Grafschaft Kriechingen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Flag-Holy-Roman-Empire.png

Territorium im Heiligen Römischen Reich

Grafschaft Kriechingen
Wappen
Wappen Kriechingen.svg
Herrschaftsform Grafschaft
Herrscher/Regierung Graf
Heutige Region/en FR-57
Reichstag Reichsfürstenrat: 1 Kuriatsstimme auf der westf. Grafenbank
Reichsmatrikel 2 Reiter, 4 Fußsoldaten, 20 Gulden (1522)
Reichskreis Oberrheinisch
Hauptstädte/Residenzen Kriechingen
Dynastien Kriechingen
1697: Ostfriesland
1726: Wied-Runkel
Aufgegangen in 1795: Frankreich

Die Grafschaft Kriechingen (auch: Chriechingen) ist benannt nach dem an der Nied gelegenen Ort Kriechingen (Créhange/Moselle) südwestlich von Saint-Avold in Lothringen.

Die Herren von Kriechingen waren im 12. Jahrhundert Lehnsmannen der Herren von Vinstingen (Fénétrange) und der Herzöge von Lothringen. Durch Heiraten erlangten sie einen ansehnlichen Besitz im Saarland, Lothringen und in Luxemburg. So gehörte ihnen neben Kriechingen die Herrschaft Saarwellingen und Teile der Herrschaft Dagstuhl. Sie wurden von den Herren von Dorsweiler beerbt, die auch ihren Namen annahmen.

Im Jahre 1617 wurde die Grafschaft zur Reichsgrafschaft erhoben und kam zum Oberrheinischen Kreis. 1531 wurde die Grafschaft in zwei Linien geteilt, die jedoch beide am Ende des 17. Jahrhunderts ausstarben. Der letzte Graf Albrecht Ludwig zu Kriechingen und Puttlingen hatte eine Erbtochter Anna Dorothea († 20. Mai 1705) die den Grafen Edzard Ferdinand Cirksena (1636–1668) heiratete. Nach dem Tod seines Sohnes Friedrich Ulrich (1667–1710) fiel die Grafschaft an dessen Erbtochter Christine Louise (1710–1732) und mit ihrer Heirat im Jahr 1726 mit dem Grafen Johann Ludwig von Wied-Runkel (1705–1762) ging die Grafschaft an die Grafen von Wied-Runkel. Im Jahr 1793 wurde sie von Frankreich annektiert. Die gesamte Grafschaft hatte bei ihrer Annexion nur rund 100 km² mit ca. 4000 Einwohnern. 1871 kam das Gebiet noch einmal bis 1918 als Teil Elsass-Lothringens an Deutschland.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm von der Nahmer, Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts, Band 3, S 585 Digitalisat

Siehe auch[Bearbeiten]