Grauer Markt

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Der graue Markt (englisch grey market oder gray market) bezeichnet einen Fluss von Gütern über Vertriebswege, die nicht vom Gesetzgeber autorisiert sind.

In Anlehnung an die niederländische Bezeichnung grijze markt bezeichnet grauer Markt außerdem die illegale Abgabe von Arzneimitteln vor allem in der Drogenszene. Hauptsächlich handelt es sich dabei um Substitutionsmittel wie Methadon, Subutex oder Codein und Schlaf- und Beruhigungsmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine, aber auch zunehmend um Amphetaminpräparate wie Ritalin. Allerdings ist auch die in der Bevölkerung verbreitete private Abgabe von lediglich apothekenpflichtigen Arzneimitteln wie etwa Aspirin laut Arzneimittelgesetz verboten und somit dem grauen Markt zuzuordnen.

Graumarkt weist auf Medikamente, die ursprünglich aus einer legalen Behandlung stammen, während der Schwarzmarkt ausschließlich illegale Strukturen hat. Die Unterscheidung ist nicht nur auf dem Papier wichtig, da der Graumarkt andere Interventionen möglich macht als der Schwarzmarkt. In den Niederlanden, speziell in Amsterdam, ist der Graumarkt ein altes Phänomen. Er ist lokalisierbar, in der Nähe des Schwarzmarktes gelegen und durchgängig sind dort Methadonpillen billig zu erwerben. Es gibt Stimmen, die dem Graumarkt eine positive und sinnvolle Funktion zuweisen; er sei ein „Glück im Unglück“ und stelle eine Ausweitung und Flexibilisierung der staatlichen Substitution dar. Es können sich Gruppen, die nicht in der Substitution aufgenommen sind, hier selbst versorgen. Als weiterer positiver Einfluss wird hier angeführt, dass der Graumarkt als zusätzlicher Handelsplatz mit dafür verantwortlich sei, dass die Qualität der Schwarzmarktprodukte durchgängig und gleichmäßig gut sei und dies wiederum einen positiven Einfluss auf die Vermeidung von Überdosierungen auf Grund unerkannter Stoffschwankungen habe. Den riskanten intravenösen Methadonkonsum habe man – weitgehend erfolgreich – durch das Angebot von Methadontabletten ausgeschlossen.

Allerdings wird durch jede Weitergabe verordneter Substitutionsmittel das Ziel einer geordneten und kontrollierten Abgabe auch bezüglich der gesundheitlichen Konsequenzen ad absurdum geführt. In den USA ist die Anzahl der Todesfälle durch den Missbrauch verordneter Medikamente seit 1999 signifikant angestiegen. Jedes Jahr sterben mehr als 20.000 Personen durch Überdosierungen, besonders in der Altersgruppe von 35–44. Opioide, die für gewöhnlich zur Schmerztherapie verordnet werden, sind die häufigste Ursache - und von den Opioiden ist das wieder Methadon.[1] Die Todesfälle durch verordnete Opioide stiegen von 3.994 im Jahre 2001 auf 8.541 im Jahre 2005.[2]

Zu den geschätzten Kosten durch den missbräuchlichen Umgang mit Opioiden in den USA, siehe [3][4].

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1. Prescription Drug Overdose: State Health Agencies Respond (PDF; 1,2 MB)
  2. Executive Summary - National Prescription Drug Threat Assessment 2009
  3. Trends: U.S. Spending for Mental Health and Substance Abuse Treatment, 1991-2001 the Decline in Receipt of Substance Abuse Treatment by the Privately Insured, 1992-2001
  4. Scott A. Strassels: Economic Burden of Prescription Opioid Misuse and Abuse (PDF; 299 kB)

Siehe auch[Bearbeiten]