Graz

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Graz
Wappen von Graz
Graz (Österreich)
Graz
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Statutarstadt
Kfz-Kennzeichen: G
Fläche: 127,56 km²
Koordinaten: 47° 4′ N, 15° 26′ O47.06666666666715.433333333333353Koordinaten: 47° 4′ 0″ N, 15° 26′ 0″ O
Höhe: 353 m ü. A.
Einwohner: 269.997 (1. Jän. 2014)
Postleitzahlen: 801x, 802x, 803x, 804x, 805x
Vorwahl: 0316
Gemeindekennziffer: 6 01 01
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 1
8011 Graz
Website: www.graz.at
Politik
Bürgermeister: Siegfried Nagl (ÖVP)
Gemeinderat: (2012)
(48 Mitglieder)
17
10
7
7
6
1
17 10 
Von 48 Sitzen entfallen auf:
Lage der Statutarstadt Graz
Bezirk Bruck-Mürzzuschlag Bezirk Deutschlandsberg Bezirk Südoststeiermark Bezirk Hartberg-Fürstenfeld Graz Bezirk Graz-Umgebung Bezirk Hartberg-Fürstenfeld Bezirk Leibnitz Bezirk Leoben Bezirk Murtal Bezirk Liezen Bezirk Murau Bezirk Bruck-Mürzzuschlag Bezirk Südoststeiermark Bezirk Voitsberg Bezirk WeizLage des Bezirks Graz im Bundesland Steiermark (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Grazer Rathaus
Grazer Rathaus
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Graz ist die Landeshauptstadt der Steiermark und mit 269.997 (1. Jänner 2014) Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Republik Österreich. Die Stadt liegt an der Mur im Grazer Becken. Der Großraum Graz ist mit rund 599.000 Einwohnern[1] nach den Metropolregionen Wien und Linz die drittgrößte Metropolregion Österreichs. Der Großraum Graz war in den letzten 10 Jahren der am schnellsten wachsende Ballungsraum Österreichs.

Das Grazer Feld war in der römischen Kaiserzeit eine dicht besiedelte Agrarlandschaft. Im 6. Jahrhundert wurde hier eine Burg errichtet, von der sich der Name Graz ableitet (alpenslaw. gradec bedeutet kleine Burg).[2] Das Stadtwappen erhielt Graz 1245, von 1379 bis 1619 war Graz habsburgische Residenzstadt und widerstand in diesem Zeitraum mehreren osmanischen Angriffen. 2003 war Graz die Kulturhauptstadt Europas.

Graz hat sich zu einer Universitätsstadt mit insgesamt über 45.000 Studierenden entwickelt. Sie wurde zur Menschenrechtsstadt erkoren und ist Trägerin des Europapreises. Die Altstadt von Graz und das Schloss Eggenberg gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. Graz ist Bischofssitz der Diözese Graz-Seckau. Seit März 2011 ist Graz als UNESCO City of Design Teil des Creative Cities Network.[3]

Inhaltsverzeichnis

Geografie[Bearbeiten]

Lage und Stadtgliederung[Bearbeiten]

Graz liegt an beiden Seiten der Mur, wo diese ihren Durchbruch durch das Grazer Bergland beendet und in das Grazer Becken eintritt. Die Stadt füllt den nördlichen Teil des Grazer Beckens von Westen bis Osten fast vollständig aus und ist an drei Seiten von Bergen umschlossen, die das verbaute Stadtgebiet um bis zu 400 m überragen. Nach Süden öffnet sich das Stadtgebiet ins Grazer Feld.

Der höchste Punkt in Graz ist der Plabutsch mit 754 m im Nordwesten der Stadt, die tiefste Stelle, mit etwa 330 m, befindet sich dort, wo die Mur die Stadt im Süden verlässt. Innerhalb von Graz befinden sich zwei markante Erhebungen: einerseits der Schloßberg und andererseits der Austein mit dem Kalvarienberg.

Graz liegt rund 150 km südwestlich von Wien. Die nächste Stadt mit überregionaler Bedeutung ist Marburg an der Drau (Maribor) in Slowenien, rund 60 km südlich von Graz gelegen. Die beiden Städte verbinden immer enger werdende kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen. Die Europaregion Graz-Maribor ist ein Beispiel dafür.

Graz Stadtbezirke2.png
Luftbild der Grazer Altstadt
Der Grazer Schloßberg
Murinsel bei Nacht
Blick vom Schloßberg in den Süden von Graz
Blick vom Schloßberg in den Norden von Graz
Graz gegen Süden, die Mur mit Brücken
Wahrzeichen der Stadt: Der Grazer Uhrturm

Bezirke[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet von Graz ist in 17 Stadtbezirke gegliedert. Rund um den ersten Bezirk, der Inneren Stadt (I.), reihen sich St. Leonhard (II.), Geidorf (III.), Lend (IV.), Gries (V.) und Jakomini (VI.). Abgesehen von der Altstadt sind fünf der sechs Kernbezirke historisch gewachsen.

Innerstädtische Zentren, von denen das Wachstum ausging, waren der Murplatz, heute Südtiroler Platz, in der ehemaligen Murvorstadt, der Jakominiplatz, die ehemals eigenständige Vorstadt Geidorf, die sich um die Leechkirche gebildet hatte und der Guntarn-Hof, ein historischer Hof auf dem Areal der Leonhardkirche, der als zweites Grazer Siedlungsgebiet gilt. In der Murvorstadt entwickelten sich die Bezirke Gries um den Griesplatz und Lend um den Lendplatz.

Die restlichen Bezirke bilden den äußeren Ring von Graz: Liebenau, St. Peter, Waltendorf, Ries, Mariatrost, Andritz, Gösting, Eggenberg, Wetzelsdorf, Straßgang und Puntigam. Der gesamte äußere Ring der Vorstadtgemeinden wurde 1938 in Stadtbezirke umgewandelt, es kam zur Bildung von „Groß-Graz“ und zu einem dadurch bedingten Bevölkerungsanstieg[4]; die Abspaltung Puntigams von Straßgang erfolgte 1988.

Katastralgemeinden[Bearbeiten]

Graz ist in 28 Katastralgemeinden[5] aufgeteilt: Die Bezirke Innere Stadt, St. Leonhard, Geidorf, Lend, Gries, Jakomini, Wetzelsdorf, Gösting sowie Waltendorf bilden je eine Katastralgemeinde.

Einige äußere Bezirke bestehen aus Katastralgemeinden, die mit dem jeweiligen Bezirk nicht deckungsgleich sind. Diese sind Engelsdorf, Messendorf (teilweise), Thondorf, Liebenau, Murfeld und Neudorf in Liebenau; Stifting und Ragnitz in Ries; Wenisbuch und Fölling in Mariatrost; Andritz, St. Veit ob Graz und Weinitzen in Andritz; Algersdorf und Baierdorf in Eggenberg; Straßgang (teilweise) und Webling (teilweise) in Straßgang; sowie Gries (teilweise), Rudersdorf, Straßgang (teilweise) und Webling (teilweise) in Puntigam.

Bei einigen Katastralgemeindenamen ist die alte, dörfliche Struktur erhalten geblieben. Drei Beispiele: Algersdorf war ein eigenständiges Dorf außerhalb des Stadtgebietes, wie Thondorf im heutigen Liebenau oder Wenisbuch in Mariatrost. Andere Dörfer und Ortschaften wie St. Johann oder Kroisbach im Bezirk Mariatrost, die vor der Eingemeindung einen geschlossenen Siedlungskern bildeten, werden nicht als Katastralgemeinden geführt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Graz ist umgeben vom politischen Bezirk Graz Umgebung, in dem sich alle benachbarten Gemeinden befinden:

Gratkorn,
Judendorf-Straßengel
Stattegg Weinitzen,
Kainbach bei Graz
Thal Nachbargemeinden Hart bei Graz
Attendorf, Seiersberg Feldkirchen bei Graz Gössendorf, Raaba

Klima[Bearbeiten]

Graz liegt im Bereich der illyrischen Klimazone. Durch die Lage am südöstlichen Alpenrand ergibt sich eine gute Abschirmung gegenüber den in Mitteleuropa vorherrschenden Westwetterlagen. Größere Niederschlagsmengen dringen daher vorwiegend aus dem mediterranen Bereich ein.

Die Durchschnittstemperaturen betragen am Flughafen Graz-Thalerhof 8,7 °C[6] und bei der Universität Graz 9,4 °C[7]. Der mittlere Jahresniederschlag ergibt bei durchschnittlich 92,1 Niederschlagstagen (Messpunkt Universität Graz) eine Gesamtmenge von 818,9 mm.

Durch die geschützte Lage herrscht mildes Klima, sodass in den Parkanlagen und auf dem Schloßberg Pflanzenarten gedeihen, die üblicherweise erst in Südeuropa anzutreffen sind. Der mediterrane Einfluss zeigt sich in über 2100[8] jährlichen Sonnenstunden sowie einer durchschnittlichen Julitemperatur von 21 °C im zehnjährigen Mittel[9]. Die Beckenlage hat klimatische Nachteile: Besonders im Winter kommt es oft zur Inversionswetterlage, die einen Luftaustausch im Grazer Becken verhindert und eine hohe Smog- und Feinstaubbelastung bewirkt.

Etwa 140.000 Autos, die wochentags im innerstädtischen Verkehr unterwegs sind, tragen neben den Haushalts- und Industrieabgasen maßgeblich zur Feinstaubbelastung bei. In einer vom steirischen Gesundheitsreferat in Auftrag gegebenen Studie findet sich ein direkter Zusammenhang zwischen Feinstaub und Erkrankungen in der Bevölkerung. Es wurde ermittelt, dass der Feinstaub für ein erhöhtes Krankheitsrisiko verantwortlich ist. Der motorisierte Individualverkehr wurde in dieser Studie als Hauptverursacher des Feinstaubs in Graz eruiert. Der Grenzwert der Feinstaubbelastung von 50 µg/m³ wird in Graz seit Jahren regelmäßig überschritten.

Graz
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
24
 
3
-4
 
 
30
 
6
-2
 
 
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11
1
 
 
49
 
15
5
 
 
86
 
21
10
 
 
118
 
23
13
 
 
125
 
25
14
 
 
113
 
25
14
 
 
81
 
20
11
 
 
62
 
15
6
 
 
52
 
8
1
 
 
35
 
4
-2
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik [5]
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Graz
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2,8 5,8 10,7 15,3 20,5 23,4 25,3 24,7 20,4 14,6 7,7 3,6 Ø 14,6
Min. Temperatur (°C) -3,7 -2,4 1,0 4,9 9,5 12,7 14,4 14,3 10,6 5,9 0,9 -2,3 Ø 5,5
Temperatur (°C) -1,0 1,0 5,1 9,6 14,6 17,7 19,5 18,9 14,7 9,4 3,7 0,1 Ø 9,5
Niederschlag (mm) 23,9 30,4 44,1 49 86 117,8 125,1 113 81,1 61,7 51,9 34,9 Σ 818,9
Sonnenstunden (h/d) 2,92 4,21 4,70 5,55 6,77 7,1 7,56 7,32 5,8 4,5 3,1 2,54 Ø 5,2
Regentage (d) 4,8 4,8 6,6 7,9 10,6 11,5 10,7 9,7 7,5 6,3 6,5 5,2 Σ 92,1
Luftfeuchtigkeit (%) 89 86,1 86 81,7 81,6 81,3 82,7 87,1 91,7 92 90,3 89,4 Ø 86,6
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
2,8
-3,7
5,8
-2,4
10,7
1,0
15,3
4,9
20,5
9,5
23,4
12,7
25,3
14,4
24,7
14,3
20,4
10,6
14,6
5,9
7,7
0,9
3,6
-2,3
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
23,9
30,4
44,1
49
86
117,8
125,1
113
81,1
61,7
51,9
34,9
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik [6]

Geologie[Bearbeiten]

Das Gebirgsland nördlich von Graz auf beiden Seiten des engen Murtals besteht aus Kalk und Schiefer aus dem Paläozoikum.

Hydrologie[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet von Graz wird von der Mur durchflossen. Neben diesem gibt es noch eine Reihe von Fließgewässern. Siehe Liste der Fließgewässer in Graz.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Die Bevölkerungszahl von Graz überschritt etwa im Jahr 1870, in der sogenannten Gründerzeit, die 100.000er-Marke. In der Folge stieg die Einwohnerzahl bis in die 1970er Jahre stetig an – teilweise durch natürlichen Zuwachs und Zuwanderung, teilweise durch Eingemeindung von Nachbarorten im Jahre 1938 nach dem Anschluss Österreichs durch die Nationalsozialisten. Von Ende der 1970er Jahre bis 2001 verringerte sich die Zahl wieder, da viele Grazer in die Umlandgemeinden zogen.

Obwohl in diesen Jahren die Zahl der Bewohner mit Hauptwohnsitz abnahm, gab es zeitgleich eine Zunahme an Bewohnern mit Zweitwohnsitz und seit 2001 wieder eine Zunahme von Einwohnern mit Hauptwohnsitz. Hinzu kommen in Graz wohnende jüngere Werktätige, die ihren Hauptwohnsitz bei den Eltern außerhalb von Graz haben. Das stellt Graz vor finanzielle Probleme, da die Stadt die Infrastruktur für alle in und um Graz wohnenden Menschen bereitstellen muss, vom Bund jedoch nur Geld für die Bewohner mit Hauptwohnsitz erhält. Andererseits profitieren der Wirtschaftsstandort und die Bauwirtschaft von den meist jüngeren Leuten, die in Graz ihren Zweitwohnsitz haben.[10] Graz hat zirka 110.000 Haushalte mit einem Frauenanteil von 52 Prozent.

Am 9. Jänner 2014 hatten 271.998 Personen ihren Hauptwohnsitz in Graz, 31.375 ihren Nebenwohnsitz, und es gab 358 gemeldete Obdachlose in der Stadt.[11]

Bevölkerungsstruktur[Bearbeiten]

18,14 % der Grazer sind unter 20 Jahre alt, 64,58 % zwischen 20 und 65. Der Anteil der Senioren (Über-65-Jährige) beträgt 17,27 %. 51,66 % der Grazer sind Frauen. 223.071 der Menschen (83,56 %) mit Hauptwohnsitz in Graz sind österreichische Staatsbürger, 16.548 EU-Bürger (6,20 %) und 27.346 Nicht-EU-Bürger (10,24 %). Von den Nicht-EU-Bürgern stammen 2.525 aus Afrika,, 1.096 aus Nord- oder Südamerika, 8.655 aus Asien, 68 aus Ozeanien, 1.510 aus Russland und insgesamt 10.610 aus Nicht-EU-Staaten Europas. 371 Grazer sind staatenlos.[12]

Staaten, aus denen mindestens 500 Menschen in Graz leben: Bosnien und Herzegowina (5.575), Kroatien (4.912), Deutschland (5.372), Türkei (4.688), Rumänien (4.584), Ungarn (2.012), Russland (1.510), Slowenien (1.386), Italien (1.031), Nigeria (911), Ägypten (716), Mazedonien (675), Polen (639), Volksrepublik und Republik China (615), Slowakei (612), Bulgarien (591), Serbien und Montenegro (550).[13]

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte von Graz
Graz, vom Gipfel des Schöckl aus gesehen, im Jänner 2007. Deutlich zu erkennen ist der Grazer Schloßberg.

Politik[Bearbeiten]

Graz ist eine Statutarstadt. Das bedeutet, dass die Gemeindeorganisation durch ein eigenes Landesgesetz (Statut der Landeshauptstadt Graz aus dem Jahr 1967) geregelt wird und die Gemeindeorgane (insbesondere der Magistrat) neben den üblichen Aufgaben einer Gemeinde die der Bezirksverwaltungsbehörde innehaben. Die Grazer Gemeinderatswahlen finden nicht gleichzeitig mit den steirischen Gemeinderatswahlen statt. Graz ist Sitz des Steirischen Landtages (im Landhaus), der Steiermärkischen Landesregierung und aller Landesbehörden, der Bezirkshauptmannschaft Graz-Umgebung, der Wirtschafts-, Landwirtschafts- und Arbeiterkammer Steiermark, der Landespolizeidirektion Steiermark, des Oberlandesgerichtes, der Finanzlandesdirektion und des Arbeitsmarktservices.

Gemeinderat[Bearbeiten]

17
10
7
7
6
1
17 10 
Von 48 Sitzen entfallen auf:

In den letzten Jahrzehnten kam es innerhalb der Grazer Kommunalpolitik zu einigen Besonderheiten: Das in Graz traditionell politisch starke deutschnationale Lager, vertreten durch die FPÖ, erhielt überdurchschnittlich viele Wählerstimmen und stellte zwischen 1973 und 1983 mit Alexander Götz den Bürgermeister. Danach fiel die FPÖ auf wenige Mandate zurück. Zur gleichen Zeit war Graz die erste Großstadt in Österreich, in der die Grünen – als Alternative Liste Graz (ALG) – in den Gemeinderat einzogen (1983). Nachdem in der folgenden Legislaturperiode die Mehrheitsverhältnisse nicht eindeutig waren, teilten sich zwei Bürgermeister die Amtszeit, zuerst Franz Hasiba (ÖVP) und anschließend Alfred Stingl (SPÖ), der nach der Wahl 1988 bis 2003 Bürgermeister blieb. In der folgenden Amtsperiode wurde die KPÖ mit über 20 % der Stimmen drittstärkste politische Kraft. Dieser Erfolg wird dem sozialen Engagement des damaligen KPÖ-Spitzenkandidaten und Gemeinderates Ernest Kaltenegger zugeschrieben. Nachdem Kaltenegger für die KPÖ-Steiermark bei den Landtagswahlen (Oktober 2005) antrat und in den Landtag einziehen konnte, verließ er den Grazer Gemeinderat. Seine Nachfolgerin Elke Kahr setzte dieses Engagement fort.[14]

Gemeinderatswahl 2008[Bearbeiten]

siehe: Gemeinderatswahl in Graz 2008

Gemeinderatswahl 2012[Bearbeiten]

siehe: Gemeinderatswahl in Graz 2012

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Grazer Stadtrat umfasst sieben Mitglieder, die gemäß den Gemeinderatswahlergebnissen auf die fünf vertretenen Parteien aufgeteilt werden.

Amt Name Partei Ressorts
Bürgermeister Siegfried Nagl ÖVP Bürgermeisteramt, Magistratsdirektion, Präsidialabteilung, BürgerInnenamt, Stadtbaudirektion, Abteilung für Grunraum und Gewässer, Stadtvermessungsamt, Stadtplanungsamt, Abteilung für Katastrophenschutz und Feuerwehr, Büro für Frieden und Entwicklung
Vizebürgermeisterin Martina Schröck SPÖ Sozialamt, Amt für Jugend und Familie, Amt für Tourismus und Wirtschaftsentwicklung, Kulturamt, Kindermuseum Frida&Fred
Stadtrat Kurt Hohensinner ÖVP Magistratsdirektion, Amt für Jugend und Familie, Sportamt, Kulturamt, Stadtschulamt
Stadtrat Mario Eustacchio FPÖ Magistratsdirektion, Präsidialabteilung, BürgerInnenamt, Sozialamt, Amt für Jugend und Familie, Gesundheitsamt, Straßenamt, Abteilung für Verkehrsplanung, Bau- und Anlagenbehörde in allen Angelegenheiten des übertragenen Wirkungsbereiches, Grazer Parkraum Service, GPS GmbH
Stadträtin Elke Kahr KPÖ Bau- und Anlagenbehörde in allen Angelegenheiten des übertragenen Wirkungsbereiches, Amt für Wohnungsangelegenheiten, Büro für Frieden und Entwicklung
Stadträtin Lisa Rücker Grüne Gesundheitsamt, Kulturamt, Kulturbeteiligungen, Umweltamt
Stadtrat Gerhard Rüsch ÖVP Personalamt, Finanzdirektion, Abteilung für Gemeindeabgaben, Abteilung für Rechnungswesen, Abteilung für Immobilien, Stadtbaudirektion, Amt für Wirtschafts- und Tourismusentwicklung

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der erste gewählte Grazer Bürgermeister in der Nachkriegszeit war Eduard Speck (SPÖ), welcher sein Amt bis 1960 ausübte. Er wurde von seinem Parteikollegen Gustav Scherbaum (SPÖ) abgelöst, dieser regierte bis 1973. Nach dem Erstarken des rechtsnationalen Lagers unter der FPÖ wurde 1973 Alexander Götz Bürgermeister; er übte das Amt bis 1983 aus. Auf ihn folgten Franz Hasiba (ÖVP) und Alfred Stingl (SPÖ), welche sich zunächst eine fünfjährige Amtsperiode aufteilten, Stingl behielt das Bürgermeisteramt jedoch bis 2003. Auf ihn folgte Siegfried Nagl (ÖVP), der bei den Gemeinderatswahlen 2008 und 2012 nochmals als Bürgermeister bestätigt wurde.

E-Government[Bearbeiten]

Auf der Plattform graz.at können Behördenwege mit Hilfe von Online-Verfahren einfach von zuhause erledigt werden. Bei einem Teil dieser Formulare, wie zum Beispiel dem Förderungsantrag auf Fernwärme oder auch dem Kirchenaustritt ist eine elektronische Signatur mit der Bürgerkarte notwendig. Die verwendete Formularlösung AFORMSOLUTION stammt von dem Unternehmen aforms2web.[15]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Denkmal für Städtefreundschaft auf dem Schloßberg (2008)

Graz unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:

Den meisten Städten, mit denen Städtepartnerschaften eingegangen werden, sind im Stadtgebiet einige Straßen- und Wegnamen gewidmet: Am häufigsten vertreten sind Alleebezeichnungen: Coventryallee, Dubrovnikallee, Montclairallee, Pécsallee sind Wege im Grazer Stadtpark, der Groningenplatz ist eine Freifläche im Bereich der Burgringkurve, die St.-Petersburg-Allee befindet sich im Augarten.

Die Darmstadtgasse und die Trondheimgasse sind Wohn- und Parallelstraßen im Bezirk Lend. Der Pula-Kai ist ein Murkai zwischen Augartenbrücke und Berta-von-Suttner-Friedensbrücke in Jakomini, der Marburger Kai in der Innenstadt, sowie die Marburger Straße beim ORF-Landesstudio, liegen außerhalb der Parkanlage. Die Triester Straße ist eine der Grazer Fernstraßen. Keine Entsprechung im Straßennetz haben die Städte Temeswar und Laibach.[16]

Stadtwappen

Stadtwappen[Bearbeiten]

Das Grazer Stadtwappen ähnelt dem steirischen Landeswappen und geht diesem in seiner Darstellung voraus. Es zeigt im grünen Feld einen aufrecht nach rechts schreitenden, silbernen, goldgewaffneten Panther. Er ist gekrönt mit einer goldenen, dreiblättrigen Laubkrone im Gegensatz zum steirischen Wappen, bei dem der Panther behörnt ist und der Schild den Herzogshut der Steiermark trägt. Aus den Leibesöffnungen schlagen rote Flammenzungen. Das Stadtwappen ist jenem der oberösterreichischen Stadt Steyr ähnlich.

Medien[Bearbeiten]

ORF-Landesstudio Steiermark
Villa Ferry, ehemaliges ORF-Landesstudio

Zeitungen[Bearbeiten]

Graz ist eine Stadt mit langer Zeitungstradition. Gab es zu Zeit Kaiser Josefs II. fünf Zeitungen in der Stadt, reduzierte sich deren Anzahl unter Erzherzog Johann auf eine, die „Grätzer Zeitung“, die einer strengen Kontrolle unterlag.[17] Ein wichtiger Grazer Medienkonzern ist die Styria, die neben der regionalen „Kleinen Zeitung“, mit einer Reichweite von 50 % in den Bundesländern Steiermark und Kärnten, die „Presse“ und andere Zeitschriften und Zeitungen in Österreich, Slowenien und Kroatien herausgibt.

Jede österreichweit erscheinende Tageszeitung verfügt über eine eigene Redaktion in Graz. Die „Kronen Zeitung“ produziert in Graz eine eigene Steiermark-Ausgabe. Es gibt in Stadt und Umgebung vier kostenlos verteilte Zeitungen, die wöchentlich erscheinen: „G7“ (in Kooperation mit der „Kleinen Zeitung“), die "Grazer Stadtzeitung", die „Woche“ und der „Grazer“. Die „Neue Zeit“, eine sozialdemokratische Tageszeitung, erschien zwischen 1945 und 2001. Seit Oktober 1995 erscheint monatlich die Straßenzeitung „Megaphon“ mit den Schwerpunkten Sozialpolitik und Integration. Der Vertrieb erfolgt über den Straßenverkauf.

Rundfunk[Bearbeiten]

In Graz gibt es, wie in jeder Landeshauptstadt, ein ORF-Landesstudio. Von dort aus wird das 24-Stunden-Vollprogramm Radio Steiermark gesendet. Die tagesaktuelle TV-Sendung Steiermark heute wird im Landesstudio produziert und im Vorabendprogramm auf ORF 2 ausgestrahlt. Bevor das Landesstudio in der Marburger Straße errichtet wurde, sendete der ORF sein Programm aus der Villa Ferry[18] in der Zusertalgasse im Bezirk Geidorf. Mit Steiermark1 und MemaTV, einem Sender der nur gelegentlich Programm sendet, gibt es in Graz zwei weitere TV-Anstalten.

Der erste Radiosender, der sich neben den ORF-Radios etablieren konnte, ist die Antenne Steiermark. Sie war 1995 der erste Privatsender Österreichs und hat ihren Sitz in Dobl bei Graz. Mit Radio Graz, Radio Soundportal und dem freien Radio Helsinki können in Graz drei weitere Radiokanäle empfangen werden. Das österreichweit gesendete Radio KroneHit hat eine Zweigstelle in Graz. Am Grazer Hausberg, dem Schöckl, steht die gleichnamige Rundfunk-Sendeanlage, die Graz, die gesamte Südsteiermark, das Südburgenland und andere Gebiete mit Radio- und Fernsehprogrammen versorgt.

Tourismus[Bearbeiten]

Der deutsche Reiseschriftsteller Johann Gottfried Seume gelangte auf seiner berühmten Reise nach Syrakus im Jahre 1802 unter anderem nach Graz. Er schrieb:[19]

„Hier will ich einige Tage bleiben und ruhen; die Stadt und die Leute gefallen mir. Du weiſst, daſs der Ort auf den beyden Seiten der Murr sehr angenehm liegt; und das Ganze hat hier überall einen Anblick von Bonhommie und Wohlhabenheit, der sehr behaglich ist. [...] Gräz ist eine der schönsten groſsen Gegenden, die ich bis jetzt gesehen habe; die Berge rund umher geben die herrlichsten Aussichten, und müssen in der schönen Jahrszeit eine vortrefliche Wirkung thun. Das Schloſ, auf einem ziemlich hohen Berge, sieht man sehr weit; und von demselben hat man rund umher den Anblick der schön bebauten Landschaft, die durch Flüsse und Berge und eine Menge Dörfer herrlich gruppiert ist.“

Johann Gottfried Seume: Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802

Heute setzt Graz im Tourismus vor allem auf die historische Substanz der Altstadt und auf das südliche Flair. Die offiziellen Auszeichnungen der Stadt als Kulturhauptstadt 2003, als Weltkulturerbe unterstreichen diese Positionierung. Durch den Grazer Krauthäuptel, der vor rund hundert Jahren als Slowene aus Krain in die Steiermark und nach Graz gekommen ist,[20] wurde die Stadt von der Agrarmarkt Austria Marketing GesmbH zur „Genuss Hauptstadt“ erhoben.[21]

Große Bedeutung kommt Graz auch als Kongressstadt zu. Graz verfügt aktuell über rund 5.000 Gästebetten im gewerblichen Bereich, dazu kommen weitere ca. 1.000 Gästebetten im nicht gewerblichen Bereich (inkl. Camping, Jugendherbergen und Privatzimmer). Rund 50 % aller Nächtigungen sind dem Segment der Geschäftsreisenden zuzurechnen. Etwa 13 % entfallen auf das Segment Kongress- und Seminartourismus. Bereits 37 % entfallen auf das Segment des klassischen Städte- und Kulturtouristen. Dieses Segment weist in den letzten Jahren die stärkste Wachstumsrate auf. Das Krisenjahr 2009 konnte Graz mit rund 788.000 Nächtigungen abschließen, was gegenüber dem Jahr zuvor nur einen Rückgang von 1 % bedeutet. Bemerkenswert im Hinblick auf die Gästestruktur ist der hohe Anteil an Inlandsgästen (rund 47 %) und der gleichzeitig sehr internationale Gästemix. Als beste Reisezeit gilt nach wie vor die warme Jahreszeit, die in Graz von April bis Oktober dauert. Die Adventszeit (Ende November – Weihnachten) hat sich durch die Adventmärkte in der Zwischenzeit ebenfalls zu einer sehr attraktiven Besuchszeit entwickelt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Grazer Altstadt[Bearbeiten]

Graz, Mur und Schloßberg 1912
Grazer Dom
Freiheitsplatz mit Persönlichkeitsdenkmal Kaiser Franz I.
Grazer Burg mit Burggarten
Fassade des Landhauses und Landeszeughauses
Herzogshof, sogenanntes „Gemaltes Haus“
Franziskanerkirche
Stadtpfarrkirche

Allgemeines[Bearbeiten]

Die Grazer Altstadt wurde 1999 wegen ihres Erhaltungszustandes und der Sichtbarkeit der baugeschichtlichen Entwicklung im Altstadtbild zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt und 2010 auf Stadt Graz – Historisches Zentrum und Schloss Eggenberg erweitert. Diese Auszeichnung ist verbunden mit der Verpflichtung, das historische Erbe mit seinem seit der Gotik errichteten Bauensemble zu erhalten und neue Architektur harmonisch einzufügen. Die meisten Grazer Sehenswürdigkeiten befinden sich in der Altstadt. Diese erstreckt sich über den gesamten Bezirk Innere Stadt.

Schloßberg und Umgebung[Bearbeiten]

Im geographischen Zentrum der Stadt liegt der Schloßberg, der zwischen 1125 und 1809 als Festung diente. Nach der erfolgreichen Verteidigung der Anlage gegen die Truppen Napoleons unter dem Kommando von Genieoberst Franz Xaver Hackher zu Hart und dem Friedensschluss erfolgte die Sprengung der Schloßbergfestung. Die Grazer Bürger kauften den Uhrturm und den Glockenturm frei, sodass beide bis in die Gegenwart erhalten sind. Ab 1839 begann der Ausbau des kahlen Felsens zur Parkanlage. Neben den beiden Türmen sind noch einige Festungsreste und denkmalgeschützte Bauwerke aus der Zeit erhalten geblieben, unter ihnen die Reste der Thomaskapelle, Bürger- und Stallbastei und die Kasematten (ehemaliges Verlies). Zu erreichen ist das Schloßbergplateau mit seinen Denkmälern, von denen nicht alle freigelegt sind, über den Kriegssteig, die Schloßbergbahn, dem Lift und über einige Fußwege. Im Berg selbst befinden sich einige Kilometer lange Stollensysteme, die im Zweiten Weltkrieg Schutzbunker bei Luft- und Bombenangriffen waren. In der Gegenwart wird ein Teil davon für Veranstaltungen („Dom im Berg“) oder als Märchengrottenbahn genutzt. Das Eisenbahnmuseum im Berg ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Der Schloßberg ist über ein Weg- und Straßennetz umrund- und erschließbar. Der Rundgang beginnt mit dem äußeren Paulustor in der gleichnamigen Paulustorgasse, dem einzigen erhaltenen Stadttor des Renaissance-Befestigungsgürtels, der von Domenico dell’Allio ausgeführt wurde. Das nächste Bauwerk stadteinwärts ist die Palmburg mit ihrer mächtigen Auffahrtsrampe. Unmittelbar daneben befindet sich das Volkskundemuseum und die unscheinbare Antoniuskirche. Die Bauzeit des Sakralbaus war zwischen 1600 und 1602, nachdem im Jahr 1600 über 10.000 protestantische Bücher an ihrem Standort verbrannt wurden. Dieser Bereich heißt Paulustorvorstadt.

Den Eingang zur Sporgasse, einem steil abfallenden und engen Gassenzug, dominiert das Palais Saurau mit seinem wuchtigen Portal und der Halbfigur eines Türken unterhalb der Dachkante. Es folgen das ehemalige Gasthaus „Zur goldenen Pastete“ mit seinem in Graz einmaligen Runderker, das ehemalige Augustinereremitenkloster und die Stiegenkirche, das Deutschritterordenshaus und einige repräsentative Bürgerhäuser mit Geschäftslokalen, bevor die Gasse in den Hauptplatz mündet. Die Stiegenkirche, die über einen Stiegenaufgang erreichbar ist, war Teil der Paulsburg, dem ältesten Teil der Grazer Stadtbefestigung.

Vom Hauptplatz führt die Sackstraße in Richtung Norden. Zu Beginn des Straßenzugs steht das „Hotel Erzherzog Johann“, danach folgen das Warenhaus Kastner & Öhler, die Landschaftsapotheke, die älteste Grazer Apotheke, das Gasthaus „Zum Roten Krebsen“, das Palais Kellersberg, das Witwenpalais und die Palais Attems, Herberstein und Khuenburg. Das Palais Attems mit seiner Prunkfassade ist „das bedeutendste Adelspalais der Steiermark“,[22] an seiner Rückseite angebaut ist der Admonterhof. Das Palais Herberstein beherbergt das „Museum im Palais“; im Palais Khuenburg, dem Geburtsort des 1914 in Sarajewo ermordeten Habsburger Thronfolgers Franz Ferdinand, sind das Grazer Stadtmuseum und das Apothekermuseum untergebracht. Unmittelbar daneben steht der Reinerhof, das älteste urkundlich erwähnte Grazer Gebäude.

Vom Schloßbergplatz aus sind der Kriegssteig und der Schloßbergstollen, eine direkte Verbindung zum Karmeliterplatz, zu sehen. Der Platzanlage gegenüber liegt die Dreifaltigkeitskirche. Sie zählt zum Gebäudekomplex der Schulschwesternschule. Die Sackstraße mündet in den Kaiser-Franz-Josef-Kai, ein Straßenzug der anstelle einer abgebrochenen Häuserzeile das Murufer säumt. Die Grazer Sackstraße bestand ursprünglich aus drei „Säcken“, also abgeschlossenen Verbauungszonen. Mit der Zeit durchbrachen insgesamt drei, nicht mehr bestehende Sacktore die Mauern, um Wohnraum zu gewinnen. Dieses Gebiet galt lange Zeit als das am dichtesten besiedelte in Graz. Am Kai, der in die stark befahrene Wickenburggasse mündet, liegen die Talstation der Schloßbergbahn und Bürgerhäuser. Es sind noch Reste der alten Bastei des dritten Sacktores erkennbar.

Historische Stadtansichten[Bearbeiten]

Grazer Stadtkrone[Bearbeiten]

Am Fuße des Schloßberges liegt die „Grazer Stadtkrone“. Sie besteht aus vier Monumentalbauten: dem gotischen Dom (Domkirche St. Ägidius), dem bedeutenden manieristischen Bau des Mausoleums[23] mit integrierter Katharinenkirche aus dem 17. Jahrhundert, der alten Jesuiten-Universität und der Grazer Burg.

Der Grazer Dom ist seit 1786 Domkirche[24] der Diözese Graz-Seckau und Pfarrkirche der Grazer Dompfarre. Der außen unscheinbar anmutende Sakralbau mit schlichtem Dachreiter diente von 1577 bis 1773 den Grazer Jesuiten als Ordenskirche.[25] Er ist das kunst- und kulturhistorisch bedeutendste innerstädtische Sakralbauwerk, wurde unter Friedrich III. im 15. Jahrhundert errichtet und war Hofkirche der römisch-deutschen Kaiser. Der Dom war einst mit einem Verbindungsgang mit der Grazer Burg verbunden. Der Hauptaltar ist in seiner Gestaltung ein barockes Gesamtkunstwerk. In den beiden Seitenschiffen befinden sich die Brauttruhen der Paola Gonzaga aus dem Herrschergeschlecht von Mantua – geschaffen von Andrea Mantegna in der italienischen Frührenaissance. An der Außenwand des Doms ist ein Fresko, das sogenannte Landplagenbild[26], angebracht.

Unmittelbar neben dem Dom steht die Katharinenkirche mit dem Mausoleum, ein Gebäude im Stil des Manierismus. Es ist die Grabstätte von Kaiser Ferdinand II. (1578–1637) und der größte Mausoleumsbau der Habsburger. Zwischen Domkirche und Mausoleum steht auf einem Sockel eine Bronzeskulptur des Kirchenpatrons Ägidius, die nach der Vorlage des Grazer Künstlers Erwin Huber gestaltet wurde.

Graz war von 1379 bis 1619 Residenzstadt der Habsburger. Untrennbar mit der Grazer Geschichte verbunden ist der Jesuitenorden. Gegenüber der alten und ersten Grazer Universität[27] bewohnten die Mönche den Domherrenhof[28]. Die Grazer Burg[29] mit dem Burggarten ist der Sitz der steirischen Landesregierung. Ihr Bau wurde 1438 unter Herzog Friedrich V. begonnen und unter Erzherzog Karl II. und seinem Sohn, Kaiser Ferdinand II., weitergeführt. Ein Relikt aus der ersten, gotischen Bauphase ist die Doppelwendeltreppe[30] von 1499. In das Gebäude integriert ist das Burgtor, neben dem äußeren Paulustor[31] das letzte erhaltene Stadttor von Graz.

Zentrum[Bearbeiten]

Das Grazer Zentrum besteht in großen Teilen aus dem Hauptplatz, der Herrengasse, Färberplatz und Mehlplatz, Teilen der Burggasse und Bürgergasse, der Schmiedgasse, Raubergasse, Neutorgasse, dem Marburger Kai, Andreas-Hofer-Platz und dem Franziskanerviertel mit den jeweiligen Nebengassen.

Der Grazer Hauptplatz ist eine unregelmäßige und historisch gewachsene Platzanlage mit Marktfunktion, die sich früher bis zur Landhausgasse erstreckte. Er wird von allen Straßenbahnlinien frequentiert. An der Südseite steht das Grazer Rathaus, das in seiner jetzigen Form seit 1889 existiert und den Grazer Gemeinderat beherbergt. Das Erzherzog-Johann-Brunnendenkmal in der Platzmitte ist ein Brunnen mit einem überlebensgroßen Bronze-Standbild des Erzherzogs Johann und den allegorischen Darstellungen der vier Flüsse Mur, Enns, Drau und Sann. Den Hauptplatz säumen Bürgerhäuser und Stadtpalais: das Weißsche Haus, die Adler-Apotheke, die beiden stuckverzierten Luegg-Häuser an der Ecke zur Sporgasse, das Weikhard-Haus mit der gleichnamigen Standuhr und das Palais Stürgkh.

Zwischen dem Hauptplatz und dem zweiten zentralen Platz, dem Jakominiplatz, verläuft die Herrengasse, eine barocke Prunkstraße. Hier stehen das Landhaus mit seinem Renaissancearkadenhof, das Landeszeughaus mit der größten frühneuzeitlichen Waffensammlung der Welt, das sogenannte „Gemalte Haus“ und die Stadtpfarrkirche, die Grazer Hauptpfarrkirche. Bevor die Herrengasse in die Ringstraße mündet, durchquert sie den Platz Am Eisernen Tor mit seinem Brunnen und der Mariensäule. Das namensgebende Eiserne Tor war bis ins 19. Jahrhundert ein Stadttor des Renaissance-Befestigungsgürtels. Im südlichen Teil der Herrengasse befand sich, geographisch von Kaiserfeldgasse und Schmiedgasse begrenzt, bis 1439 das Grazer Judenghetto.[32]

Von der Stadtkrone erreicht man das 1776 eröffnete Grazer Schauspielhaus am Freiheitsplatz und über Hofgasse und Bürgergasse das Gassensystem um den Glockenspielplatz mit dem Glockenspielhaus. Am Ende der Engen Gasse kann man via Stempfergasse, eine Einkaufsstraße, in die Herrengasse gelangen oder beim Bischofplatz das Bischöflichen Palais sehen.

Die Franziskanerkirche, die zweitgrößte Grazer Kirche, ist am Ostufer der Mur zu finden und Mittelpunkt des Franziskanerviertels. Wegen ihrer einstigen Insellage ist die erste Grazer Klosterniederlassung schräg gestellt.[33] Der Verlauf der sogenannten „Kot(h)mur“, ein Abwasserkanal, trennte das Areal vom Rest der Innenstadt.

Vom Franziskanerviertel ist das Joanneumviertel, zwischen Raubergasse, Landhausgasse und Andreas-Hofer-Platz gelegen, erreichbar. Es besteht aus zwei Monumentalbauten und beherbergt das Haupthaus des größten steirischen Museums, dem Joanneum. Im neu gestalteten Innenhof befand sich einst der alte botanische Garten, der nach Geidorf ausweichen musste. Anstelle des neuen Joanneums und des Postamtsgebäudes von Friedrich Setz stand bis 1884 das abgebrochene Neutor. Das Magistratsgebäude der Stadt Graz dominiert das Straßenbild der Schmiedgasse. Am Südende des Marburger Kais steht das Oberlandesgericht Graz.

An wenigen oberirdischen Stellen ist die alte Stadtmauer sichtbar: die Glacisstraße und der Stadtpark erinnern namentlich und räumlich an die Freifläche vor der Stadtfestung; im Pfauengarten und im Stadtpark ist je ein Mauerrest erhalten geblieben. Die Anlage der Ringstraße folgt ungefähr dem Verlauf des ehemaligen Wassergrabens; an einigen Ecken ist aus der Luft die Lage der ehemaligen Basteien zu sehen. Der Grazer Stadtpark, der den Großteil des alten Glacis bedeckt, ist der größte innerstädtische Grünraum. Neben zahlreichen Denkmälern befinden sich in ihm das Forum Stadtpark, das Künstlerhaus, der Musikpavillon, der Stadtparkbrunnen und einige Naturdenkmäler. Im Jahr 1869 begann die Anlage des Parks, 1873 eröffnete sie Bürgermeister Moritz Ritter von Franck. Außerhalb des Stadtparks und auf dem Gebiet der Innenstadt wurde das 1899 eröffnete Opernhaus Graz errichtet.

Brücken[Bearbeiten]

Franz-Carl-Brücke (um 1910)

Die Beschreibung der Grazer Brücken und Stege beschränkt sich auf jene, die den Murfluss überqueren oder in einem all auch nur begleitet.

Im Norden des Stadtgebiets befindet sich die 1922 eröffnete und unter Denkmalschutz stehende, schmale Weinzöttlbrücke – aus Beton, mit einem Industrie-Anschlussgleis, ursprünglich mit Gasleuchten. Es folgen der Pongratz-Moore-Steg und die 1991/92 erbaute Kalvarienbrücke mit einem aufragenden, blauen Dreiecksrahmen aus Stahl zwischen den Tragwerken.[34] Eine kleine Stele oberhalb dieser Brücke linksufrig am ufernahen Geh-Radweg erinnert an eine ehemals hier bestehendee Überfuhr, eine Fähre, rechtsufrig die Überfuhrgasse und auch ein Bild am Brückenkopf unterwasserseitig an einer Hauswand.

Die nordwestlich des Schlossbergs gelegene Ferdinandsbrücke, benannt nach Kaiser Ferdinand I., war die erste Kettenbrücke der Steiermark und die größte Österreichs, ab Herbst 1833 vom Pächter der Überfuhr, Franz Strohmeyer, erbaut nach den Plänen des Wiener Architekten Johann Jäckl,[35] eingeweiht am 19. April 1836 von Fürstbischof Roman Sebastian Zängerle.[36] Sie wurde 1920 in Keplerbrücke umbenannt[Anm. 1], zu Ehren von Johannes Kepler, der hier sechs Jahre lebte und forschte. 1963 erfolgte ein Brückenneubau mit Stahlträger, dessen unterwasserseitiger Gehsteig um 1993 für Radfahrer geöffnet und auf Kosten der Fahrbahn verbreitert wurde. 2006 wurde die stark genutzte Route für Rad- und Fußverkehr entlang des linken Ufers hier kreuzungsfrei durch das längste Grazer Brückenbauwerk unterführt und nach einer der ersten Grazer Radfahrerinnen Elise-Steininger-Steg[37] benannt. Die Stahlträgerelemente sind mit Epoxidharz-Quarzsand rutschfest beschichtet, eines der Südrampe ist rollstuhlgerecht waagrecht, sie weisen jedoch bis zu 30 mm breite Dehnfugen auf. Die in der unübersichtlichen Nord-Kurve noch breiter geratene Fuge wurde durch ein rutschig glattes NiRo-Blech abgedeckt, später durch ein geriffeltes ersetzt, der stoßende Buckel bleibt. Das schmuck designte NiRo-Geländer mit senkrechte Streben weist einen Handlauf mit laserscharf geschnittenen Halterungen auf, die die Haut von Fingern zerschneiden.

Flussabwärts liegen die Murinsel und knapp danach – in der Verlängerung des Schlossbergplatzes – der Erich-Edegger-Steg. Dieser Steg wurde 2003 nach dem Kommunalpolitiker und Kämpfer für sanfte Mobilität[38] benannt. Die als Sehenswürdigkeit beliebte und teilweise überdachte „Insel“ ist eigentlich eine Pontonbrücke aus Stahl, die aus einem großen ovalen Schwimmkörper, der bei Niedrigwasser auf Kufen am Grund aufsitzt. Damit auch in diesem Fall die „Insel“ ganz von Wasser umgeben ist, wurde etwas unterhalb eine kleine Sohlschwelle quer über den ganzen Fluss errichtet. Vom rechten Ufer führt ein geschwungener Steg zum Bug des Schwimmkörpers, der – länglich-oval, in Flussmitte – oben an einem Stahlseil hängt, das im Fluss verankert ist und etwa jährlich von einem Taucher überprüft wird. Vom Heck führt ein gegenläufig geschwungener Steg zum linken Ufer. In Flussachse gesehen laufen die Stege bei Niedrigwasser V-förmig zur Flussmitte nach unten. Der Schwimmkörper hebt sich mit Hochwasser, im Extremfall höher als die Brückenköpfe der Stege an den Ufern. Der Querschub der Stege verdreht dabei die Insel etwas um die Hochachse. Die Stege sind per Treppen, links auch per Lift, von rechts auch per Rampe erreichbar und als Fußweg beschildert.

Dann kommt die Erzherzog-Johann-Brücke. Die ehemalige Furt hier war die erste und über 400 Jahre einzige Grazer Murbrücke. 1843 errichtete die Stadt eine Kettenbrücke, die 1892 durch eine Eisenkonstruktion ersetzt wurde. 1918 wurde die Franz-Carl-Kettenbrücke in Hauptbrücke umbenannt. Ein schlichter Neubau der Hauptbrücke mit breiter Fahrbahn erfolgte 1964 noch mit der Absicht, eine Häuserzeile der engen Murgasse abzureißen und Kfz-Verkehr über den Hauptplatz zu führen.[34] Die Figuren der Austria und Styria, die auf der Brücke standen, befinden sich im Stadtpark, Bronze-Verzierungen gelangten in Privathand und wurden um 2003 und 2014 wiederum der Stadt zum Kauf angeboten. Ein Bronze-Schmuckelement ist seit etwa 2003 am linken Ufer unter der Brücke ausgestellt, sowie eines aus Stein, das aus der Mur geborgen wurde. Hier wurde um 2002 eine Terrasse betoniert, von der unterwasserseitig eine markante Treppe bis nahe zum linken Brückenkopf hinaufführt, flussabwärts führt die als Gehweg mit Steinbänken ausgebaute Murpromenade. Die moderne Hauptbrücke wurde um 2006 generalsaniert: Die Geländer wurde aus NiRo-Stahl als sanft gewölbt profilierte Reling plus Drahtseilnetz ausgeführt, das mittlerweile voll von „Liebesschlössern“ hängt. Die Gehsteige wurden verbreitert, die Stufe des oberwasserseitigen auf 3 cm abgesenkt und die Straßenbahntrasse radfreundlicher entlang der südlichen Gehsteigkante parallel geführt. Erst um 2013 wurde die fast autofreie Brücke auf Erzherzog-Johann-Brücke umbenannt. An einer unterwasserseitig zwischen Mittelpfeiler und linkem Ufer durch Steinschlichtung erzeugten breiten Wasserwalze fand 2003 die Paddel-Rodeo-WM statt.

Flussabwärts folgt die 1975 fertiggestellte Tegetthoffbrücke, die denkmalgeschützte Radetzkybrücke, die um 2000 mit 4 Leuchtpylonen in Form schräg aufgeschnittener schlanker Zylinder und unterwasserseitig um einen Geh- und Radweg auf extra Tragwerk erweitert wurde, um einen Kfz-Fahrstreifen zu gewinnen. Mit Unterstützung eines von der GRW-Brücke abgehängten Seils wird seit etwa 2000 in der linken Flusshälfte bei passender Wasserführung in einer Walze sowohl auf Brettern gesurft als auch Playboating betrieben. Ein auf Höhe Sturzgasse geplantes Murkraftwerk würde diese, wie auch die Stelle an der Erzherzog Johann-Brücke weiter oben stillstauen.

Darunter folgt die Augartenbrücke als letzte bestehende Betonbogenbrücke und der besonders aufwendig konstruierte Augartensteg für Fuß- und Radverkehr, der zur Kosteneinsparung 2003 ohne das von den Architekten für das linke Ufer geplante Anschlussbauwerk errichtet wurde. Das Tragwerk wurde als Ganzes am rechten Ufer auf Rollen gelagert, durch Kranzug unterstützt vorne von einem Schreitwerk über den Fluss gebracht. Nach Auflagerung auf die Brückenköpfe wurden die 4 etwas schräg gestellten Bögen mittels 2 über der Flussmitte und jeweils rechts und links etwas unter der Fahrbahn liegenden auf stählerne Druckstreben wirkenden Hydraulikzylindern, die zuletzt per Schweissnaht fixiert wurden, in sich verspannt. Erst um 2010 wurde dieser Steg um eine Schotterwegachse Richtung Osten durch den Park ergänzt, auf der sogar Radverkehr erlaubt wurde.

Nach dem auf den Augarten folgenden Augartenbad führt die erst (um) 1984 so benannte Berta-von-Suttner-Friedensbrücke. Sie ist 4-spurig, stark mit Kfz befahren und rechtsufrig mit einer Schleife und Unterführung kreuzungsfrei angeschlossen. Unterwasserseitig weist sie einen Geh- und Radweg auf, der sich am linken Ufer durch unfallträchtig schlechte Sichtbeziehung auszeichnet und am rechten Ufer durch mangelnden Radverkehrsanschluss flussaufwärts.

Nur eine Schrottplatzbreite (nahe dem linken Ufer) weiter und nach der Schneesturzstelle rechts quert die Eisenbahnbrücke der steirischen Ostbahn. Für Bootfahrer und Schwimmer – die Mur hat seit Jahrzehnten schon gute Badequalität – gefährlich im Bereich eines ehemaligen Mittelpfeilers aufragende Stahlprofile wurden um 2009 von der Feuerwehr entfernt.

Etwa 1 km flussabwärts führt der für die Öffentlichkeit gesperrte Rohrsteg der Steweag/Steg zwei isolierte Fernwärmerohre plus Hochspannungskabel vom 1963 in Betrieb gegangenen Fernheizkraftwerk (Lagergasse) die Mur.

Fast 1 km weiter und etwas südlich der Sturzgasse läuft der Puchsteg mit einem Pfeiler über den Fluss. Mit Trägern und Geländer aus Stahl, beides holzbeplankt wurde er um 1960 für Mitarbeiter des am rechten Ufer liegenden Puchwerks errichtet und in den letzten Jahren wieder denkmalschutzgerecht für Gehen und Radfahren saniert.

Es folgt die Puntigamer Brücke, eine 4-spurige Straßenbrücke, die 1995/96 neu errichtet wurde[39] und mit dem Südgürtel (Baustart 2014) noch mehr Autoverkehr tragen wird. Beidseits mit Geh- und Radweg auf Niveau der Fahrbahn ausgestattet, getrennt von dieser durch eine abgestufte Betonmauer.

Etwa 500 m südlich auf Höhe Auer-von-Welsbach-Gasse, an der ein Stadtgaswerk lag, führt der eiserne ebenfalls holzbeplankte Gasrohrsteg mit einem Pfeiler für Radfahrer und Fußgänger über den Fluss, linksufrig mit einer rechtwinkelig abgeknickten steilen Rampe an den Uferweg (GRW nur flussaufwärts) und die parallele Murfelderstraße angebunden. Am rechten Ufer endet hier die legale Möglichkeit zu Skaten, eigentlich wäre ab hier nur Rollsteigen am Rand der gehsteiglosen Fahrbahn erlaubt. Hier liegt in etwa die Stauwurzel des erst 2012 in Betrieb gegangene Murkraftwerks Gössendorf.[40] Die bald folgende Autobahnbrücke liegt schon knapp südlich der Stadtgrenze in Gössendorf bzw. Feldkirchen bei Graz, genau 1 km weiter das genannte Kraftwerk.

Tore[Bearbeiten]

Neutor

Von den insgesamt elf Grazer Stadttoren sind zwei in der Gegenwart erhalten: das Burgtor als Abschnitt der Grazer Burg und das äußere Paulustor am Ende der Paulustorgasse. Während das Paulustor das einzig erhalten gebliebene Walltor des historischen Spätrenaissance-Befestigungsgürtels ist, der von Festungsbaumeister Domenico dell’Allio geplant worden war, ist das Burgtor[41] weder der mittelalterlichen, noch der neuzeitlichen Stadtbefestigung zuzuordnen.

Von der mittelalterlichen Mauer ist nichts mehr erhalten. Die beiden Murtore in der Murgasse wurden 1837 abgetragen, 1846 folgte das innere Paulustor[42] in der Sporgasse, die drei Sacktore in der Sackstraße sind seit dem 19. Jahrhundert nicht mehr vorhanden. Am Platz zum Eisernen Tor stand das gleichnamige Stadttor[43] der Renaissance-Mauer. Es ähnelte wie das Neutor[44], 1884 als letztes der alten Tore abgebrochen, dem äußeren Paulustor. Am kürzesten bestand das Franzenstor an der Mündung der Burggasse in den Roseggergarten. Der 1835 errichtete Zierbogen wurde 1856 wieder entfernt. Die Abrisse der Grazer Stadttore wurden durch das erhöhte Verkehrsaufkommen und durch die gestiegene Bautätigkeit legitimiert. Nach der Schleifung der Festungswerke Mitte des 19. Jahrhunderts verloren sie ihre Schutzfunktion.

Bis zum Anschluss Österreichs (März 1938) wurde an den Grazer Stadttoren ein Pflasterzoll erhoben (diese Maut war im 19. Jahrhundert fast überall in Europa abgeschafft worden).

Sehenswürdigkeiten außerhalb der Altstadt[Bearbeiten]

Planetengarten im Schlosspark Eggenberg (Detail)

Schloss Eggenberg[Bearbeiten]

Das Schloss Eggenberg und der Schlosspark sind mit jährlich mehr als einer Million Besuchern die meistfrequentierte Sehenswürdigkeit außerhalb der Grazer Innenstadt. Es zählt seit 2010 mit der Altstadt zum UNESCO-Welterbe.

Das Schloss gilt als die bedeutende barocke Schlossanlage der Steiermark.[45] Seine Geschichte reicht bis ins Mittelalter zurück. Ab 1625 wurde es im Auftrag Hans Ulrichs von Eggenberg (1568–1634) und unter der Leitung des Hofarchitekten Giovanni Pietro de Pomis zur repräsentativen Vierflügelanlage ausgebaut. Das Schloss war direkt über die Eggenberger Allee mit der Innenstadt verbunden; von der Prachtstraße sind nur mehr ein kleiner Abschnitt mit Alleebestand unmittelbar in Schlossnähe und ein Straßenname übrig geblieben.

Schloss Eggenberg ist nach einer kosmischen Zahlensymbolik ausgerichtet. Die vier Ecktürme stehen für die vier Himmelsrichtungen und die vier Elemente. Die Anlage besitzt 365 Außenfenster für die Tage eines Jahres. Im zweiten Stock, der Beletage, befinden sich 52 Außenfenster für die Wochen eines Jahres. Jedes Stockwerk im Haus hat genau 31 Räume für die maximale Anzahl der Tage eines Monats. Im zweiten Stock sind außen, ringförmig 24 Prunkräume angeordnet, die die Stunden eines Tages symbolisieren. Das Konzept soll an die Gregorianische Kalenderreform von 1582 erinnern.

Ein Zyklus von 24 Prunkräumen mit originaler Ausstattung aus dem 17. und 18. Jahrhundert gehört zu den bedeutendsten Ensembles historischer Innenräume Österreichs. Selten hat sich eine Raumausstattung von vergleichbarer Qualität so vollständig erhalten. Ihr Mittelpunkt ist der stuckverzierte Planetensaal mit dem Gemäldezyklus von Hans Adam Weissenkircher.[46]

Der öffentlich zugängliche Schlosspark wurde zusammen mit dem Schloss konzipiert. Im Verlauf der Geschichte wechselte er häufig sein Aussehen. Er ist einer der wenigen historischen Gärten Österreichs, die unter Denkmalschutz stehen. An der Nordecke befindet sich der seit 2000 neu angelegte Planetengarten. Im Schlosspark leben frei laufende Pfauen.[47]

Sakralbauten[Bearbeiten]

Leechkirche, die Universitätskirche der Karl-Franzens-Universität
Rupertikirche in Graz-Straßgang, eine der ältesten der Grazer Kirchen
Grazer Kalvarienberg auf dem Austein
Basilika Mariatrost mit Angelus-Stiege
Maria Verkündigungskirche in Graz-Kroisbach
Neubau der Grazer Synagoge

In Graz gibt es, wie in den meisten Städten im katholisch geprägten Österreich, zahlreiche Sakralbauten. Zu den ältesten Kirchen der Stadt zählen die Leechkirche nahe der Universität Graz, deren Ursprünge in das Jahr 1202 zurückgehen, die Stiegenkirche als Teil der historischen Paulsburg in der Sporgasse und die Rupertikirche in Straßgang. Die höchsten Kirchen sind die im neugotischen Backsteinstil erbaute Herz Jesu Kirche und die Franziskanerkirche – deren Turmunterteil einst Teil der Grazer Stadtmauer war. Die Herz-Jesu-Kirche ist mit 109,6 m die dritthöchste Kirche Österreichs und das höchste Gebäude von Graz. Im selben Bezirk befindet sich gegenüber dem LKH Graz die 1361 erstmals urkundlich erwähnte Pfarrkirche St. Leonhard. An dieser Stelle stand mit dem Meierhof Guntarn im Mittelalter die erste Grazer Siedlung außerhalb der Innenstadt.

In Graz existieren zahlreiche Ordensniederlassungen, von denen viele im Zuge der Josephinischen Reformen von 1783 aufgelöst wurden. Es blieben hauptsächlich Klöster bestehen, die sich der Krankenpflege und der Bildung widmeten. In der Innenstadt hat sich seit dem 13. Jahrhundert ein Franziskanerkloster erhalten, am gegenüberliegenden Murufer liegt das Minoritenkloster mit der barocken Mariahilferkirche. In der Sackstraße, direkt gegenüber dem Schloßbergsteig, ist die Dreifaltigkeitskirche zu sehen, die bis 1900 die Kirche des ehemaligen Ursulinenkonvents war. In der Paulustorgasse steht neben dem Volkskundemuseum die Antoniuskirche.

Zu den größeren Anlagen auf Grazer Stadtgebiet zählen (in Auswahl) der Dominikanerkonvent in der Münzgrabenstraße, das Lazaristenkloster in der Mariengasse, unmittelbar daneben steht das Kloster der Barmherzigen Schwestern. Die Barmherzigen Brüder unterhalten in Graz zwei Krankenhäuser: eines in der Marschallgasse und eines in Eggenberg. Frauenorden, die sich der Krankenpflege widmen, sind die Elisabethinen im Bezirk Gries und die Kreuzschwestern mit Konvent und Privatklinik in Geidorf. Im Schulbetrieb tätig sind die Ursulinen in der Leonhardstraße, die Schulschwestern am Fuße des Schloßberges und in Eggenberg, sowie Schule und Kloster des Sacré Coeur Graz.

In den Grazer Kernbezirken St. Leonhard und Geidorf befinden sich die Leonhardkirche, die neugotische Herz-Jesu-Kirche, die Leechkirche, die Grabenkirche als Klosterkirche der Ordensniederlassung der Kapuziner, die Erlöserkirche am Gelände des LKH Graz und die Kirche Maria Schnee als Teil des Karmelitenklosters in der Grabenstraße. Neben dem Männerkloster steht das weibliche Pendant, das Karmelitinnenkloster mit der Kirche zum Hl. Josef, deren erstes Konvent am ehemaligen Fischplatz (heute Andreas-Hofer-Platz) 1782 aufgelöst und das Gebäude 1934 abgebrochen wurde. Neben der Kreuzschwesternkirche mit der Privatklinik ist in Geidorf mit der Salvatorkirche ein moderner Sakralbau erhalten.

Der Grazer Kalvarienberg befindet sich im vierten Bezirk Lend. Die Anlage auf dem Austein wurde im 16. Jahrhundert gegründet und von den Jesuiten verwaltet. Besonders sehenswert ist die hochbarocke Kalvarienbergkirche mit der Heiligen Stiege und der Ecce-Homo-Bühne und die zahlreichen Kapellen. Im selben Bezirk sind außerdem die Barmherzigenkirche und die Marienkirche in der Nähe des Grazer Hauptbahnhofs erwähnenswert.

In Gries stehen mit der Kirche St. Andrä, der Welschen Kirche am Griesplatz und der Bürgerspitalkirche bedeutende gotische und barocke Kirchenbauten. Neben der barocken Karlauerkirche und der Zentralfriedhofskirche im neugotischen Backsteinstil gibt es einige moderne Kirchenbauten: St. Lukas mit seiner ungewöhnlichen Innenausstattung, St. Johannes als Teil der Triestersiedlung, sowie Kirche und Pfarrzentrum Don Bosco, in deren Gebäude eine Mautstelle und ein Pulvermagazin untergebracht waren. Der Bezirk Jakomini ist vor allem durch den modernen Kirchenbau der Münzgrabenkirche und durch die Josefkirche geprägt.

Ein sakrales Zentrum in Graz ist der Außenbezirk Mariatrost. Die Basilika Mariatrost, eine überregional bekannte und barocke Wallfahrtskirche auf dem Purberg ist offiziell seit 1714 Ziel großer Pilgerströme. Verehrt wird eine wundertätige Marienstatue aus dem Stift Rein in Eisbach. Die Errichtung des Sakralbaus dauerte von 1714 bis 1779. Nach den Josephinischen Reformen wurden die Klostertrakte als Stallungen zweckentfremdet. Von der Mitte des 19. Jahrhunderts nahmen die Franziskaner die Wallfahrtstradition bis 1996 wieder auf. Im selben Jahr ernannte Papst Johannes Paul II. Mariatrost zur Basilica minor. 1968 kam es in der Wallfahrtskirche zur Veröffentlichung der Mariatroster Erklärung.

Neben der Mariatroster Kirche befinden sich zwei weitere Sakralbauten im Stadtbezirk: zum einen die Mariagrüner Kirche, die als bedeutendste kirchliche Stiftung eines Bürgers der Stadt Graz gilt. Louis Bonaparte, ein Bruder Napoleons, besuchte auf seinen Spaziergängen oftmals den Kirchenbau. 1873 heiratete der steirische Schriftsteller Peter Rosegger seine erste Frau in der Mariagrüner Kirche. Zum anderen die moderne Maria Verkündigungskirche in Kroisbach, die, in eine Wohnsiedlung integriert, 1974 geweiht wurde.

Im Stadtbezirk St. Peter steht weithin sichtbar die Pfarrkirche St. Peter. Im Nordosten von Graz kann man die Kirche St. Ulrich samt dazugehörigem Quellheiligtum, die Pfarrkirche St. Veit und die Kirche Heilige Familie in Andritz besichtigen. In zwei Stadtbezirken gibt es jeweils einen Sakralbau: St. Paul in der Eisteichsiedlung in Waltendorf und die Bruder-Klaus-Kirche nahe der Satelliten-Stadt am Berliner Ring in der Ragnitz.

Am rechten Murufer sind in den Bezirken Gösting und Eggenberg die Kirche St. Anna, die Schlosskirche des Schlosses Eggenberg, der Vierzehn-Nothelfer-Kirche, die moderne Schutzengelkirche, die Vinzenzkirche und auf einem Bergkamm in Wetzelsdorf die Kirche St. Johann und Paul zu sehen. Im südlichen Stadtteil Straßgang befinden sich mit der Kirche Maria im Elend, der Schlosskirche St. Martin, der etwas entlegenen Florianikirche auf dem Florianiberg, der Elisabethkirche und der erwähnten Rupertikirche weitere Grazer Sakralbauten. Im jüngsten Grazer Bezirk Puntigam gibt es die 1967 erbaute Pfarrkirche St. Leopold und die Anstaltskirche des LSF Graz.

Die Heilandskirche, in der Nähe des Grazer Opernhauses gelegen, ist die größte evangelische Kirche der Stadt Graz. Der heute bestehende Bau wurde im historistischen Stil ab 1853 errichtet, nachdem sich seit 1824 ein evangelisches Bethaus an dieser Stelle befunden hatte. Er ist Teil eines Gebäudekomplexes mit Pfarrgebäuden und des Martin-Luther-Hauses. Zur evangelischen Konfession zählen auch die Kreuzkirche am Rande des Volksgartens, deren Pfarrheim das Mühl-Schlössl ist, die Christuskirche in Eggenberg, die Evangelische Johanneskirche in Andritz und die Erlöserkirche in Liebenau.

Neben den katholischen und evangelischen Kirchenbauten findet man in Graz in der Kernstockgasse die altkatholische Kirche, in der Wiener Straße die koptische Kirche und über das Stadtgebiet verstreut Zentren diverser Konfessionen, darunter in Eggenberg ein Gemeindehaus der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen).

Graz besitzt auch eine Synagoge. Die alte Grazer Synagoge wurde im Jahr 1892 errichtet und gehörte zur jüdischen Gemeinde mit ihren 2500 Mitgliedern. Sie war ein Nachfolgebau der Synagoge im ehemaligen Judenviertel in der Grazer Innenstadt. In der sogenannten Reichskristallnacht vom 9. zum 10. November 1938 wurde das Gebetshaus niedergebrannt und das gesamte Areal eingeebnet, um die Erinnerung an die Synagoge auszulöschen. Sämtliche Grazer Juden wurden nach Wien deportiert und Graz zur ersten „judenfreien“ Großstadt der Ostmark erklärt. Bis ins Jahr 1998 befand sich an der Stelle der zerstörten Synagoge nur eine Rasenfläche mit einem Gedenkstein. Unter Verwendung des alten Ziegelwerks wurde die neue Grazer Synagoge 1998 erbaut.

Profanbauten[Bearbeiten]

Palais Kottulinsky in der Elisabethstraße
Meerscheinschlössl in der Mozartgasse

Am nördlichen Grazer Stadtrand befindet sich die Burgruine Gösting, eine Ruine mit sehr gutem Überblick, von der aus das Murtal nördlich von Graz einst kontrolliert wurde. An jener Stelle befand sich im 10. und 11. Jahrhundert eine Vorgängeranlage auf dem Frauenkogel, deren Reste wie die Burg denkmalgeschützt sind. Die Burg Gösting selbst ist im 12. Jahrhundert datiert und war Teil eines Kreidfeuer-Warnsystems, das die Bevölkerung vor Bedrohungen warnen sollte.[48] 1723 wurde die Burg durch Blitzschlag zerstört, heute ist die Ruine ein beliebtes Ausflugsziel. Nach der Zerstörung erbauten die Grafen Attems als neuen Sitz das Barockschloss Gösting.

Der größte Jugendstilbaukomplex Österreichs liegt im Osten der Stadt, das LKH-Universitätsklinikum Graz. Es „galt damals als das modernste Krankenhaus des Kontinents und wurde vielfach sogar als Weltwunder bezeichnet“[49]. Die relativ weite Entfernung vom Stadtzentrum erregte jedoch den Unmut der Grazer Bürgerschaft. Der Gebäudekomplex ist durch ein unterirdisches Tunnelsystem verbunden. Jede medizinische Abteilung besitzt ihr eigenes Gebäude.[49] Im Laufe der Zeit wurden Modernisierungsmaßnahmen ausgeführt. In der Nähe des Krankenhauses findet man auch die Rettenbachklamm, eine ganzjährig begehbare Klamm im Stadtgebiet, das Naherholungsgebiet Leechwald, den künstlich angelegten Hilmteich mit einem Schlössl und die Hilmwarte.

Außerhalb der Innenstadt sind relativ wenige Palais vorhanden, die meisten sind Eigentum der öffentlichen Hand. In St. Leonhard steht am Stadtparkrand das Palais Kees, ein Bauwerk des Spätklassizismus. Es beherbergte unter anderem das k.u.k. Korpskommando. Seit einer Renovierung zu Beginn des 21. Jahrhunderts wird es als Studentenheim genutzt. Das Palais Meran, der ehemalige Stadtsitz Erzherzog Johanns, findet seit 1963 als Hauptgebäude der Grazer Kunstuniversität Verwendung. Die Elisabethstraße ist mit zahlreichen Palais und Villenanlagen eine der Grazer Prachtstraßen aus der Gründerzeit. Zu erwähnen sind die Palais Apfaltrern, Auersperg, Kottulinsky, Kübeck und Prokesch-Osten und die Meranhäuser. In den Räumlichkeiten des Palais Mayr-Melnhof ist das Grazer Literaturhaus untergebracht. Etwas stadtauswärts liegen (in Auswahl) die Villen Kollmann und Lazarini. Das Geidorfer Villenviertel erstreckt sich von der Elisabethstraße über die Leechgasse bis zur Schubertstraße.

Das Palais Thinnfeld im Bezirk Lend ist direkt das Grazer Kunsthaus angeschlossen. Eine Besonderheit am Palais Wertl von Wertlsberg ist sein schlossähnlicher Charakter, der durch zwei polygonale Ecktürme und einen Eck-Erker erzielt wird. Am Eingang zur Dominikanergasse steht mit dem Palais Gleispach das einzige Palais im Bezirk Gries. In allen anderen Grazer Stadtbezirken existieren keine Palais, sondern Schlösser und Edelhöfe.

Da Graz während der Monarchie ein beliebter Sitz von Adeligen und höheren Beamten war, findet man auf dem Stadtgebiet viele Schlösser und Palais. Neben den zahlreichen Innenstadtpalais sind es vor allem Schlösser und Edelhöfe die das Grazer Erscheinungsbild in den Randbereichen prägen. Neben dem Schloss Eggenberg mit seiner Parkanlage, dem Barockschloss Gösting und der Grazer Burg sind einige Bauten erwähnenswert. Inmitten von Geidorf steht das Meerscheinschlössl, ein barocker Bau mit ehemals weitläufigem Park. Das Hallerschloss und das Schloss Lustbühel mit integriertem Kindergarten liegen in Waltendorf. Im ehemaligen Schloss Liebenau war eine Kadettenschule untergebracht, seit den 1970er Jahren befindet sich in den Räumlichkeiten das HIB Liebenau.

Zu den innerstädtischen Schlössern zählen das Messe-Schlössl, das Metahof-Schlössl in Bahnhofsnähe, das Mühl-Schlössl beim Volksgarten oder das Tupay-Schlössl in der ehemaligen Schönau. In den Randbezirken stehen an prominenter Lage Schloss St. Martin und das St. Veiter Schlössl, etwas verborgen Schloss Algersdorf, Schloss Reinthal, Schloss Moosbrunn oder Schloss Kroisbach. Neben den Grazer Schlössern gibt es einige erhaltene Edelhöfe[50], also Ansitze, die häufig von Steuern befreit waren und als Gutsbetrieb geführt wurden. Ein Beispiel ist der Weisseneggerhof[51] am Esperantoplatz. Die meisten Anlagen befinden sich in Privatbesitz.

Eine Besonderheit ist das ehemalige Jagdschloss Karlau. Es war in das ursprüngliche Gebiet der Karl-Au eingebettet und von einem Tiergarten und dem kaiserlichen Jagdgebiet umgeben. Im Tiergarten wurden neben Wassergeflügel und Rotwild auch Falken, Reiher und Fasanen gezüchtet, in den Mur-Auen ausgesetzt und bejagt. Noch heute erinnern etliche Straßennamen (Tiergartenweg, Rebhuhnweg, Reiherstadlgasse, Falkenturmgasse, Fasangartengasse, Auf der Tändelwiese) in der Umgebung an Tiergarten und Jagdgebiet. „Tändel“ zum Beispiel ist eine alte Bezeichnung für Rotwild. Im Laufe seiner Geschichte nutzte man das Schloss als Kriegsgefangenenhaus, ab 1769 als Arbeitshaus, bis 1803 die Einrichtung zum Provinzialstrafhaus erfolgte. Nach vielen Aus- und Umbauten ist vom Schloss nur mehr der Kern der Justizanstalt Graz-Karlau erhalten geblieben.

Denkmäler und Brunnen[Bearbeiten]

Erzherzog-Johann-Brunnen am Hauptplatz
Statue der Mariensäule Am Eisernen Tor
Rosariumbrunnen im Rosegger-Garten am Opernring

Graz besitzt eine Fülle an Denkmälern. Zu den prominentesten zählen (in Auswahl) die Mariensäulen (1666–70) am Eisernen Tor, am Karlauplatz (1762)[52] und am Marienplatz (1680)[53], die Pestsäulen am Karmeliterplatz (1680)[54], Lendplatz (1680)[53] und Griesplatz (1680)[52], die als Votivsäulen nach Pestepidemien oder Feindinvasionen von der Bürgerschaft gestiftet wurden. Dazu zählt auch das Pestdenkmal Am Damm, ein Denkmal in Kapellenform aus 1680[53]. Die verstärkte Errichtung solcher Pestsäulen und -denkmäler um das Jahr 1680 entsprang der Dankbarkeit wegen des Endes einer Pestepidemie in Graz, die mit über 3.500 Todesopfern ungefähr ein Fünftel der Stadtbevölkerung das Leben kostete.[55]

Der Erzherzog-Johann-Brunnen (1878) am Hauptplatz mit einem überlebensgroßen Bronze-Standbild des Erzherzogs Johann und den allegorischen Darstellungen der vier Flüsse Mur, Enns, Drau und Sann wurde von Franz Pönninger entworfen und am 8. September 1878 enthüllt. An den vier Ecken sind Brunnenschalen eingefasst. Die Sockel sind mit allegorischen Bronzereliefs verziert. Ursprünglich sollte der Brunnen im Joanneumsgarten oder am Eisernen Tor aufgestellt werden.[54] Das Erscheinungsbild einiger Grazer Plätze und Parks ist durch Brunnen geprägt. Das Major-Hackher-Denkmal („Hackher-Löwe“, 1909) am Schloßberg ist dem gleichnamigen Oberst gewidmet, der 1809 den Schloßberg erfolgreich gegen die Truppen Napoleons verteidigte. 1909 schuf Otto Jarl zum hundertjährigen Gedenken die erste Löwenplastik, die nach ihrer Einschmelzung 1943 erst 1966 durch eine Bronzeplastik Wilhelm Gössers ersetzt wurde.[56]

Einige Plätze der Grazer Innenstadt sind mit exponierten Persönlichkeitsdenkmälern versehen. Das überlebensgroße Persönlichkeitsdenkmal Kaiser Franz I. (1838/41)[57] steht am Freiheitsplatz, eine Bronzebüste Josephs II. (1887)[57] am Opernring, das Persönlichkeitsdenkmal Peter Roseggers von Wilhelm Gösser und der Rosariumbrunnen befinden sich im Roseggergarten[58]. Im Stadtpark, auf dem Schloßberg und in Opernnähe sind zahlreiche Denkmäler und Büsten aufgestellt, wie das Welden-Denkmal[57]. In der Nähe des Stadtparkbrunnens (1873)[54], der für die Wiener Weltausstellung gefertigt wurde, am Platz der Menschrechte stehen die Bronzefiguren der Austria und Styria von Hans Brandstätter, die sich auf der ehemaligen Hauptbrücke (gegenwärtig: Erzherzog-Johann-Brücke) befanden.[59] Ebenfalls im Stadtpark steht Moritz Ritter von Franck-Denkmal. Das Persönlichkeitsdenkmal des Admirals Wilhelm von Tegetthoff dominiert den Tegetthoffplatz[60], das Maria-Grüner-Denkmal, eine Säule mit bekrönender Terrakotta-Vase und Versen von Louis Bonaparte, Castelli und Anastasius Grün.[61] befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Mariagrüner Kirche.

Sonstiges[Bearbeiten]

Auf Teilen des ehemaligen Glacis wurde durch den Grazer Bürgermeister Moritz Ritter von Franck ein großer Park begründet, der heute den Stadtpark bildet. In der Nähe des Stadtparks liegt das Opernhaus Graz, das zweitgrößte Opernhaus Österreichs, welches Ende des 19. Jahrhunderts von dem Wiener Architekturbüro Büro Fellner & Helmer erbaut wurde. Direkt neben dem Opernhaus steht eine moderne Stahlskulptur, das „Lichtschwert“. Direkt gegenüber, am Westufer der Mur, befinden sich die modernen Gebäude, das Kunsthaus und dazwischen die Murinsel. Weiterhin sind die Hauptgebäude der Karl-Franzens-Universität, der Technische Universität und der Universität für Musik und darstellende Kunst, sowie die Leechkirche, die älteste Kirche in Graz (1202), in den an die Altstadt angrenzenden Bezirken zu finden. Unweit der Karl-Franzens-Universität liegt der Botanische Garten.

Museen[Bearbeiten]

Altes Joanneum in der Raubergasse
Tramway-Museum in Mariatrost

Universalmuseum Joanneum in Graz[Bearbeiten]

Das Universalmuseum Joanneum in der Steiermark ist nicht nur das älteste und – nach dem Kunsthistorischen Museum in Wien – das zweitgrößte Museum Österreichs, sondern seiner Vielfalt und des Umfanges der Sammlungsbestände wegen auch das bedeutendste unter den österreichischen Landesmuseen. Namensgeber des Museums ist Erzherzog Johann, der im Jahr 1811 seine privaten Sammlungen stiftete mit dem Auftrag, „das Lernen zu erleichtern und die Wissbegierde zu reizen“. Der Erzherzog legte besonderes Gewicht auf Technik und Naturwissenschaften.[62]

Die Idee zu einer naturwissenschaftlichen Lehranstalt stammte aus 1775 vom ehemaligen Jesuiten Leopold Biwald. Neben dem Unterhalt eines Lyzeums und den Ankauf des Lesliehofes, das fortan als Altes Joanneum bekannt ist, war die Gründung eines Landesarchives Primärziel von Erzherzog Johann. Seine Sammlertätigkeit ermöglichte dessen Eröffnung und der erste Joanneumsarchivar Josef Wartinger konnte eine erste „kurzgefasste Geschichte der Steiermark“[62] verfassen. Den Gründungsstatuten des Erzherzogs zufolge erfüllt das Universalmuseum Joanneum – gemäß der Idee des Sammelns, Forschens, Bewahrens und Vermittelns – nach wie vor die Aufgabe, ein umfassendes Bild der Entwicklungen von Natur, Geschichte, Kunst und Kultur in der Steiermark zu zeigen.

Grazer Kunsthaus bei Nacht

Die meisten der sechzehn Ausstellungsorte liegen in Graz: Die Alte Galerie im Schloss Eggenberg verfügt über bedeutende Bestände europäischer Kunst; von Romanik und Gotik über die deutsche und italienische Renaissance bis zu reich bestückten Kennerkabinetten des Barock. Die Neue Galerie umfasst bedeutende Sammlungen bildender Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts und der Gegenwart. Sie ist seit 2011 im Joanneumsviertel untergebracht, das mit den Multimedialen Sammlungen sowie dem im März 2013 neu eröffneten Naturkundemuseum zwei weitere sehenswerte Museen beheimatet.

Schloss Eggenberg, die bedeutendste barocke Schlossanlage der Steiermark, zählt mit seiner erhaltenen Ausstattung, dem weitläufigen Landschaftsgarten, sowie mit den im Schloss untergebrachten Sammlungen (Alte Galerie, Münzkabinett und Archäologiemuseum) zu den wertvollsten Kulturgütern Österreichs. Außerhalb des renovierten Joanneumviertels befinden sich das als „Friendly Alien“ bekannte Kunsthaus mit Ausstellungen zeitgenössischer Kunst und das Künstlerhaus im Stadtpark, welches bildenden Künstlern zur Verfügung steht. In der Paulustorgasse beherbergt das Volkskundemuseum die älteste und umfangreichste volkskundliche Sammlung der Steiermark. Das Landeszeughaus in der Herrengasse ist ein Museum für Rüstungen und Waffen und mit zirka 32.000 Einzelstücken (im Originalzustand) die größte historische Sammlung der Welt.

Weitere Museen[Bearbeiten]

Friedhöfe[Bearbeiten]

Ursprünglich wurden die Friedhöfe rund um die Kirchen angelegt. Durch das Bevölkerungswachstum wurden ab dem 16. Jahrhundert auch außerhalb der Stadtmauern, in den Vorstädten, Friedhöfe angelegt. Kaiser Joseph II. erließ im Rahmen der Sanitätsreform 1782 ein generelles Verbot für innerstädtische Beisetzungen. In der Folge wurden die innerstädtischen Friedhöfe aufgelassen und neue außerhalb der Stadt angelegt. Die Grazer Friedhöfe sind alle im kirchlichen Besitz, ausgenommen der Urnenfriedhof, welcher der Stadt Graz (Grazer Bestattung) gehört.[64]

Mit einem Alter von rund eintausend Jahren ist der, an der südlichen Stadtgrenze gelegene, Friedhof Feldkirchen bei Graz der älteste bestehende Friedhof, welcher von der Grazer Bestattung zu den Grazer Friedhöfen gezählt wird. Er besitzt auch ein eigenes Beinhaus mit den Gebeinen von 1.767 Menschen aus Galizien und der Bukowina, welche 1936 nach Schleifung des Internierungslagers und des dazugehörenden Friedhofs im Bereich des heutigen Flughafens Graz-Thalerhof, hierher überführt worden sind.[64]

Architektur und Stadtentwicklung[Bearbeiten]

Schloßberg und Franziskanerkirche von der Tegetthoff-Brücke

Das Stadtbild der inneren 6 Stadtbezirke ist, wie für eine mitteleuropäische Stadt typisch, vor allem durch eher niedrige, gleichmäßige Verbauung sowie durch zahlreiche Sakralbauten geprägt. Die restlichen Bezirke von Graz sind geprägt von den Baustilen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Abgesehen von der Altstadt lässt sich an den vorherrschenden Baustilen der Stadtteile sehr gut die Epoche, in denen sie ihren größten Ausbau und Bevölkerungszuwachs erfuhren, erkennen. So werden die direkt an die Altstadt angrenzenden inneren sechs Stadtbezirke vom Baustil der Gründerzeit, dem Historismus, geprägt. Ganze, bisher vorstädtisch geprägte Stadtviertel, wurden mit mehrgeschossigen Zinshäusern, die reichen Fassadenstuck aufweisen, verbaut.

Für die neu entstandene Klasse der Großindustriellen entstanden auch mehrere vornehme Villenviertel. In der Zwischenkriegszeit war die Bautätigkeit aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage gedämpft. Trotzdem gelang es der Stadt Graz einige Wohnsiedlungen und öffentliche Gebäude zu bauen, ansonsten aber wurde in diesen Jahren wenig errichtet. Die stärkste Veränderung des Stadtbildes wurde in den Zeit zwischen 1950 und 1980 vollzogen, da die vielen kriegszerstörten Häuser oft mit Hochhäusern ersetzt wurden und zugleich die Wohnungsnot mit dem Bau von großen Hochhaussiedlungen in den Außenbezirken bekämpft wurde. Außerdem wurden auch weite Teile der Außenbezirke von Graz mit einem Teppich aus Einfamilienhäusern verbaut. Das Bauerbe des Historismus wurde in der Nachkriegszeit als geschmacklos empfunden und bei vielen Häusern wurden die Stuckfassaden abgeschlagen, auch wenn sie den Krieg unbeschädigt überstanden hatten. Das geschah vor allem in jenen Stadtteilen, die der Bombenkrieg stark in Mitleidenschaft gezogen hatte.

In den Stadtteilen Geidorf und St. Leonhard, die den Bombenkrieg fast unbeschädigt überstanden hatten, gibt es aber noch ganze Viertel mit Häusern deren Fassadenstuck intakt ist. 1972 wurde die Altstadt unter Schutz gestellt, um den geplanten Abriss von ganzen Häuserzeilen zu verhindern. 1974 wurde ein Hochhausbauverbot für die gesamte Stadt verordnet, als Reaktion auf den oft unsensiblen Umgang der Investoren mit dem Stadtbild. Weiterhin wurden auch Teile der Außenbezirke als Grüngürtel unter Schutz gestellt, und die Bebauungsdichten im gesamten Stadtgebiet wurden drastisch gesenkt. Während die Unterschutzstellung der Altstadt und des Grüngürtels heutzutage als großer Erfolg gewertet werden, wurden das Hochhausverbot und die niedrigen Bebauungsdichten inzwischen teilweise revidiert. Die Stadtplaner hatten erkannt, dass Zersiedlung ein großes Problem darstellt; daher ist der Bau von Hochhäusern in mehreren Gebieten außerhalb der Altstadt und der Gründerzeitviertel wieder erlaubt.

Moderne Architektur[Bearbeiten]

"Frog Queen" der Grazer Gruppe "SPLITTERWERK" als Headquarters von "Prisma Engineering" in Liebenau

1965 entstand die „Grazer Schule“. Bemerkenswert ist eine ganze Reihe von spannenden Gebäuden im Bereich der Grazer Universitäten. Dazu zählen z. B. die Gewächshäuser von Volker Giencke, oder das RESOWI-Zentrum von Günther Domenig. 2003 bestärkte Graz als Kulturhauptstadt Europas seinen Ruf mit mehreren neuen Bauten – Stadthalle, Kindermuseum, Helmut-List-Halle, Kunsthaus und Murinsel waren und sind vielbeachtete Highlights. Letztere knüpfen, obwohl nicht von heimischen Architekten und Künstlern, in ihrer Formgebung an die Grazer Schule an. Ein bemerkenswertes Wohnbauprojekt der letzten Jahre ist das Rondo. Seit 2009 besitzt die Kunstuniversität mit dem sogenannten Mumuth von Ben van Berkel einen modernen Veranstaltungsort.

Grünanlagen und Parks[Bearbeiten]

Stadtpark (im Hintergrund der Uhrturm)
Blick in den Augarten (2008)

70 % der Stadtfläche von Graz werden von Grünflächen eingenommen, wobei einen großen Teil dieser Flächen die Gärten der zahlreichen Einfamilienhäuser ausmachen. Der Grüngürtel, der unter besonderem Schutz steht, nimmt den ganzen westlichen, nördlichen und östlichen Stadtrand ein. Sehr beliebt als Ausflugsziele im Grüngürtel sind die Platte, der Leechwald und der Plabutsch. Es gibt zahlreiche Parkanlagen in Graz. Neben dem Stadtpark, dem größten Park in Graz, sind auch noch Volksgarten, Augarten, Schlosspark Eggenberg, Eustacchio Naturpark und Burggarten nennenswert. Auch der Schloßberg wurde nach der Schleifung der Burg im 19. Jahrhundert begrünt und dient heute als Erholungsraum.

Ausflugsziele[Bearbeiten]

Die Berge, die das Grazer Becken von Westen bis Nordosten umschließen (Buchkogel, Plabutsch, Hohe Rannach, Leber, Platte, Lustbühel), laden zu kurzen Spaziergängen oder ausgedehnten Wanderungen ein und bieten schöne Ausblicke auf die Stadt; zudem sind sie vom Zentrum aus leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Darüber hinaus gibt es ein immer dichter werdendes Netz von Mountainbike-Routen mit den Hauptgebieten Schöckl und Plabutsch. Das nordöstlich anschließende Grazer Bergland − das sich vom Grazer Hausberg Schöckl (1445 m) bis hin zum Hochlantsch (1720 m) erstreckt − erweitert diese Möglichkeiten nochmals um sehenswerte Klammen und Höhlen wie die Bärenschützklamm, die Kesselfallklamm oder die Lurgrotte.

Für historisch Interessierte bieten sich Tagesausflüge zum Österreichischen Freilichtmuseum im rund 20 Kilometer nördlich der Stadt gelegenen Stübing oder beispielsweise zum Bundesgestüt Piber an, in dem die Lipizzaner für die Spanische Hofreitschule in Wien gezüchtet und dressiert werden.

Im Großraum Graz finden sich auch Kirchen, die von österreichischen Künstlern neu gestaltet wurden. In Bärnbach die Hundertwasserkirche (umgestaltet von Friedensreich Hundertwasser) und im Vorort Thal bei Graz die St. Jakob Kirche mit dem Zubau und der Ausstattung von Ernst Fuchs. Auch in Bärnbach wurde ein Brunnen von Ernst Fuchs gestaltet.

Kultur[Bearbeiten]

Die Stadt Graz hat wegen ihrer Lage am Schnittpunkt europäischer Kulturen eine jahrhundertealte Tradition als internationales Kulturzentrum. Durch die Funktion als Hauptstadt Innerösterreichs ab 1379 gewann Graz größeren Einfluss im Alpen-Adria-Raum. Die romanischen und slawischen Einflüsse sind bis in die Gegenwart bemerk- und vor allem durch die Bauwerke der Altstadt gut sichtbar. 1993 fand in Graz der Europäische Kulturmonat statt. Am 1. Dezember 1999 wurde Graz für seine Altstadt von der UNESCO in die Liste der Weltkulturerbe aufgenommen. 2003 war Graz Kulturhauptstadt Europas. Seit 2010 zählt das Barockschloss Eggenberg zum Weltkulturerbe.

Grazer Stadthalle
Grazer Varieté Orpheum, Großer Varietésaal, Ansichtskarte, um 1900

Veranstaltungsorte[Bearbeiten]

Zu den wichtigsten Grazer Veranstaltungsorten zählen seit 2002 die Stadthalle Graz auf dem Messegelände, die bis zu 11.030 Menschen Platz bietet, der Stephaniensaal im Congress Graz[65], die Helmut-List-Halle mit Platz für bis zu 2.400 Besucher, das Veranstaltungszentrum Seifenfabrik, ein 2003 eröffnetes Zentrum, das in einer ehemaligen Seifenfabrik etabliert wurde.[66]

Eine der ältesten Spielstätten auf Grazer Stadtgebiet ist das Grazer Orpheum. Es zählt neben der Kasemattenbühne auf dem Schloßberg und dem Dom im Berg zu den sogenannten „Grazer Spielstätten“. Das Orpheum, die Geburtsstätte des Circus Roncalli, ist der 1950 errichtete Nachfolgebau des alten Grazer Varieté Orpheum, das zwischen 1899 und 1936 bestand. Der Dom im Berg wurde für die Landesausstellung 2000 in den Schloßbergstollen errichtet und bietet bis zu 600 Personen Platz[67]. Die Kasematten-Bühne auf dem Schloßberg ist eine überdachte Freilichtbühne, die zur Bestandszeit der Festung als Vorratskeller oder Kerker diente. Seit 2005 steht für Veranstaltungen die Alte Universität Graz in der Hofgasse zur Verfügung.

Veranstaltungen und Festivals[Bearbeiten]

Der 1967 gegründete steirische herbst ist ein internationales Mehrsparten-Festival für zeitgenössische Kunst; die styriarte ist ein Musikfestival für Klassik und Barock, das springfestival eine Veranstaltung für elektronische Kunst und Musik und das Aufsteirern ein Fest der Volkskultur.

Zu den wichtigsten Grazer Veranstaltungen zählen die Diagonale, ein jährlich stattfindendes Filmfestival, das Elevate Festival mit Schwerpunkt zeitgenössischer Musik, Kunst und politischen Diskurs, der Jazz-Sommer Graz, sowie LaStrada, eine internationale Veranstaltungsreihe für Straßen- und Figurentheater. Seit 1987 wird in Graz der Grazer Kleinkunstvogel-Preis vergeben, ein Wettbewerb, der als ältestes deutschsprachiges Sprungbrett für den Kabarett- und Kleinkunst-Nachwuchs gilt. Der gesellschaftliche Höhepunkt findet seit 1999 jährlich im Rahmen der Opernredoute im Grazer Opernhaus statt.

Film[Bearbeiten]

Die österreichische Filmproduktion ist auf Wien zentriert.

In Graz entstanden 1919 die Kurzstummfilme (600 bis 800 Meter) Der Sprung in die Ehe mit Ernst Arnold als Hauptdarsteller und Die Zwangsjacke mit Sängern des Opernhauses Graz als Darsteller. Beide stammten von der Grazer „Alpin-Film“. Ebenfalls in Graz produzierte man die Filme Czaty, Die schöne Müllerin und Schwarze Augen. Alle drei Filme inszenierte Ludwig Loibner und wurden von der Mitropa-Musikfilm produziert. Besonderheit dieser Stummfilme war, dass es keine Zwischentitel gab, da stattdessen Sänger und Orchester den Film begleiteten, wozu Adolf Peter Balladenmusik von Carl Loewe und Liedmusik von Franz Schubert bearbeitete. Problematisch war natürlich die Abstimmung von Orchester und Sänger auf die Geschwindigkeit des Films, weshalb abgesehen von der Premiere der Filme am 19. September 1921 keine weiteren Aufführungen belegt sind.

Ebenfalls in der Steiermark stellte der Dokumentarfilmpionier Bruno Lötsch, Vater von Umweltschützer und Museumsdirektor Bernd Lötsch, seine ersten Aufnahmen für das ab 1920 erschienene „Steiermärkische Filmjournal“ her, eine Wochenschau im Grazer Kinovorprogramm.

Im März 2004 wurde die CINESTYRIA laut Eigendefinition als eine regionale, nationale und internationale Schnittstelle für Filmförderung, Information, Service und Support steiermarkrelevanter Film- und TV-Projekte eingesetzt. Die verbesserte Kunst- und Nachwuchsförderung führte zu neuen Impulsen in der lokalen Filmszene.

Die Nachwuchsfilmgruppe LOOM drehte 2005 in Graz ihren Kinofilm Jenseits (2006, Regie Stefan Müller, u. a. mit Andreas Vitásek), u. a. in den Bezirken Mariatrost, Liebenau und St. Leonhard.

Zwei jüngere Fernsehproduktionen, die in Graz spielen und gedreht wurden, sind: Die Liebe hat das letzte Wort (2004, Regie Ariane Zeller, u. a. mit Günther Maria Halmer und Ruth Maria Kubitschek), sowie Die Ohrfeige (2005, Regie Johannes Fabrick, u. a. mit Alexander Lutz und Julia Stemberger).

Auch der Handlungsort des dreifachen Gewinners des Österreichischen Filmpreises 2011 Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott ist Graz.

Musik[Bearbeiten]

Die bekannteste Grazer Band ist Opus mit dem Welthit Live Is Life aus dem Jahr 1985. Wilfried (Wilfried Scheutz) vertrat Österreich beim Eurovision Song Contest 1988 mit Lisa Mona Lisa und mit dem bekanntesten Popsänger Österreichs Falco ist Graz durch seine Ehefrau verbunden.

In den Jahren 2004 und 2005 konnten die Bands Shiver und Rising Girl, deren Bandmitglieder aus Graz kommen, in der österreichischen Hitparade beachtliche Platzierungen landen. Weitere Bands, die im regionalen Bereich sowie teilweise österreichweit und auch in Deutschland Beachtung finden sind Binder & Krieglstein, Jerx, Antimaniax, The Staggers, Facelift und Red Lights Flash.

Im Jahr 2002 formierte sich ein Orchester neu: Das Recreation – Großes Orchester Graz, welches oft auch in kleiner Besetzung auftritt. Auch die Worls Chor Games fanden in Graz statt.

Literatur[Bearbeiten]

Die Literaturzeitschrift manuskripte erscheint seit 1960 in Graz, die Perspektive seit 1977 und die Lichtungen seit 1979. Wichtige Örtlichkeiten der Literaturszene sind das Forum Stadtpark und ist das Grazer Literaturhaus in der Elisabethstraße. Mit Graz verbunden sind der Schriftstellerverbände der Grazer Autorinnen Autorenversammlung und der Grazer Gruppe.

Sport[Bearbeiten]

Fußballspiel in der UPC-Arena

Mit dem SK Sturm und dem GAK, die sich seit Jahrzehnten auf Augenhöhe duellierten, stellt die Stadt zwei der großen Traditionsvereine des österreichischen Fußballs. Während Sturm aktuell in der Fußball-Bundesliga spielt, musste der GAK 2012 Konkurs anmelden; der Nachfolgeverein GAK 1902 startet neu in der untersten Liga. Durch die EC Graz 99ers ist Graz ebenso in der höchsten Spielklasse der österreichischen Eishockeyliga vertreten, durch den ATSE Graz zudem auch in der zweithöchsten. Im American Football sind die Graz Giants in der Austrian Football League aktiv.

Auch der Laufsport ist unter den Bürgern der steirischen Landeshauptstadt sehr beliebt. Die Stadt bzw. die nähere Umgebung bieten eine Vielzahl an Trainingsmöglichkeiten. So bieten der Murradweg und die Naherholungszentren Leechwald (21,5 km Laufwege) und Platte beschilderte und vermessene Laufwege. Diese Wege sind auch unter Mountainbikern und Nordic-Walkern beliebt. Höhepunkte der Laufsaison sind der Graz-Marathon (Ende Oktober), der Grazer Volkslauf, welcher am 17. April 1983 erstmalig ausgetragen wurde und somit der älteste Volkslauf Österreichs ist, weiterhin der Business-Lauf und der Frauenlauf und schließlich als Jahresabschluss der Grazer Silvesterlauf. Bekannt ist auch der sogenannte USI-Lauf oder Kleeblatt-Lauf, der einmal jährlich vom Sportinstitut der Grazer Universität abgehalten wird. Er wird jedes Jahr begleitet vom USI-Fest, das stets abends auf den Kleeblattlauf folgt und mit bis zu 25.000 Besuchern als das größte Studentenfest Europas gilt. Graz ist auch Zentrum des Orientierungslauf, mit drei ansässigen Klubs (Sportunion Schöckl Graz, OLC Graz und HSV Graz), die regelmäßig nationale, aber auch internationale Wettkämpfe veranstalten.

Internationale Aufmerksamkeit brachte das jahrelang unmittelbar nach der Tour de France durchgeführte „Grazer Altstadtkriterium“, ein Radrennen mit Streckenführung durch die engen Gassen der Grazer Altstadt, an dem internationale Spitzenradsportler wie Lance Armstrong oder Jan Ullrich teilnahmen.[68]

Im Sommer bietet die Stadt zahlreiche Bade- und Schwimmmöglichkeiten. Die Freibäder der Grazer Freizeitbetriebe Augarten (Jakomini), Eggenberg, Margarethen (Geidorf), Stukitz (Andritz) und Straßgang werden jeden Sommer von Badegästen besucht. Auch die in Graz-Umgebung gelegenen Badeseen in Kumberg (Well-Welt), das Schwarzl-Freizeitzentrum in Unterpremstätten und die Copacabana in Kalsdorf bei Graz ziehen jedes Jahr hauptsächlich Grazer Gäste an. In den Freizeitzentren, aber auch in den Freibädern, gibt es zahlreiches Sportangebot (Beachvolleyball, -soccer, Paddle, Minigolf und so weiter).

Im Winter bestehen je nach Witterungsverhältnissen mehrere Eislaufmöglichkeiten. Natureis gibt es beispielsweise am Hilmteich, im Volksgarten oder in Mariatrost. Die einzige Kunsteisbahn befindet sich in der Liebenauer Eishalle, die unabhängig von den Außentemperaturen benutzt werden kann.

Schlittschuhläufer des Eislaufvereines der Turnhalle Graz im Jahre 1909

Eislaufen und Eiskunstlaufen haben in Graz und in der Steiermark eine längere Tradition. So wurde der Steirische Eislaufverband mit dessen ersten Präsidenten Leo Scheu bereits 1923 gegründet. Zu Ehren von Scheu wird in Graz jährlich eine große Eislaufveranstaltung, die Icechallenge (das Leo Scheu Memorial) veranstaltet. Diese Veranstaltung mit jährlich bis zu 150 Sportlern wurde seit dem Jahr 1971 insgesamt bereits 35 Mal in der Liebenauer Eishalle durchgeführt.

Der Steirische Eislaufverband konnte sportlich einige Erfolge verbuchen. In den letzten fünf Jahren konnte bei den Damen durch Karin Brandtstätter 2005, Kathrin Freudelsperger 2007 (beide vom Grazer Eislaufverein) und durch Denise Kögl 2008 (Eissportclub) insgesamt drei Österreichische Staatmeistertitel gewonnen werden. Zudem wurden erstmals überhaupt mit Kathrin Freudelsperger 2007 und Denise Kögl 2008 steirische Einzelsportler im Eiskunstlaufen zu Weltmeisterschaften entsandt.

Auch Ultimate Frisbee wird in Graz professionell gespielt. Drei österreichische Nationalspieler trainieren in Graz. Das österreichische Nationalteam wurde im Sommer 2004 in Portugal Weltmeister.

Als berühmte Sportler, die aus Graz stammen, sind an oberster Stelle die Medaillengewinner bei Olympischen Spielen zu nennen: Harald Winkler (Gold, Viererbob 1992), Franz Brunner und Walter Reisp (Silber, Handball 1936), und Ine Schäffer (Bronze, Leichtathletik 1948) sowie Marion Kreiner (Bronze, Snowboard 2010).

Hauptartikel: Liste Grazer Sportvereine
Warenhaus Kastner & Öhler
Das Puch-Hochhaus in Thondorf
Brauerei Puntigam

Wirtschaft[Bearbeiten]

Graz hat durch seine günstige Lage im Südosten Österreichs eine wichtige Standort-Funktion für internationale wie nationale Unternehmen. Der Zentralraum Graz erwirtschaftet mehr als ein Drittel der industriellen Wertschöpfung des Bundeslandes Steiermark und bietet mehr als 40 % der steirischen Arbeitnehmer einen Arbeitsplatz. Graz und die Steiermark sind Österreichs Innovationszentrum und Technologiefabrik, jede dritte High-Tech-Innovation in Österreich kommt aus dieser Region.

2003 arbeiteten in Graz 184.135 Personen in 10.692 Arbeitsstätten, rund 70 % davon im Dienstleistungssektor (besonders öffentlicher Dienst, Handel, Geld- und Versicherungswesen). Zum Vergleich: Im Jahr 2001 waren es noch 158.268 Personen. 2003 wurden 996 neue Grazer Unternehmen gegründet. Seit 1906 finden in Graz jährlich die Grazer Herbstmesse und zahlreiche Fachmessen im Messecenter Graz statt, bei denen häufig mehr als 200.000 Besucher registriert werden. Aufgrund der großen wirtschaftlichen Anziehungskraft der Stadt sind mehr als 75.000 der Arbeitnehmer Einpendler. Mehr als 40 % der gesamten steirischen Wirtschaftsleistung werden im Zentralraum Graz erwirtschaftet.

Unternehmen und Wirtschaftsgeschichte[Bearbeiten]

Graz ist Sitz bedeutender, global wie national agierender Unternehmen und wichtigster Wirtschaftsstandort der Region und Südösterreichs. Zu den großen und bekannten Arbeitgebern zählen der Anlagenbauer Andritz AG, der Automobilhersteller Magna Steyr, ein vom Austro-Kanadier Frank Stronach gegründeter und international tätiger Konzern, der sich auf dem Gelände des ehemaligen Eurostar Automobilwerkes befindet. Das Vorgängerunternehmen war Steyr Daimler Puch. Die Fabriken der Puch-Werke in Thondorf wurden von Steyr adaptiert. Der Grazer Unternehmer Johann Puch hatte seine Fabrik 1899 in der Grazer Strauchergasse gegründet; das Werk wurde während des Zweiten Weltkrieges nach Thondorf verlegt, um für die Rüstungsindustrie produzieren zu können.

Graz ist weltweit bekannt für hochspezialisierte ,insbesondere im KMU-Bereich angesiedelte Unternehmen des Maschinenbaus und der Umwelttechnik. Das Schuhhandelshaus Stiefelkönig wurde 1919 in Graz gegründet. Die AVL List unter der Leitung von Helmut List sowie Anton Paar haben ihren Sitz in Graz, ebenso wie der Versicherungskonzern der Grazer Wechselseitigen und die Merkur Versicherung, zahlreiche Banken, sowie verschiedenste Mittel-, Klein- und Kleinstbetriebe aus Gewerbe und Industrie. In Puntigam befindet sich die gleichnamige , berühmte Brauerei, die mittlerweile Teil des Heineken-Konzerns ist. Bis zu ihrer Stilllegung im Jahr 1947 gab es in Eggenberg die Brauerei Reininghaus. Das Reininghaus-Bier wird in Puntigam abgefüllt.

Im Laufe der langen Geschichte entstanden viele historisch interessante Unternehmen auf dem Grazer Stadtgebiet. Ehemalige Grazer Unternehmen sind, in Auswahl, die Maschinen- und Motorenfabrikanten Simmering-Graz-Pauker, der Automobilhersteller Dietrich & Urban, der 1914 bestand und nur ein Modell herstellte, die 1825 gegründete und Ende des 19. Jahrhunderts geschlossene Grazer Zuckerfabrik, die erste steirische Sektkellerei und Weingroßhandlung der Brüder Kleinoscheg oder die Hutfabrik Josef Pichler & Söhne.

Autocluster[Bearbeiten]

Der stark wachsende Autocluster Steiermark (oder „ACstyria“) ist ein Zusammenschluss von mehr als 180 steirischen Unternehmen, die in der Autozulieferindustrie tätig sind. Das Zentrum des Autoclusters ist Graz. Größtes Unternehmen und Leitbetrieb ist der Magna-Konzern. Im Autocluster arbeiteten im Jahr 2006 zirka 44.000 Menschen, die einen Umsatz von 9,6 Mrd. € und eine Wertschöpfung von 1,6 Mrd. € erwirtschafteten. KTM fertigt seinen Sportwagen X-Bow im neu erbauten Werk in Graz (Bezirk St. Peter).

Grazer Hauptplatz: Eingang zur Sackstraße (links) und Sporgasse (rechts)

Darüber hinaus entwickeln sich innerhalb der Stadtgrenzen Branchen wie Nano- und Biotechnologie, Umwelttechnologie, Medizintechnik und Flugzeugbau in rasantem Tempo.

Einkaufsstraßen und Shoppingzentren[Bearbeiten]

Graz ist eine bedeutende, überregionale Einkaufsstadt, deren Einzugsgebiet sich weit über die Stadtgrenzen und das Umland hinaus bis ins südliche Burgenland, nach Slowenien, Ungarn und Kroatien erstreckt.

Eine beliebte Einkaufsstraße ist die Herrengasse in der Inneren Stadt. Die Annenstraße, welche vom Hauptplatz nach Westen Richtung Hauptbahnhof führt, war früher eine sehr belebte Einkaufsstraße. Sie hat mittlerweile, trotz einiger Revitalisierungsversuche, viel von ihrer einstigen Bedeutung verloren. Weitere Einkaufsstraßen sind die Sackstraße, wo viele kleine Galerien und Kunstgewerbegeschäfte zu finden sind, die Sporgasse sowie die Murgasse.

Das Großkaufhaus Kastner & Öhler, das älteste Grazer Kaufhaus, steht in der Sackstraße. In und um Graz gibt es eine Reihe von Einkaufszentren: Das Shopping-Center West am Weblingergürtel, das Einkaufszentrum Murpark an der Liebenauer Tangente, den Citypark am Lazarettgürtel sowie das Einkaufszentrum Shopping Nord in Gösting, an der Kreuzung Wiener Straße−Autobahnzubringer Nord.

In der Grazer Nachbargemeinde Seiersberg liegt das größte Einkaufszentrum, die Shopping City Seiersberg. In Planung befindet sich ein Outletcenter in Puntigam. Seit der Eröffnung des Shopping Nord im März 2008 weist Graz die höchste Dichte an Einkaufszentren in ganz Österreich auf. Damit kommt auf jeden Einwohner der Stadt mindestens ein Quadratmeter Einkaufszentrum.[69]

Landwirtschaft[Bearbeiten]

Graz ist die größte Landwirtschaftsgemeinde der Steiermark. Etwa 7.600 Rinder, Schweine, Schafe, Hühner und sonstiges Geflügel sowie Ziegen und Zuchtwild werden in etwa 340 Betrieben im Stadtgebiet gehalten.[70] Auf 14 verschiedenen Bauernmärkten bieten die Landwirte das ganze Jahr über Kulinarisches aus Eigenproduktion an.[71] Die Märkte am Kaiser-Josef-Platz und am Lendplatz zählen zu den größten und ältesten Grazer Märkten. Von einem reichhaltigen Angebot an frischen Lebensmitteln aus biologischem Anbau profitiert auch die berühmte und stark expandierende Spitzengastronomie der Stadt.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Energie Graz, Verwaltungsgebäude (2008)

Strom, Wasser und Abfallentsorgung[Bearbeiten]

Solaranlage auf der Trainingshalle des Eisstadions Graz-Liebenau

Graz besitzt eine ausgeprägte Fernwärmeversorgung mit einer Anschlussleistung von mehr als 500 MW. Im Winter wird die Wärme überwiegend aus Abwärme der Stromerzeugung genutzt, im Sommer stammt die Energie teils aus industrieller Abwärme und Gaskesseln. Graz beschreitet technologisch neue Wege: Thermische Solaranlagen mit mehreren Tausend m² Kollektorfläche liefern mehrere Megawatt Wärme: auf dem Dach der Trainingshalle des Eisstadions Graz-Liebenau (direkt neben der UPC-Arena) mit 700 kW Leistung, auf der Siedlung Berliner Ring (1300 kW), am Fernheizkraftwerk und auf den Dächern der städtischen AEVG (Abfall-Entsorgungs- und Verwertungs-GmbH, 3000 kW) und beim Wasserwerk der Graz AG (2000 kW).

Die Wasserversorgung in Graz stellt die Grazer Stadtwerke bereit. Das Wasser stammt ausschließlich vom Grundwasser der quartären Schotterfüllungen des Murtales. Die Quellen liegen in Friesach, im Stadtbezirk Andritz und in St. Ilgen am Hochschwab. Das Verteilsystem in Graz hat eine Länge von 835 km; inklusive den etwa 30.000 Hausanschlüssen 1.273 km. Die Grazer Stadtwerke verfügen über 23 Trinkwasserhochbehälter mit einem Gesamtspeichervolumen von 34.742 m³.[72]

Die Abfallentsorgung in Graz wird seit 1984 von der AEVG wahrgenommen. Sie ist ein Unternehmen der Grazer Stadtwerke und der Stadt Graz. Jährlich entsorgt das Unternehmen zirka 135.000 t Müll, davon landen etwa 20.000 t auf einer Deponie. Der Betrieb trägt das Emas-Gütesiegel für geprüftes Umweltmanagement.[73]

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Krankenanstalten[Bearbeiten]

Luftaufnahme des Universitätsklinikums
Das UKH und das LKH-West
Einfahrtsbereich der LSF

In Graz decken sieben Krankenhäuser, mehrere Privatkliniken/Sanatorien sowie über 40 Apotheken und zahlreiche niedergelassene Ärzte die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung ab. Das LKH-Universitätsklinikum Graz ist ein Krankenhaus mit Maximalversorgung, über 1500 Betten und 7190 Mitarbeitern. Es deckt den Grazer Osten ab und dient außerdem als Schwerpunkt-Klinik für Patienten aus der gesamten Steiermark. Für den Westen sind das LKH Graz-West in Eggenberg mit 280 Betten und rund 500 Mitarbeitern, sowie das Unfallkrankenhaus der AUVA mit 180 Betten und rund 440 Mitarbeitern zuständig.

In der Landesnervenklinik Sigmund Freud (LSF), einer öffentlichen Sonderkrankenanstalt in Straßgang, werden Patienten mit psychischen, psychosomatischen und neurologischen Erkrankungen ambulant und stationär betreut. Für diese stehen 780 Betten zur Verfügung.

Weiters bestehen im Grazer Westen das geriatrische Krankenhaus Albert-Schweitzer-Klinik in Gries mit über 300 Betten, das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder I in Lend mit etwa 220 Betten, das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder II in Eggenberg mit 260 Betten und das Krankenhaus der Elisabethinen in Gries mit rund 180 Betten. Es gibt in Graz einige Privatkliniken: die Privatklinik Kastanienhof, die Privatklinik Leech, die Privatklinik der Kreuzschwestern, das Sanatorium St. Leonhard, das Sanatorium Hansa und die Privatklinik Graz-Ragnitz.

Rettungsdienst[Bearbeiten]

Hauptartikel: Rettungsdienst in Graz

Den Rettungsdienst deckt in Graz das Österreichische Rote Kreuz mit zwei Notarzteinsatzfahrzeugen, zwei Notfallwagen (Jumbo) und mehr als 30 Rettungswagen (RTW) ab. Die „Jumbo“ genannten Notfallwagen sind eine Grazer Besonderheit und im österreichischen Rettungsdienst einmalig, da sie besetzt mit sogenannten Rettungsmedizinern des Medizinercorps (Ärzten oder Medizinstudenten kurz vor Studienabschluss) zwischen Rettungs- und Notarztwagen einzuordnen sind. Weiteres ist Graz der Standort der Landesleitstelle des steirischen Roten Kreuzes.[74] Neben dem Roten Kreuz sorgen der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), die Malteser und das Grüne Kreuz für den Krankentransport. Zusätzlich ist am Flughafen Graz-Thalerhof der Christophorus Notarzthubschrauber C12 stationiert.[75]

In Graz gibt es einen Ärztenotdienst, der außerhalb der Praxisöffnungszeiten eine allgemeinmedizinische Versorgung in und um Graz bietet.

Sicherheit[Bearbeiten]

Polizei[Bearbeiten]

Als Sicherheitsbehörde für die Stadt fungiert die Landespolizeidirektion Steiermark mit Sitz in der Straßganger Straße. Ihr unterstellt als Dienststelle des Wachkörpers für das Stadtgebiet ist das Stadtpolizeikommando Graz.

Ordnungswache[Bearbeiten]

Hauptartikel: Ordnungswache Graz

Als Ergänzung zur Polizei dient die städtische Ordnungswache. Sie dient der Überwachung der örtlichen Sicherheit, darf aber keine gerichtlich strafbaren Taten verfolgen und führt auch keine Überwachungstätigkeiten im Gebiet des Straßenverkehrs durch.

Feuerwehr[Bearbeiten]

Wie fast alle anderen großen österreichischen Städte verfügt auch Graz über eine hauptberufliche Feuerwehr. Mit insgesamt drei Wachen in den Bezirken Lend, St. Leonhard und Puntigam wird die Stadt im Regeldienst durch die Berufsfeuerwehr abgedeckt, zusätzlich gibt es noch eine Feuerwache der Freiwilligen Feuerwehr Graz im Bezirk Mariatrost. Die Freiwillige Feuerwehr fungiert als Ergänzung zur Berufsfeuerwehr, die im Bedarfsfall alarmiert wird. Der Großteil der Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr ist im Sinne der Nutzung von Synergieeffekten in der Feuerwache Süd der Berufsfeuerwehr stationiert. Eine Besonderheit bildet die Feuerwache Mariatrost, die von der Berufsfeuerwehr aufgelassen und an die Freiwillige Feuerwehr übergeben wurde. Seitdem wird diese Wache ausschließlich von der Freiwilligen Feuerwehr besetzt, eine Lösung die steiermarkweit einmalig ist.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Binnenverkehr in Graz wird vor allem durch den motorisierten Individualverkehr geprägt, durch den rund 45 % der Wege zurückgelegt werden. Der öffentliche Personennahverkehr erreicht rund 20 %, etwa 16 % werden mit dem Fahrrad zurückgelegt und rund 19 % zu Fuß.[76]

Fußgänger und Radverkehr[Bearbeiten]

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Der Augartensteg, eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke
Einbahn ausgenommen Radfahrer, mit roter Bodenmarkierung

Die Grazer Innenstadt ist von großflächigen Fußgängerzonen geprägt. Die Erweiterung wird von der Stadtplanung aktiv vorangetrieben. Dennoch ist ein Anstieg des motorisierten Individualverkehrs zu verzeichnen.

Für die positive Entwicklung des Grazer Radfahrnetzes war das Engagement Erich Edeggers entscheidend. 1980 markierten Aktivisten einen Radfahrstreifen mit einem Radfahrsymbol. Sie wurden polizeilich abgestraft und die Schablone von Vizebürgermeister Edegger aufgekauft. Die Markierungsart wurde übernommen, auch das Befahren der Fußgängerzone in der Schmiedgasse und das Fahren gegen die Einbahn wurden gesetzlich geregelt. Nach Edeggers Tod 1992 stockten seine begonnenen Initiativen. Der Fußgänger- und Radfahrsteg zwischen Schloßbergplatz und Mariahilferplatz ist nach dem Stadtpolitiker benannt.

Graz ist eine relativ radfahrerfreundliche Stadt, auf deren Gebiet rund 120 km[77] Radverkehrsanlagen angelegt sind. Erklärtes Ziel der städtischen Verkehrsplaner ist es, den Radverkehrsanteil von 14 % (2007) zu steigern. Ein Beschluss aus dem Jahr 1980, ein Netz aus 190 km Radverkehrsanlagen zu errichten, dürfte erst 2035 realisiert sein. Neben dem Bau dreier Stege über die Mur gibt es an beiden Ufern Rad- und Fußwege. Befragungen zum Fahrradverhalten der Bürger führt die Stadt in regelmäßigen Abständen mit einem Fahrradklimatest durch.[78]

Die 365 km lange „Murradweg“, eine touristische Radroute und nach dem „Donauradweg“ der zweithäufigste frequentierte Radweg Österreichs, sowie die Mountainbike-Route „Alpentour“ führen durch Graz. Die nähere Umgebung kann man über die gebirgige Radroute „Rund um Graz“ erkunden.

Seit 2007 fordert die Protestinitiative critical mass mehrfach mehr Platz für Radfahren in der Stadt. Seit die grüne Vizebürgermeisterin Lisa Rücker das Verkehrsresort übernommen hatte, ist eine Forcierung des Radnetzausbaus zu beobachten. Dazu zählen eine Liberalisierung von Radfahren im Zentrum (Fußgängerzonen, Parks, Einbahnen), die Qualitätshebung von Radwegen, das Werben für Radfahren als gesunde Bewegungsform, sowie die Berücksichtigung von Wünschen der Nutzer (Aktion Radfalle), neben einer deutlichen Reduktion des Autoverkehrsanteils.

Motorisierter Individualverkehr[Bearbeiten]

Graz besitzt ein Straßennetz von rund 1000 km. Als eine der ersten österreichischen Städte realisierte Graz im September 1992 eine flächendeckende Tempo-30-Zone (ausgenommen Vorrangstraßen), was zu einer deutlichen Reduktion der Unfallzahlen führte.

Nach massivem Bau von Tiefgaragen in der Innenstadt, unter anderem aufwändig unter dem historischen Gebäude des Kaufhauses Kastner & Öhler, wurden bis 2007 bei Kaufhäusern, Großbetrieben und am Stadtrand Auto-Parkflächen ausgebaut. Mit der zweiten Röhre im Plabutschtunnel, der Nordspange (Gürtel-Unterführung) und Ausbauten am Südgürtel wurden großräumig wirksame Kapazitäten geschaffen.

Die ersatzlose Schliessung eines kleineren niveaugleichen Bahnübergangs in Gösting erfolgte um 2013 trotz Protests von Anrainern. Für das Stadtentwicklungsgebiet Reininghaus wird eine zusätzliche Bahnunterführung in westlicher Verlängerung der Josef-Hubergasse in den nächsten Jahren gebaut.

Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten]

Straßenbahn Cityrunner, Jakominiplatz
Grazer Schloßbergbahn um 1905

Graz verfügt über ein relativ gut ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz, das Teil des Steirischen Verkehrsverbunds ist.[79][80] Sechs reguläre Straßenbahnlinien und viele Buslinien durchziehen das Stadtgebiet. Das Netz ist dicht ausgebaut und wird von vielen Grazern frequentiert (66.4 km Straßenbahn und 250 km Bus).[81] Eine steigende Anzahl von Bahnhöfen und Haltestellen führt zur zunehmenden Benützung der S-Bahn innerhalb des Stadtgebietes. Die Holding Graz Linien betreiben mit der Grazer Schloßbergbahn eine Standseilbahn, die mit gewöhnlichen Fahrscheinen zu benutzen ist, und einen kostenpflichtigen Aufzug auf den Schloßberg. In den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag, sowie in den Nächten vor Feiertagen verkehren Nachtbuslinien.

Die ursprünglichen Pferdebahnen (1878–1895) wurden durch elektrische Garnituren ersetzt. Die erste Grazer Straßenbahnlinie führte vom alten Südbahnhof (heute Hauptbahnhof) über eine Strecke von 2,2 km zum Jakominiplatz. Nach stetigem Ausbau des Liniennetzes bis nach dem Zweiten Weltkrieg fiel ein Großteil der Anlagen in den 1950er- und 1960er-Jahren dem verstärkten Aufkommen des Individualverkehrs zum Opfer. Betroffen war die nicht mehr existierende Ringlinie 2. Sie wurde ersatzlos gestrichen und wird in der Liniennummerierung nicht geführt. Exponate, die an die historische Entwicklung der Grazer Straßenbahn erinnern, sind im Tramway-Museum bei der Mariatroster Endhaltestelle ausgestellt.

Den wichtigsten Knotenpunkt des innerstädtischen öffentlichen Verkehrs bilden der Jakominiplatz, an dem alle Straßenbahnlinien, zehn Buslinien und alle Nachtbuslinien zusammentreffen, und der Europaplatz vor dem Grazer Hauptbahnhof, der als Busbahnhof für den Regionalverkehr dient. Zwischen 2005 und 2007 wurden die Straßenbahnlinien 4, 5 und 6 verlängert – die erste nennenswerte Erweiterung (insgesamt 3,5 km), seit in der Nachkriegszeit fast die Hälfte des Straßenbahnnetzes eingestellt worden war. Der Ausbau des Straßenbahnnetzes Richtung Südwesten zum Nahverkehrsknoten Don Bosco und zum Stadtentwicklungsgebiet Reininghaus, sowie der Bau einer Innenstadt-Entflechtungstrecke wurden vom Gemeinderat beschlossen. Weitere Projekte, etwa eine Nordwestlinie oder die Anbindung der Karl-Franzens-Universität, wurden aus finanziellen Gründen vorerst aufgeschoben. In der jüngsten Gegenwart sorgt die hohe Lautstärke (Luft- und Bodenschall) der neuen - schwereren und etwas breiteren - Variobahn-Triebwagen für Aufregung.

Bahnverkehr[Bearbeiten]

Halle des Grazer Hauptbahnhofs
Blick Richtung Innenstadt mit dem Grazer Köflacherbahnhof im Vordergrund

Der Grazer Hauptbahnhof, für seine funktionale Innenarchitektur mit dem Brunel Award ausgezeichnet und bei einer VCÖ-Passagier-Umfrage als schönster Bahnhof bewertet, liegt an der Südbahn. Er ist der Ausgangspunkt der steirischen Ostbahn und der Graz-Köflacher Eisenbahn (GKB). Von ihm fahren S-Bahnen in alle Teile der Steiermark sowie direkte Intercity-Züge nach Wien, Salzburg, Innsbruck und Bregenz ab. EuroCity-Züge verbinden Graz direkt mit Marburg an der Drau und Laibach in Slowenien, Zagreb in Kroatien und Frankfurt am Main und Saarbrücken in Deutschland. Zürich in der Schweiz ist per EuroNight direkt erreichbar, Budapest in Ungarn mit einer Kurswagen-Verbindung. Die im Bau befindliche Koralmbahn soll die historisch und geographisch bedingte schlechte Anbindung von Graz an das europäische Eisenbahnnetz deutlich verbessern und Graz direkt mit Italien verbinden.

Neben dem Hauptbahnhof, der nach massivem Bombardement im Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut werden musste, gibt es auf Grazer Stadtgebiet den Ostbahnhof, einen 1873 im Bezirk Jakomini eröffneten und denkmalgeschützten Backsteinbau und den Köflacher-Bahnhof.

Zeitgleich mit der Koralmbahn soll der Semmeringbasistunnel, der sich gegenwärtig im Planungsstadium befindet, fertiggestellt sein und Graz direkt mit Nordosteuropa verbinden. Nach dem Bau könnte die Fahrzeit zwischen Wien und Graz um mehr als eine halbe Stunde reduziert werden. Im Güterverkehr böte er deutliche Vorteile gegenüber der bestehenden Semmeringbahn, da diese nur für beschränkte Lasten transportfähig ist. Ebenfalls in Planung befindet sich der Ausbau der Steirischen Ostbahn.

Die S-Bahn Steiermark wurde im Dezember 2007 mit sechs Linien eröffnet und ist in der Ausbauphase. An diesem Projekt wird seit 1998 gearbeitet. Die Teilinbetriebnahme erfolgte am 9. Dezember 2007 und die Fertigstellung sollte bis 2016 erfolgen. Die S-Bahn bietet stündlich mehrere Verbindungen. Insgesamt werden im Vollbetrieb neun S-Bahn-Linien im Großraum Graz im Einsatz sein. Die S-Bahn ist eine Kooperation zwischen den Bahngesellschaften ÖBB, STLB und GKB.

Im Zuge des Ausbaus der Südbahn und der Koralmbahn sind mehrere neue Bahnhöfe im Stadtgebiet errichtet worden, diese stellen einen weiteren Schritt in Richtung Vollausbau der Grazer S-Bahn dar. Der sich im Umbau befindende Nahverkehrsknoten Hauptbahnhof soll eine zeitgemäße Umstiegsmöglichkeit zwischen den S-Bahn-Zügen und den innerstädtischen Verkehrsmitteln bieten. Die neue Anbindung der Straßenbahn an den Hauptbahnhof erfolgt mittels einer Unterführung des nahen Eggenbergergürtels und einer Unterflurtrasse mit Doppelhaltestellen in Tieflage. Der Nahverkehrsknoten soll ab 2012 betriebsbereit und bis 2016 fertiggestellt sein.

Fernbusse[Bearbeiten]

Die meisten Fernbuslinien starten mehrmals täglich und am Hauptbahnhof Graz, vielfach in Stockbussen, mit WC und WLAN. Die ÖBB bieten den Intercitybus (Option: 1. Klasse) nach (Wolfsberg und) Klagenfurt (Fahrtzeit 2:00; Anschluss nach Venedig) an, Westbus/Blaguss[82] bedient über St. Michael Wien (2:45) und Klagenfurt (3:00). Mit Flixbus erreicht man Linz, Triest, Maribor und Ljubljana.[83] Nur Dr. Richard/MeinFernbus.de fährt (ab 26. November 2014) ab Jakominiplatz und Murpark in knapp 2:30 nach Wien.[84] Am längsten doch teilweise nur zum Wochenende bestehen Busverbindungen auf den Gastarbeiterstrecken: Über Varazdin täglich nach Zagreb (in 4:15; von Wien) durch Blaguss/Eurolines/AP-Varazdin mit Abfahrt am Hauptbahnhof jedoch vor dem alten Postamt.[85] Fahrten in 22 bis 30 Stunden von Wien nach Istanbul bieten Bosfor (mit Ulusoy über Budapest, Belgrad und Sofia) und Imperial Reisen.[86]

Flughafen Graz[Bearbeiten]

Hauptartikel: Flughafen Graz
Tower des Flughafens Graz-Thalerhof (2008)

Südlich von Graz, etwa 10 km vom Stadtzentrum entfernt, befindet sich im Gemeindegebiet von Feldkirchen und Kalsdorf der Flughafen Graz, der im Linienverkehr vor allem als Zubringer für internationale Flughäfen dient. Dieser ist über Bus- und Bahnverbindungen von Graz aus erreichbar. Der Flughafen Graz Thalerhof ist, nach dem Flughafen Wien dem Flughafen Salzburg und dem Flughafen Innsbruck, der viertgrößte österreichische Flughafen im Personenverkehr und Frachtaufkommen. Am Flughafen befindet sich seit 1981 das österreichische Luftfahrtmuseum. Im Jahr 2007 wurden am Flughafen Graz 948.000 Passagiere gezählt, 2008 überschritten die Passagierzahlen erstmals die 1.000.000-Marke.

Im Linienverkehr werden verschiedene Destinationen im In- und Ausland angeflogen, unter anderem durch Austrian Airlines nach Wien, Düsseldorf und Stuttgart, Lufthansa nach Frankfurt und München, Intersky nach Zürich, Air Berlin nach Berlin und Niki nach Palma de Mallorca. Ziele des Charterverkehrs sind vor allem Mittelmeer-Destinationen.

Fernstraßen[Bearbeiten]

Graz liegt am Kreuzungspunkt der Pyhrn Autobahn (A 9) und der Süd Autobahn (A 2), die sich beim Knoten Graz-West schneiden. Die A9 verläuft auf Stadtgebiet beinahe komplett unterirdisch durch den zehn Kilometer langen Plabutschtunnel im Grazer Westen. Pläne, eine Stadtautobahn durch besiedeltes Gebiet zu führen, wurden nach Bürgerprotesten aufgegeben. Die A2 ist von Graz aus über den Autobahnzubringer Graz-Ost erreichbar.

Weiterhin quert die B 67 im Westen die Stadt von Nord nach Süd; sie ist durchgehend vierspurig ausgebaut und eine wichtige innerstädtische Transitstraße. Von ihr zweigen drei Teilstücke ab, die an der Stadtgrenze in Landesstraßen (ehemalige Bundesstraßen) münden: die Gleisdorfer Straße (B 65), die Weizer Straße (B 72) und die Kirchbacher Straße (B 73).

Bildung[Bearbeiten]

Karl-Franzens-Universität, Hauptgebäude
Technische Universität Graz, Erzherzog-Johann-Universität, Hauptgebäude
Universitätsbibliothek, Lesesaal
Hauptgebäude der Kunstuniversität Graz im Palais Meran
Campus der Fachhochschule Joanneum

Schulen[Bearbeiten]

Die Stadt ist in erster Linie für die Pflichtschulen verantwortlich, für welche sie die Infrastruktur zur Verfügung stellt. Es gibt 51 Volksschulen und 21 Hauptschulen in Graz.

Daneben wird auch mit den vom Bund betriebenen Allgemein- und Berufsbildenden Höheren Schulen zusammengearbeitet. In Graz existieren 23 Bundesgymnasien (z.B. das BRG Kepler), davon ein eigenständiges internationales Gymnasium Graz International Bilingual School und vier katholische Privatschulen. Darüber hinaus gibt es in Graz acht höhere technische Lehranstalten (HTL), vier Handelsakademien/Handelsschulen (HAK/HASCH) sowie acht Schulen für wirtschaftliche Berufe (HBLA). Das Schulzentrum St. Peter umfasst neben zwei Gymnasien sechs Landesberufsschulen.[87]

Universitäten und Fachhochschulen[Bearbeiten]

Graz ist mit ca. 50.000 Studenten und vier Universitäten, zwei pädagogischen Hochschulen und zwei Fachhochschulen nach Wien der zweitgrößte Universitätsstandort Österreichs. Der Anteil der Studierenden in der Bevölkerung ist hoch und umfasst etwa jeden sechsten Einwohner.

Die im Bezirk Geidorf gelegene Karl-Franzens-Universität (Carola-Franciscea) wurde 1585 gegründet und ist somit nach der Universität Wien die zweitälteste Universität Österreichs. Mit 28.500 Studenten ist die Universität Graz auch die zweitgrößte Universität des Landes und bietet eine Vielzahl an Studienrichtungen und -fächern an. 11.500 Studenten besuchen die Technische Universität (Erzherzog-Johann-Universität) und weitere 4.300 sind an der Medizinischen Universität (Leopold-Auenbrugger-Universität) immatrikuliert. Auch diese beiden Universitäten sind damit die zweitgrößten des jeweiligen Fachbereiches in Österreich. Ergänzt wird die Reihe der Grazer Universitäten durch die Universität für Musik und darstellende Kunst mit 2.300 Studierenden (einschließlich Mitbelegern).[88] Auch die Universität Klagenfurt unterhält im Rahmen der Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung einen Standort in Graz. Mit über 40 Studentenverbindungen zählt Graz in diesem Bereich zu den „Verbindungshochburgen“. Graz ist das größte österreichische Fachhochschulzentrum mit der Fachhochschule Joanneum, welche mit 3.400 Studierenden die zweitgrößte Fachhochschule in Österreich darstellt, sowie mit der Fachhochschule Campus02, welche 1.000 Studierende ausbildet.[88] Neben diesen sind die pädagogischen Hochschulen (vor dem Wintersemester 2007 noch Akademien) – die Pädagogische Hochschule des Bundes in der Steiermark sowie die Kirchliche Pädagogische Hochschule in Graz ansässig.

Für die Musikausbildung unterhalb des Hochschulniveaus ist das Johann-Joseph-Fux-Konservatorium des Landes Steiermark zuständig. Weiters existiert das Konservatorium für Kirchenmusik der Diözese Graz-Seckau.

Darüber hinaus existiert in Graz auch eine Schule für allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege.

Erwachsenenbildung[Bearbeiten]

Anbieter berufsorientierter Weiterbildung sind das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI), das Berufsförderungsinstitut (BFI), das Volksbildungshaus Urania, das Berufsförderungsinstitut Steiermark, die Volkshochschule Steiermark, das Gymnasium für Berufstätige Graz, die BHAKB Bundeshandelsakademie für Berufstätige, die Bulme Höhere Technische Bundeslehranstalt, FH Johanneum und FH Campus02.

Bibliotheken[Bearbeiten]

Der breiten Öffentlichkeit stehen die Stadtbibliothek Graz mit sechs Zweigstellen, einer Mediathek, einem Bücherbus und dem Zustellservice in allen Grazer Postfilialen,[89] die Steiermärkische Landesbibliothek sowie die Bibliothek der Arbeiterkammer Graz zur Verfügung. Auf dem wissenschaftlichen Sektor sind jene Bibliotheken zu nennen, die an allen Hochschulen, Universitäten und Fachhochschulen eingerichteten sind und deren älteste, bedeutendste und umfangreichste die Bibliothek der Universität Graz mit derzeit mehr als 3 Millionen Medien ist.

Wissenschaft[Bearbeiten]

Die Wissenschaftsstadt Graz ist in hohem Maß von Lehre und Forschung an ihren vier Universitäten geprägt. Neben den akademischen Bildungsstätten gibt es eine große Zahl von wissenschaftlichen Projekten und Institutionen. Dazu zählt in erster Linie die Joanneum Research GmbH, die mit ca. 20 Instituten und ca. 400 Mitarbeitern die zweitgrößte außeruniversitäre Forschungseinrichtung Österreichs darstellt und ihre Zentrale sowie einige ihrer Institute in Graz hat. Ebenfalls vertreten ist die Österreichische Akademie der Wissenschaften mit ihrem Institut für Weltraumforschung mit ca. 85 Mitarbeitern.

Weitere außeruniversitäre Einrichtungen sind:

  • IFZ – Interuniversitäres Forschungszentrum für Technik, Arbeit und Kultur
  • Akustikkompetenzzentrum
  • Angewandte Biokatalyse Kompetenzzentrum

Der Strafrechtler und Kriminologie Hans Gross lebte und wirkte in Graz. Er gilt als Begründer der Kriminalistik, der Lehre von den Mitteln und Methoden der Bekämpfung einzelner Straftaten und des Verbrechertums. Ihm und seiner Arbeit ist im Keller des Hauptgebäudes der Karl-Franazens-Universität ein eigenes Museum gewidmet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Gebürtige Grazer[Bearbeiten]

Zu den bekanntesten in Graz geborenen Personen zählen die beiden Kaiser Ferdinand II. und Ferdinand III., der Barockbaumeister Johann Bernhard Fischer von Erlach, der 1914 in Sarajevo ermordete Erzherzog Franz Ferdinand und der Adelige Roman von Ungern-Sternberg. In der jüngeren Geschichte haben Graz als Geburtsort: der jüdische Kantor Leo Roth, Autor Gerhard Roth, Komponist Robert Stolz, Dirigent Karl Böhm, Schauspieler Rudolf Lenz, der ehemalige Rennfahrer und jetzige Motorsportberater von Red Bull Racing Helmut Marko, Zeitungsherausgeber Hans Dichand, der Architekt Friedrich St. Florian sowie der derzeitige Bundespräsident Heinz Fischer.

Persönlichkeiten, die mit Graz verbunden sind[Bearbeiten]

In Graz lehrte und forschte Johannes Kepler von 1594 bis 1600. Erzherzog Johann wirkte hier von 1811 bis zu seinem Tod. Johann Nestroy trat zwischen 1826 und 1833 als Schauspieler in Graz auf. Nikola Tesla erhielt seine Ausbildung 1876 bis 1878 an der Technischen Universität Graz. Der steirische Dichter und Publizist Peter Rosegger verbrachte in der Stadt einen Großteil seines Lebens. August Musger, der als Erfinder der Zeitlupe gilt, erwarb ab 1879 seine Ausbildung in Graz und starb in der Stadt.

Leopold von Sacher-Masoch studierte Jus, Mathematik und Geschichte an der Universität Graz. Der Namensspender des Masochismus stiftete am 28. Oktober 1863 mit sechs weiteren Personen das Corps Teutonia Graz.

Der Naturforscher und Arachnologe Anton Ausserer war ab 1874 Professor am 1. Staatsgymnasium in Graz.

Friedrich Schmiedl entwickelte in den 1920er und 1930er-Jahren in Graz seine Postraketen. Ludwig Boltzmann lehrte 1869–1873 und 1876–1890 an der Karl-Franzens-Universität. Auch der Chemiker und Pharmakologe Otto Loewi (Professur ab 1909), der Ökonom Joseph Schumpeter (1910-1920), der Begründer der Kontinentalverschiebungstheorie, Alfred Wegener (ab 1924) und der Physik-Nobelpreisträger Erwin Schrödinger hatten eine Professur an der Karl-Franzens-Universität.

Literatur-Nobelpreisträger Ivo Andrić studierte in Graz Slawistik und promovierte daselbst 1924. Der Schauspieler Karlheinz Böhm kam 1946 mit seinen Eltern nach Graz und maturierte in der steirischen Landeshauptstadt. Nikolaus Harnoncourt, ein bekannter Dirigent, ist in Graz aufgewachsen und wirkt alljährlich als ein wichtiger Künstler bei der Styriarte mit. Formel-1-Weltmeister Jochen Rindt wuchs bei seinen Großeltern in Graz auf. Arnold Schwarzenegger, Bodybuilder, Schauspieler und von 2003 bis 2011 Gouverneur von Kalifornien, besuchte in Graz die Schule, leistete den Militärdienst ab und begann in der Stadt mit seinem Training.

Der akademische Maler Carl O’Lynch of Town (1869-1942) wurde am Zentralfriedhof Graz in einer Gruft zu Grabe gelegt.

Ehrenringträger und Ehrenbürger[Bearbeiten]

Von der Stadt Graz zu Ehrenbürgern und Ehrenringträgern ernannt wurden unter anderem: Karlheinz Böhm, Nikolaus Harnoncourt, David Herzog, Helmut List, Fritz Popelka, Arnold Schwarzenegger – er gab den Ehrenring am 19. Dezember 2005 zurück[90] – und Heinz Fischer.[91]

Panoramabilder[Bearbeiten]

Panorama vom Schloßberg
Panorama von St. Leonhard in Richtung Altstadt
Panorama vom Grazer Hauptplatz


Literatur[Bearbeiten]

  • Walter Brunner im Auftrag der Stadt Graz, Kulturamt (Hrsg.): Geschichte der Stadt Graz (in 4 Bänden), Eigenverlag der Stadt Graz 2003, ISBN 3-902234-02-4
  •  Herwig Ebner: Burgen und Schlösser Graz, Leibnitz und West-Steiermark. Birken, Wien 1967, ISBN 3-85030-028-5.
  • Alois Kölbl und Wiltraud Resch: Wege zu Gott. Die Kirchen und die Synagoge von Graz. Styria, Graz-Wien 2004.
  •  Karl A. Kubinzky, Astrid M. Wentner: Grazer Straßennamen. Herkunft und Bedeutung. Leykam, Graz 1996, ISBN 3-7011-7336-2.
  • Fritz Posch: Die Besiedelung des Grazer Bodens und die Gründung und früheste Entwicklung von Graz. In: Wilhelm Steinböck (Hrsg.): 850 Jahre Graz 1128–1978. Styria, Graz 1978, ISBN 3-222-11040-9
  • Alfred Schierer: Graz – Eine kurze Geschichte der Stadt, Graz 2003, ISBN 3-8000-3997-4
  • Ingrid Schubert: Graz. In: Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Ausgabe, Wien 2002 ff., ISBN 3-7001-3077-5; Druckausgabe: Band 2, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2003, ISBN 3-7001-3044-9.
  •  Horst Schweigert: DEHIO Graz. Schroll, Wien 1979, ISBN 3-7031-0475-9.
  • Stadt Graz (Hrsg.): Historisches Jahrbuch der Stadt Graz, Graz ab 1968 jährlich
  •  Werner W. Strahalm, Peter Laukhardt: Graz – Eine Stadtgeschichte. Strahalm, Graz 2008, ISBN 3-900526-84-2.
  • Claudia Friedrich, Eva Klein: Große Schau der Reklame: Reklame in Graz zwischen Umbruch und Kontinuität, Unipress Verlag, Graz 2009. ISBN 978-3-902666-04-8

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Graz – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Graz – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikiquote: Graz – Zitate

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eurostat Urban Audit: Metropolregionen (Larger Urban Zone) (abgerufen am 19. März 2014)
  2. Walter Brunner, Neues und Interessantes zur Frühgeschichte der Stadt Graz, in: Stadtarchiv und Stadtgeschichte 657, Linz 2004
  3. Design Bote: Graz wird City of Design
  4. Strahalm, Laukhardt: Graz. Eine Stadtgeschichte. Graz: Edition Strahalm 2008, S. 243.
  5. 126. Graz. In: Österreichischer Amtskalender online. Jusline Österreich GmbH, Wien 2002–, Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund.
  6. Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik: Klimadaten Graz Flughafen
  7. [1]
  8. Graz Universität Klimadaten (Landesstatistik Steiermark)
  9. Graz Universität Klimadaten (Landesstatistik Steiermark)
  10. Österreichischer Rechnungshof: Wirkungsbereich der Landeshauptstadt Graz (Absatz 3.3) (PDF; 671 kB)
  11. Graz in Zahlen, Bevölkerung mit Hauptwohnsitz in Graz: , Stand 9. Jänner 2014
  12. Graz in Zahlen 2014 (PDF; 2,8 MB). Stand: 1. Jänner 2014. Abgerufen am 11. Juli 2014.
  13. Stand 1. Jänner 2014 (PDF; 5,6 MB)
  14. FAZ.net 19. April 2014: Würschtl statt Weltrevolution
  15. BürgerInnen-Service, E-Gov + Formulare. Abgerufen am 10. Juli 2014.
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  21. Salat macht Graz zur "Genuss-Hauptstadt"
  22. Hans Riehl in einem Gutachten für das Land Steiermark, zitiert nach verwaltung.steiermark.at
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  43. Robert Engele: Das Torwachhaus ist heute ein schönes Café. Aus der Reihe Damals in Graz in der Steiermarkausgabe der Kleinen Zeitung vom 23. Oktober 2011. S. 43.
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  65. Veranstaltungszentrum GRAZER CONGRESS
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  91. [4] Kronen Zeitung: Bundespräsident Fischer wird Grazer Ehrenbürger, 24. September 2008

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. a b Der Gemeinderat von Graz beschloss am 27. Mai 1920, die Albrechts-, Franz-Karl- sowie die Ferdinandsbrücke in Tegetthoffbrücke, Hauptbrücke sowie Keplerbrücke umzubenennen. – Siehe: Kleine Chronik. (…) Straßenumbenennungen in Graz. In: Neue Freie Presse, Morgenblatt (Nr. 20025/1920), 29. Mai 1920, S. 6, Mitte unten. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nfp.
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Dieser Artikel wurde am 10. Dezember 2007 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.