Grace Slick

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Grace Slick, geboren als Grace Barnett Wing (* 30. Oktober 1939 in Evanston, Illinois), ist eine US-amerikanische Sängerin. Von 1965 bis Anfang der 1990er-Jahre war sie die Lead-Sängerin der Rockgruppen The Great Society, Jefferson Airplane, Jefferson Starship und Starship.

Grace Slick, 1977

Leben[Bearbeiten]

Grace Slick, 2008

Grace Slick ist die Tochter von Ivan W. Wing, einem schwedischstämmigen Norweger, und Virginia Barnett (Wing).

Slick arbeitete Anfang der 1960er Jahre zunächst als Fotomodell und hatte anfangs wenig Erfahrung mit Rockmusik. Nach ersten Experimenten im Musikbereich mit ihrer Band "The Great Society" folgte sie Anfang 1966 Signe Anderson als weibliche Stimme von Jefferson Airplane. Die „Dunkelhaarige mit den kalten blauen Augen” (damaliger Pressetext) festigte durch ihren eindringlichen Gesang (zumeist im Duett mit Marty Balin) ihre Position als eine der ersten Frontfrauen im Rockbusiness.

Slick ist überdies berühmt für ihre kontroversen Liedtexte, ihre Drogenexzesse und ihre Rolle in der Öffentlichkeit. Einmal plante sie, Richard Nixon LSD in den Tee zu mischen, wurde jedoch von Agenten des Geheimdienstes daran gehindert.

Ihre einzige Tochter, China Wing Kantner (* 1971), heute eine Schauspielerin, erhielt beinahe den Namen „God” (Gott). Slick soll hierzu in einem Interview gesagt haben: „Ich hielt gerade meine neugeborene Tochter in den Armen, als mir eine spanische Krankenschwester die Geburtsurkunde entgegen hielt, in der ich einen Namen für das Baby eintragen sollte. Ich sah nur das Kreuz an ihrer Halskette und dachte nur „Gott.” Da der Vorname „God” aus religiösen Gründen in Amerika als inakzeptabel galt, änderte die stets provokative Grace den Namen schließlich in „China” (was in den USA wiederum als Anspielung auf den Maoismus interpretiert wurde). Der Vater von China ist Paul Kantner, der Gitarrist von Jefferson Airplane.

Slick war verheiratet mit Gerald „Jerry” Slick, einem Kameramann, und Skip Johnson, einem Beleuchtungsdesigner bei Jefferson Starship.

Slick verließ Starship im Jahre 1988; nach ihrer Mitwirkung an einem Reunion-Album von Jefferson Airplane 1989 zog sie sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Sie geht seitdem der Malerei nach und engagiert sich für den Tierschutz (u. a. PETA), arbeitet aber auch weiterhin musikalisch.

Bedeutung[Bearbeiten]

Slick zählt neben Bob Dylan, Joan Baez, Janis Joplin, Jimi Hendrix, Jim Morrison, Nico und den Beatles zu den Musik-Ikonen der 1960er Jahre. Ihr Name bzw. ihre Liedtexte sind eng mit der Hippiekultur, dem Drogenkonsum (LSD, halluzinogene Pilze, Marihuana, und anderes) und der Problematik des Vietnamkrieges beziehungsweise mit der Friedensbewegung verbunden (siehe zum Beispiel den Song Volunteers).

Slick zeichnet sich nicht nur in ihren Songtexten durch ihren in Amerika oft kontrovers diskutierten aggressiven, pazifistischen und rebellischen Kampf gegen konservative oder inhumane Einstellungen aus. In der Gegenwart macht sie vermehrt durch teilweise drastische Aktionen auf den Tierschutz aufmerksam. Sie hat beispielsweise ihren eigenen Urin an Pharmakonzerne geschickt, um gegen die qualvolle Haltung von Stuten zur Gewinnung von Östrogenpräparaten zu demonstrieren.

Musik[Bearbeiten]

Slick hat einige Soloalben veröffentlicht, unter anderem Software (1984), Manhole, Dreams und Welcome to the Wrecking Ball. Zu den Songs, die mit ihrem Namen verbunden sind, gehören Somebody to Love und White Rabbit (zuerst mit The Great Society, dann - wesentlich erfolgreicher - mit Jefferson Airplane auf dem Album Surrealistic Pillow) und Bikini Atoll (solo). Singles wie Sara, We Built This City und Nothing's Gonna Stop Us Now (aus dem Film Mannequin) bescherten Starship mehrere Charterfolge.

Bekannt ist der Auftritt von Grace Slick mit Jefferson Airplane beim Woodstock-Festival 1969. Unter anderem arbeitete sie auch mit Frank Zappa zusammen.

Diskographie[Bearbeiten]

Soloalben
  • Manhole (1973)
  • Dreams (1980)
  • Welcome to the Wrecking Ball! (1981)
  • Software (1984)
mit The Great Society
  • Conspicuous Only In Its Absence (1968)
  • How It Was (1968)
  • Born to Be Burned (1995)
mit Jefferson Airplane
mit Jefferson Starship
  • Dragon Fly (1974)
  • Red Octopus (1975)
  • Spitfire (1976)
  • Earth (1978)
  • Modern Times (1981)
  • Winds of Change (1982)
  • Nuclear Furniture (1984)
mit Starship
  • Knee Deep in the Hoopla (1985)
  • No Protection (1987)
mit Paul Kantner
  • Blows Against the Empire (1970)
  • Sunfighter (1971)
  • Baron von Tollbooth and the Chrome Nun (1973)
  • Planet Earth Rock and Roll Orchestra (1983)

Literatur[Bearbeiten]

  • Grace Slick, Andrea Cagan: Somebody to love? A Rock-and-Roll-Memoir. Warner Books Inc., 1998, ISBN 0-446-52302-X.

Weblinks[Bearbeiten]