert Montgomery Presents und Lux Video Theatre.

[Bearbeiten] Filmkarriere

Über die Schauspielagentur MCA, bei der Grace Kelly seit ihrem Theaterdebüt am Broadway unter Vertrag stand, wurde die Filmindustrie in Hollywood auf die junge Schauspielerin aufmerksam. Durch Vermittlung der MCA-Agentin Edith Van Cleve[21] stand sie erstmals 1951 mit einer kleinen Rolle im Filmdrama Vierzehn Stunden unter der Regie von Henry Hathaway vor der Kamera. Am Filmset zur kommerziell wenig erfolgreichen Produktion begegnete sie Gary Cooper, der wenige Monate später ihr Filmpartner im Western Zwölf Uhr mittags werden sollte. Nach zwischenzeitlichen Probeaufnahmen bei Regisseur Gregory Ratoff, die ihr jedoch keine Rolle in seinem Film Taxi einbrachten, überbrückte Kelly die Wartezeit im Sommer 1951 am Repertoiretheater Elitch Gardens in Denver. Am 10. August 1951[22] kündigte ein Telegramm den Beginn der Dreharbeiten zu ihrem Durchbruch als Filmschauspielerin an. In Zwölf Uhr mittags spielte sie die frisch vermählte Ehefrau eines Kleinstadt-Marshals. Der mehrfach ausgezeichnete Filmklassiker machte Kelly schlagartig zu einem der großen Stars der 1950er-Jahre und bildete den Auslöser für den Aufstieg in die Riege der beliebtesten Darstellerinnen.

Daraufhin nahm sie das Filmstudio Metro-Goldwyn-Mayer unter Vertrag und lieh sie auch an andere Filmstudios wie Warner Bros. und Paramount Pictures für bis zu 50.000 US-Dollar pro Film[23] aus. An der Seite von Clark Gable spielte sie 1953 in Mogambo unter der Regie von John Ford die junge Linda. Ihre Darstellung brachte ihr als beste Nebendarstellerin Golden Globe- und Oscarnominierungen ein. Für ihren nächsten Film konnte sie letzteren als Beste Hauptdarstellerin entgegennehmen. In Ein Mädchen vom Lande von George Seaton spielte sie 1954 die Ehefrau eines Alkoholikers. Im selben Jahr war sie noch einmal in Grünes Feuer (1954) von Andrew Marton in den Kinos zu sehen.

Alfred Hitchcock holte Grace Kelly dreimal vor die Kamera. Ihre Zusammenarbeit begann 1954 mit Bei Anruf Mord. Die Handlung spielt fast ausschließlich in einem Raum. Regisseur und Kameramann experimentierten mit neuen 3D-Aufnahmemöglichkeiten. Der Regisseur schätzte die Qualitäten von Grace Kelly. Sie zeigte Sehnsucht, Hingabe und Leidenschaft und wurde so zu einer typischen Hitchcock-Heldin.[24] Im selben Jahr arbeiteten Hitchcock und Kelly für den Klassiker Das Fenster zum Hof zusammen. Hier spielte Grace Kelly die elegante Geliebte des wegen seines Gipsbeins an den Rollstuhl gefesselten Fotoreporters Jeff (James Stewart). Von den Kritikern wurde die Darstellung der Schauspielerin hoch gelobt.[25] Über den Dächern von Nizza war ihre letzte Arbeit mit Alfred Hitchcock. Dort spielte sie 1955 die Millionärin Frances Stevens, die sich der Avancen des Meisterdiebs John Robie (Cary Grant) erwehrt, ihn aber gleichzeitig lustvoll umgarnt.

In Amerika entstand 1956 die Liebeskomödie Der Schwan unter der Regie von Charles Vidor. Kelly verkörperte eine Prinzessin, an der der zur Heirat auserkorene Kronprinz (Alec Guinness) scheinbar nicht interessiert ist. Beim Publikum erfolgreich war ebenfalls der Musikfilm Die oberen Zehntausend. Gelassen, humorvoll und mit Sinn für Tiefe spielte Grace Kelly die schöne Reiche Daisy Cord, die ihre wahren Gefühle erst entdecken muss. In dem Musical von Cole Porter sang sie das Duett True Love gemeinsam mit Bing Crosby. Es wurde auch als Single veröffentlicht und brachte beiden eine Goldene Schallplatte ein.

[Bearbeiten] Hochzeit mit Fürst Rainier

“Of course I consider marriage. But I’ve considered my career longer. If I were to quit now to get married – and I’d have to quit because marriage is a full-time job to my way of thinking – then I’m afraid that all the rest of my life I’d be fretting about what a great actress I might have been.”

„Natürlich möchte ich heiraten. Aber meine Karriere liegt mir mehr am Herzen als der Gedanke an die Ehe. Wenn ich jetzt aufhörte – und aufhören müsste ich, weil die Ehe nach meiner Auffassung eine Frau ganz beansprucht – dann würde ich mich womöglich mein Leben lang mit dem Gedanken quälen, welch große Schauspielerin ich hätte werden können.“

Grace Kelly, März 1955[26]

Grace Kelly lernte Fürst Rainier III. von Monaco am 6. Mai 1955 während des Besuches der Filmfestspiele von Cannes kennen. Damals war sie zunächst nicht in Stimmung gewesen, der Einladung nach Cannes zu folgen.[27] Die Zeitung Paris Match organisierte unter der Federführung des Journalisten Pierre Galante ein Zusammentreffen zwischen dem Fürsten und dem Hollywoodstar im Palast von Monaco für eine Titelstory unter der Überschrift „Filmprinzessin trifft echten Fürsten“. Nach dem Besuch hielt Fürst Rainier mit Grace Kelly regen Briefkontakt. Der Junggeselle reiste zu Weihnachten in die Vereinigten Staaten, um bei den Kellys in aller Form um die Hand ihrer Tochter anzuhalten. Die Mitgift der Braut betrug zwei Millionen US-Dollar.[28] Vor der offiziellen Bekanntgabe der Verlobung mit Fürst Rainier am 5. Januar 1956 beendete Grace Kelly ihre Beziehung zum Modeschöpfer Oleg Cassini.[29]

Am 12. April traf Grace Kelly zusammen mit ihrer Familie an Bord des Passagierdampfers Constitution in Monaco ein. Am 19. April 1956 wurden Grace und Rainier in der St.-Nicholas-Kathedrale von Monaco von Erzbischof Gilles Barthe getraut, und aus der amerikanischen „Filmprinzessin“ wurde Fürstin Gracia Patricia. Die Heirat mit Fürst Rainier III. wurde als die „Hochzeit des Jahrhunderts“ bezeichnet.[30]

[Bearbeiten] Leben als Fürstin von Monaco

Die Monegassen verhielten sich gegenüber der Fürstin lange Zeit reserviert. In den ersten Jahren verstand und sprach Gracia Patricia die französische Sprache nur schlecht.[31] Sie lehnte fast alle Angebote für Bühne und Film nach der Hochzeit ab – darunter auch die Hauptrolle im Hitchcock-Film Marnie –, weil Rainier und das monegassische Volk der Ansicht waren, dass sich die Schauspielerei mit den Aufgaben einer Landesmutter nicht vertrage.[32]

Stattdessen engagierte sie sich für karitative Aufgaben, achtete auf höfische Etikette und betätigte sich als Künstlerin. Vor ihrer Hochzeit hatte es in Monaco kaum gesellschaftliches Leben und Luxusjachten im Hafen gegeben. Dem bereitete Gracia ein Ende, indem sie zu glanzvollen Galaabenden einlud. Sie rief einen Rosenball und eine Blumenschau ins Leben, organisierte Ballettabende, Konzerte und zahlreiche Wohltätigkeitsveranstaltungen. Weil sie ihre Freundschaften mit früheren Kollegen sorgsam pflegte, kamen viele große Filmstars nach Monte Carlo. Bald zogen ihre Feste auch den internationalen Jetset, die Reichen und Berühmten aus aller Welt nach Monaco.

Im November 1970 wirkte sie an einer Londoner Wohltätigkeitsveranstaltung neben Frank Sinatra (1915–1998) und Bob Hope (1903–2003) mit. 1976 wählte man sie in den Aufsichtsrat des Filmstudios 20th Century Fox.

Aus der Ehe mit Fürst Rainier gingen die Kinder Caroline, Albert und Stéphanie hervor.

[Bearbeiten] Unfall und Tod

Grab von Gracia Patricia in der St.-Nicholas-Kathedrale von Monaco, März 2004

Bei der Heimfahrt aus ihrer Sommerresidenz Roc Agel am Vormittag des 13. September 1982 kam Gracia Patricia an der Seite ihrer Tochter Stéphanie auf der Route de La Turbie hinter dem Lenkrad ihres zehnjährigen Rover 3500 in einer Haarnadelkurve aus ungeklärten Gründen von der Straße ab und stürzte 40 Meter tief einen Abhang hinunter43.72647.4027. Zusammen mit ihrer Tochter wurde die Fürstin in das nach ihr benannte Krankenhaus Centre Hospitalier Princesse Grace gebracht. Die medizinischen Untersuchungen ergaben zunächst neben Schnittwunden einen Schlüsselbeinbruch, eine Beinfraktur sowie Quetschungen des Brustkorbes. Prinzessin Stéphanie erlitt eine Gehirnerschütterung und einen gebrochenen Wirbel.[33] Nach einer mehrstündigen Operation verschlechterte sich der Zustand der Fürstin, sodass sie ins Koma fiel. Weiterführende diagnostische Abklärungen unter Einsatz eines Computertomographen außerhalb des Krankenhauses offenbarten zwei Hirnverletzungen. Die Ärzte folgerten, dass die kleinere der beiden Blutungen im Bereich des Schläfenlappens aus einem leichten Schlaganfall resultierte, der kurz vor dem Unfall eintrat und das Bewusstsein einschränkte, während die große inoperable Verletzung erst beim Aufprall am Hang entstand.[34] Am Abend des Folgetages erlag Fürstin Gracia Patricia im Alter von 52 Jahren ihren schweren Verletzungen, nachdem die engsten Angehörigen ihr Einverständnis gegeben hatten, die lebenserhaltenden Maßnahmen einzustellen.[35]

Drei Tage lang konnten die Monegassen am offenen Sarg in der Schlosskapelle Abschied von ihrer Landesmutter nehmen, bevor Gracia Patricia am 18. September 1982 in Anwesenheit von rund 800 geladenen Trauergästen[36] – darunter ihre Geschwister, zahlreiche ehemaligen Filmkollegen sowie Mitglieder vieler Herrscherhäuser – in der St.-Nicholas-Kathedrale beerdigt wurde. Rund 100 Millionen Zuschauer[37] verfolgten die weltweite Fernsehübertragung der Trauerfeier.

Über die genauen Todesumstände entstanden mehrere Spekulationen, unter anderem die Theorie, Prinzessin Stéphanie habe am Steuer des Wagens gesessen. Diese Version des Unfallherganges stützte sich auf die Aussagen des Besitzers des Grundstückes, auf dem das Fahrzeug aufsetzte, und wurde von der Prinzessin bestritten.[38] Auch andere von der anwesenden Presse in Umlauf gebrachte Mutmaßungen über die Ursache konnten nicht bewiesen werden.[39]

Obwohl Grace Kelly 1954 im Film Über den Dächern von Nizza in einer Verfolgungssequenz auf nahe gelegenen Küstenstraßen zu sehen ist, existiert keine Bestätigung dafür, dass sie während der Dreharbeiten auch die Unfallkurve passiert hatte. Die Dialogszene beim Picknick im Auto mit ihrem Filmpartner Cary Grant wurde unterhalb der Route de Beausoleil knapp drei Kilometer nordöstlich des Unglücksortes aufgenommen43.74637.42354. Zudem wurden viele Filmsequenzen der Fahrt im für die damalige Zeit typischen Rückprojektionsverfahren von der Second unit gedreht, ohne dass die Schauspieler vor Ort anwesend waren.[40]

[Bearbeiten] Nachwirkung

“I would like to be remembered as trying to do my job well, of being understanding and kind. […] I’d like to be remembered as a decent human being and a caring one.”

„Man möge mich als eine Frau im Gedächtnis behalten, die ihre Aufgabe getreulich zu erfüllen versuchte, die verständnisvoll war und gütig. […] Ich möchte, dass man sich meiner als eines anständigen und fürsorglichen Menschen erinnert.“

Gracia Patricia im Interview mit Pierre Salinger für die ABC-Magazinsendung 20/20, 22. Juni 1982[41]

Zeit ihres Lebens galt Grace Kelly weltweit als Stilikone und modisches Vorbild für die Frauen ihrer Generation. Aus Anlass ihrer Verlobung benannte die französische Lederwarenfirma Hermès im Jahr 1956 eine Handtasche nach Grace Kelly.[42] Der Kelly Bag ist inzwischen ein Handtaschenklassiker und bis heute im Handel erhältlich.

Namensgeberin war Grace Kelly auch für eine besondere Trageweise eines Kopftuches, wobei die Tuchenden unter dem Kinn verkreuzt und im Nacken verknotet werden. Dies wird noch heute als Kelly Style bezeichnet, da Grace Kelly ihre Tücher sowohl in Filmen als auch später häufig in dieser Form trug.[43]

Aus Anlass ihres 25. Todestages erschien 2007 im Fürstentum Monaco die erste eigene 2-Euro-Gedenkmünze mit einem Portrait der Fürstin. Mit einer Prägung von nur 20.001 Stück besitzt diese Münze die bisher kleinste Auflage aller 2-Euro-Gedenkmünzen. Aufgrund der geringen Prägezahl sowie der Beliebtheit Grace Kellys steigerte sich der Sammlerwert innerhalb kurzer Zeit kontinuierlich und erzielt mittlerweile Preise von über 1.000 Euro.

Die deutsche Punkrock-Band Die Ärzte veröffentlichte 1984 auf ihrer EP-Single Zu schön, um wahr zu sein! einen Song mit dem Titel Grace Kelly, der von einer fiktiven Affäre mit einem Bandmitglied handelt.[44] Auch andere Künstler wie die US-amerikanische Rockbank Eels[45] und der britische Musiker Mika[46] setzten Grace Kelly ein musikalisches Denkmal.

[Bearbeiten] Filmografie

[Bearbeiten] Literatur

  • Gwen Robyns: Gracia Patricia, Fürstin von Monaco. Die Geschichte einer ungewöhnlichen Frau. 1. Auflage. Goldmann Verlag, München 1981, ISBN 3-442-06367-1 (352 Seiten).
  • Gregor Ball: Grace Kelly. Ihre Filme – ihr Leben. 1. Auflage. Heyne-Verlag, München 1983, ISBN 3-453-86059-4 (205 Seiten).
  • James Spada: Grace. Das geheime Vorleben einer Fürstin. 1. Auflage. Ullstein Verlag, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-548-22155-6 (398 Seiten).
  • Jeffrey Robinson: Rainier and Grace: An intimate portrait. Atlantic Monthly Press, New York 1989, ISBN 0-87113-343-1 (309 Seiten).
  • Jane Ellen Wayne: Grace Kelly’s Men. St. Martin’s Press, New York 1991, ISBN 0-312-05440-8 (342 Seiten).
  • Howell Conant: Grace. HarperCollins, London 1992, ISBN 0-002-55202-7 (160 Seiten).
  • Robert Lacey: Grace. G. P. Putnam’s Sons, New York 1994, ISBN 0-399-13872-2 (463 Seiten).
  • Bertrand Meyer-Stabley: La véritable Grace de Monaco. Le Grand Livre du mois, Paris 1999, ISBN 2-7028-3960-6 (317 Seiten).
  • J. Randy Taraborrelli: Grace Kelly und Fürst Rainier: Ein Hollywoodmärchen in Monaco. Krüger Verlag, Frankfurt am Main 2004 (Originaltitel: Once Upon a Time. Behind the Fairy Tale of Princess Grace and Prince Rainier), ISBN 3-8105-1990-1 (495 Seiten).
  • Yann-Brice Dherbier/Pierre-Henri Verlhac (Hrsg.): Grace Kelly. Bilder eines Lebens. Mit einem Vorwort von Tommy Hilfiger. Henschel Verlag, 2006, ISBN 3-89487-570-4 (208 Seiten).
  • Frédéric Mitterrand: The Grace Kelly Years: Princess of Monaco. Skira Editore, Mailand 2007, ISBN 8-861-30343-9 (304 Seiten).
  • Manfred Hobsch; Suzanne Lander (Hrsg.): Grace Kelly: Hollywood Collection – Eine Hommage in Fotografien. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2009, ISBN 3-896-02935-5 (183 Seiten).

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Vgl. Spada 1989, S. 19
  2. Vgl. Taraborrelli 2004, S. 16
  3. Vgl. Spada, S. 25
  4. Vgl. Taraborrelli, S. 20
  5. Vgl. Spada, S. 25
  6. The Pulitzer Prizes – 1926 Winners. In: pulitzer.org. Columbia University, abgerufen am 29. November 2009.
  7. Vgl. Spada, S. 26 ff.
  8. Vgl. Spada, S. 27
  9. Vgl. Taraborrelli 2004, S. 24
  10. Vgl. Spada, S. 33
  11. a b Vgl. Spada, S. 35
  12. Vgl. Spada, S. 39. Das Frauencollege erhöhte Ende der 1940er-Jahre die Anforderungen an die Grundausbildung wegen Überfüllung der Kurse durch Kriegsheimkehrer. Kelly konnte nur ein Jahr Mathematik statt der geforderten zwei Jahre vorweisen.
  13. Vgl. Taraborrelli, S. 26
  14. Vgl. Spada, S. 41
  15. a b Vgl. Spada, S. 47
  16. Vgl. Spada, S. 48
  17. Vgl. Spada, S. 53 ff.
  18. Vgl. Lacey 1994, S. 104
  19. Vgl. Taraborrelli, S. 36
  20. Vgl. Spada, S. 65
  21. Vgl. Spada, S. 67
  22. Vgl. Spada, S. 72
  23. Vgl. Spada, S. 116
  24. Vgl. Spada, S. 95–110
  25. Vgl. Lacey, S. 149
  26. Vgl. Spada, S. 183
  27. Vgl. Spada, S. 166
  28. Vgl. Spada, S. 192
  29. Vgl. Taraborrelli, S. 123–125
  30. Vgl. Spada, S. 215
  31. Vgl. Spada, S. 245
  32. Vgl. Taraborrelli, S. 267–271
  33. Vgl. Taraborrelli, S. 443
  34. Vgl. Spada, S. 371
  35. Vgl. Taraborrelli, S. 445
  36. Vgl. Taraborrelli, S. 449
  37. Vgl. Taraborrelli, S. 448
  38. Vgl. Taraborrelli, S. 435 ff.
  39. Vgl. Spada, S. 371 ff.
  40. Cinematic Terms – A Film-Making Glossary. In: filmsite.org. American Movie Classics Company LLC, 2009, abgerufen am 7. Dezember 2009.. Vgl. auch den Audiokommentar von Laurent Bouzerau und Peter Bogdanovich während der Verfolgungssequenz auf der DVD von 2007 (Special Collector’s Edition).
  41. Vgl. Spada, S. 376/377
  42. Stephanie Pedersen: Handbags: What Every Woman Should Know. David & Charles, 2006, ISBN 0-715-32495-0, S. 71/72 (Google Books).
  43. H. Kristina Haugland; Philadelphia Museum of Art (Hrsg.): Grace Kelly: Icon of Style to Royal Bride. Yale University Press, 2006, ISBN 0-300-11644-6, S. 44 (Google Books).
  44. Alle Veröffentlichungen von Die Ärzte – Grace Kelly. In: bademeister.com. Die Ärzte – Offizielle Homepage, abgerufen am 29. November 2009.
  45. Eels Discography: Daisies of the Galaxy. In: eelstheband.com. Eels: Official Band Website, abgerufen am 29. November 2009.
  46. MikaSounds / Music / Grace Kelly. In: mikasounds.com. MikaSounds – Offizielle Homepage, abgerufen am 29. November 2009.

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Grace Kelly – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
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