Graukatze

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Graukatze
Systematik
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Katzenartige (Feloidea)
Familie: Katzen (Felidae)
Unterfamilie: Kleinkatzen (Felinae)
Gattung: Felis
Art: Graukatze
Wissenschaftlicher Name
Felis bieti
Milne Edwards, 1892

Die Graukatze oder Gobikatze (Felis bieti) ist eine Art innerhalb der Familie der Katzen. Manchmal wird sie als Unterart der Wildkatze (als Felis silvestris bieti) klassifiziert[1]. Der gelegentlich verwendete Name Steppenkatze kann zu Verwechslungen mit dem gleichnamigen Wildkatzen-Typ führen und sollte daher vermieden werden. Die Graukatze ist eine seltene Katzenart, über die wenig bekannt ist. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) listet sie als gefährdet (vulnerable). Sie wird im Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen im Anhang B geführt.

Merkmale[Bearbeiten]

Graukatze im Zoo von Xining

Die Graukatze wird 80 cm lang, dazu kommt ein 35 cm langer Schwanz. Erwachsen wiegt sie 6,5 bis 9 Kilogramm. Die Bauchunterseite ist heller, der Rücken eher etwas dunkler. Unter den Ohren findet sich eine blass rotbraune Fellstelle. Der Schwanz ist mit einigen Ringen gekennzeichnet und endet in einer dunklen Spitze. Der Körperbau ist sehr kompakt, die Beine sind relativ kurz, die Pfotenunterseiten stark behaart.

Verbreitung, Bestand und Lebensraum[Bearbeiten]

Verbreitung der Graukatze

Das Verbreitungsgebiet der Graukatze liegt am Ostrand des tibetanischen Hochplateaus im westlichen China, wo sie im östlichen Qinghai und im nördlichen Sichuan vorkommt. Die Graukatze ist in China endemisch, das heißt sie kommt nur hier vor. Ihr Lebensraum umfasst montane Bergwälder, alpines Buschland und Wiesen. Die Art ist durch Wilderei, Gifte (zur Bekämpfung von Nagetieren) und Lebenraumveränderungen bedroht.[2][3]

Lebensweise[Bearbeiten]

Über die Lebensweise dieser Katze ist bislang nur sehr wenig bekannt. Die Auswertung von 32 Kotproben weisen darauf hin, dass Nagetiere den größten Teil der Beute darstellen. Sie fressen außerdem Pfeifhasen und jagen Vögel, darunter Fasane. Man geht davon aus, dass die Graukatze dämmerungs- und nachtaktiv ist und den Tag in ihrem Bau verbringt.[4]

Entdeckungsgeschichte[Bearbeiten]

Felle der Graukatze wurden erstmals 1889 von Mitgliedern der französischen Expedition gesammelt, die unter Leitung von Henri Philippe Marie d’Orléans und Gabriel Bonvalot nach Zentralasien reiste. Die Felle wurden auf Märkten in der chinesischen Provinz Sichuan gefunden.[5] Anhand dieser Felle wurde die Art 1892 wissenschaftlich beschrieben. Die Belegexemplare befinden sich heute im Musée d'Histoire Naturelle in Paris. Den wissenschaftlichen Namen Felis bieti erhielt die Karte zu Ehren des französischen Missionars Félix Biet († 1901).

Weltweit waren 2007 nur sechs lebende Tiere in chinesischen Zoologischen Gärten bekannt sowie zwanzig Felle und einige wenige Schädel, die in Museen aufbewahrt werden. Das erste im Zoo gehaltene Exemplar wurde vom Pekinger Zoo von 1974 bis 1978 gezeigt.[6] Im Sommer 2007 wurden in der Tibetischen Hochebene mit Hilfe von „Kamera-Fallen“ erstmals einige Fotos von Tieren in ihrer natürlichen Umgebung aufgenommen[7].

Literatur[Bearbeiten]

  • Mel Sunquist und Fiona Sunquist: Wild Cats of the World. The University of Chicago Press, Chicago 2002, ISBN 0-226-77999-8

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Graukatze (Felis bieti) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Felis bieti in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2006. Eingestellt von: Cat Specialist Group, 2002. Abgerufen am 11. Mai 2006

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Driscoll , CA, et al: The Near Eastern Origin of Cat Domestication. In: Science. 317, Nr. 5837, 28. Juni 2007, S. 519-523. doi:10.1126/science.1139518.
  2. Li He, Rosa García-Perea, Ming Li and Fuwen Wei: Distribution and conservation status of the endemic Chinese mountain cat Felis bieti. Oryx (2004), 38: 55-61 Cambridge University Press. 2004
  3. * D. E. Wilson und D. M. Reeder: Mammal Species of the World. Johns Hopkins University Press, 2005. ISBN 0-8018-8221-4
  4. Sunquist, S. 59
  5. Sunquist, S. 58
  6. Sunquist, S. 59
  7. Science 317, S. 1151, 31. August 2007 (mit Foto) pdf