Grand National

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Dieser Artikel erläutert das Pferdehindernisrennen im Vereinigten Königreich; für die gleichnamige Achterbahn siehe Grand National (Pleasure Beach Blackpool).
Grand National im Jahr 2011

Das Grand National (eigentlich: Grand National Hunt Handicap Horse Race) ist das bedeutendste Pferdehindernisrennen im Vereinigten Königreich. Es zählt weltweit zu den Rennen mit den höchsten Wetteinsätzen und besten Gewinnprämien. Wegen seiner Gefährlichkeit für Pferde und Reiter wurde das Rennen oft kritisiert.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Rennen wird seit 1836 regelmäßig ausgetragen, wobei die Anerkennung der Jahre 1836-38 von einigen Historikern abgelehnt wird. In den Jahren 1916-18 fanden die Rennen auf dem Gatwick Racecourse, der heute im Flughafen Gatwick verschwunden ist, statt. Diese Jahre werden von manchen Geschichten nicht als Grand National gewertet und entsprechend ausgeschlossen.

Austragungsmodus[Bearbeiten]

Plan des Grand National auf dem Aintree National Circuit

Üblicherweise findet das Rennen an einem (zumeist dem ersten) Samstag im April auf der Pferderennbahn von Aintree bei Liverpool statt. Dabei müssen zwei Runden mit einer Gesamtlänge von 7,2 km (4,5 Meilen) zurückgelegt und 30 Hindernisse (davon 14 zweimal) überwunden werden. Das Rennen wird als Ausgleichrennen (engl. Handicap) ausgetragen, d. h. die teilnehmenden Pferde tragen unterschiedliche Gewichte in Abhängigkeit von ihrer bisher in Rennen gezeigten relativen Leistungsstärke zueinander. Seit einigen Jahren ist aus Sicherheitsgründen die Größe des Teilnehmerfeldes auf maximal 40 Pferde begrenzt.

Einige der Sprünge tragen Namen (z. B. »Valentine’s Brook«, »Canal Turn«, »The Chair«) und sind besonders schwierig. Das berühmteste Hindernis ist Nr. 6 »Beecher’s Brook« mit einem heute allerdings abgedeckten Graben auf der tiefer liegenden Aufsprungseite. Es ist benannt nach Captain Martin Beecher, der hier 1839 stürzte.

Kritik am Rennen[Bearbeiten]

Nach dem Rennen von 1989 begann man Hindernisse und Kurs zu verändern, um der großen Zahl von Stürzen mit für die Pferde oft tödlichem Ausgang entgegenzuwirken. Die Anzahl der Starter ist jetzt auf 40 Pferde begrenzt und das Höchstgewicht wurde wiederholt gesenkt. Verschiedene Hindernisse wurden verändert, darunter der bekannte Beecher’s Brook, dessen Graben nun geschlossen ist, die Absprung- bzw. Landehöhen von Hindernissen wurden verändert und es ist inzwischen durch eine Verbreiterung der Rennstrecke auch möglich, Hindernisse zu umgehen, um zu verhindern, dass Pferde in bereits gestürzte Pferde hineinspringen müssen. Trotzdem gab es auch 2011 und 2012 noch je zwei tödliche Stürze von Pferden, wovon sich jeweils einer am Beecher’s Brook ereignete. Darum gibt es noch immer Proteste von Tierschützern gegen das ihrer Meinung nach unzeitgemäße horror race. Die immer noch große Zahl der Stürze und daraus resultierenden Verletzungen der Pferde sei den Tierschützern zufolge nicht zu rechtfertigen. Die Rennleitung verweist im Gegenzug aber auf die große Tradition des Rennens und die bereits erfolgten und andauernden Veränderungen an der Strecke.[1]

Anfang 2013 wurde bekanntgegeben, dass der Aufbau der Hindernisse verändert werden soll. So soll sich an der Gestalt der Hindernisse nichts ändern, der Kern der Hindernisse soll jedoch aus leichter nachgebendem Material, beispielsweise aus Plastik, bestehen.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zwei Pferde sterben nach Rennen – Tierschützer protestieren, Tages-Anzeiger, 16. April 2012
  2. Das Grand National wird entschärft, St. Georg, 17. Januar 2013

53.476944444444-2.9416666666667Koordinaten: 53° 28′ 37″ N, 2° 56′ 30″ W