Grandfey-Viadukt

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Neue Grandfey-Brücke befahren von einer Re 460 mit IC2000-Schnellzugwagen

Der Grandfey-Viadukt an der Bahnlinie von Bern nach Freiburg gehört zu den grössten Brücken der Schweiz.

Lage[Bearbeiten]

Bei Grandfey, rund vier Kilometer östlich des Bahnhofs von Freiburg, überquert die Bahn das tief in den Molassefelsen eingeschnittene und breite Tal der Saane.

Geschichte[Bearbeiten]

Erster Viadukt[Bearbeiten]

Grandfey-Viadukt von 1862

Die Bahngesellschaft Chemins de fer fribourgeois beauftragte 1856 den Ingenieur Leopold Blotnicki mit Studien für diese aufwändigste Bauaufgabe in ihrem Streckennetz. Von 1858 bis 1862 wurde die 343 m lange und 82 m hohe Brücke von dem Stahlunternehmen Schneider & Cie. in Le Creusot als Stahlfachwerkkonstruktion ausgeführt. Sechs auf mächtigen Steinfundamenten stehende Gitterpfeiler trugen einen starken Gitterträgerbalken, auf den der Oberbau der Schienen zu liegen kam. Die Spannweiten betrugen jeweils 49 m. Im Innern des Gitterträgers gab es eine Passage für Fussgänger und kleine Karren. Damit erschloss der Grandfey-Viadukt für den leichten Landverkehr eine neue Passage über die lang gestreckte und sehr unwegsame Schlucht der Saane.

Der Grandfey-Viadukt gilt als die erste Brücke, bei der Ferdinand Mathieu, der leitende Ingenieur von Schneider & Cie., den von ihm erfundenen Vorschub anwendete. Dabei diente der über das Tal vorgeschobene Gitterträgerbalken als Kran zum Bau des ersten und darauf des jeweils nächsten Pfeilers.[1]

Der Grandfey-Viadukt diente als Vorbild für den 1886–1890 ebenfalls von Schneider & Cie. in Chile erbauten Malleco-Viadukt.

Zweiter Viadukt[Bearbeiten]

Grandfey-Viadukt von 1927 befahren von einem EW IV-Pendelzug der SBB

Mit der Elektrifizierung des Schienennetzes der Schweizerischen Bundesbahnen musste die Brücke verstärkt werden, um die schwereren und schneller fahrenden Lokomotiven und Zugskompositionen tragen zu können. Nach einem Konzept des Brückenbaubüros der SBB erhielt der Grandfey-Viadukt von 1925 bis 1927 seine neue Gestalt. Dazu hatten die SBB den Pionier grosser Betonbauten in der Schweiz, Robert Maillart, als beratenden Ingenieur beigezogen. Zwischen den sechs vollständig einbetonierten Stahlfachwerkstützen liegen weite Betonbögen, über deren Scheitel der erneuerte Fussgängerweg verläuft. Die sieben Bögen weisen lichte Weiten von 42 m auf. Auf den mächtigen Hauptbögen ruht eine lange Reihe schlanker Arkaden, die das Bett der Geleiseanlagen tragen. Mit der doppelten Bogenreihe gewinnt das grosse Bauwerk eine monumentale klassizistische Form.

Durch den Bau der Staumauer Schiffenen, welche 1964 beendet wurde, steht der untere Teil nun im Wasser des Schiffenensees.

Passage und Skulptur von Richard Serra[Bearbeiten]

Die Passage durch den Grandfey-Viadukt gehört zu den schönsten Punkten im Streckennetz der Wanderwege und der Radwege des Kantons Freiburg. Bei dieser Passage befindet sich eine moderne Skulptur des amerikanischen Künstlers Richard Serra. Das Kunstwerk stellt einen L-förmigen Stahlträger dar und wurde im Jahr 1987 erstellt. Im August 2007 liess die SBB aus Sicherheitsgründen zwei Handläufe an das Kunstwerk anbringen, die wieder entfernt wurden. Bei der Bevölkerung ist die Skulptur umstritten, da sie für die Radfahrer störend und gefährlich ist.[2]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Grandfey-Viadukt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bernard Marrey: Les Ponts Modernes; 18e–19e siècles. Picard éditeur, Paris 1990, ISBN 2-7084-0401-6, S. 210
  2. SBB «ergänzt» 4-Mio-Kunstwerk mit Handlauf in Pro Velo FR, Seite 12 (PDF; 8,5 MB)

46.82657.168Koordinaten: 46° 49′ 35,4″ N, 7° 10′ 4,8″ O; CH1903: 579350 / 186186