Grassodenhaus
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Ein Grassodenhaus hat Wände aus gestapelten Grassoden, die zumeist direkt vorort gestochen werden. Bauten mit Wänden in dieser Technik gab und gibt es gewöhnlich an Orten mit extremen Klimaschwankungen, insbesondere großer Kälte und wenig anderem Baumaterial wie Holz oder Stein.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Island
Die ursprüngliche Bauweise auf Island fand mit Grassoden statt. Diese Häuser werden in den Boden gegraben, die dabei anfallenden Grassoden wurden zur Wand aufgestapelt. Sogar Kirchen wurden so gebaut.
[Bearbeiten] Nordseeküste
Auch in Nordfriesland ist diese Bebauung bekannt. Siehe Rungholt.
[Bearbeiten] Nordamerika
In Nordamerika wurden Grassodenhäuser bei der Besiedlung der Prärie häufig als billige erste Behausung genutzt, da es hier oftmals kein leicht erreichbares Holz oder Steine als Baustoff gab. Da der Homestead Act besagte, dass man Land auch alleine dadurch erwerben konnte, indem man dort eine Behausung baute und das Land fünf Jahre lang kultivierte, fungierten Grassodenhäuser in der nordamerikanischen Prärie oftmals als die Keimzelle eines Grundbesitzes. Das dicke und vergleichsweise tiefe Wurzelwerk der Präriegräser gab den Wänden guten Halt. Diese boten zwar eine gute Isolation, hielten das Raumklima jedoch eher feucht. Von diesen Bauten scheinen sich bis heute keine erhalten zu haben.

