Gravitomagnetismus

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Als gravitomagnetisches Feld oder Gravitomagnetismus werden in der Allgemeinen Relativitätstheorie (ART) die Anteile des Gravitationsfeldes (das heißt, der Krümmung der Raumzeit) bezeichnet, die nicht durch Massen- oder Energiedichten, sondern durch Massen- oder Energieströme hervorgerufen werden.

Der Name beruht auf einer formalen Ähnlichkeit der linearisierten Gleichungen der ART mit den Maxwell-Gleichungen des Elektromagnetismus, das heißt es besteht eine formale Analogie zwischen bewegten Massen und bewegten Ladungen – diese Ähnlichkeit existiert jedoch ausschließlich in der Näherung schwacher Felder (weak field approximation) und nichtrelativistischer Geschwindigkeiten. Mit Magnetismus im Sinne der klassischen Elektrodynamik hat der Gravitomagnetismus aber nichts zu tun.

Durch den Gravitomagnetismus wird unter anderem der postulierte Lense-Thirring-Effekt verursacht, der bewirkt, dass eine rotierende Masse die Raumzeit um sich herum mitzieht und sie dabei „verdrillt“. Josef Lense und Hans Thirring leiteten diesen schwer nachweisbaren, weil sehr kleinen Effekt aus der Allgemeinen Relativitätstheorie ab. Durch das satellitengestützte Experiment Gravity Probe B versucht man den Effekt experimentell nachzuweisen.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]