Grafschaft Heiligenberg

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Die Grafschaft Heiligenberg war eine Grafschaft am nordwestlichen Ufer des Bodensees. Residenz war das Schloss Heiligenberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Wappen der Grafschaft Heiligenberg

Die Grafschaft entstand aus der frühmittelalterlichen Grafschaft Linzgau, die im Jahr 1135 die Grafen von Heiligenberg erhielten. Von diesen ging sie 1277 an die Grafen von Werdenberg und 1535 an die Fürstenberger. Im Lauf des Mittelalters ging der Name des Grafensitzes Heiligenberg auf die ganze Grafschaft über, so dass der Name Linzgau durch den Begriff Grafschaft Heiligenberg verdrängt wurde.

Der Umfang im Mittelalter wird zum Beispiel in einem Lehnsbrief König Wenzels von 1382 für Graf Albrecht von Werdenberg beschrieben: Die Grenze verlief von der Rheinbrücke beim Kloster Petershausen (Stadt Konstanz), zur Linde in Dingelsdorf, über den See nach Ludwigshafen, von dort über Nesselwangen zum Grauen Stein an der Landstraße zwischen Ruhestetten und Aach-Linz. Weiter von einer Mühle bei Pfullendorf über einen Grenzstein bei Ostrach und den Brunnen von Riedhausen in die Schussen bei Berg. Von dort bilden Schussen und Bodensee die Grenze bis zurück nach Petershausen.

Die jeweiligen Grafen von Heiligenberg besaßen nur in einem kleinen Teil ihrer Grafschaft die Grundherrschaft mit dem Niedergericht. Dagegen übten sie bis ins 18. Jahrhundert in ihrer Grafschaft die hohe Gerichtsbarkeit aus, abgesehen von den freien Reichsstädten Überlingen, Pfullendorf, Meersburg und Markdorf. Erst im 17. und 18. Jahrhundert verkauften sie ihre Hochgerichtsrechte über weitere Gebiete an die dort herrschenden Klöster und Städte.

Im Zug der Mediatisierung Anfang des 19. Jahrhunderts fiel ein Großteil der ehemaligen Grafschaft an das Großherzogtum Baden, vor allem an den späteren Landkreis Überlingen. Heute liegt das Gebiet im Bodenseekreis und im Süden des Landkreises Sigmaringen.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Grafen von Heiligenberg, das bis zu ihrer Auflösung als Wappen der Grafschaft diente, war ein schwarzer getreppter Diagonalbalken (von heraldisch rechts nach unten links) in silbernem Feld („Heiligenberger Stiege“).

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann Eris Busse (Hrsg.): Überlingersee und Linzgau. In: Badische Heimat 23, 1936
  • Carl Borromäus Alois Fickler: Heiligenberg in Schwaben. Mit einer Geschichte seiner alten Grafen und des von ihnen beherrschten Linzgaues. Macklot, Karlsruhe 1853 (Digitalisat)
  • Hans Schleuning (Hrsg.): Überlingen und der Linzgau am Bodensee. Stuttgart/Aalen 1972 (Heimat und Arbeit)

Weblinks[Bearbeiten]