Grafenschlag

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Grafenschlag (Begriffsklärung) aufgeführt.
Grafenschlag
Wappen von Grafenschlag
Grafenschlag (Österreich)
Grafenschlag
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Zwettl
Kfz-Kennzeichen: ZT
Fläche: 34,15 km²
Koordinaten: 48° 30′ N, 15° 10′ O48.515.166666666667780Koordinaten: 48° 30′ 0″ N, 15° 10′ 0″ O
Höhe: 780 m ü. A.
Einwohner: 905 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 27 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3912
Vorwahl: 02875
Gemeindekennziffer: 3 25 06
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Grafenschlag 47
3912 Grafenschlag
Website: www.grafenschlag.at
Politik
Bürgermeister: Robert Hafner (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
12
3
12 
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Grafenschlag im Bezirk Zwettl
Allentsteig Altmelon Arbesbach Bad Traunstein Bärnkopf Echsenbach Göpfritz an der Wild Grafenschlag Groß Gerungs Großgöttfritz Gutenbrunn Kirchschlag Kottes-Purk Langschlag Martinsberg Ottenschlag (Niederösterreich) Pölla Rappottenstein Sallingberg Schönbach (Niederösterreich) Schwarzenau Schweiggers Waldhausen Zwettl-NiederösterreichLage der Gemeinde Grafenschlag im Bezirk Zwettl (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Grafenschlag ist eine Marktgemeinde mit 905 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im südlichen Waldviertel in Österreich, an der Zwettler Straße B 36 südlich von Zwettl auf einer Anhöhe gelegen. Der Ort ist ein typisches Angerdorf, jedoch gibt es schon einige neue Siedlungen am Rand der Gemeinde. Südlich des Ortskerns fließt der Purzelkamp, einer der Zuflüsse zum Kampfluss, in westliche Richtung.

Blick auf Grafenschlag aus südwestlicher Richtung


Geographie[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Grafenschlag gliedert sich in den Hauptort Grafenschlag (396 Einwohner) und die Katastralgemeinden:

  • Bromberg (erste Erwähnung 1273, 42 Einwohner)
  • Kaltenbrunn (erste Erwähnung um 1200, 67 Einwohner)
  • Kleingöttfritz (erste Erwähnung 1321, 71 Einwohner)
  • Kleinnondorf (erste Erwähnung 1380, 113 Einwohner)
  • Langschlag (erste Erwähnung 1321, 50 Einwohner)
  • Schafberg (erste Erwähnung 1286, 117 Einwohner)
  • Wielands (erste Erwähnung 1456, 36 Einwohner)

weiters finden sich einige Einzelhöfe wie:

  • Teichthof
  • Dachelhof
  • Zwickelmühle
  • Ödhof
  • Sattelhof
  • Haushof, Hausmühle
  • Nagelhof
  • Gallmühle

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Rappottenstein Großgöttfritz
Schönbach Nachbargemeinden Sallingberg
Bad Traunstein

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde 1321 als marchtmuel iuxta Grevenschlag zu ersten Mal erwähnt (schon damals als Marktflecken). Im Mittelalter waren die Geschicke des Ortes an die Herrschaft Guttenberg gebunden, ein Gozwinus de Gutenberch (zählte zu den kuenringischen Lehensrittern) ließ laut einer Urkunde Heinrichs dem II. von 1171 auf dem westlich der Gemeinde liegenden Guttenberg (855 Meter) eine strategisch wichtige Festung errichten, Ende des 13. Jahrhunderts bewohnte die ritterliche Familie der Tehler die Burg.

Danach verfiel die Anlage und auf ihren Resten ließ ein Zdenko von Sternberg eine Schanze errichten. Jener Zdenko bekriegte dann 1467 die Böhmen bei der Burg Gratzen (tschechisch Nové Hrady), diese verwüsteten im Gegenzug 1478 und 1480 den Ort. Bekannt geblieben ist vor allem der Weiße Sonntag des Jahres 1480, an dem im Ort Angst und Schrecken herrschten. Ungefähr um diese Zeit entstand im Ort auch ein Marktgericht und 1566 war das Freihaus zu Gräffenschlag bereits mit der Ottenschläger Herrschaft vereint.

Am 19. Februar 1597 ist der Ort Sammelplatz für 30.000 aufständische Bauern des Waldviertels. Die Aufständischen sammelten sich damals auf dem Feld zwischen der Hausmühle und dem Ort und später war hier der Verhandlungsort zwischen den Bauern und den kaiserlichen Kommissaren. Ein Andreas Schrembser aus Dobersberg führt dabei die Verhandlungen, sie bleiben jedoch erfolglos und so kommt es zu den blutigen Bauernkriegen im Waldviertel die durch die Niederlage der Bauern gegen die kaiserlichen Truppen bei Neukirchen am Ostrong ein Ende finden.

Ab 1619 wird Grafenschlag auch in die Auseinandersetzungen im Dreißigjährigen Krieg verwickelt, die Kirche, der Pfarrhof und der Markt dienen Mann und Roß als Quartier. Eine ruhige Periode der Entwicklung folgt ab 1667, als der Ort in den Besitz von Ferdinand Ernst Graf von Herberstein kommt. Er erlässt unter anderem denen durch den Krieg völlig verarmten Bauern die Landessteuer. Diese Entwicklung wurde erst durch die Napoleonischen Kriege ab 1805 (Schlacht von Dürnstein) gestoppt, es kam dabei zu Einquartierungen von einer Abteilung Franzosen, die bis zum Ort vorgedrungen waren. Auch durch die Revolutionen 1848 und dem Deutscher Krieg 1866 wurde der Ort beeinflusst.

Am 15. Oktober 1905 wurde Grafenschlag dann auch an das österreichische Bahnnetz (als Nebenlinie der Franz-Josefs-Bahn durch die Lokalbahn Schwarzenau–Zwettl–Martinsberg) angeschlossen. Obwohl der Erste Weltkrieg auch einige Opfer unter den männlichen Einwohnern des Ortes kostete, suchte den Ort eine weitaus größere Katastrophe am 18. März 1921, dem Schmerzhaften Freitag heim. Der Ort brannte fast zur Gänze nieder, nur sechs der 52 Häuser blieben unversehrt stehen. Im Zuge einer Verwaltungsreform kam der Ort 1939 zum Verwaltungsbezirk Zwettl, im selben Jahr beginnenden Zweiten Weltkrieg lassen 87 männliche Einwohner des Ortes in der Wehrmacht ihr Leben.

Am 9. Mai 1945 wird der Ort dann von sowjetischen Truppen besetzt, diese bleiben dann bis zum Ende der Besatzungszeit in Österreich 1955.

In der Nachkriegszeit kommt es zu einer großen Aufbauarbeit im Ort, dabei verliert Grafenschlag immer mehr seinen Charakter als Markt- und Bauerngemeinde, da die Landwirtschaft selber großen Veränderungen unterworfen ist.

Am 1. Januar 1967 schlossen sich dann die Ortsgemeinden Grafenschlag und Kleinnondorf zu einer Großgemeinde zusammen, am 1. Januar 1970 kam auch die Gemeinde Langschlag hinzu.

Trotz des Bevölkerungsrückgangs konnte am 24. September 1978 eine neue Volksschule eingeweiht werden, diese wurde wiederum von 2000 bis 2002 umgebaut und am 8. Juni 2002 im Beisein des Landesrats Wolfgang Sobotka wiedereröffnet.

Um den anhaltenden Bevölkerungsschwund entgegenzuwirken, wurden im Osten Grafenschlags an der Straße nach Kaltenbrunn ab 1985 neue Baugründe erschlossen, es entstand hier verstärkt ab 1990 die sogenannte „Siedlung“, auch am Westrand des Ortes und verstärkt seit 2007 auch im Norden entstanden neue Wohnhäuser. Nachdem Ende 1988 der Probebetrieb einer Ortswasserleitung aufgenommen wurde, konnte diese 1991 endgültig in Betrieb genommen werden. Auch eine Kläranlage wurde 1995 gebaut. Der im Ort seit 1895 bestehende Gendarmerieposten wird am 1. August 1990 nach vorangegangenen Protesten der Bevölkerung geschlossen, die frei werdenden Räume können aber schnell vom Gemeindeamt übernommen und für dessen Erweiterung verwendet werden. Eine Renovierung des gesamten Amthauses konnte am 31. Oktober 1999 abgeschlossen werden.

Bevölkerungsentwicklung

Volkszählung Einwohner
2011 876
2001 893
1991 870
1981 1048
1971 1109

Quelle: Bevölkerungsentwicklung der Statistik Austria

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Bis 1995 hatte der Gemeinderat 19 Sitze, infolge des Bevölkerungsrückgangs wurde diese Anzahl aber auf 15 Sitze vermindert. Seit der letzten Gemeinderatswahl 2010 gibt es folgende Verteilung:

Bürgermeister[Bearbeiten]

Seit 2010 ist Robert Hafner Bürgermeister des Ortes, seit der Wahl 2010 bekleidet Franz Heiderer das Amt des Vizebürgermeisters.[1]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Grafenschlag
Pfarrkirche des Hl. Martin in Grafenschlag
Mittelalterlicher Pranger am Marktplatz

Quellen[Bearbeiten]

  1. http://www.grafenschlag.at/system/web/zusatzseite.aspx?menuonr=219066050&detailonr=219562404

Literatur[Bearbeiten]

  • Kleine Heimatkunde der Marktgemeinde Grafenschlag, Veröffentlichung anlässlich der Verleihung des Gemeindewappens am 24. September 1978, Autoren: Alois Mitterauer, Othmar K. M. Zaubek, herausgegeben im Eigenverlag, Grafenschlag, 1978

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Grafenschlag – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien