Grajewo

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Grajewo
Wappen von Grajewo
Grajewo (Polen)
Grajewo
Grajewo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Podlachien
Landkreis: Grajewo
Fläche: 18,93 km²
Geographische Lage: 53° 39′ N, 22° 27′ O53.6522.45Koordinaten: 53° 39′ 0″ N, 22° 27′ 0″ O
Einwohner: 22.246
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 19-200 bis 19-203
Telefonvorwahl: (+48) 86
Kfz-Kennzeichen: BGR
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK 65: EłkBiałystok
Schienenweg: PKP-Linie 38: BiałystokEłkBartoszyceGłomno (–Bagrationowsk)
Nächster int. Flughafen: Warschau
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Fläche: 18,93 km²
Einwohner: 22.246
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1175 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2004011
Verwaltung (Stand: 2011)
Bürgermeister: Adam Kiełczewski
Adresse: ul. Strażacka 6
19-200 Grajewo
Webpräsenz: www.grajewo.pl

Grajewo (litauisch Grajevas; weißrussisch Гра́ева) ist eine polnische Kreisstadt in der Woiwodschaft Podlachien am Fluss Ełk.

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Siedlungen auf dem Gebiet des heutigen Grajewo gab es bereits zu Beginn des 15. Jahrhunderts. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1426. 1540 erhielt die Stadt das Stadtrecht vom polnischen König Sigismund I.

Um 1800 hatte die Stadt 23 Häuser und 218 Einwohner. 1815 wurde sie Teil des russischen Kongresspolens. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelten sich das Handwerk und der Handel. Infolge der Teilnahme der Bevölkerung am Januaraufstand gegen Russland verlor der Ort 1870 sein Stadtrecht. Mit der Anbindung an das Schienennetz zwischen der deutschen Stadt Lyck und dem damals russischen Białystok wurde die Entwicklung der Stadt beschleunigt.

Seit dem späten 18. Jahrhundert bestand in Grajewo eine jüdische Gemeinde; zeitweilig bildeten Juden die Bevölkerungsmehrheit der Stadt. 1808 lebten 197 Juden in der Stadt, 39 % der Gesamtbevölkerung, 1827 bildeten sie mit 57 % bereits die Mehrheit, 1857 war ihr Anteil auf 76 % angestiegen und 1897 lebten mehr als 4.000 Juden in der Stadt. Nach dem Ersten Weltkrieg ging die jüdische Bevölkerung stark zurück, 1921 lebten noch 2.834 Juden in Grajewo, 39 % der Gesamtbevölkerung.[2]

Während des Ersten Weltkrieges wurde die Stadt zu großen Teilen zerstört. Nach dem Krieg kam sie an das wiedererrichtete Königreich Polen und erhielt am 4. Juli 1919 ihr Stadtrecht zurück. Zwischen den Weltkriegen wurde Grajewo Sitz eines Landratsamtes und zählte etwa 9.500 Einwohner.

In der Nacht vom 6. zum 7. September 1939 wurde die Stadt von den Deutschen besetzt, bereits 1933 war es zu anti-jüdischen Ausschreitungen gekommen. Am 21. September übergaben die Deutschen die Stadt der Sowjetunion. Diese verlor die Stadt im Juni 1941 wieder an die Deutschen. Im August 1941 wurde ein Ghetto errichtet, in das 1.600 bis 2.000 Juden gesperrt wurden, die im Dezember 1942 und Januar 1943 größtenteils in die Vernichtungslager Treblinka und Auschwitz deportiert wurden.[2] Am 23. Januar 1945 marschierte die Rote Armee erneut in die Stadt ein. Der Krieg hatte in Grajewo rund 5.000 Menschenleben gefordert; der Ort wurde zu etwa 30 % zerstört.

Gemeinde[Bearbeiten]

Landgemeinde[Bearbeiten]

Zur Landgemeinde Grajewo gehören folgende 49 Ortschaften mit einem Schulzenamt:

Białaszewo
Białaszewo-Kolonia
Białogrądy
Boczki-Świdrowo
Brzozowa
Brzozowa Wólka
Chojnówek
Ciemnoszyje
Cyprki
Danówek
Dybła
Flesze
Gackie
Godlewo
Grozimy
Kacprowo
Kapice
Konopki
Konopki-Kolonie
Koszarówka
Koty-Rybno
Kurejewka
Kurejwa
Kurki
Lipińskie
Łamane Grądy
Łękowo
Łojki
Łosewo
Mareckie
Mierucie
Modzele
Okół
Pieniążki
Popowo
Przechody
Ruda
Sienickie
Sikora
Sojczyn Borowy
Sojczyn Grądowy
Sojczynek
Szymany
Szymany-Kolonie
Toczyłowo
Uścianki
Wierzbowo
Wojewodzin
Zaborowo

Weitere Orte der Gemeinde sind Białaszewo (leśniczówka), Białogrądy-Kolonia, Elżbiecin, Kolonie Sojczyn Borowy, Podlasek und Wojewodzin (osada).

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Grajewo – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 9. Juli 2014.
  2. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatGrajewo. In: Encyclopaedia Judaica, Band 8. Macmillan Reference USA, Detroit, 2007, S. 30, abgerufen am 4. November 2011 (englisch).