Grammostola

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Grammostola
Grammostola pulchra

Grammostola pulchra

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Theraphosinae
Gattung: Grammostola
Wissenschaftlicher Name
Grammostola
Simon, 1892
Jungtier einer Roten Chile-Vogelspinne

Grammostola ist eine Gattung von zwanzig Vogelspinnen-Arten, welche alle auf dem südamerikanischen Kontinent beheimatet sind.

Merkmale[Bearbeiten]

Diese Gattung hat mittelgroße bis sehr große Arten.[1] Beispielsweise erreicht Grammostola mollicoma acht Zentimeter, Grammostola pulchripes neun Zentimeter und Grammostola actaeon sogar zehn Zentimeter Körperlänge.[2]

Grammostola-Arten haben auf der Oberseite des Hinterleibs (Opisthosoma), etwa von der Mitte bis zu den Spinnwarzen eine charakteristische, metallisch schimmernde Fläche mit sehr feinen Reizhaaren.[1]

Verhalten[Bearbeiten]

Grammostola-Arten sind bodenbewohnende Vogelspinnen, die kurze Löcher und Wohnröhren ins Erdreich graben.[1] Sie tapezieren die Wohnröhren mit Spinnseide aus und leben dort während der Häutungsphasen, der Brutzeit und der kalten Monate. Diese Zeit kann bis zu fünf Monate im Jahr betragen. In der übrigen Zeit verstecken sie sich unter Steinen, Wurzeln, Rindenstücken oder Falllaub. Ausgewachsene Weibchen vieler Arten verlassen die Wohnröhre häufig nicht mehr und ernähren sich von den Beutetieren, die in der Nähe ihrer Wohnröhre vorbeiziehen.[2]

Lebensraum[Bearbeiten]

Die Gattung besitzt ein großes Verbreitungsgebiet von Chile über Argentinien, Uruguay und Paraguay bis Brasilien.[1] Die Vorkommen von Grammostola monticola und Grammostola rosea in Bolivien sind zweifelhaft.[2] Die einzelnen Arten besitzen teils sehr begrenzte Verbreitungsgebiete. So kommt Grammostola iheringi in Uruguay in einem einzigen Tal vor.[3]

Einige Arten leben in Gebieten mit kalten Wintern mit Temperaturen bis unter den Gefrierpunkt (beispielsweise im Lebensraum von Grammostola pulchra). Viele Arten leben in Gebieten mit enormen Temperaturschwankungen. Das bedeutet sehr hohe Temperaturen und trockene Luft während der Tageszeit gefolgt von eiskalten Nächten.[1] Grammostola rosea ist im trockenen Südsommer keinen hohen Temperaturen ausgesetzt.[4] In Paraguay, der Heimat von Grammostola aureostriata, ist es im Südsommer hingegen feuchter und deutlich heißer.[5]

Durch die Veränderungen im Lebensraum durch den Menschen wegen Viehwirtschaft, Ackerbau und Holzwirtschaft konnten sich viele Grammostola-Arten ausbreiten. Viele Spinnen finden sich an den Viehweiden und Waldrändern, wie beispielsweise Grammostola actaeon, Grammostola iheringi, Grammostola grossa und Grammostola pulchra.[1]

Haltung im Terrarium[Bearbeiten]

Grammostola sind häufig im Terrarium anzutreffen, besonders die bei Anfängern beliebte Grammostola rosea, aber auch Grammostola pulchra, Grammostola grossa und Grammostola pulchripes.

Die Grammostola-Arten sind in der Haltung klimatisch anspruchsvoller als andere Vogelspinnen. Viele benötigen im Winter kühlere Temperaturen bis unter 10 °C, da sonst die Zucht nicht gelingt.[6] Auch sind die Haltungsbedingungen der Arten dieser Gattung nicht einheitlich.[1]

Arten[Bearbeiten]

Die Grammostola-Arten sind ausschließlich im südlichen Südamerika verbreitet. Die meisten Arten kommen in Argentinien vor. Der Stand im Jahr 2009 umfasst folgende Arten:

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaas, P. (2003): Vogelspinnen: Herkunft, Pflege, Arten. Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart. (ISBN 3-8001-3696-1)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Grammostola – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Peter Klaas: Vogelspinnen / Herkunft, Pflege, Arten, Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2003, 2007, ISBN 978-3-8001-4660-4, S. 88–91
  2. a b c Günther Schmidt: Die Vogelspinnen, Westarp Wissenschaften-Verlagsgesellschaften mbH, Hohenwarsleben 2003, ISBN 3-89432-899-1, S. 167
  3. Pérez Miles et al. Tarantulas from Uruguay
  4. Klimadaten Chile
  5. Klimadaten Paraguay
  6. Sören Rafn Vogelspinnen, Kirschner & Seufer Verlag, Rheinstetten 2007, ISBN 978-3-9808264-9-5, S. 105