Grand Paris Express

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Das geplante Netz des Grand Paris Express

Der Grand Paris Express ist ein mit Zeithorizont 2030 geplantes und aus sechs fahrerlosen U-Bahn-Linien bestehendes Netz im Großraum Paris. Es wird aus den Métrolinien 11, 14 und vier weiteren Linien mit den Nummern 15, 16, 17 und 18 bestehen. Das geplante Netz wird auch als supermétro automatique régional (regionale vollautomatische Super-U-Bahn) bezeichnet. Es soll eine Länge von 200 Kilometern und 72 Bahnhöfe aufweisen[1] und unter Federführung der Société du Grand Paris (SGP) sowie dem Syndicat des transports d'Île-de-France (STIF) realisiert werden.

Überblick[Bearbeiten]

Grand Paris Express ist eines von zehn Projekten, die im Rahmen des Projektes Grand Paris dieses Ballungsgebiet zu einer Metropolregion ähnlich dem Greater London entwickeln möchten. Am 26. Januar 2011 wurde der Grand Paris Express durch eine Übereinkunft der Regionsregierung Conseil régional d'Île-de-France und dem französischen Staat auf den Weg gebracht.[2].[3] Anders als die Métro Paris soll das Netz weniger die Stadt, sondern das Umland, also Teile der Île-de-France erschließen. Nur vier der neu zu bauenden U-Bahn-Stationen liegen im Stadtgebiet von Paris, und nur eine der sechs Strecken wird innerhalb von Paris verlängert werden.

In 75 % aller Bahnhöfe der Linien 14 bis 18 wird es eine Umsteigemöglichkeit zu einem anderen hochwertigen Nahverkehrsmittel der Region (Métro, Transilien, RER, Straßenbahn oder Busway-Linie mit eigenen Fahrspuren) geben. Drei Viertel der Neubaustrecken werden unterirdisch verlaufen: Tunnelröhren von 10 m Durchmesser werden zwei Gleise aufnehmen und in durchschnittlich 30 m Tiefe verlaufen.

Die geplanten Strecken[Bearbeiten]

Linie 11[Bearbeiten]

Die Linie 11 der Pariser Métro wird in östlicher Richtung in zwei Etappen verlängert. Zunächst soll bis 2019 die Verlängerung Mairie des Lilas – Rosny-Bois-Perrier entstehen und in einem zweiten Bauabschnitt dann bis 2025 die 10 km lange Teilstrecke von Rosny-Bois-Perrier bis Noisy-Champs. Vermutlich wird die Linie zunächst nicht auf fahrerlosen Betrieb umgestellt.

Linie 14[Bearbeiten]

Die bereits existierende fahrerlose Linie 14 der Pariser Métro soll als Nord-Süd-Durchmesserlinie in das System integriert werden. Sie wird im Norden bis Saint-Denis Pleyel verlängert, wo ein Knotenpunkt des Systems Grand Paris Express entsteht, der die Linien 14, 15, 16 und 17 verknüpft. Im Süden ist eine Verlängerung bis zum Flughafen Orly geplant, welche die folgenden Städte bedient: Le Kremlin-Bicêtre, Villejuif, Chevilly-Larue, Rungis und Paray-Vieille-Poste.

Die Terminplanung sieht folgendes vor:

  • bis 2017: Verlängerung nach Norden Saint Lazare - Mairie de Saint-Ouen
  • bis 2023: Verlängerung nach Norden Mairie de Saint-Ouen - Saint-Denis Pleyel
  • bis 2023: Verlängerung nach Süden: Olympiades - Villejuif-Gustave Roussy
  • bis 2027: Verlängerung nach Süden: Villejuif-Gustave Roussy - Flughafen Orly

Die Linien 11 und 14 binden die vier neu entstehenden Umlandlinien 15 bis 18 an das Pariser Metronetz an.

Linie 15[Bearbeiten]

Die Linie 15 der Pariser Métro wird eine Ringlinie, welche das Stadtgebiet von Paris mehr oder weniger weit außerhalb der Stadtgrenzen umrunden wird. Fertigstellung der Gesamtstrecke ist für 2030 vorgesehen. Die Gesamtstrecke wird 75 km lang sein, 36 Bahnhöfe erhalten und insgesamt 19 Gemeinden bedienen. Für Planung und Bau ist die Gesamtstrecke in 3 Teilstrecken gegliedert:

Ligne 15 sud[Bearbeiten]

Dieser 33 km lange Streckenabschnitt wird den Bahnhof Noisy-Champs im Département Seine-et-Marne mit der Métrostation Pont de Sèvres, der westlichen Endstation der Linie 9, verbinden und wird als erste Teilstrecke des Grand Paris Express gebaut. Nach seiner Inbetriebnahme, geplant für 2020, werden täglich bis zu 300 000 Fahrgäste erwartet. Auf diesem Abschnitt liegen 16 Bahnhöfe. Im Einzugsbereich der Strecke wohnen, verteilt auf 22 Gemeinden, mehr als eine Million Menschen.[4]

Ligne 15 ouest[Bearbeiten]

Dieses 20 km lange Teilstück verbindet 11 Bahnhöfe miteinander. Es beginnt im Süden mit dem Bahnhof Pont de Sèvres und endet im Norden im Bahnhof Saint-Denis Pleyel. Eine Fahrt dauert ca. 24 min. Die Strecke soll abschnittsweise in Betrieb genommen werden: Pont-de-Sèvres ↔ Nanterre im Jahr 2025 und Nanterre ↔ Saint-Denis Pleyel im Jahr 2027.[4]

Ligne 15 est[Bearbeiten]

Züge werden auf diesem Teilstück in 26-minütigen Fahrten mit Hilfe von 12 Bahnhöfen 12 Gemeinden bedienen.

Auch hier ist eine Inbetriebnahme in Teilabschnitten vorgesehen: Saint-Denis Pleyel ↔ Rosny-Bois Perrier im Jahr 2025 und Rosny-Bois Perrier ↔ Champigny Centre im Jahr 2030.[4] Einer der wichtigsten Knoten wird hier der Bahnhof Val de Fontenay werden mit Anschlüssen an zwei (bereits bestehende) RER-Linien RER A und RER E, an die Straßenbahn T1 und die Métrolinie 1, welche bis zu dieser Station bis 2017 bzw. 2025 verlängert werden sollen.

Fuhrpark[Bearbeiten]

Es sollen Züge auf Stahlrädern eingesetzt werden. Die maximale Länge der Züge wird 120 m betragen, was ihnen bei einer Wagenkastenbreite von 2,80 m (vergleichbar mit den Abmessungen der RER-Züge) eine Kapazität von 1000 Personen pro Zug ergibt. Die Streckenkapazität wird zur morgendlichen Rush-hour auf 34.560 Reisende pro Stunde festgelegt. Die maximale Geschwindigkeit liegt bei 120 km/h, daraus lässt sich eine Reisegeschwindigkeit von 55 - 60 km/h ableiten, so dass eine Fahrt rund um Paris ca. 80 min dauern wird. Die Energiezufuhr erfolgt über eine Stromschiene, gleichzeitig soll die beim Bremsen freiwerdende kinetische Energie gespeichert bzw. ins Netz rückgespeist werden. Zu den Hauptverkehrszeiten sollen die Züge im 2-Minuten-Abstand fahren.[4]

Linie 16[Bearbeiten]

Die Strecke[Bearbeiten]

Die Linie 16 der Pariser Métro verbindet im weiten Bogen den Norden von Paris (Verknüpfung mit dem Endpunkt der Linie 14) mit dem Osten. Sie soll Saint-Denis Pleyel mit Noisy-Champs verbinden. Zwischenstationen werden Le Bourget-RER, Aulnay-sous-Bois, Clichy-Montfermeil und Chelles sein. Die Linie wird ca. 25 km lang und mit der Linie 17 die 5,5 km lange Teilstrecke Saint-Denis Pleyel – Le Bourget gemeinsam haben. Es ist Ziel, den Osten des Départements Seine-Saint-Denis verkehrstechnisch besser zu erschließen. Die Linie kreuzt auch alle Radialstrecken von Paris in das Département Seine-et-Marne: Die RER-Strecken A, B und E, sowie auch verschiedene Strecken des Transilien.

Fuhrpark[Bearbeiten]

Es werden Züge wie auf der Linie 11 zum Einsatz kommen: auf Stahlrädern und mit Energierückgewinnung, Wagenkastenbreite ca. 2,80 m. Aus je drei Wagen werden 54 m lange Züge mit einer Kapazität von 500 Fahrgästen je Zug gebildet. Die Höchstgeschwindigkeit der Züge wird 120 km/h betragen, und es wird eine mittlere Reisegeschwindigkeit von 65 km/h erwartet.[5]

In den morgendlichen Hauptverkehrszeiten wäre eine Zugfolge im Abstand von 3 bis 4 Minuten möglich. Die Inbetriebnahme der Strecke ist für das Jahr 2023 vorgesehen.

Linie 17[Bearbeiten]

Die Linie 17 der Pariser Métro hat den 5,5 km langen Abschnitt Saint-Denis Pleyel – Le Bourget RER mit der Linie 16 gemeinsam. Anschließend bedient die Linie den Flughafen Le Bourget, das Gewerbegebiet Le Triangle der Gonesse, das Messezentrum Parc des expositions de Paris-Nord Villepinte, die Terminals T2 und T4 des Flughafens Charles de Gaulle. Endstation wird Le Mesnil-Amelot. Insgesamt wird die Strecke 27 km lang.

Auf der Strecke entstehen 9 Bahnhöfe, 5 davon bieten Umsteigemöglichkeiten zur dem RER-Netz bzw. zu anderen Linien des Grand Paris Express.

Die Linie 17 verknüpft dadurch die Gemeinden Le Bourget, Gonesse und Roissy mit dem Verdichtungsraum um Saint-Denis, die so genannte Plaine Saint-Denis. Die Strecke wird im Wesentlichen unterirdisch geführt, mit Ausnahme des Abschnitts zwischen Triangle de Gonesse und der Einfahrt in die Untertunnelung des Flughafens Charles de Gaulle.

Geplante Fertigstellungstermine für die einzelnen Teilstrecken:

  • 2023 Saint-Denis Pleyel ↔ Le Bourget RER
  • 2025: Le Bourget RER ↔ Triangle de Gonesse
  • 2027: Triangle de Gonesse ↔ Aéroport Charles de Gaulle (T4)
  • 2030: Aéroport Charles de Gaulle (T4) ↔ Le Mesnil-Amelot[6]

Fuhrpark[Bearbeiten]

Da die Linie 17 ein gemeinsames Teilstück mit der Linie 16 teilt, werden natürlich auf beiden Linien identische Fahrzeuge zum Einsatz kommen.

Linie 18[Bearbeiten]

Die Linie 18 der Pariser Métro wird weit vor der Stadt im Südwesten von Paris verlaufen. Sie schafft im Endausbau eine rund 50 km lange Verbindung von Nanterre über Versailles zum Flughafen Orly. Da ein schwächeres Verkehrsaufkommen als auf den anderen Linien erwartet wird, wird vermutlich eine Bahn nach dem VAL- oder Neoval-Prinzip gebaut.

Zeitplan:

  • Abschnitt CEA Saint-Aubin – Massy : 2023.
  • Abschnitt Massy – Flughafen Orly : 2027.
  • Abschnitt CEA Saint-Aubin – Versailles Chantiers : 2030[7]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Iledefrance.fr - « Grand Paris express, le réseau du futur »
  2. Protocole entre l’État et la Région relatif aux transports publics en Ile-de-France (PDF; 214 kB)
  3. Contribution de l’État et de la Région aux débats publics - Carte des réseaux de transports publics (PDF; 1,2 MB)
  4. a b c d Linie 15 (Veröffentlichung der Société du Grand Paris (frz.)) abgerufen am 27. Juni 2014
  5. Linie 16 (Veröffentlichung der Société du Grand Paris (frz.)) abgerufen am 27. Juni 2014
  6. Linie 17 (Veröffentlichung der Société du Grand Paris (frz.)) abgerufen am 27. Juni 2014
  7. Webeseite des Grand Paris Express (frz.) abgerufen 13. November 2013