Graurheindorfer Straße 90

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Graurheindorfer Straße 90 (2014)

Das Gebäude Graurheindorfer Straße 90[1] ist ein Wohnhaus im Bonner Ortsteil Bonn-Castell, das von 1903 bis 1907 als Offizierskasino errichtet wurde. Es liegt an der Ecke Graurheindorfer Straße/Augustusring, einer Abbiegung der Straßenbahnstrecke nach Auerberg, gegenüber der Pfarrkirche St. Joseph. Das Gebäude steht als Baudenkmal unter Denkmalschutz.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Offizierskasino war Teil der neu zu erbauenden Kaserne des Husarenregiments Nr. 7, die sich an der Graurheindorfer Straße nördlich anschloss. Die Entwurfsausarbeitung, nach einer Skizze der Ministerialbauabteilung im Preußischen Kriegsministerium, sowie die örtliche Bauleitung lagen in Händen des Bonner Regierungsbaumeisters a.D. Julius Rolffs.[3] Es war dessen erster Auftrag nach seinem Umzug nach Bonn.

Nach der Auflösung der Regimenter am Ende des Deutschen Kaiserreichs (1918) war in dem Gebäude zeitweise ein Teil der örtlichen Polizeischule beheimatet, für die 1927 ein benachbarter Neubau entstand. Ab 1936 diente es der Wehrmacht als Standort-Offizierheim.[4] Nachdem Bonn 1949 Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland wurde, war das Gelände der einstigen Husaren- sowie der benachbarten Düppel-Kaserne ein Standortschwerpunkt für die Ansiedlung von Bundesministerien. Auch das frühere Offizier-Kasino wurde von den dort ansässigen Ministerien zeitweilig als Bürogebäude genutzt. Später beherbergte ein Teil des Hauses Privatunternehmen, während die restlichen Räume Wohnungen aufnahmen. Noch 1999 befand es sich im Besitz des Bundesvermögensamtes.[5][6]

Von 2004 bis 2008 wurde das Gebäude umfassend saniert und unter Erhalt der einstigen Speiseräume des Offizierskasinos in acht Wohnungen aufgeteilt. Im Keller wird heute eine Kunstgalerie betrieben.

Architektur[Bearbeiten]

Das Gebäude ist zwei- bis dreigeschossig in Ziegelmauerwerk errichtet und besitzt ein Schieferdach und einen Treppengiebel. Stilistisch lässt es sich der Deutschen Neorenaissance zurechnen. Die Fassade ist teils mit einer Hausteinverblendung verkleidet, teils verputzt (Terranovaputz). Zu den Schmuckformen gehören eine Puttendarstellung sowie im Treppengiebel das Wappen des Husarenregiments. Die ursprüngliche Grundfläche des Neubaus betrug 536 m².[3]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Graurheindorfer Straße 90 – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. bis 1978 Rheindorfer Straße (Straßenkataster – Graurheindorfer Straße, Stadt Bonn)
  2. Denkmalliste der Stadt Bonn, S. 22, Nummer A 987
  3. a b Ministerium der öffentlichen Arbeiten (Hrsg.): Zeitschrift für Bauwesen. Jahrgang LXIII, Verlag Wilhelm Ernst und Sohn, Berlin 1913, Statistische Nachweisungen, S. 5
  4. Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V., Reservistenkameradschaft Bonn-Mitte (Hrsg.): Kasernen in Bonn.
  5. Ein Enkel auf Spurensuche. Die Villen des Bonner Regierungsbaumeisters Julius Rolffs. General-Anzeiger, 5. September 1997, S. 7
  6. Antrag, Bonner Ratsinformationssystem

50.7469117.095066Koordinaten: 50° 44′ 49″ N, 7° 5′ 42″ O