Gran Canaria

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Gran Canaria
       
Basisdaten
Land: SpainSpain Spanien
Provinz: Provinz Las Palmas
Fläche: 1.560,1 km²
Einwohner: 815.379 (2007)
Bevölkerungsdichte: 522,65 Einw./km²
Hauptstadt: Las Palmas de Gran Canaria
Webseite: www.grancanaria.com
Satellitenbild
Karte
Lage Gran Canarias auf den Kanaren

Gran Canaria ist mit einer Fläche von 1.560,1 km² nach Teneriffa und Fuerteventura die drittgrößte der Kanarischen Inseln, einer Autonomen Gemeinschaft Spaniens. Die annähernd kreisförmige Insel hat einen Durchmesser von etwa 50 Kilometern und eine Küstenlänge von rund 236 Kilometern. Die Hauptstadt ist Las Palmas de Gran Canaria. Im Jahr 2007 hatte die Insel 815.379 Einwohner.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Ein Tal im Inselinnern

Gran Canaria ist eine Insel des Kanarischen Archipels und liegt 210 Kilometer westlich vor der Küste Südmarokkos im Atlantischen Ozean, zwischen ihren größeren Nachbarinseln Teneriffa im Westen und Fuerteventura im Osten. Wie alle Inseln des Archipels ist auch diese vulkanischen Ursprungs. Die höchste Erhebung im Zentrum der Insel ist der 1.949 Meter hohe, erloschene Vulkan Pico de las Nieves. Wahrzeichen Gran Canarias ist der 1.813 Meter hohe Roque Nublo.

Auf Grund ihrer klimatischen und geographischen Vielfalt sowie ihrer differenzierten Flora und Fauna wird Gran Canaria auch als „Miniaturkontinent” beschrieben. Die Insel besitzt 14 Mikroklimazonen. Aus dem Bergland des Inselinnern führen viele Trockentäler, sogenannte Barrancos, bis an die Küste. Bei den seltenen Regenfällen, die dann aber recht ergiebig sein können, füllen sich die Barrancos zu teilweise reißenden Sturzbächen. In den bewohnten Gegenden wurden die Bachtäler deshalb ausgebaut und befestigt.

[Bearbeiten] Klima

Gran Canaria liegt im Einflussbereich der Passatwinde, die auf der Nordhalbkugel von Nordosten herandrängen. Sie werden an den Inselbergen zum Aufsteigen gezwungen und sorgen an deren Nordhängen für zum Teil ergiebige Niederschläge, meist in Form von Nebel. Die Insel ist daher klimatisch in etwa zweigeteilt in den feuchteren Norden und den trockeneren Süden. Die Trockenheit der Südinsel wird durch den Einfluss trockener Winde aus der Sahara noch verstärkt.

[Bearbeiten] Vegetation

Dementsprechend haben sich auch unterschiedliche Vegetationszonen ausgebildet. Im Norden herrschen von Natur aus Lorbeerwälder vor, während der Süden von Halbwüstenvegetation geprägt ist. Dort dominieren an die Trockenheit angepasste Wolfsmilchgewächse. Berühmt ist die Kanaren-Wolfsmilch auf Grund ihres Kakteen ähnlichen Aussehens. Verbreitet sind auch strauchhohe, verholzte und dickblättrige Natternkopf-Arten. Die aus Amerika stammenden Feigenkakteen haben sich dort ebenfalls ausgebreitet. Die Lorbeerwälder werden von Azoren-Lorbeer und Baumheide gebildet. Dort kommt die Kanaren-Glockenblume, die Charakterart der Kanarischen Inseln, von Natur aus vor. Auf Gran Canaria sind auf Grund der intensiven Nutzung durch den Menschen insbesondere die Lorbeerwälder auf kleine Reste zusammengeschrumpft. Die hochmontanen Regionen werden von Kiefernwäldern eingenommen, die sich vor allem aus Kanaren-Kiefern zusammensetzen.

[Bearbeiten] Geschichte

Gran Canaria war seit 3000 v. Chr. von den Guanchen bevölkert, bis sie im 15. Jahrhundert von Spanien in Besitz genommen wurde. Man redet auf Gran Canaria lieber von den Urkanariern, die übrigens auch in aus Steinen gebauten Rundhäusern wohnten. Man vermutet, dass sich der Name Canaria vom lateinischen Wort für Hund, Canis, ableitet, da die Insel mit Hunden bevölkert war.

[Bearbeiten] Demografie

Gemessen an der Bevölkerung ist Gran Canaria nach Teneriffa die zweitgrößte Insel der Kanaren. Insgesamt leben 815.379 Menschen auf der Insel, davon 49,9 Prozent Männer und 50,1 Prozent Frauen. (Stand: 2007). 46 Prozent davon leben in der Hauptstadt Las Palmas (377.203). Weitere bevölkerungsreiche Städte sind Telde (98.399), Santa Lucía de Tirajana (58.335), San Bartolomé de Tirajana (49.601), Arucas (35.280), Ingenio (28.132) und Agüimes (27.310).

[Bearbeiten] Bevölkerungsentwicklung

Im Vergleich zum Jahr 2006 ist die Bevölkerungszahl um 1% gestiegen (+8.330). Den größten Zuwachs verzeichnete Mogán (+11,9%).[1]

Jahr Einwohner Einwohner/km²
2000 741.161 475,07
2005 802.247 514,23
2006 807.049 517,31
2007 815.379 522,65

[Bearbeiten] Verwaltung und Politik

Die lokale Verwaltungsbehörde ist seit dem Inkrafttreten der Ley de Cabildos (deutsch: Cabildo-Gesetz) im Jahr 1912 das sogenannte Cabildo Insular, welches unterhalb der Ebene der Provinzen und oberhalb der Ebene der Municipios (deutsch: Stadtverwaltungen) eigene Aufgaben wahrnimmt. Präsident dieser Behörde ist seit Juli 2007 José Miguel Pérez García von der PSOE. Die Insel ist in 21 Municipios unterteilt:

Municipios auf Gran Canaria

[Bearbeiten] Verkehr und Infrastruktur

[Bearbeiten] Häfen

Der Puerto de la Luz in Las Palmas ist der wichtigste Hafen der Insel. Im Jahr 2007 wurden 24,5 Millionen Tonnen Fracht umgeschlagen und insgesamt 907.782 Passagiere abgefertigt. [2] Die privaten Reedereien Fred. Olsen Express und Naviera Armas bieten von hier aus regelmäßige Fährverbindungen nach Teneriffa, Fuerteventura, Lanzarote, La Palma und El Hierro sowie nach Madeira an. Ein weiterer Hafen, der Gran Canaria Teneriffa verbindet, ist der Puerto de las Nieves in dem gleichnamigen Fischerort in der Nähe von Agaete.

[Bearbeiten] Flughafen

Der internationale Flughafen von Gran Canaria befindet sich etwa 18 Kilometer südlich von Las Palmas, an der Autobahn GC-1, zwischen Telde und Ingenio. 2006 wurden 114.355 Flugbewegungen gezählt. Das Passagieraufkommen betrug 10.354.903 und 37.491 Tonnen Fracht wurden umgeschlagen. [3]

[Bearbeiten] Straßen

Gran Canaria verfügt über ein gut ausgebautes Straßennetz. Die wichtigste Autobahn, die GC-1 (Autopista del Sur), führt entlang der Ost- und Südküste von Las Palmas nach Puerto Rico und ist direkt an den internationalen Flughafen angeschlossen. Die GC-2 (Autovía del Norte) führt an der Nordküste von Las Palmas nach Agaete. Die GC-3 (Circunvalación de Las Palmas) dient als Umgehungsstraße und verbindet südwestlich von Las Palmas auf einer Länge von 13 Kilometern die beiden Hauptautobahnen. Ins Innere der Insel gelangt man über Landstraßen, die aufgrund der geografischen Gegebenheiten oft kurvig und steil sind.

[Bearbeiten] Öffentliche Verkehrsmittel

Die private Gesellschaft Global betreibt ein dichtes Netz an Linienbussen[4] (von den Einheimischen „guaguas“ genannt). Im Besitz der Stadt Las Palmas befindet sich seit 1979 die Gesellschaft Guaguas Municipales, welche die öffentlichen Stadtbusse betreibt. [5]

Die Inselregierung hat im Mai 2008 beschlossen, eine 48 Kilometer lange Zugverbindung von Las Palmas nach Playa del Inglés einzurichten. Als Trägergesellschaft wurde die Ferrocariles de Gran Canaria S. A. gegründet. Baubeginn soll im Jahr 2011 sein.[6]

[Bearbeiten] Tourismus

Las-Canteras-Strand in Las Palmas de Gran Canaria
Strand von Maspalomas

Jährlich besuchen etwa 2,2 Millionen Menschen Gran Canaria, vor allem die touristischen Zentren im Süden der Insel mit den Orten Maspalomas, Playa del Inglés und San Agustín. Besonders in mittel- und nordeuropäischen Ländern ist Gran Canaria als Reiseziel beliebt, gerade bei jenen, die im Winter das milde kanarische Klima bevorzugen. Aber auch in den Sommermonaten ist das Klima auf der Insel zumeist gemäßigt. Dies liegt am kalten Kanarenstrom. Wegen der also fast ganzjährig herrschenden Tagestemperaturen zwischen 18 und 26 Grad werden die Kanaren auch Inseln des ewigen Frühlings genannt.

[Bearbeiten] Ferienorte

Der Süden der Insel ist, im Gegensatz zum Norden, touristisch weitgehend erschlossen. Die größten Ferienorte sind: Bahía Feliz - San Agustín - Playa del Inglés - Maspalomas - Puerto Rico - Mogán - Puerto de Mogán - Santa Lucía de Tirajana - Meloneras

Weite Teile des Inselinneren verfügen zwar über einen geringen Anteil an touristischen Unterkünften, profitieren aber vom Tages- und Ausflugstourismus, so zum Beispiel: Arguineguín - Fataga - Puerto de las Nieves (bei Agaete) - Agüimes - Arucas - Firgas - Gáldar - Las Palmas - Moya - San Bartolomé de Tirajana - San Nicolás de Tolentino - Santa Brígida - Tejeda - Telde - Teror - Valleseco - Valsequillo

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Gran Canaria, Berge bei Ayagaures
Gran Canaria, Westküste
Gran Canaria, Westküste, vom Atlantik aus gesehen
  • Der malerische Fischerort Puerto de Mogan, auch Venedig des Südens genannt
  • Die Dünen von Maspalomas
  • Palmitos Park - Palmen- und Tierpark, der bei einem Brand 2007 fast vollständig zerstört und im Sommer 2008 neu eröffnet wurde
  • der Freizeitpark "Aqualand", eine Freibad-Anlage mit Wasserrutschen
  • Der Trinkwasser-Staudamm im Barranco oberhalb von Maspalomas im Hinterland
  • Das „Cruz de Tejeda”, ein Aussichtspunkt am Gipfel mit Blick zum „Pico del Teide”
  • Felsnadel Dedo de Dios (Finger Gottes) in Puerto de las Nieves (ein Teil des Felsens wurde am 28. November 2005 durch den Tropensturm Delta abgerissen, Restaurierung ist in Planung)
  • Cenebio de Valerón, über 290 Höhlen, die von den Ureinwohnern in den Tuffstein gehauen wurden
  • Botanischer Garten Jardín Botánico Canario in Tafira Alta
  • Kakteenpark Cactualdea bei San Nicolás de Tolentino (Westküste)
  • Der 80 m hohe Monolith Roque Nublo
  • Der Ort Teror mit typischer kanarischer Architektur
  • Höhlen von Artenara
  • Die Hauptstadt Las Palmas mit Hafengebiet und historischer Altstadt
  • Die Orte San Bartolemé und Fataga im Landesinneren

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Gran Canaria – Bilder, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Quellen

  1. ISTAC: Bevölkerung von Gran Canaria. 1. Januar 2007. Abgerufen am 3. November 2008. (spanisch)
  2. Statistiken zum Hafen von Las Palmas. In: Hafenbehörde Puerto de Las Palmas. 2007. Abgerufen am 13. November 2008. (Spanisch)
  3. Flughafen Las Palmas in Zahlen. In: AENA. 2007. Abgerufen am 13. November 2008. (Englisch)
  4. Alle Buslinien von Global auf Gran Canaria. Abgerufen am 13. November 2008. (Spanisch)
  5. Geschichte der Guaguas Municipales. Abgerufen am 13. November 2008. (Spanisch)
  6. Eisenbahn für Gran Canaria. In: dmm.travel. Verlag für Mobilität (VfM) GmbH & Co. KG, 7. März 2009. Abgerufen am 15. Mai 2009.

27.966666666667-15.6Koordinaten: 27° 58′ N, 15° 36′ W

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