Graf Zeppelin (1938)

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Graf Zeppelin
Die Graf Zeppelin nach ihrem Stapellauf

Die Graf Zeppelin nach ihrem Stapellauf

p1
Schiffsdaten
Flagge Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge) Deutsches Reich
Schiffstyp Flugzeugträger
Klasse Graf Zeppelin-Klasse
Bauwerft Deutsche Werke, Kiel
Baunummer 252
Baukosten 92.700.000 Mark
Stapellauf 8. Dezember 1938
Verbleib Am 18. Juni 1947 gesunken
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
262,5 m (Lüa)
250,0 m (KWL)
Breite 36,2 m
Tiefgang max. 8,5 m
Verdrängung Standard: 23.200 ts
Konstruktion: 28.090 t
Maximal: 33.550 tsdep1
 
Besatzung 1.760 Mann zzgl. Flugpersonal
Maschine
Maschine 16 Dampfkessel
4 Satz BBC-Getriebeturbinen
2 Ruder
Maschinen-
leistung
200.000 PS (147.100 kW)
Geschwindigkeit max. 33,8 kn (63 km/h)
Propeller 4 vierflügelig ∅ 4,4 m
Bewaffnung
  • 43 Flugzeuge
  • 20 × Fi 167 Torpedobomber und Aufklärer
  • 13 × Ju 87 C Sturzkampfbomber
  • 10 × Bf 109 T Jagdflugzeuge

  • Seezielartillerie
  • 16 × 15 cm L/55 Sk (1.840 Schuss)

  • Flak
  • 12 × 10,5 cm L/65 Flak (4.800 Schuss)
  • 22 × 3,7 cm L/83 Flak (44.000 Schuss)
  • 28 × 2 cm L/65 Flak (56.000 Schuss)
Panzerung

Der Flugzeugträger Graf Zeppelin war ein Schiff der deutschen Kriegsmarine, das unvollendet blieb. Namensgeber war der Luftschiffpionier Ferdinand Graf von Zeppelin. Der Flugzeugträger war das Typschiff der Graf Zeppelin-Klasse.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Baustadium am 21. September 1938, Deutsche Werke Kiel

Der Bauauftrag für den Flugzeugträger A, die spätere Graf Zeppelin, wurde am 16. November 1935 an den Werftbetrieb Deutsche Werke AG in Kiel vergeben.

Der Bauauftrag für das Schwesterschiff, den Flugzeugträger B, wurde gleichzeitig an die ebenfalls in Kiel ansässige Friedrich Krupp Germaniawerft AG erteilt. Es war üblich, dass der Bauauftrag für Schiffe noch nicht deren künftigen Namen enthielt. Der Grund liegt nicht in der Geheimhaltung; vielmehr wollte sich der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine das Recht der Namensvergabe vorbehalten. Der Name wurde meistens erst vor dem Stapellauf festgelegt – sicher auch nicht ohne Einfluss der Politik.

Der Stapellauf des ersten – und bis heute einzigen – deutschen Flugzeugträgers fand am 8. Dezember 1938 statt. Getauft wurde das Schiff von Hella von Brandenstein-Zeppelin, der Tochter des Grafen Zeppelin. Die Taufrede hielt der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Hermann Göring.

Der weitere Ausbau des Schiffes wurde ab September 1939 zugunsten des U-Bootbaues zunächst verlangsamt und im Juni 1940 gestoppt. Mit Wiederbeginn des Trägerbaues 1942 wurden noch Wulste in der Wasserlinie außen am Rumpf angebaut, als Schutz vor Torpedotreffern und als zusätzliche Bunker für Treibstoff, und man bereitete die Turbinenanlage für eine teilweise Inbetriebnahme vor. Am 2. Februar 1943 wurde dann der endgültige Baustopp verfügt. Am 21. April 1943 wurde der zu über 90% fertiggestellte Flugzeugträger nach Stettin geschleppt. An seinem neuen Liegeplatz wurde die Graf Zeppelin als Ersatzteillieferant für andere Kriegsschiffe der Kriegsmarine genutzt. Am 25. April 1945 setzte ein Sprengkommando das Schiff auf Grund und zerstörte seine Antriebsanlage, um den Träger als Beute für die vordringenden russischen Truppen unbrauchbar zu machen.

Im März 1947 wurde das Schiff dann von der Roten Armee gehoben und diente als Wohnschiff für eine Spezialabteilung, die mit der Auswertung der Konstruktionsunterlagen der Graf Zeppelin und anderer Beuteschiffe betraut war. Man testete Bombenflugzeuge und Sprengladungen am Flugzeugträger, um zu ergründen, wie diese am wirkungsvollsten zu bekämpfen seien.

Historisch betrachtet war das Schiff nur im Hinblick auf die überflüssige Seezielartillerie fehlkonstruiert, da auf Grund dessen eine zu geringe Kapazität für Flugzeuge bestand. Zeitgleiche Entwicklungen in Japan oder den USA hatten bei ähnlichen Schiffsgrößen mehr als doppelt so viele Flugzeuge an Bord und sie verzichteten völlig auf Schiffsgeschütze. Viele Details des Schiffes waren zukunftsweisend, aber ihr Gesamtkonzept zeigte die fehlende Erfahrung der deutschen Admiralität bezüglich des Einsatzes von Flugzeugträgern.

[Bearbeiten] Verbleib

Am 18. Juni 1947 wurde während der Kampfmittelversuche an der Graf Zeppelin kurz vor einem Sturm die Vertäuung gelöst, um einem Reißen der Leinen und einem Stranden des Schiffes zuvorzukommen. Man versenkte das Schiff anschließend mit zwei Torpedos 30 Seemeilen nördlich vor Großendorf vor der Danziger Bucht, wo es bis heute liegt.

[Bearbeiten] Entdeckung

Wie die polnische Ölgesellschaft Petrobaltic in einer Pressemitteilung vom 25. Juli 2006 bekanntgab, hatte sie bereits am 12. Juli bei einer Forschungsfahrt des Sonarsuchschiffes Santa Barbara ein ca. 250 m langes Wrack in einer Tiefe von 80 Metern in 55 Kilometern Entfernung zum polnischen Ostseehafen Großendorf (poln. Władysławowo) in der Nähe der Öl-Plattform B3 entdeckt. Die polnische Marine bestätigte am 27. Juli, dass es sich um das Wrack der Graf Zeppelin handelt; die Bestätigung von deutscher Seite blieb jedoch aus.

Das Bundesverteidigungsministerium gab bekannt, dass die russische Regierung (Rechtsnachfolger der Sowjetunion) für das Wrack zuständig sei und begründete dies damit, dass das Schiff der damaligen Sowjetunion als Kriegsbeute am Kriegsende zugesprochen wurde.

Die Koordinaten der Fundstelle lauten: 55° 17′ 0″ N, 18° 25′ 33″ O55.28328611111118.425858333333Koordinaten: 55° 17′ 0″ N, 18° 25′ 33″ O [1]

[Bearbeiten] Weitere technische Daten

[Bearbeiten] Flugeinrichtungen

  • Zwei Druckluftkatapulte mit Schlitten für den Start von Jagdflugzeugen mit eingezogenem Fahrwerk; während die Junkers JU 87 (Stuka), die über keine Einziehfahrwerke verfügten, ebenfalls von den Katapulten starten konnten
  • Vier Bremsseile für die Landung
  • Drei Aufzüge für den Transport der Flugzeuge zwischen den Hallendecks und dem Flugdeck (für bis zu 6500 kg ausgelegt)
  • zwei Hallendecks mit einer Höhe von je ca. 6 m und einer maximalen Breite von 15,5 m; das obere war 185 m, das untere 172 m lang, was eine Gesamtgrundfläche von knapp 5500 m² ergab
  • Das Flugdeck war 240 m lang und max. 30 m breit

Die Zahl der unterzubringenden Flugzeuge war für die Größe des Schiffes gering, vergleichbare amerikanische und japanische Träger hatten eine ungefähr doppelt so große Kapazität (vgl. zum Beispiel die Daten der Zuikaku), während britische Flugzeugträger etwa gleichviele Flugzeuge trugen wie die Graf Zeppelin tragen sollte. Die mäßige Flugzeugzahl der Zeppelin wurde unter anderem durch die platzraubenden Seezielgeschütze (16×15 cm, welche dem Schiff die Artilleriebewaffnung eines Kreuzers verlieh) verursacht. Die Seestreitkräfte anderer Nationen waren um 1940 von einer starken Artilleriebewaffnung wieder abgekommen, da sich die gegen Artilleriebeschuss sehr verletzlichen Träger statt dessen auf eine starke Begleitflotte stützten und sich außerhalb der Reichweite fremder Kriegsschiffe aufhalten sollten.

[Bearbeiten] Bilder

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Graf Zeppelin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Quelle: Google-Earth Forum
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