Grammy Award for Best New Artist

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Der Grammy Award for Best New Artist, auf deutsch „Grammy-Award für den besten neuen Künstler“, ist ein Musikpreis, der seit 1959 bei den jährlich stattfindenden Grammy Awards verliehen wird. Ausgezeichnet werden herausragende Musiker oder Bands für, die im vorhergehenden Jahr das erste öffentlich wirksame und identitätsstiftende Werk veröffentlicht haben. Er stellt eine der Genre-unabhängigen Hauptkategorien der Verleihung dar, kann also an Musiker jeder Musiksparte vergeben werden.

Hintergrund und Geschichte[Bearbeiten]

Die seit 1958 verliehenen Grammy Awards (eigentlich Grammophone Awards) werden jährlich in zahlreichen Kategorien von der National Academy of Recording Arts and Sciences (NARAS) in den Vereinigten Staaten von Amerika vergeben, um künstlerische Leistung, technische Kompetenz und hervorragende Gesamtleistung ohne Rücksicht auf die Album-Verkäufe oder Chart-Position zu ehren.[1][2]

Der Grammy Award for Best New Artist wurde bereits bei den zweiten Verleihungen im Jahr 1959 erstmals vergeben und gehört seitdem, mit Ausnahme der Verleihungen 1967, zum festen Bestandteil der Grammy-Verleihungen. Offiziell wird er verliehen an einen neuen Künstler, der während des vorhergehenden Jahres die erste Aufnahme veröffentlichte, die die öffentliche Identität des Künstlers darstellt. Dabei muss es sich nicht zwangsläufig um das erste Album eines Künstlers handeln.

Gelegentlich wird der Gewinn dieses Grammys, mit unterschiedlichem Grad der Ernsthaftigkeit, als Fluch angesehen, da mehrere Künstler insbesondere in den 1970er und 1980er Jahren ihren Erfolg nach der Verleihung und dem Debutjahr nicht nochmals erreichten.[3][4] Dieser Standpunkt wurde von Taffy Danoff, einem ehemaligen Mitglied der Starland Vocal Band 2002 in einem Interview für die Sendung 100 Greatest One Hit Wonders des Senders VH1 zum Ausdruck gebracht:

„We got two of the five Grammys - one was Best New Artist. So that was basically the kiss of death and I feel sorry for everyone who’s gotten it since.“

Taffy Danoff, 2002[5]

„Wir bekamen zwei der fünf Grammys – einen davon als beste neue Künstler. Dies war im Grunde der Todeskuss und seitdem tun mir alle Künstler leid, die ihn bekommen.“

Taffy Danoff, 2002

Die Kategorie ist auch die einzige Kategorie, in der ein Grammy Award widerrufen wurde. Dies geschah im Jahre 1990, nachdem bekannt wurde, dass die Gewinner Milli Vanilli auf ihrem Debüt-Album nicht ihren eigenen Gesang präsentiert haben. Die Auszeichnung wurde widerrufen, jedoch nicht an einen anderen Künstler übergeben.

Statistik[Bearbeiten]

Von den 49 Awards, die seit der Erstverleihung vergeben wurden, gingen 23 an weibliche Solokünstler, 15 an Duos oder Bands und 11 an männliche Solokünstler. Zwischen 1997 und 2003 waren alle Gewinner weibliche Solokünstler und bis 2005 wurde der Grammy für 14 Jahre hintereinander nicht an männliche Solokünstler vergeben. Bislang haben zudem nur vier Künstler zugleich den Grammy Award for Album of the Year im gleichen Jahr bekommen: Bob Newhart 1961, Christopher Cross 1981, Lauryn Hill 1999 und Norah Jones 2003.

1984 war das erste Jahr, in dem alle Nominierten von Staaten außerhalb der Vereinigten Staaten kamen (Culture Club, die Eurythmics und Musical Youth kamen aus England, Big Country aus Schottland und Men Without Hats aus Kanada).[6]

Gewinner und nominierte Künstler[Bearbeiten]

Jahr Künstler Nationalität Weitere nominierte Künstler Bilder
der Künstler
1959 Darin, BobbyBobby Darin Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
1961 Newhart, BobBob Newhart Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten

Bob Newhart (1987)

1962 Nero, PeterPeter Nero Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
1963 Goulet, RobertRobert Goulet Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Robert Goulet (1988)
1964 The Swingle Singers
1965 The Beatles Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich The Beatles: John Lennon, Paul McCartney, Ringo Starr und George Harrison
1966 Jones, TomTom Jones Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Tom Jones in Düsseldorf (2009)
1967
1968 Gentry, BobbieBobbie Gentry Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
1969 Feliciano, JoséJosé Feliciano Puerto RicoPuerto Rico Puerto Rico José Feliciano bei einem Konzert (2007)
1970 Crosby, Stills & Nash Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Crosby, Stills & Nash bei einem Konzert im August 1974 (v.l. Stephen Stills, David Crosby, Graham Nash)
1971 The Carpenters Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten The Carpenters: Karen Carpenter und Richard Carpenter
1972 Simon, CarlyCarly Simon Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Carly Simons bei den Academy Awards 1989
1973 America Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
1974 Midler, BetteBette Midler Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Bette Midler 1979
1975 Hamlisch, MarvinMarvin Hamlisch Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
1976 Cole, NatalieNatalie Cole Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Natalie Cole 2002
1977 Starland Vocal Band Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
1978 Boone, DebbyDebby Boone Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
1979 A Taste of Honey Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
1980 Jones, Rickie LeeRickie Lee Jones Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Rickie Lee Jones, 2007
1981 Cross, ChristopherChristopher Cross Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Christopher Cross, 2000
1982 Easton, SheenaSheena Easton Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
1983 Men at Work AustralienAustralien Australien
1984 Culture Club Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
1985 Lauper, CyndiCyndi Lauper Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Cyndi Lauper, 2008
1986 Sade Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Sade Adu
1987 Hornsby, BruceBruce Hornsby and the Range Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Bruce Hornsby, 2007
1988 Watley, JodyJody Watley Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Jody Watley, 1989
1989 Chapman, TracyTracy Chapman Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Tracy Chapman, 2009
1990 Milli Vanilli
widerrufen
DeutschlandDeutschland Deutschland Milli Vanilli (l.u.r.) bei der Grammy-Verleihung 1990
1991 Carey, MariahMariah Carey Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Mariah Carey
1992 Cohn, MarcMarc Cohn Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Marc Cohn am Keyboard, Juli 2005
1993 Arrested Development Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Arrested Development live in München 2006
1994 Braxton, ToniToni Braxton Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Toni Braxton (2009)
1995 Crow, SherylSheryl Crow Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Sheryl Crow
1996 Hootie & the Blowfish Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Hootie and the Blowfish, 1998
1997 Rimes, LeAnnLeAnn Rimes Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten LeAnn Rimes, 2004
1998 Cole, PaulaPaula Cole Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Paula Cole, 2009
1999 Hill, LaurynLauryn Hill Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Lauryn Hill bei einem Konzert im Oktober 2005 im Central Park
2000 Aguilera, ChristinaChristina Aguilera Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Christina Aguilera
2001 Lynne, ShelbyShelby Lynne Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Shelby Lynn, 2008
2002 Keys, AliciaAlicia Keys Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Alicia Keys
2003 Jones, NorahNorah Jones Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Norah Jones
2004 Evanescence Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Evanescence
2005 Maroon 5 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Maroon 5, 2005
2006 Legend, JohnJohn Legend Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten John Legend
2007 Underwood, CarrieCarrie Underwood Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Carrie Underwood
2008 Winehouse, AmyAmy Winehouse Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Amy Winehouse
2009 Adele Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Adele
2010 Zac Brown Band Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Zac Brown von der Zac Brown Band bei einem Konzert für im Irak stationierte Soldaten
2011 Spalding, EsperanzaEsperanza Spalding Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Esperanza Spalding, 2009
2012
12. Februar 2012
Bon Iver Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Bon Iver
2013
10. Februar 2013[7][8]
fun. Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Sänger Nate Ruess auf der Bühne (2010)
2014
26. Januar 2014
Macklemore & Ryan Lewis Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Macklemore & Ryan Lewis, 2011

Belege[Bearbeiten]

  1. "honor artistic achievement, technical proficiency and overall excellence in the recording industry, without regard to album sales or chart position"Overview. National Academy of Recording Arts and Sciences. Abgerufen am 19. Juli 2010.
  2. Grammy Awards at a Glance. In: Los Angeles Times. Tribune Company. Abgerufen am 19. Juli 2010.
  3. http://blog.washingtonpost.com/clicktrack/2010/01/the_grammys_the_curse_of_the_b.html
  4. http://today.msnbc.msn.com/id/6827316/
  5. VH1's 100 Greatest One Hit Wonders
  6. Chuck Gates: Jackson dominates Grammy list. In: Deseret News. Deseret News Publishing Company. 24. Februar 1984. Abgerufen am 24. April 2010.
  7. Dan Auerbach, Fun., Jay-Z, Mumford & Sons, Frank Ocean, Kanye West Lead 55th GRAMMY Nominations, Pressemitteilung der Recording Academy, 5. Dezember 2012.
  8. 55th Annual GRAMMY Awards Nominees. Auf: grammy.com, abgerufen am 6. Dezember 2012 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]