Gramastetten

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Gramastetten
Wappen von Gramastetten
Gramastetten (Österreich)
Gramastetten
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Urfahr-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: UU
Fläche: 40,23 km²
Koordinaten: 48° 23′ N, 14° 11′ O48.38111111111114.19545Koordinaten: 48° 22′ 52″ N, 14° 11′ 24″ O
Höhe: 545 m ü. A.
Einwohner: 4.877 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 121 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 4201, 4040
Vorwahl: 0 72 39
Gemeindekennziffer: 4 16 09
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktstraße 17
4201, 4040 Gramastetten
Website: www.gramastetten.ooe.gv.at/
Politik
Bürgermeister: Andreas Fazeni (ÖVP)
Gemeinderat: (2009)
(31 Mitglieder)
18 ÖVP, 7 SPÖ, 3 Grüne, 3 FPÖ
Lage der Marktgemeinde Gramastetten im Bezirk Urfahr-Umgebung
Alberndorf in der Riedmark Altenberg bei Linz Bad Leonfelden Eidenberg Engerwitzdorf Feldkirchen an der Donau Gallneukirchen Goldwörth Gramastetten Haibach im Mühlkreis Hellmonsödt Herzogsdorf Kirchschlag bei Linz Lichtenberg Linz Oberneukirchen Ottenschlag im Mühlkreis Ottensheim Puchenau Reichenau im Mühlkreis Reichenthal Schenkenfelden Sonnberg im Mühlkreis St. Gotthard im Mühlkreis Steyregg Vorderweißenbach Walding Zwettl an der Rodl OberösterreichLage der Gemeinde Gramastetten im Bezirk Urfahr-Umgebung (anklickbare Karte)
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Gramastetten
Gramastetten
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Gramastetten ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Urfahr-Umgebung im oberen Mühlviertel mit 4877 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Urfahr.

Geografie[Bearbeiten]

Gramastetten liegt auf einer Höhe von 545 m ü. A. im oberen Mühlviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 10,9 km und von West nach Ost 9,6 km. Die Gesamtfläche beträgt 40,3 km².

Flächenverteilung[Bearbeiten]

Ortsteile[Bearbeiten]

  • Amberg
  • Anger
  • Feldsdorf
  • Gramastetten
  • Großamberg
  • Hals
  • Hamberg
  • Lassersdorf
  • Lichtenhag
  • Limberg
  • Maierleiten
  • Neulichtenberg
  • Pöstlingberg
  • Schlagberg
  • Stötten
  • Türkstetten
  • Wieshof

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Herzogsdorf Eidenberg
Sankt Gotthard im Mühlkreis Nachbargemeinden Lichtenberg
Walding Ottensheim
Puchenau
Linz

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Rot ein silberner Pfahl; davor vom grünen Schildfuß mit schrägrechtem, silbernen, von blauen Zwillings-Wellenbändern durchzogenen Wellenfluß ausgehend, über einer steil aufragenden Felswand ein grüner Dreiberg. Auf der vorderen Kuppe - in das rote Feld ragend - ein silberner, schwarz geöffneter, zinnenbewehrter Turm, aus dessen Tor ein gelbfarbiger Weg über den Bühel schrägrechts zum linken Schildrand führt. Die Gemeindefarben sind Rot-Gelb-Grün.

Das Wappen wurde am 14. Mai 1551 vom römisch-deutschen König und späteren Kaiser Ferdinand I. an Gramastetten verliehen. In Überlieferungen wurde erwähnt, dass der grüne Hügel auf dem Wappen die Lage Gramastettens darstellte, das auf einem begrünten Berg hoch über der Rodl liegt. Der Turm war Symbol dafür, dass Gramastetten ein landesfürstlicher Markt war. Bei der Deutung der Burg im Wappen trennen sich jedoch die Meinungen. Der Heraldiker Herbert E. Baumert meinte, dass im Wappen die Burg Lichtenhag abgebildet sei, die sich auf einem steilen Felsen im Rodltal befindet.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte von Gramastetten reicht bis in das Jahr 2500 v. Chr. zurück. Das Reihendorf Gramastetten wurde zwischen 600 und 700 n. Chr. erbaut, sein Name leitet sich von dem Namen „Grimhard“ ab. Dazumal wurden Orte oft nach Personen benannt. „Grimhartsetun“ war die älteste Betitelung des Ortes. Im Jahr 1110 wurde die Altpfarre, die Ottensheim, Oberneukirchen, Zwettl an der Rodl, Leonfelden und Vorderweißenbach umfasste, gegründet und die erste Kirche geweiht. Von Kaiser Maximilian I. wurde die Altpfarre Gramastetten schließlich am 7. Jänner 1518 zum Markt erhoben. Am 14. Mai 1551 verlieh der römisch-deutsche König und spätere Kaiser Ferdinand I. der Gemeinde das Recht, ein Wappen zu führen. Weiters wurde der Gemeinde im Jahr 1639 vom Kaiser erlaubt, Jahrmärkte zu veranstalten.[2] Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

1945 stand Gramastetten von amerikanischen Truppen unter Beschuss, welche am Abend des 3. Mai, zwei Tage vor Ende des Zweiten Weltkrieges, mit Panzern auf dem Markt eintrafen. Der Kampf um Linz hielt zwei Tage an. Die Amerikaner vertrieben viele Bewohner aus ihren Häusern, in denen sie sich sodann niederließen. Bei den Kämpfen fielen die 1908 erbaute Schule, das Mesnerhaus und weitere Häuser den Flammen zum Opfer. Dass nicht der ganze Markt niederbrannte, lag an der extremen Windstille und den harten Dächern, die einige Häuser bereits anstatt Strohdächern besaßen. Des Weiteren wurden die Kirche, der Turm und etliche Gebäude durch die Angriffe zerstört. Unter den Toten der Kämpfe waren ausschließlich Soldaten. Die gefallenen deutschen Soldaten wurden am Friedhof in Gramastetten beigesetzt.[3]

Die amerikanischen Truppen zogen am 5. Mai 1945, als der Zweite Weltkrieg mit dem Fall von Linz beendet war, aus Gramastetten ab. Ende Juli 1945 übergaben die Amerikaner das Mühlviertel der Roten Armee.[3]

Die Kirche[Bearbeiten]

Im Jahr 1110 weihte der aus Passau stammende Bischof Ulrich die erste Kirche in Gramastetten, die dem heiligen Laurentius geweiht wurde. Eine neue spätgotische Kirche mit Unterkirche wurde im Jahr 1440 errichtet. Der kugelförmige Barockhelm, den die Kirche noch heute hat, wurde im Jahr 1738 errichtet. Ein Vertreter der Kirche von 1945 bis 1964 war Pfarrer Pater Konrad Just, der für seine Taten auch als „Don Camillo des Mühlviertels“ bekannt war. Die Kirche und der Pfarrhof wurde dann unter Pfarrer und Konsistorialrat Altdechant Pater Augustin Brandstetter renoviert. Es wurden in der Unterkirche eine Leichenhalle eingerichtet und ein elektrisches Kirchengeläute angebracht. Weiters bekam die Kirche eine Heizung, das Dach wurde neu gedeckt und der Pfarrhof wurde zu einem Kindergarten, dem Pfarrcaritas-Kindergarten umgebaut. Ein zusätzlicher Pfarrcaritas-Kindergarten wurde im Jahre 1978 am Pöstlingberg errichtet, der im Herbst 1998 von der Marktgemeinde Gramastetten übernommen wurde.[4]

Die Jahresstiege[Bearbeiten]

Die Jahresstiege

Der Marktbürger Alois Peither besaß die „Kirchleitn“, einen mit Buschwerk verwachsenen, sehr steilen Hang, der sich hinter der Kirche befand und bis zur Rodl reichte. Für die Kultivierung musste er sehr viel Geld aufbringen. Sein Plan war, auf der „Kirchleitn“ Plantagen anzulegen, die vor allem den Armen nutzen sollten. Mit dieser Idee begann ein Lebenswerk für Alois Peither. Zwei Etagen waren 1846 alleine mit Maulbeerbäumen, die für die Seidenraupenzucht verwendet werden sollten, bepflanzt. Des Klimas wegen konnten die Seidenraupen jedoch nicht überleben. So begann er seinen Hang weiter zu kultivieren und hatte 1876 bereits fünf mit Blumen, Sträuchern, Obstbäumen und Hopfen, der damals staatlich gefördert wurde, bepflanzte Terrassen. Zu seinen weiteren Kultivierungsmaßnahmen zählten das Anlegen eines Gemüsegartens und einer Wein- und Hopfenlaube sowie das Aufstellen eines Bienenstocks.

Das Ziel seines Lebenswerkes war es, besonders für die Armen Arbeit zu schaffen. Er benötigte Maurer, welche die Mauern für die Terrassen aufstellen und erhalten mussten. Zusätzlich brauchte er Leute, die Gestrüpp und Bäume entfernten, Sprengungen durchführten, Dünger und Erde lieferten, usw. Des Weiteren ließ er von den Armen eine Stiege erbauen, die an den Terrassen entlang zur Talsohle führt. Die Stiege besteht aus 365 Stufen, deshalb wird diese auch „Jahresstiege“ genannt. Alois Peither hat eine Eiche auf der Anhöhe seiner „Kirchleitn“ gepflanzt, von der die Jahresstiege zur Rodl geht. Von diesem Platz hat man einen Ausblick auf das Rodltal und die Burgruine Lichtenhag. Mit einer um den Baum aufgestellte Bank war der Ort Lieblingsplatz von A. Peither.[5]

Alois Peither – Gemeindearzt und Wohltäter[Bearbeiten]

Alois Peither wurde am 16. Februar 1816 in Waldhausen geboren. Er galt als der große Wohltäter für die Armen in Gramastetten. 1841 kam Peither als Wund- und Geburtsarzt in die Gemeinde und praktizierte bis 1899 als Gemeindearzt von Gramastetten und Eidenberg. Am 10. Dezember 1906 starb Alois Peither im Alter von 90 Jahren. Eine 1894 an der Eidenberger Straße errichtete Kapelle, die „Peither Kapelle“, erinnert noch an den großen Wohltäter.[6]

A. Peither wollte, dass jemand seine „Kirchleitn“ erbt, der sein soziales Projekt nach seinem Tod auch weiterführt. Sein Wunsch war es, dass die Armen von den Erträgen aus der „Kirchleitn“ profitieren. Peithers Nachfolger konnte jedoch aus finanziellen Gründen den Wunsch nicht erfüllen. Am 31. Dezember 1925, zwanzig Jahre nachdem Alois Peither gestorben war, wurde die einst vom großen Wohltäter gepflanzte Eiche gefällt. Den Jahresringen nach war dieser Baum 100 Jahre alt. Im Laufe der Zeit begannen die Stützmauern der Terrassen und die Jahresstiege zu verfallen bis schließlich 1975 die Stiege renoviert wurde.[7]

Die Peitherstiftung

Peither besaß auch einen Grund bei seiner nach ihm benannten Kapelle, den er Gramastetten vermachte. Jedoch vererbte er den Grund der Gemeinde nur unter der Bedingung, dass die Armen in der Gemeinde von den Erträgen profitieren.[7]

Ehrenbürger

Die Gemeinde Gramastetten ernannte Alois Peither für seine sozialen Leistungen als Wohltäter und als Gemeindearzt zum Ehrenbürger.[7]

Das Pfarrkino[Bearbeiten]

Pfarrer Konrad Just hatte im Jahr 1929 im Veranstaltungssaal des Kreuzschwesternheims ein Kino eingeräumt. Pfarrer Just eröffnete nach dem Krieg im Jahre 1948 das Tonkino wieder, was wegen der vielen Hürden nicht sehr einfach für ihn war. Der Erlös kam kulturellen und karitativen Zwecken zugute. Just wollte damit in Gramastetten Glaube und gute Sitte hüten.[1]

Die ersten Filme, die damals gespielt wurden waren: „König der Könige“, „Unsterbliche Melodien“ und „Meine Herrn Söhne“. Das Kino hatte an Sonntagen nachmittags und abends und an Feiertagen geöffnet.[1]

Um Sitte und Moral zu bewahren, zensurierte Pfarrer Just die Filme, indem er sich während der Filmvorstellungen selbst hinter den Projektor setzte und bei nicht-jugendfreien Szenen, wie z. B. Küssen, den Projektor mit seiner Hand verdeckte.[1]

Mit einer weiteren Hürde musste Pfarrer Just im Jahre 1954 kämpfen. Die Kinolizenz war durch einen Landesbeamten verloren gegangen. So musste Just um eine Verlängerung ansuchen. Der Kinobetrieb wurde in dieser Zeit jedoch nicht angehalten. Die Filme „Don Camillo“ und „Johanna von Orleans“ wurden gezeigt.[1]

Nach Pfarrer Justs Tod bestand der Kinoverein noch bis in die 1970er Jahre weiter.[1]

Das Gramastettner Lied[Bearbeiten]

Das Lied "Mein liebes Gramastett'n" wurde am 26. September 1951 in Aussee von dem in Gramastetten geborenen Hans Gielge geschrieben. Er widmete das Lied dem Herrn Oberlehrer Hauser und seinem lieben Geburtsort Gramastetten.[8]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner Veränderung prozentuelle
Veränderung
2009 4.652 +84 +1,8 %
2006 4.568 +44 +1,0 %
2001 4.524 +323 +7,7 %
1991 4.201    

[9]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Wasserversorgung[Bearbeiten]

Von der Wassergenossenschaft, die privat geführt war, wurde im Jahre 1950 eine neue Wasserleitung gebaut. Diese Leitung wurde ständig ausgebaut und erneuert und ist auf dem neuesten Stand der Technik. Das vollständig ausgebaute Kanalnetz hat eine Länge von 45 km und versorgt den Markt und die Randgebiete mit bekömmlichem Trinkwasser. Der Bau der Ortskanalisation erfolgte in den Jahren 1958 und 1961.[10]

Gewerbepark[Bearbeiten]

Im Jahr 1993 wurde außerhalb des Marktes auf einem Teil der Ortnergründe, die von der Gemeinde erworben wurden, ein Gewerbepark errichtet. Ortsansässige sowie neue Betriebe hatten somit die Gelegenheit sich zu entfalten.[1]

Kultureinrichtungen[Bearbeiten]

  • ArGe Kultur Gramastetten
  • Gramaphon

Am 19. Oktober 2008 wurde das Gramaphon als Veranstaltungszentrum eröffnet. Es wurde dort errichtet, wo sich einst die Kaiser Franz Joseph-Jubiläumsschule befand. Das Gramaphon bietet Platz für einen großen Veranstaltungssaal, einen Proberaum für die Musikkapelle, ein Lokal sowie die Musikschule.[1]

  • KuKuRoots - verwurzelt Kunst und Kultur
  • Kultur Starzerhof
  • OÖ. Volksbildungswerk im Landeskulturzentrum Ursulienenhof
  • ThekaGram

[11]

Bezirksseniorenheim[Bearbeiten]

Im Jahr 1970 wurde hinter dem Pfarrhof mit dem Bau des Bezirksaltenheims begonnen. Nach zwei Jahren konnte das Altenheim schließlich am 3. Dezember 1972 eingeweiht werden. Nachdem das Gebäude seit 2005 leer stand, wurde es im Jahr 2009 abgerissen. Daraufhin wurde vom Sozialhilfeverband Urfahr-Umgebung ein neues Bezirksseniorenheim errichtet. Es bietet 96 Pflegeplätze sowie vier Kurzzeitplätze und wurde am 17. September 2011 offiziell eröffnet.[12]

Gemeindebetriebe[Bearbeiten]

Zu den Betrieben, die von der Marktgemeinde Gramastetten privatwirtschaftlich geführt werden zählen

  • der Gemeindekindergarten
  • die Gemeindebücherei
  • die Schulausspeisung sowie
  • der Schülerhort.[13]

Schule und Bildung[Bearbeiten]

  • Bücherei der Marktgemeinde Gramastetten
  • Kindergarten
  • Pfarrcaritas-Kindergarten
  • Volksschule
  • Hauptschule
  • Polytechnische Schule
  • Schülerhort
  • Landesmusikschule Gramastetten

[14]

Gastronomie[Bearbeiten]

In Gramastetten gibt es eine Bäckerei+Cafe, eine Konditorei+Cafe, drei Wirtshäuser, eine Frühstückspension, zwei Imbissstände, eine Jausenstation und ein Sportstüberl.[15]

Sport- und Freizeitzentrum[Bearbeiten]

Auf der Peitherwiese wurde im Jahr 1980 mit dem Bau eines Sport- und Freizeitzentrums angefangen. Das am 6. Mai 1984 eröffnete Zentrum besteht aus fünf Tennisplätzen, zwei Fußballfeldern und einem Clubgebäude. Das Sportzentrum wurde im Jahr 1999 um eine Stocksporthalle und eine Kletterwand erweitert. Weiters wurden fünf Stockbahnen überdacht, um den Sportlern bestmögliche Trainingsbedingungen zu bieten.[16]

Tourismus und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Gramastetten

Ausflugs- und Erholungsort Gramastetten[Bearbeiten]

Rodlbad

In der, an die Landeshauptstadt Linz grenzenden Gemeinde Gramastetten, kann man seinen Alltagsstress abbauen und Entspannung finden. Gramastetten ist zu einem beliebten Ausflugsziel geworden. Die Gemeinde ließ einen Natur-Lehrpfad errichten, wo die Wanderer in Schaukästen wissenswerte Informationen über heimische Tiere und Hölzer nachlesen können. Dieser Lehrpfad führt zur Jahresstiege, die für geübte Wanderer Pflicht ist. Nach einer Wanderung an der Rodl, lädt das idyllische Naturwaldbad, welches sich auf einer Waldlichtung befindet, zum Baden ein. Das Rodlbad bietet erfrischendes Wasser, Duschen, einen Spielplatz für Kinder, ein Buffet und ist überdies kostenlos zu benützen.[17]

Eine Wanderung zum Bildgraben bzw. Augenbründlein ist eine weitere Wandermöglichkeit, die Gramastetten zu bieten hat. Das Augenbründlein ist eine Bergquelle, zu der früher zahlreich Menschen pilgerten um ihre Augenleiden mit diesem Quellwasser zu heilen. Diese Wanderroute bietet einen herrlichen Ausblick auf das Mühlviertler Hügelland.[17]

Eine weitere Wanderroute ist der Riesensteinwanderweg, der, wie sein Name schon verrät, zum Riesenstein führt. Bei dieser Wanderung hat man einen schönen Ausblick auf die Burgruine Lichtenhag und auf Gramastetten.[17]

Spezialitäten aus Gramastetten[Bearbeiten]

Gramastettner Krapferl

In Gramastetten wurde seit 200 Jahren Lebkuchen und Zwieback produziert. Der Zwieback war sehr beliebt und so stellten ihn auch Linzer Betriebe her, welche den Zwieback als Gramastettner Zwieback verkauften. Erst ein wenig später wurden die Gramastettner Krapferl erfunden. Bekannt sind diese seit 1900, es ist jedoch unbekannt, wie lange es die Krapferl bereits gibt.[1] Die landesweit bekannten Krapferl werden nach einem altüberleiferten Rezept aus Mürbteig gefertigt.[18] Die Erste, die die „Gramastettner Krapferl“ produzierte war Katharina Humalin. Familie Hummel, die Nachkommen von Humalin, fuhren mit der Erzeugung der Krapferl bis 1933 fort. Ein Großneffe der Familie Hummel, Konditormeister Hermann Knollmayr, führte die Tradition weiter. Die Hummel’s Backmanufaktur erzeugt heute noch die berühmten Gramastettner Krapferl und Zwieback.[1]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl[Bearbeiten]

Ergebnis der Wahl von 2009

Wahlberechtigt: 3842 +270, Gültige Stimmen: 3192 +312, Wahlbeteiligung: 85,5 % +3,6 %

Partei Prozent Stimmen Mandate
ÖVP 57,33 % +3,65 % 1830 +313 18 +1
SPÖ 23,46 % -8,54 % 749 -157 7 -3
Grüne 9,49 % -0,98 % 303 -7 3 +/-0
FPÖ 9,71 % +5,92 % 310 +203 3 +2

[19]

Landtagswahl[Bearbeiten]

Ergebnis der Wahl von 2009

Wahlberechtigt: 3774 +227, Gültige Stimmen: 3201 +340, Wahlbeteiligung: 86,09 % +3,7 %

Partei Prozent Stimmen
ÖVP 55,89 % +2,52 % 1789 +262
SPÖ 17,28 % -9,18 % 553 -204
Grüne 12,71 % -1,66 % 407 -4
FPÖ 10,72 % +5,44 % 343 +192

[20]

Bürgermeisterwahl[Bearbeiten]

Ergebnis der Wahl von 2009

Wahlberechtigt: 3842, Gültige Stimmen: 3120, Wahlbeteiligung: 85,45 %

Partei Prozent Stimmen
Andreas Fazeni ÖVP 72,05 % 2248
Buchgeher Martin SPÖ 27,95 % 872

[21]

Gramastettner Bürgermeister im Zeitverlauf[Bearbeiten]

Von - Bis Bürgermeister
1895 - 1899 Stirmayr Franz
1899 - 1910 Dessl Leopold
1910 - 1919 Preuer Leopold
1919 - 1929 Mayr Michael
1929 - 1938 Stirmayr Franz
1938 - 1939 Eidlhuber Wilhelm
1939 - 1941 Gass Josef
1941 - 1945 Penn Karl
1945 - 1959 Rath Josef
1959 - 1964 Stirmayr Franz
1964 - 1966 Hauser Josef
1966 - 2002 Freiseder Michael
2002 - 2008 Madlmayr Heinrich
seit 2008 Fazeni Andreas

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Alois Peither (1816–1906), Gemeindearzt und Ehrenbürger
  • Vinzenz Übeleis (1889–1967), Politiker
  • Hans Gielge (1901–1970), Lehrer Kulturaktivist, Volksliedsammler, Schöpfer des Gramastettner Liedes und Mundartdichter[22]
  • Konrad Just (1902–1964), NS-Opfer, KZ-Häftling; ehemaliger Pfarrer der Gemeinde Gramastetten
  • Leopold Lummerstorfer (* 1968), Filmregisseur, Filmproduzent, Drehbuchautor
  • Harald Berger (1972–2006), dreifacher Weltmeister im Eisklettern

Bauwerke[Bearbeiten]

Burgruine Lichtenhag

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gramastetten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weitere Infos über die Gemeinde Gramastetten auf dem Geo-Infosystem des Bundeslandes Oberösterreich

  • Karte im Digitalen Oberösterreichischen Raum-Informations-System (DORIS)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j Schwierz,T., 900 Jahre Gramastetten, 2009
  2. Website von Gramastetten: Kurzer Auszug aus der Geschichte
  3. a b Website von Gramastetten: Gramastetten unter Beschuss: Die letzten Tage des 2. Weltkrieges in Gramastetten
  4. http://www.gramastetten.ooe.gv.at/system/web/zusatzseite.aspx?menuonr=219282621&detailonr=196805
  5. Website von Gramastetten: Bader Alois Peither
  6. http://www.web.39185.vs.webtropia.com/gramastetten/geschichte/menschen/peiter/peiter1.htm
  7. a b c http://www.web.39185.vs.webtropia.com/gramastetten/geschichte/menschen/peiter/stiftungkapelle4.htm
  8. http://www.gramastetten.ooe.gv.at/gemeindeamt/download/220605119.pdf
  9. http://www.gramastetten.ooe.gv.at/system/web/fakten.aspx?menuonr=219282775
  10. http://www.gramastetten.ooe.gv.at/system/web/zusatzseite.aspx?menuonr=219282621&detailonr=196805
  11. http://www.gramastetten.ooe.gv.at/system/web/gelbeseite.aspx?menuonr=219282795&typ=3&bezirkonr=0&branche=11
  12. http://www.shvuu.at/heim4/02heimbeschreibung.php
  13. http://www.gramastetten.ooe.gv.at/system/web/sonderseite.aspx?menuonr=219282578&detailonr=219282578
  14. http://www.gramastetten.ooe.gv.at/system/web/gelbeseite.aspx?typ=7&bezirkonr=0&page=0&letter=ALLE&datum=22.01.2010&cmd=az&menuonr=219282654
  15. http://www.gramastetten.ooe.gv.at/system/web/gelbeseite.aspx?menuonr=219282653&typ=6&bezirkonr=0&page=0&letter=ALLE&datum=15.01.2010&cmd=az
  16. http://www.gramastetten.ooe.gv.at/system/web/zusatzseite.aspx?menuonr=219282621&detailonr=196805
  17. a b c http://www.gramastetten.ooe.gv.at/system/web/zusatzseite.aspx?menuonr=219282623&detailonr=163048559
  18. http://www.web.39185.vs.webtropia.com/gramastetten/neuigkeiten/2006/11/03_hummel/hummel.htm
  19. http://www.gramastetten.ooe.gv.at/system/web/wahl.aspx?menuonr=219282768&bezirkonr=0&detailonr=220707226
  20. http://www.gramastetten.ooe.gv.at/system/web/wahl.aspx?menuonr=219282768&bezirkonr=0&detailonr=220707251
  21. http://www.gramastetten.ooe.gv.at/system/web/wahl.aspx?menuonr=219282768&bezirkonr=0&detailonr=220707261
  22. http://hw.oeaw.ac.at/ml/musik_G/Gielge_Hans.xml