Grauschulter-Hakenschnabel

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Grauschulter-Hakenschnabel
Diglossa carbonaria 1847.jpg

Grauschulter-Hakenschnabel (Diglossa carbonaria)

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Tangaren (Thraupidae)
Gattung: Hakenschnäbel (Diglossa)
Art: Grauschulter-Hakenschnabel
Wissenschaftlicher Name
Diglossa carbonaria
d’Orbigny & Lafresnaye, 1838

Der Grauschulter-Hakenschnabel (Diglossa carbonaria) ist eine Vogelart aus der Familie der Tangaren (Thraupidae). Die Art hat ein großes Verbreitungsgebiet, das die südamerikanischen Länder Argentinien und Bolivien umfasst. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt.[1]

Merkmale[Bearbeiten]

Der Grauschulter-Hakenschnabel erreicht eine Körperlänge von etwa 12,5 Zentimetern. Der nach oben gewandte schwarze Schnabel hat eine hakenförmige Spitze. Die Oberseite des Männchen ist schwarz, wobei der Schulterbereich hellgrau und der Bürzel dunkelgrau sind. Das Hellgrau der Brust und des Bauchs ist von breiten Streifen durchzogen. Die Färbung um die Kloake ist rötlich braun. Der Geschlechtsdimorphismus ist nicht besonders ausgeprägt, einzig die Schwarzfärbungen im Federkleid des Männchens werden beim Weibchen durch ein Schwarzgrau ersetzt.

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Man findet die Vögel in den feuchten bis eher trockenen Zonen der Anden in Höhen zwischen 2100 und 4300 Metern, wobei sie trockenere Gebiete mit kargen Böden bevorzugen. Dies ist auch der Grund, warum sie in der Regenzeit in höhere Regionen migrieren. Sie bewegen sich vorwiegend in den unteren Stratifikationsschichten, sehr selten am Boden oder oberhalb dieser Schicht. Meist sieht man sie in dichtem Berggestrüpp und an Berghängen mit Brachyotum-Hecken oder Gynoxys-Büschen. Hin und wieder wurden sie auch an Eukalypten beobachtet. Die Vögel sind in den bolivianischen Departamentos La Paz, Cochabamba, Santa Cruz und Chuquisaca relativ häufig präsent. In Argentinien kommen sie nur sehr selten im extremen Nordosten des Landes vor.[2] Aufgrund der Seltenheit könnte es sich hierbei auch um verirrte Einzelexemplare handeln. Ein Bericht von Manuel Alberto Plenge aus dem Jahre 1974 berichtet von Vorkommen in San Mateo in der Region Lima[3] Der Autor bezieht sich auf eine Publikation von Maria Koepcke aus dem Jahre 1952, indem sie eine Unterart D. c. brunneiventris aus Zárate beschreibt, so dass es sich in Wirklichkeit um den Schwarzkehl-Hakenschnabel handelt.

Verhalten[Bearbeiten]

Normalerweise sieht man die Grauschulter-Hakenschnäbel alleine, in Paaren oder kleineren Familiengruppen. Sie bewegen sich nervös im Laubwerk und legen nur kurze Pausen zum Besuch von Blüten ein. Hierbei kann man sie auch an Ästen und Zweigen hängend beobachten. Bei der Suche nach Nektar durchbohren sie mit ihrem Schnabel die Blumenkronen insbesondere von Schwarzmundgewächsen. Durch die Art und Weise ihrer Nahrungsaufnahme sind sie ein wichtiger Faktor für die Bestäubung der Pflanzen.[4] Sie sind territorial und verteidigen ihr Gebiet recht aggressiv, indem sie ihre Artgenossen verscheuchen.

Kladistik[Bearbeiten]

Der Grauschulter-Hakenschnabel gilt als monotypisch. Zusammen mit dem Schwarzbauch-Hakenschnabel (Diglossa humeralis), dem Méridahakenschnabel (Diglossa gloriosa) und dem Schwarzkehl-Hakenschnabel (Diglossa brunneiventris) bildet er eine Superspezies. Im Nordosten des Departamento La Paz wurde ein geringer Anteil von Hybridisierung zwischen Grauschulter-Hakenschnabel und Schwarzkehl-Hakenschnabel festgestellt.[5]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jon Fjeldså, Niels Krabbe: Birds of the High Andes: A Manual to the Birds of the Temperate Zone of the Andes and Patagonia, South America, Zoological Museum and Apollo Books, S. 604, ISBN 978-8788757163
  • Robert S. Ridgely, Guy Tudor, William Liddle Brown: The Birds of South America Vol. I. The Oscine Passerines: Jays and Swallows, Wrens, Thrushes, and Allies, Vireos and Wood-Warblers, Tanagers, Icterids, and Finches. University of Texas Press, 1989, S. 204f, ISBN 9780292707566
  • Flavio Nicolás Moschione & Javier San Crictobal: Registro del Payador Negro Diglossa carbonaria para la Argentina, Hornero 13, S. 307, 1993
  • Jennifer R. A. Cahill: An albino Gray-bellied Flowerpiercer (Diglossa carbonaria) in the high Andes of Bolivia, Ecología en Bolivia, Vol. 43(1), S. 53–57, 2008
  • Gary Russell Graves: Speciation in the Carbonated Flower-Piercer (Diglossa carbonaria) complex of the Andes, Condor 84, S. 1–14, 1982
  • Gary Russell Graves: Pollination of a Tristerix Mistletoe (Loranthaceae) by Diglossa (Aves, Thraupidae), Biotropica 14, S. 316–317, 1982
  • Gary Russell Graves: Bergmann's rule near the equator: Latitudinal clines in body size of an Andean passerine bird, Proceedings of the National Academy of Sciences, Band 88, S. 2322-2325, 1991[6]
  • Manuel A. Plenge: Notes on some birds in west-central Perú, The Condor, Nummer 7, S. 326–330, 1974
  • Maria Koepcke: Birds of the Western Slope of the Andes of Peru, American Museum novitates, Nummer 2028, 1952

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Diglossa carbonaria in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2010.2. Eingestellt von: BirdLife International, 2009. Abgerufen am 6. August 2010
  2. Naturaleza & Conservación S. 13 Las aves de los bosques y pastizales montanos (span.; PDF-Datei; 3,02 MB)
  3. The Condor 7, S. 326–330 Notes on some birds in west-central Perú (engl.; PDF-Datei; 539 kB)
  4. Biotropica 14, S. 316–317 Pollination of a Tristerix Mistletoe (Loranthaceae) by Diglossa (Aves, Thraupidae) (engl.; PDF-Datei; 330 kB)
  5. Condor 84, S. 1–14 Speciation in the Carbonated Flower-Piercer (Diglossa carbonaria) complex of the Andes (engl.; PDF-Datei; 1,34 MB)
  6. Proceedings of the National Academy of Sciences Bergmann's rule near the equator: Latitudinal clines in body size of an Andean passerine bird (engl.; PDF-Datei; 771 kB)