Graciano

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Graciano im Buch von Viala & Vermorel

Graciano (auf der Insel Sardinien Cagnulari genannt) ist eine Rotweinsorte, die insbesondere auf der italienischen Insel Sardinien verbreitet ist. Der Ampelograph Bruni vermutet, dass die Sorte während der spanischen Besetzung der Insel von dort importiert wurde. In Spanien ist sie unter dem Namen Graciano bekannt und in hauptsächlich in Rioja und Navarra zu Hause. Weitere Verbreitungsgebiete sind Italien, die französische Region Languedoc-Roussillon, Bulgarien, Argentinien, Brasilien, Tunesien und Algerien. Es wird angenommen, dass diese Rebsorte vor dem Einfall der Reblaus zu den wichtigsten Sorten im Ebrotal gehörte.

Früher angenommene Verbindungen zur Rebsorte Mourvèdre haben sich als Irrtum herausgestellt. Heute vermutet man, dass die Cagnulari-Rebe eine Mutation der Bovale Grande handelt. Eine gentechnische Überprüfung dieser These steht jedoch noch aus (Stand 2005). Von der portugiesischen Rebsorte Tinta Miúda wird angenommen, dass sie identisch ist mit Graciano. Bei der in Australien, Neuseeland und Kalifornien verbreiteten Rebsorte Xeres herrscht die gleiche Vermutung vor.

Cagnulari treibt und reift erst spät. Sie hat einen aufrechten Wuchs bei geringem Ertrag. Die Weine sind dunkelrot, tannin- und extraktreich bei markanter Säure. Sie besitzen ein kräftiges Aroma, aber gleichzeitig nur ein zartes Bukett. Cagnulari wird meist im Verschnitt mit anderen Sorten verwendet. Mittlerweile versteht man es jedoch auch gute reinsortige Weine zu erzeugen. Die Weine dieser Rebsorte zeichnen sich durch lange Haltbarkeit und sehr gute Qualität aus. Die Beeren haben eine blauschwarze Färbung, sind rund und klein. Die Haut der Beeren ist hartschalig. Die Form der Trauben ist walzenförmig. Weiters sind sie geschultert und kompakt.

Auf Sardinien ist ihr Anbau in den Provinzen Cagliari, Oristano und Sassari zugelassen. Ihre Weine finden Eingang in den DOC-Weinen von Alghero. In Spanien ist sie in den D.O. Weinen von Gran Canaria, Monte Lentiscar, Navarra, Ribera del Guadiana, Somontano, Valle de Güímar, Valle de la Orotava und Ycodén-Daute-Isora zugelassen. Bevor die Rebsorte mit der D.O.Ca.-Klassifizierung von Rioja 1991 einen Aufschwung erfuhr, war sie vom Aussterben bedroht. In Rioja ist sie Verschnittpartner des klassischen Rioja und verantwortlich für dessen Alterungsvermögen. Auf Sardinien liegt der Bestand bei ca. 240 Hektar, in Spanien nach einer starken Verbreitung in den letzten Jahren (vor 2005) wieder bei fast 1000 Hektar [1]

Siehe auch die Artikel Weinbau in Italien, Weinbau in Spanien und die Liste der Rebsorten.

Synonyme[Bearbeiten]

Die rebsorte Graciano ist auch unter den Namen Bastardo Nero, Bois Dur, Bordelais, Cagliunari, Cagniulari, Cagnolari Nero, Cagnolale, Cagnonale, Cagnovari Nero, Cagnovali, Cagnulari Bastardo, Cagnulari Sardo, Caldareddhu, Caldareddu, Caldaredou, Caldarello, Cargo, Cargo Muol, Courouillade, Couthurier, Drug, Graciano (Spanien), Graciano Tinto (Spanien), Garciana (Argentinien), Gros Negrette, Jerusano, Karis, Matarou (Algerien), Monastel, Morastel, Minostrello, Minustello, Morrastel (Frankreich), Negrete Tinto, Parraleta, Perpignan, Plant de Ledenon, Tinta do Padre Antonio, Tinta Miúda (Portugal), Tintilla, Tintilla de Rota, Uva Cagnelata, Xeres, Xerez und Zinzillosa bekannt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik der Rebflächen des Rioja im Jahr 2008 (PDF)

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Pierre Galet: Dictionnaire encyclopédique des cépages. 1. Auflage. Hachette Livre, 2000, ISBN 2-0123633-18.
  • Farbatlas der Rebsorten, 300 Sorten und ihre Weine, Verlag Eugen Ulmer, 2. Auflage, 1998, ISBN 3-8001-5719-5
  • Norbert Tischelmayer: Wein-Glossar. 2777 Begriffe rund um den Wein, Np Buchverlag, Mail 2001, ISBN 3-85326-177-9
  • Der Brockhaus Wein, Verlag F. A. Brockhaus, 1. Ausgabe 2005, ISBN 3-7653-0281-3