Graupen

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Nahrungsmittel. Für weitere Bedeutungen, siehe Graupen (Begriffsklärung).
Graupen im Kochbeutel
Barbarie-Entenbrust und Graupen

Graupen (seit dem 17. Jahrhundert belegt; vermutlich aus dem slawischen krupa für „Graupe, Grütze, Hagelkorn“), auch Gräupchen, Roll- oder Kochgerste genannt, sind ein Nährmittel aus geschälten, polierten Gersten- oder Weizenkörnern von runder, halb- oder länglich-runder Form. Graupen lassen sich in Schälmühlen durch Schleifen von ganzen Körnern oder Grützen herstellen. Die feinste Qualität besitzen die besonders kleinen runden Perlgraupen. Nach ihrer Größe werden die Graupen eingeteilt in: extra grobe, grobe, mittlere, feine und extra feine Graupen. Um die Form zu unterscheiden gibt es A-Graupen (rund), B-Graupen (halbrund) und C-Graupen (länglich).[1] Besonders grobe Graupen werden auch als Kälberzähne bezeichnet. Durch einen Parboiling-Prozess – ähnlich wie beim Reis – kann der Mineralstoff- und Vitamingehalt um 50–80 % erhöht werden.[2] Durch das Schälen werden die Randschichten des Korns und der Keimling entfernt, weshalb Graupen im Rahmen der Vollwerternährung nicht empfohlen werden; sie sind dadurch jedoch besonders bekömmlich und leicht verdaulich.

Verwendung[Bearbeiten]

Graupen werden vor allem als sättigende Einlage für Suppen und Eintöpfe verwendet, Beispiele sind Gerstensuppe und Rumfordsuppe, teilweise auch als Zutat für Kochwürste, Süßspeisen und Schleimsuppen. Graupensuppe ist ein klassischer Eintopf. Dafür werden Graupen in Wasser gekocht und anschließend in Brühe mit Suppengrün, Fleisch oder Wurst zubereitet. Eine traditionelles slowenisches Gericht sind „Unterkrainer Kugeln mit Schweinskopf“.[3].

In der polnischen und russischen Küche werden Graupen auch als Beilage genutzt, wie in der deutschen Küche Reis.

Mitunter werden manche Nudelausformungen auch als Graupen bezeichnet, obwohl es sich hierbei um ein völlig anderes Produkt handelt.

In der Nachkriegszeit wurden Graupen auf den deutschen Speiseplänen bald durch Nudeln abgelöst.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • Christian Friedrich Germershausen, Die Hausmutter in allen ihren Geschäfften,1782, Band 1, S.70f, Digitalisat Rezept für Graupensuppe aus dem Jahr 1782
  • Gottlieb Siegmund Corvinus, Frauenzimmer-Lexicon, S.589f, Digitalisat Graupen mit Rezept aus dem Jahr 1729

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Wilfried Seibel (Hrsg.): Warenkunde Getreide. AgriMedia, Bergen/Dumme 2005, ISBN 3-86037-257-2.
  2.  Waldemar Ternes, Alfred Täufel, Lieselotte Tunger, Martin Zobel (Hrsg.): Lebensmittel-Lexikon. 4., umfassend überarbeitete Auflage. Behr, Hamburg 2005, ISBN 3-89947-165-2.
  3. Unterkrainer Kugeln mit Schweinskopf, abgerufen am 19. Juli 2014
  4. Mathias Müller von Blumencron: "Ich habe Glück gehabt.", faz.net, 21. Juli 2014, abgerufen am 21. Juli 2014