Grafschaft Loon

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Wappen der Grafen von Loon

Die Grafschaft Loon (manchmal auch Loen oder Looz im frankophonen Sprachraum) ist eine ehemalige Grafschaft, die in etwa der heutigen belgischen Provinz Limburg mit Ausnahme der Städte Tongeren und Sint-Truiden entspricht. Sie umfasste die Orte Beringen, Bilzen, Loon, Bree, Hamont, Hasselt, Herk-de-Stad, Maaseik, Peer und Stokkem.

Geschichte[Bearbeiten]

Nordwestliches HRR in 1250; Loon (Looz) in Gelb

Die Grafschaft Loon wird erstmals um das Jahr 1000 erwähnt und entstand vermutlich aus den Resten der karolingischen Grafschaft Hespengau. Gründer der Grafschaft war Otto, Graf in der Betuwe oder sein Sohn Giselbert. Deren Nachkomme Graf Gerhard II. musste 1190 die Oberhoheit des Bistums Lüttich anerkennen sowie den Bischof als Erben für den Fall, dass keine männlichen Nachkommen vorhanden waren.

Um 1200 wurde die Residenz der Grafen nach Hasselt verlegt. 1227 erbte Graf Arnold IV. durch seine Ehe mit Jeanne de Chiny aus dem Haus Chiny die Grafschaft Chiny. 1336 erlosch das Haus Loon mit dem Tod des Grafen Ludwig IV.. Sein Neffe Dietrich von Heinsberg, der Schwager des Lütticher Bischofs Adolf von der Mark, konnte das Erbe antreten, da der Bischof auf den Anspruch verzichtete. Gottfried von Heinsberg, Herr von Dalenbroeck und Dietrichs Neffe, erbte Loon 1361, musste aber dem neuen Bischof Engelbert von der Mark weichen, der Loon 1362 an sich nahm. Gottfried verkaufte seine Rechte an Loon an seinen Vetter Arnold von Rümmingen (Arnoul de Rumigny), der vergebens versuchte, die Grafschaft zu erobern, und 1366 schließlich seinen Verzicht erklärte. Der Fürstbischof von Lüttich nahm nun den Titel eines Grafen von Loon an, wobei er die Institutionen der Grafschaft bestehen und der Grafschaft eine gewisse Autonomie ließ, eine Verfügung, die 1522 bestätigt wurde.

Nach der Schlacht bei Fleurus (1794) und der französischen Besetzung der linksrheinischen Gebiete wurde Loon in das Département Meuse-Inférieure integriert.

Grafen von Loon[Bearbeiten]

Haus Loon[Bearbeiten]

Wappen der Grafen von Loon und Chiny
  • Arnold IV. († 1273), Graf von Loon und Graf von Chiny (Arnold II.), dessen Bruder, Sohn von Gerhard III., Graf von Rieneck, und Kunigunde von Zimmern; ∞ Johanna Gräfin von Chiny (1205, † 1271) (Haus Chiny)
  • Johann I. († 1279), dessen älterer Bruder ; ∞ I 1258 Mathilde von Jülich, Tochter von Wilhelm IV., Graf von Jülich, und Mathilde von Geldern; ∞ II Isabelle de Condé
  • Arnold V., Graf von Loon und Chiny (Arnold III.) dessen Sohn aus erster Ehe, tritt Chiny 1313 an seinen Sohn ab ; ∞ Margarete von Vianden.
  • Ludwig VI. († 1336), Graf von Looz (Ludwig IV.) und Chiny, dessen Sohn ; ∞ Margarete von Lothringen († 1348), Tochter von Herzog Theobald II. von Lothringen, und Isabelle de Rumigny.

Haus Heinsberg[Bearbeiten]

Wappen der Grafen von Loon a.d.H. Heinsberg
  • Dietrich von Heinsberg († 1361), Graf von Looz und Chiny, dessen Neffe, Sohn von Gottfried von Heinsberg und Mathilde von Looz; ∞ Kunigunde von der Mark
  • Gottfried von Heinsberg (1325, † 1395), Herr von Dalenbroich, dessen Neffe, Sohn von Johann von Heinsberg, Herr von Dalenbroich, und Katharina von Voorne; er erhielt Loon und Chiny von seinem Onkel, verlor aber Loon an den Bischof von Lüttich; Gottfried verkaufte Loon an .

Haus Rumigny[Bearbeiten]

Wappen der Grafen von Loon a.d.H. Rumigny-Montferrat-Oreye

Bischöfe von Lüttich[Bearbeiten]

Die Grafschaft wird von Bischof Engelbert von der Mark eingezogen. Alle ihm folgenden Bischöfe von Lüttich bis zum Jahr 1794 sind formal auch Grafen von Loon.

Weblinks[Bearbeiten]