Gradus ad Parnassum

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Gradus ad Parnassum (Stufe bzw. Stufen zum Parnass, einem Berg in Zentralgriechenland, der als Sitz der Musen gilt) ist das 1725 herausgegebene musiktheoretische Hauptwerk von Johann Joseph Fux.

Das auf Latein verfasste Werk, mit vollem Titel Gradus ad parnassum sive manuductio ad compositionem musicae regularem, methodo nova, ac certa, nondum ante tam exacto ordine in lucem edita, ist eine Art Kontrapunktlehrbuch in Dialogform. Der Schüler Joseph (Johann Joseph Fux) stellt Fragen, die Aloysius (Giovanni Pietro Aloisio Sante da Palestrina) beantwortet. Die Wiener Schule, eine Vor- oder Frühform der Wiener Klassik, wurde von diesem Werk stark beeinflusst. Es fand schnelle Verbreitung und wurde in verschiedene Sprachen übersetzt, darunter auch eine deutsche Übersetzung durch einen Schüler Johann Sebastian Bachs, den Musiktheoretiker Lorenz Christoph Mizler, aus dem Jahre 1742.

Muzio Clementi verfasste zwischen 1817 und 1826 ein gleichnamiges Klavierlehrbuch, das aus 100 Studien bzw. Etüden besteht. Im ersten Stück seines Werks Children’s Corner, Doctor Gradus ad Parnassum, griff Claude Debussy noch 1908 ironisch diese Klavierübungen und die Kontrapunktlehre Fux' auf. Ebenso nennt Hanns Eisler seine 1934 komponierte Sonatine op. 44.

Den Namen "Gradus ad Parnassum" trägt ebenfalls eine Sammlung von 24 Etüden für Kontrabass, geschrieben von Franz Simandl.

Literatur[Bearbeiten]

  • Johann Joseph Fux: Gradus ad Parnassum oder Anführung zur regelmäßigen musicalischen Composition. Olms, Hildesherim 2004, ISBN 3-487-05209-1 (Nachdr. d. Ausg. Leipzig 1742).
  • Muzio Clementi: Gradus ad Parnassum für Klavier. Breitkopf & Härtel, Wiesbaden 2004 (Nachdr. d. Ausg. Leipzig 1900).

Weblinks[Bearbeiten]